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Johanniskraut bei schwerer depressiver Phase

Hallo!

Laut der wissenschaftlichen Studien ist ja eine Wirkung von Johanniskraut nur für leichte bis mittlere Depressionen nachgewiesen. Habt ihr Erfahrungen bei euch oder Bekannten, ob es auch in Fällen schwerer Depression helfen kann? Ggf. auch bei höherer Dosierung? Mein Psychiater hat vorgeschlagen, es mal auszuprobieren, da die meisten chemischen Sachen sehr wenig bis gar nichts bei mir bringen oder nicht zu tolerierende Nebenwirkungen haben. Dafür müsste ich allerdings mein minimal wirkendes chemisches Antidepressiva absetzen, sodass ich mir unsicher bin. Über Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar

Viele Grüße!

05.01.2020 15:29 • #1


Mandinka
Hallo, ich habe meine Antidepressiva vor längerer Zeit ausgeschlichen und mit Johanniskraut angefangen. Ich muß sagen, daß es mir bisher hilft. Allerdings sind meine Depressionen wohl eher mittelschwer - jedenfalls laut Arzt. Trotz vieler immer wieder zu bewältigender sehr schwieriger Zeiten mit meinem Kind zum Beispiel hat mich das Johanniskraut vor Abstürzen bzw. Rückfällen bewahrt und läßt mich immer wieder meine Stabilität finden.

Ein positiver Nebeneffekt war außerdem, daß ich nach dem Ausschleichen des chemischen Antidepressivas endlich Gewicht abbauen konnte, das ich durch diese Medikamente leider zulegte.

05.01.2020 21:47 • #2


Hey, danke für die Antwort! Das ist ja schonmal ein positiver Bericht Ich benötige eher etwas, das einen aus einer langandauernd akuten schweren Phase rausholen kann, daher ist das vielleicht ein etwas anderer Fall aber trotzdem klingt das ja sehr gut bei dir

06.01.2020 02:20 • #3


maya60
Zitat von Topo:
Hallo!

Laut der wissenschaftlichen Studien ist ja eine Wirkung von Johanniskraut nur für leichte bis mittlere Depressionen nachgewiesen. Habt ihr Erfahrungen bei euch oder Bekannten, ob es auch in Fällen schwerer Depression helfen kann? Ggf. auch bei höherer Dosierung? Mein Psychiater hat vorgeschlagen, es mal auszuprobieren, da die meisten chemischen Sachen sehr wenig bis gar nichts bei mir bringen oder nicht zu tolerierende Nebenwirkungen haben. Dafür müsste ich allerdings mein minimal wirkendes chemisches Antidepressiva absetzen, sodass ich mir unsicher bin. Über Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar

Viele Grüße!


Hallo Topo, herzlich Willkommen hier im Forum!

Hoch dosiertes Johanniskraut hat bei mir auch bei leichten Depressionen sehr gut und ab beginnenden mittelschweren Depressionen weniger gut geholfen. Sobald es aber in Richtung schwerer Depressionen ging, mussten Antidepressiva her!

Es funktionierte auch nicht, durch hoch dosiertes Johanniskraut aus den schweren Depressionen mittelschwere zu machen. Ich bin dann wegen schwerer Depressionen zum Arzt gegangen, weil das Johanniskraut nicht mehr half.

Aus einem schweren akuten Depressionsverlauf heraus mit Johanniskraut zu beginnen, das sagt dein Psychiater? Für mich unvorstellbar.

Liebe Grüße! maya

06.01.2020 13:35 • #4


Hi Maya.

danke für den Erfahrungsbericht und das Willkommenheißen!

Es stimmt wohl, dass die Idee mit dem Johanniskraaut von einem Psychiater eher ungewöhnlich ist. Er hat es auch nur vorgeschlagen, da ich von den echten Antidepressiva fast alles durch hab und wegen fehlender Wirkung oder Nebenwirkungen nicht nehmen kann. Von dem derzeitigen kann ich allerdings zumindest etwas länger schlafen als ganz ohne und ich werde das dann wohl lieber so beibehalten als auf gut Glück zu Johannsikraut zu wechseln. Die Studienlage zu Johanniskraut ist halt noch nicht ganz abgeschlossen und manchmal klammert man sich ja bei Medikamenten an jeden Strohhalm einer möglichen Wirkung aber ich bin hier tatsächlich auch nicht sehr überzeugt. Dass du den direkten Vergleich in verschieden schlimmen Phasen mit dem Johanniskraut hast und mit mir teilst, ist sehr hilfreich, vielen Dank

Viele Grüße
Topo

06.01.2020 14:39 • x 1 #5


Fisch611
Hallo Topo,

ich habe es recht lange mit Johanniskraut probiert. Bin dabei von einer mittleren in eine schwere Depression gerutscht. Sprich: geholfen hat es leider nicht. Erst mit einem chem. Mittel wurde es besser. Aber warum nicht probieren? Jeder reagiert anders.

LG

06.01.2020 14:57 • #6


Hey,

ebenfalls danke für die Antwort Weißt du noch, ob du das ausreichend hoch (900mg) dosiert hast? Klar, versuchen kann man natürlich einfach, da viele Psychopharmaka bei verschiedenen Leuten anders wirken. Ich müsste dann bloß mein derzeitiges Medikament, was zumindest meinen Schlaf durch den Ausgleich des Serotoninsystems fördert, absetzen und habe Angst, dass es beim nächsten mal auch diese Wirkung nicht mehr hat, wenn ich es nach einem gescheiterten Johanniskraut-Versuch wieder nehme. Und überhaupt für ein paar Wochen auf die Wirkung des derzeitigen Medikaments verzichten, wenn die Erfolgschancen mit Johanniskraut gleich 0 zu sein scheinen, fühlt sich auch zu unvernünftig an.

Lieben Gruß!

06.01.2020 16:44 • #7


Hast du schon mal jatrosom probiert? Nimmt man normal bei Menschen, wo alle Medikamente versagt haben.

06.01.2020 16:52 • #8


Danke für den Tipp! Jatrosom hat der Psychiater auch schon mal erwähnt. Man muss da ja eine sehr strenge Diät einhalten, um schlimme Nebenwirkungen (hypertensive Krise und Gehirnblutungen?!) zu vermeiden. Ich habe deshalb leider recht große Angst davor und mich bisher nicht daran getraut. Aber vielleicht sollte ich dem doch mal eine Chance geben und dann eben gut aufpassen mit der Ernährung. Vielleicht schaue ich nochmal, ob das derzeitige Moclobemid irgendwie durch Augmentation stärker wirkt und probiere ansonsten lieber Jatrosom anstatt Johanniskraut.

06.01.2020 17:20 • #9


Das würde ich auch vorschlagen, dass moclobemid mit ein anderes medikament zu kombinieren. Eher man umstellt. Man sollte dies komplett ausnützen,was geht. Der arzt sollte eigentlich wissen,welch medis man da als augmentantion nehmen könnte. Sonst erkundige dich bei einen anderen Arzt darüber.

06.01.2020 17:34 • #10


Fisch611
Ja, es war ausreichend dosiert. Aber wie schon geschrieben wurde: bei schweren Depressionen bringt das Johanniskraut wohl nichts.

06.01.2020 20:30 • #11


111Sternchen222
Hallo Topo unsere Liebe @Eis nimmt jatrosom glaube ich du kannst sie ja mal fragen, wie das genau mit der Diät ist.

06.01.2020 20:54 • #12


Eis
Hallo Topo,
Ich nehme Jatrosom und das mit der Diät ist halb so wild. Am Anfang musste ich schon sehr aufpassen mit dem Essen, aber mit der Zeit gewöhnt sich der Körper daran. Kaffee geht bei mir nicht mehr, da bin ich auf Koffeinfrei umgestiegen. Käse, Salami, Hefeextrakt und Rotwein lasse ich fast komplett weg. Allerdings habe ich kürzlich ein kleines Stück Pizza gegessen, das war auch ok. Ich hab mir ein Blutdruckgerät gekauft und häufig kontrolliert am Anfang.
Ich war auch soweit wie Du, dass ich medikamentös durch war und dann nach langem Überlegen auf Jatrosom umgestiegen bin. Ich würde es immer wieder machen.
Leider konnte ich es aufgrund von Nebenwirkungen nicht soweit steigern wie ich es bräuchte, deshalb hat sich nach ein paar sehr guten Monaten eine Verschlechterung eingestellt.
Ich hab jetzt noch zusätzlich eine TMS-Behandlung gemacht, seitdem geht es mir sehr gut. Ich hab dazu auch einen Thread geschrieben, kannst du mal nachschauen.
LG Eis

06.01.2020 22:20 • #13


Hey Eis,

dankeschön für den Bericht! Voll mutig, dass du dich zu dem Medikament überredet hast und schade, dass du die Nebenwirkungen hast. Bezüglich der Ernährung klingt das ja tatsächlich etwas weniger dramatisch! Ist halt blöd, wenn man unter anderem wegen Ängsten ein Medikament bekommen soll und das dann ein Medikament ist, über das man erst mal tausend Jahre ängstlich rumgrübeln kann Ich werde das nun aber näher in Betracht ziehen und lese mir auch mal deinen TMS-Thread durch!

Viele Grüße

06.01.2020 23:22 • x 1 #14





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