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Hashimoto und Depressionen

Avocado

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Hallo Community,

Mich interessiert, ob hier vielleicht jemand ist, der auch durch oder zusätzlich zu Hashimoto oder eine andere Schilddrüsenerkrankung mit Depressionen kämpft.

Ich nehme seit Jahren L-Thyroxin und seit 9 Monaten Escitalopram, für etwa 4 Monate nahm ich auch Quetiapin.

Seit etwa einem Monat hab ich das Gefühl, dass mich die Antidepressiva "kalt lassen", denn ich habe wieder sehr schlimme Schwankungen mit ausgeprägten Tiefs, die mir richtig Angst machen.

Gleichzeitig habe ich plötzlich 10 Kilo zugenommen, obwohl ich mein Gewicht sonst gut halten konnte.

Deswegen dachte ich, dass es eventuell gar nicht daran liegt, dass ich die Antidepressiva nicht vertrage, sondern meine Schilddrüse gerade Blödsinn treibt.

Blutuntersuchung habe ich schon angefordert, ich warte auf die Ergebnisse.

Kann ich überhaupt je hoffen, ohne Depression zu leben, wenn das doch durch das Hashimoto noch so toll gefördert wird?

06.04.2018 12:45 • #1


Sanna2017

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Halle Avocado,

ich habe seit vielen Jahren Hashimoto und habe es zunächst nicht gewusst. Habe Hormonersatztherapie bekommen und somit überhaupt nichts bemerkt von einer Schilddrüsenerkrankung. Nach Absetzen der HET vor 3 Jahren bekam ich Angst- und Panikattacken und Depressionen.

Durch eine Blutuntersuchung wurde dann die Diagnose Hashimoto gestellt. Allerdings habe ich diese Untersuchung erzwungen. Nun nehme ich seit Juni 2017 Mirtazapin abends und seit 6 Monaten L-Thyrox. Meine Ängste und Panik habe ich durch das Antidepressiva soweit im Griff. Aber seit 6 Monaten machen mir die Depressionen sehr zu schaffen.

Vor allem morgens ist besonders schlimm. Am Abend dann geht es mir ganz gut, da habe ich den Tag wieder überstanden und ich bin froh, dann ins Bett zu gehen und zum Glück kann ich durch Mirtazapin wieder gut schlafen.

Ich sollte allerdings auch Escitalopram morgens nehmen, nachdem ich der Psychiaterin meine morgendlichen Probleme geschildert habe. Aber nach einer Woche Einnahmen bekam ich wieder Angst- und Panikattacken und habe sofort die neue Tablette abegesetzt.

Das Gefühl, dass die Schilddrüse verrückt spielt habe ich auch oft. Also auch starke Tiefs, Ängste etc. und Hitzewallungen.

Ich hoffe auch immer noch, dass wenn die SD gut eingestellt ist, ich diese Zustände wieder verliere oder wenigstens dass sie weniger belastend sind. Aber meine Werte sind immer noch schwankend. Und bis die SD ausgebrandt ist, sind die Schwankungen wohl normal. Dann erst kann man wohl erst richtig medikamentös mit L-Tharox o.a. eingestellt werden.

Meine aktuellen Werte habe ich auch noch nicht und hoffe mit einer Veränderung der Dosierung des L-Thyrox dann eine Besserung zu erreichen.

Du siehst also, dass du nicht allein mit deinem Problem bist. Mich würde interessieren, ob die Escitalopram überhaupt eine positive Wirkung auf die morgendlichen depressiven Zustände haben.

LG Sanna

06.04.2018 14:19 • x 2 #2


Avocado

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Hi Sanna,

Als ich anfing Escitalopram zu nehmen, war es die ersten zwei Wochen relativ schlimm. Meine Ärztin hatte mir gesagt, dass es 3-4 Wochen dauern kann, bis die Wirkung eintritt und dass die erste Zeit etwas schlimmer werden können.
Ich war damals heulend in ihre Praxis gekommen, weil ich einfach nicht weiter wusste. Zwei Tage lang bekam ich die Augen nicht trocken und hatte furchtbare Angst, dass es erst richtig schlimm werden würde, wenn ich nicht mehr weinen kann.
Ich bekam dann erstmal irgendein Beruhigunszeug gespritzt - ich habe nicht nachgefragt.

Dann aber stellte sich eine Veränderung ein. Ich wurde ruhiger, beherrschter. Hatte das Gefühl, dass ich zwar immer noch Tiefs erlebte, aber ein wenig aufgefangen wurde.

Manchmal kam es mir allerdings ein wenig gruselig vor. Meine Ärztin sagte, Escitalopram würde mir helfen ein bisschen mehr "gesunde Leck-mich-am-A...-Einstellung" zu bekommen.
Es fühlte sich teilweise eher an wie "naja, eh alles egal".
Beim Autofahren merkte ich einmal erschrocken, dass es mir total egal war, wo und wie ich fuhr.
Da hab ich das Autofahren erstmal sein lassen.

Davon abgesehen, hatte ich das Gefühl, dass das Antidepressiva gut wirkt.

Doch jetzt stürz ich wieder total ab.

Ich steh morgens auf und richte Frühstück für die Kinder. Dann leg ich mich wieder hin.
Wenn ich was dringendes erledigen muss, verrichtete ich das wie in Trance und leg mich anschließend wieder hin.

Dieser ewige Kampf ermüdet mich so...

Kennst du dich damit aus, ob es vorteilhaft sein kann, die SD einfach entfernen zu lassen? Um ein für alle mal gut eingestellt zu werden?

06.04.2018 17:24 • #3


Sanna2017

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Hallo Avocado,

ich habe mich mit Hashimoto und mit allem, was diese Krankheit mit mir macht, ausgiebig beschäftigt. Auch ich dachte, SD raus, alles gut! Aber wenn man keine Knoten in der SD hat, keinen Kropf oder im schlimmsten Fall Krebs, wird die SD meines Wissens nicht entfernt.

Zu Escitalopram noch kurz - also habe ich mir die Nebenwirkungen - Angst- und Panikattacken- nicht eingebildet. Meine Psychiaterin hat mir das nicht geglaubt, dass es mir wieder schlechter ging. Mir hilft Mirtazatin zur Nacht 30 mg. Damit sind die Angst- und Panikattacken fast völlig verschwunden. Die depressiven Zustände am Morgen - naja, sind oft auch schlecht zu ertragen. Mal ist es besser, mal schlechter.

Bei meinem nächsten Termin am 28. Mai muss ich der Ärztin nun beichten, dass ich nicht wieder mit Escitalopram begonnen habe, wie sie mir empohlen (eigentlich angewiesen! ) hat.

Such dir vielleicht einen anderen Endokrinologen.

Wünsche dir alles Liebe.

Sanna

09.04.2018 16:44 • x 1 #4


Avocado

Avocado


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Hi Sanna,

Ich habe gar keinen Endokrinologen

Ist das empfehlenswert? Bisher behandelt mich meine Hausärztin wegen der SD...

Liebe Grüße zum Wochenstart!

09.04.2018 19:11 • #5


Sanna2017

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Hallo Avocado,

Ja, auf jeden Fall sollte man mit Hashimoto zum FA für Endokrinologie. Meine Hausärztin macht nur bei Blutuntersuchungen des TSH-Wert (wie wahrscheinlich alle Hausärzte - oder die meisten). Bei Hashimoto sind aber noch weitere SD-Werte wichtig, da es sich ja um eine Autoimmunerkrankung handelt. Ich kann jetzt nicht die einzelnen wichtigen Werte aufzählen. Aber ich bekomme in Kürze meinen aktuellen Laborbefund vom Endo zugeschickt. Ich schreibe dir dann, welche Blutwerte bei Hashi unbedingt bestimmt werden sollten.

Bis dahin LG

11.04.2018 15:49 • #6


j-ruettimann

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Hallo Avocado, gerne gebe ich Dir das Stichwort "EBV" (Ebstein Barr Virus Infektion und Hashimoto). In den Büchern "Heile Deine Schilddrüse" von Anthony William und "Das unterschätzte Epstein Barr Virus" von Sigrid Nesterenko habe ich alle Antworten auf meine Fragen bekommen. Ich bin überzeugt, dass auch Du über EBV und die Folgen Antworten bekommst. Aber sei Dir bewusst, dass es nicht leicht wird, da die Schulmedizin leider noch hinterherhinkt. Ich wünsche Dir alles Gute auf dem Weg zu einem wieder guten Lebens-und Körpergefühl! Jacqueline

26.03.2019 12:33 • #7


Leonore

Leonore

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Ein Großteil meiner Familie ist von Hashimoto betroffen, so wie ich auch.
Für die Diagnose ist es wichtig, eine Bestimmung der SD-Autoantkörper vornehmen zu lassen.
Da diese Antikörper das Schilddrüsengewebe immer weiter angreifen, ist es wichtig, die Höhe der SD-Hormone regelmäßig kontrollieren zu lassen, damit man sie in der passenden Dosis substituiert, d.h. durch L-Thyroxin ersetzt.

Ich kann es natürlich nicht wissen, aber mein Gefühl ist, daß ich die Depression und den BO auch ohne die Schilddrüsenerkrankung bekommen hätte. Hitzewallungen hatte und habe ich auch (es ist weniger geworden) aber da spielen auch die Wechseljahre eine Rolle, und Schweißausbrüche sind eine Hauptnebenwirkung von Antidepressiva. Zu einer Schilddrüsenunterfunktion passen sie nicht so richtig,eher schon zu einem zu hohen Hormonspiegel.

Das Escitalopram hat bei mir auch nicht gefunzt, ich bin auf Venlafaxin umgestellt worden.

Alles Liebe für Euch.

05.04.2019 15:28 • #8




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