Johanniskraut bei Depressionen - hilft das?

Rainer

ich habe folgendes über Johanniskraut gelesen:

Zitat:
Johanniskrautextrakt hellt die Stimmung auf, hilft bei leichten bis mittelschweren Depressionen und nimmt die nervöse Unruhe. Da es auf den Wirkstoffgehalt ankommt, besorgen sie sich das Medikament am besten in ihrer Apotheke. Zudem sollten Sie den Planzenextrakt nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen, da der Wirkstoff andere Arzneimittel wie bestimmte Antibiotika und der Antibabypille beeinfussen kann.


Rainer

04.11.2006 00:24 • #1


Puranas

Puranas

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Hallo,

bei Netdoktor steht geschrieben, dass Johanniskraut gut ist bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen. Jedoch ist es nicht geeignet bei schweren depresiven Verstimmungen. Was soll das bedeutet? Woher weiß ich denn ob meine Depression mittel oder mittelschwer oder schwer ist? Kommt es da nicht auf ein Versuch an? Warum wird extra darauf hingewiesen, dass man es bei schweren Depressionen nicht nehmen soll.

Ich würde mich freuen wenn mir da jemand weiter helfen kann.

Natürlich nehme ich es nach Rücksprache mit meinem Hausarzt ein.

Gruß Puri

03.12.2007 15:31 • #2


luise

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ich habe Johanneskraut früher immer gegen Panikattacken und innere Unruhe genommen.
Und es hat tatsächlich geholfen.
Allerdings nur ein paar Wochen, dann gab es keinerlei Wirkung mehr.
Ein Versuch ist es trotzdem Wert, vor allem da es fast keinerlei Nebenwirkungen hat.

03.12.2007 15:37 • #3


sydney

sydney

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kann ich sicher davon ausgehen das johannesgraut bei jedem hilft?
und was ist das beste.tabletten oder tee?
wo ist die wirkung am sichersten und was muss ich noch beachten?

kann jemend helfen?

20.12.2007 15:38 • #4


777cortex

777cortex

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Hallo sydney,

...schon wieder ich. Siehe oben Rainer:

Zitat:
Johanniskrautextrakt hellt die Stimmung auf, hilft bei leichten bis mittelschweren Depressionen und nimmt die nervöse Unruhe. Da es auf den Wirkstoffgehalt ankommt, besorgen sie sich das Medikament am besten in ihrer Apotheke.

Das heißt also: kein Tee und keine nicht standardisierten Präparate vom Discounter oder Dro.!

Zudem muß JK ausreichend dosiert werden, Richtwert sind ca. 900 mg Johanniskraut-Trockenextrakt pro Tag. Wie andere Antidepressiva hat es eine bestimmte Responderrate, d. h. es wirkt nicht bei allen. Es gibt gar mehr Studien als bei anderen, synthethischen Antidepressivas die die Wirkung ganz in Frage stellen. Es ist auch ganz sicher nichts für schwererere Depressionen. Insbesondere ist mehr als fraglich, ob JK wirken kann, nachdem die Antidepressivas aus der Gruppe ser sogenannten SSRI (also Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin, Citalopram und Escitalopram) sich als nutzlos herausgestellt haben, da JK an ähnlichen Stellen im Gehirn wirken soll.

JK hat in vernünftiger Dosierung auch Nebenwirkungen (Lichtempfindlichkeit der Haut) sowie, wie Rainer schon an o. g. Stelle erwähnte, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Das kommt daher, daß die Inhaltsstoffe des JK verursachen, daß ein Enzym in der Leber, das sogenannte Cytochrom P450 3A4, schneller arbeitet und damit manche anderen Medikamente dann schneller abgebaut werden und unter Umständen nicht mehr richtig wirken können. Dazu zählen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) orale Kontrazeptiva (sprich die Pille zur Empfängnisverhütung), manche blutgerinnungshemmende Mittel (Phenprocumon und Warfarin, z. B. nach Schlaganfall), die Herzmittel Digoxin und Theophyllin, andere Antidepressiva, Benzodiazepine, Immunsuppressiva (nach Organtransplantationen), manche Zytostatika (Tumormedikamente) und bestimmte HIV-Mittel.

Großartige Vorteile gegenüber synthetischen Antidepressivas kann ich eigentlich keine finden... so in den Vorstadien meiner "richtigen" Depression habe ich es vor Jahren auch mal selbst länger genommen, hat aber echt null Wirkung gezeigt.

LG

20.12.2007 16:49 • #5


sydney

sydney

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hallo zusammen,

weiss einer von euch wie lange es dauert,bis die wirkung einsaetzt?

ich habe gestern damit begonnen.

und nun warte und warte ich......

05.01.2008 13:16 • #6


Hallabutschka

hallo sydney!
johanniskraut ist ein med.wo es bis zu sechs wochen dauert,bis mann eine richtige wirkung bemerkt!
hilft aber wirklich nur bei leichten,bis mittelschweren depressionen!
gruss H.

05.01.2008 14:53 • #7


Avriel

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Hallo Sydney,

Da mein Therapeut mich vor Weihnachten überzeugt hat, Johanniskraut auszuprobieren (nachdem ich mich weigerte wieder die Antidepressiva zu nehmen, von denen ich so zugenommen hatte und ein weiteres Antidepressiva brauchte um überhaupt schlafen zu können), hatte ich mich im Internet schlau gemacht und hier kommt in meinen eigenen Worten was ich aus den verschiedenen Studien entnommen habe (vieles haben meine Vorredner schon erwähnt):

Wichtig ist eine ausreichend hohe Dosierung (daher schnitt es in manchen Studien schlecht ab, da es nicht ausreichend dosiert war): dann ist der Anteil der Kranken, die positiv reagieren, ähnlich hoch, wie bei synthetischen Antidepressivas
Vondaher empfiehlt sich nur die Einnahme von Tabletten/Dragees (standardisierte Präperate aus der Apotheke)

Johanniskraut kann auch bei schweren Depressionen helfen, dann ist allerdings eine wesentlich höhere Dosierung nötig.
Wie bei allen Antidepressivas wirkt es nicht bei allen Patienten und die Wirkung tritt verzögert ein (sprich nach 2 - 6 Wochen).
Dosierungen
600 mg Trockenextrakt bei depressiven Verstimmungen
bei leichten - mittleren Depressionen wird gewöhnlich eine Dosierung von 900 - 1200 mg Trockenextrakt empfohlen
bei schweren Depressionen 1800 mg Trockenextrakt

Laß dich bitte vom Arzt / Apotheker über die Nebenwirkungen und Dosis aufklären.

Ich probiere es seit Weihnachten. Mein Therapeut empfahl mir 1200 mg Trockenextrakt täglich zu nehmen.
Ob es bei mir wirkt, kann ich noch nicht sicher sagen. Ich denke meine Stimmung ist schon etwas besser. Allerdings hatte ich schon vor der Einnahme Tage mit extrem schlechter Stimmung und die habe ich immer noch.

Für mich hätte es den Vorteil, das ich bis jetzt keine Nebenwirkungen merke und ich nicht negativ gegen das Johanniskraut eingestellt bin.
Meine Antidepressivas hatte ich zum Schluß so widerwillig genommen. Ich hatte mit ihnen jeden Monat ein Kilo zugenommen, das waren nach 1 1/2 Jahren 15 Kilos und ein Ende war nicht abzusehen.

Viele Grüße & Viel Geduld
Avriel

08.01.2008 22:51 • #8


jannis

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Zitat von avelarte:
Zitat:
Woher weiß ich denn ob meine Depression mittel oder mittelschwer oder schwer ist?


Die Diagnose obliegt allein dem Arzt.

Besten Gruß!
Sabine


Glaubst Du wirklich, der kann das einschätzen und wenn, anhand welcher Parameter? Der kann sich doch auch nur auf das beziehen, was Du ihm reintextest. Ich kann Deine "Ärztehörigkeit" nicht im Ansatz nachvollzoiehen, dafür kenne ich zu viele aus dem Freundes- und Familienkreis.

23.04.2008 20:07 • #9


Psyche

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Das ist keine Ärztehörigkeit Jannis. Ich bin wirklich kein großer Fan von den biologischen Kenntnissen mancher Ärzte (hab zu viele im Labor ausgebildet), aber die gehen tag täglich mit zahlreichen Menschen um und das über Jahre, so daß sie anhand der geschilderten Symptome durchaus fest machen können was leicht, mittel und was schwer ist. Erfahrung und Feingefühl ist ein nicht zu unterschätzender Faktor für einen Psychotherapeuten, sei er nun Psychologe oder Psychiater. Das sollte man nicht unterschätzen.

Lg
Psyche

23.04.2008 21:19 • #10


777cortex

777cortex

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Zitat von jannis:
anhand welcher Parameter?


Hallo Jannis,

die diagnostischen Kriterien werden sogar konsensusmaessig festgelegt und auf derselben Grundlage regelmaessig revidiert:

http://www.dimdi.de/static/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlgm2008/fr-icd.htm

(deutsche Modifikation 2008 des ICD-10, "International Classification of Diseases" der WHO; Depressive Erkrankungen siehe F32)

24.04.2008 16:24 • #11


Puri

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Hallo,

habe das jetzt nicht gelesen, deswegen möchte ich es gerne hier noch erwähnen: Auch Kräuter haben ihre Nebenwirkungen! Die meisten Ärtze verschreiben Johanniskraut einfach eben mal so, weil der Patient unter Depressionen oder Stimmungsschwankungen leidet, erwähnen aber nicht die Nebenwirkungen.

Johanniskraut kann eine Lichtempfindlichkeit auslösen. Das heißt dass die Augen extrem irritiert auf Licht reagieren. Das war bei mir so, als ich es mit Johanniskrauttee versuchte. Die Tabletten die ich verschrieben bekam, lösten in mir eine Sonnenallergie aus. Diese Nebenwirkungen kommen häufig bei hellen Typen vor, also blonde Haare, helle Haut, helle Augen.

Die Sonnenallergie, so wurde mir in der Apotheke gesagt, verliert sich wieder nach Absetzen. Es dauert sechs Monate, solange braucht der Körper zur Regenierung. Bei mir hat er sich allerdings nicht mehr regeneriert.

Informiert euch bitte auch über eentuelle Nebenwirkungen wenn ihr zur Natur/Kräuterheilkunde greift! Finde ich allerdings noch immer besser, als Chemie.

Gute Besserung wünsche ich !

LG
Puri

31.07.2008 08:40 • #12


Renesmee

Renesmee

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In meinen schlimmsten Phasen habe ich ab und zu zu Johanniskraut gegriffen, allerdings hat es leider nicht so richtig geholfen. Ich kann mir aber vorstellen, dass es bei einfacher Niedergeschlagenheit z.B. hilft. Einen Versuch ist es wert. :)

09.10.2008 10:28 • #13


Rosalind

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Hallo zusammen, guten Abend,
ich habe früher auch Johanniskraut in Form von Tabletten/Kapseln eingenommen, auf Rat meines Hausarztes, gegen meine mittelschweren Depressionen.
Ich hatte damals keinerlei Wirkung verspürt, auch bei hoher Dosierung! Hat jemand auch schon mal diese Erfahrung gemacht? Lag es vielleicht am Präparat?
Wie lang dauert es bis die Wirkung spürbar ist?

Über Antworten wäre ich sehr dankbar.

Liebe Grüße von Rosalind

21.10.2008 17:30 • #14


777cortex

777cortex

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Hallo Rosalind,

bei
Zitat:
mittelschweren Depressionen
hat Johanniskraut nichts verloren, nur evtl. bei leichten, aber selbst dabei steht die Wirkung nach der Mehrzahl der verlässlichen evidenzbasierten Quellen sehr in Zweifel.

22.10.2008 18:02 • #15




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