Kann Hausarzt die Krankschreibung vom Neurologen verlängern?

sad_me

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Hallo ihr,

ich war schon ewig nicht mehr hier, weil es mir eigentlich einigermaßen geht seit ich Tabletten nehme und 2 Therapien (Einzel und Gruppe) hinter mir habe.
Meine Probleme sind zur Zeit noch meine sozialen Ängste. Trotzdem habe ich es geschafft vor 6 Wochen ein Praktikum zu beginnen, bzw. nen Vollzeitjob mit Praktikumsgehalt! Diese Arbeit kostet mich sehr viel Überwindung, weil es meine Phobie in vielerlei Hinsicht trifft, aber ich wollte/will für ein Leben wie ich es mir vorstelle, kämpfen und bisher habe ich das auch ganz gut hinbekommen und habe viel lernen können – sowohl beruflich, als auch für mich ganz privat, was meine Ängste angeht.

Nun habe ich aber ein Problem.

Am Montag Morgen war mir total blöd im Kopf und schwindelig. Ich konnte nicht aufstehen. Dann habe ich bis 15 Uhr durchgeschlafen. Vorher hatte ich meinem Chef wenigstens eine sms geschrieben, dass ich später komme. Als ich dann wach war, habe ich ihm noch mal geschrieben, dass es mir doch nicht besser geht.
Am Abend ist mir dann eingefallen was mit mir los war: Ich war auf Entzug! Ich hatte die letzten Tage keine Antidepressivas genommen, weil ich keine mehr hatte, da hatte mein Hirn dann gleich "Absetzerscheinungen". Echt, als sei man auf Dro.!

Zum Glück hatte ich gestern eh einen Termin bei der Neurologin und habe somit meinen Stoff wieder bekommen. Allerdings hat sie mir nur eine Krankschreibung für Montag und Dienstag gegeben. Sie meinte ich solle mich heute zur Arbeit quälen, egal wie es mir geht! Mir war aber immer noch ganz doof heut. Bei der kleinsten Bewegung wurde mir schwindelig. Inzwischen geht es wieder, aber ich war eben heute auch nicht beim Praktikum. Habe gesagt, bzw. geschrieben, dass ich mir wohl eine Magen-Darm-Grippe eingefangen habe. Dabei wollte ich doch nicht mehr lügen! Ich möchte aber auch nicht sagen, dass ich Antidepressiva einnehme.

Die Bescheinigung der Neurologin muss ich auch noch bei meinem Nebenjob abgeben, bei dem ich zusätzlich einmal die Woche eingeteilt bin. Bei denen steht ausdrücklich im Vertrag, dass man ab dem ersten Tag schon was vorlegen muss.

Im Vertrag vom Praktikum steht aber nichts von Krankmeldung, aber nun will mein Chef anscheinend doch eine haben. Wahrscheinlich denkt er, dass ich blau mache. Er antwortete heute nämlich, dass eine Kopie "wohl nicht ausreiche", nachdem ich ihn gefragt hatte und ihm schrieb, dass ich eine zu meinem Job schicken muss.

Nun weiß ich nicht was ich machen soll. Am besten, ich gehe morgen Früh zu meiner Hausärztin, aber ich habe Angst, dass sie mir keine rückdatierte Bescheinigung geben kann und ich weiß auch nicht was ich sagen soll. Ich habe schon wieder das Gefühl, dass ich etwas unrechtes tue. Habe ein ganz schlechtes Gewissen und Angst. Mir wird jetzt schon ganz schlecht, wenn ich daran denke morgen wieder zur Arbeit zu müssen und dann bestimmt Fragen gestellt zu bekommen, vom Chef. Wer weiß was der sagen wird. Hab das auch schon wieder so bescheuert angestellt alles – ohne anzurufen und so.

Ich kapier mich selbst nicht! Eigentlich ging es mir so gut und ich war so stolz auf mich, dass ich schon 6 Wochen durchhalte und nun wieder das. Es wird sich wohl nie ändern. :(

Jedenfalls sind meine Fragen an euch:

Kann meine Hausärztin die Krankschreibung der Neurologin verlängern, bzw. mir eine Folgebescheinigung ausstellen? Ich möchte nämlich nicht so gerne eine Bescheinigung vom Neurologen beim Praktikum abgeben oder muss man die Erstbescheinigung immer mit abgeben??

Schickt der Arbeitgeber die Bescheinigung an die Krankenkasse oder was macht der damit eigentlich? Oder muss ICH das der Krankenkasse melden? Bekomme ich für die 3 Tage dann von der Krankenkasse das Gehalt?

Ich bin bei dem Praktikum halt offiziell fest angestellt, was ich vorher noch nie war, deshalb kenne ich mich gar nicht aus.

22.09.2010 23:42 • #1


Sonnenblume20

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Hallo sad_me,

Zitat von sad_me:
Habe gesagt, bzw. geschrieben, dass ich mir wohl eine Magen-Darm-Grippe eingefangen habe. Dabei wollte ich doch nicht mehr lügen! Ich möchte aber auch nicht sagen, dass ich Antidepressiva einnehme.

Du musst dem AG gegenüber generell keine Erklärungen darüber abgeben, WAS Du hast. Es reicht, mitzuteilen, dass Du krank bist und nicht zur Arbeit kommen kannst.

Zitat von sad_me:
ich gehe morgen Früh zu meiner Hausärztin, aber ich habe Angst, dass sie mir keine rückdatierte Bescheinigung geben kann und ich weiß auch nicht was ich sagen soll.

Ob sie Dir eine rückdatierte Bescheinigung ausstellen kann, möchte oder darf, das kann ich Dir nicht sagen.
Manche Ärzte machen das, manche nicht. Das musst Du am besten persönlich mit ihr abklären.
Du kannst ihr doch erzählen, dass Du für Montag und Dienstag eine Bescheinigung hattest, dass die Neurologin gesagt hat, dass Du Dich heute wieder hinquälen sollst, dass es aber noch nicht ging. Und dann wirst Du ja sehen, was sie sagt.
Es ist aber schon so, dass Du ,wenn eine Krankschreibung ausgelaufen ist und sie velängert werden muss, sofort am nächsten Tag nach Ablauf wieder zum Arzt gehen musst. Das ist leider unerlässlich, weil es auch gesetzlich so vorgeschrieben ist.

Zitat von sad_me:
Schickt der Arbeitgeber die Bescheinigung an die Krankenkasse oder was macht der damit eigentlich? Oder muss ICH das der Krankenkasse melden?

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hat immer zwei Ausfertigungen. Eine ist für den AG bestimmt (der Teil, wo keine Diagnose genannt ist) und den anderen Teil musst Du selbst an die Krankenkasse schicken.

Zitat von sad_me:
Bekomme ich für die 3 Tage dann von der Krankenkasse das Gehalt?

Nein, Du bekommst im Krankheitsfall 6 Wochen eine Lohnfortzahlung vom AG, erst danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld.

23.09.2010 00:08 • #2


sad_me

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Hallo sonnenblume,

lieben Dank für deine Antwort. Ich hatte befürchtet, dass ich hier um diese Zeit niemanden mehr erreiche.

Ich kann gar nicht schlafen gehen, so verrückt macht mich das Ganze. :(

Weißt du, ob ich beide Bescheinigungen (Erst- und Folgebesch.) abgeben muss, wenn ich eine Folgebescheinigung bekomme? Denn auf der steht doch dann eigentlich auch das Anfangsdatum der Erkrankung, nicht? Weil, wenn ich beide abgeben müsste, dann müsste ich ja so oder so die der Neurologin abgeben. :(

Also ist der Durchdruck für den AG nur für seine Akten, ja?

Und wenn ich nun keine 6 Wochen lang krank bin, dann braucht doch die Krankenkasse den Schein gar nicht, oder? Dann ist die Bescheinigung für den AG eigentlich wirklich nur eine Bestätigung, dass ich auch wirklich krank war?

23.09.2010 00:47 • #3


Sonnenblume20

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Hallo sad_me,

Zitat von sad_me:
Weißt du, ob ich beide Bescheinigungen (Erst- und Folgebesch.) abgeben muss, wenn ich eine Folgebescheinigung bekomme? Denn auf der steht doch dann eigentlich auch das Anfangsdatum der Erkrankung, nicht? Weil, wenn ich beide abgeben müsste, dann müsste ich ja so oder so die der Neurologin abgeben.

Also, wenn Du eine Folgebescheinigung bekommst, dann musst Du auch die Erstbescheinigung abgeben.
Du solltest es nicht so dramatisch sehen, wenn auf der AU-Bescheinigung der Stempel der Neurologin ist.
Ein Neurologe behandelt viele Krankheiten, ich bin z.b. wegen einer Nervenentzündung im Arm ab und zu dort, da müssen nicht gleich Rückschlüsse auf eine psychische Krankheit geschlossen werden.
Und wenn doch, ist das auch kein Drama. Du bist ja nicht verpflichtet, über Deine Erkrankung zu sprechen.

Zitat von sad_me:
Also ist der Durchdruck für den AG nur für seine Akten, ja?

Ja, das wird wohl in der Personalakte oder so abgelegt.

Zitat von sad_me:
Und wenn ich nun keine 6 Wochen lang krank bin, dann braucht doch die Krankenkasse den Schein gar nicht, oder?

Doch, Du bist immer verpflichtet, wenn Du eine AU-Bescheinigung erhältst, diese der Krankenkasse vorzulegen.
Das brauchen glaube ich die für evt.spätere Krankengeldberechnungen.

Zitat von sad_me:
Dann ist die Bescheinigung für den AG eigentlich wirklich nur eine Bestätigung, dass ich auch wirklich krank war?

Ja, mehr ist sie tatsächlich nicht.

23.09.2010 01:23 • #4


sad_me

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Danke Sonnenblume, für deine Antworten!

Ich war gestern Nacht irgendwie total durch den Wind und habe alles viel komplizierter gemacht als es ist, denk ich. Hatte irgendwie Panik, aber
ich war nun beim Arzt und bin weiter krank geschrieben, bis morgen noch.

Ich hoffe, dass ich mich dann am Mo wieder zur Arbeit traue und alles wieder gut wird ...

23.09.2010 13:13 • #5


Sonnenblume20

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23.09.2010 21:17 • #6


Martina

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Zitat von Sonnenblume20:
sad_me hat geschrieben:
Dann ist die Bescheinigung für den AG eigentlich wirklich nur eine Bestätigung, dass ich auch wirklich krank war?
Ja, mehr ist sie tatsächlich nicht.
Ganz so ist es nicht. Es kommt daruf an, wieviele Mitarbeiter ein Betrieb hat. Bei Kleinbetrieben (bis zu 5 Mitarbeitern)wird die Krankmeldung an die Krankenkasse weitergegeben, da erfolgt dann ein kleiner finanzieller Ausgleich, weil der AN ja in dieser Zeit weiter Lohnanspruch hat.

24.09.2010 14:11 • #7


Sonnenblume20

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Danke, Martina für die Info. Das wusste ich noch nicht.

24.09.2010 17:08 • #8

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