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Hashimoto und Antidepressiva

Maria_U

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Hallo
Seit einiger Zeit überlege ich nun schon hier reinzuschreiben. ich bin verzweifelt & hoffe auf einige hilfreiche Antworten.
Ich habe seit Mitte Mai laut meinem behandelnden Arzt eine mittelschwere Depression.
Es begann so: Ich fühlte mich von einem Tag auf den anderen schlecht. Konnte mich nicht mehr freuen. Nach einigen Tagen bemerkte ich, dass dieser Zustand meist nur am Morgen/Mittag da ist. Ich wachte auf & merkte ein Kribbeln in den Armen, dieses komische negative Gefühl & nur noch Gedanken die kreisen. Vor allem habe ich Angst, dass ich da nicht mehr rauskomme. Habe während das passierte meine Ausbildung beendet. (Schriftliche Prüfungen mit ach & Krach, da ich mich kaum konzentrieren konnnte)
Ich habe dazu bemerkt eine Schilddüsenerkrankung Hashimoto & habe mich besonders nach dem Arztbesuch darüber belesen. Ich weiß nun, dass Depressionen & Angst auch daher kommen können. Ich lief also zum Schilddrüsenspezialist & er sagte, dass man das natürlich nicht genau sagen kann. Kann also entweder dadurch oder psychisch bedingt sein. Ich muss dazu sagen, dass ich 2 Wochen vor dieser Depression mit Angstzuständen mein Schilddrüsenmedikament selbstständig von 150mg auf 75mg reduziert habe, da ich Herzstolpern hatte & mir dachte, dass ich das so wieder los bin. War im Endeffekt nicht gut. Nun weiß ich nicht ob es eine mögliche Ursache war oder nicht. Dann würde die Dosis wieder auf 100 hochdosiert, weil die Ärztin meinte, dass die Schilddrüse nur wenig arbeitet.
Fakt ist, dass ich seitdem mit mir gekämpft habe, täglich zusammengebrochen bin, weil ich besonders morgends ein Kribbeln in den Armen habe & merke, dass ich dann aus den Gedanken nicht mehr rauskomme. Ich kann dann nix mehr tun & bin völlig hilflos. Ich habe alles versucht.
bin auch zu einer Therapeutin gegangen. Sie sagte, dass sie eher an eine Anpassungsstörung mit diversen Ängsten glaubt, da ich ja am Abend auch gute Momente hatte. Sie riet mir mich mehr abzulenken & Atemübungen zu machen.
Dennoch bekam ich trotz vieler Ablenkung, Atemübungen &&& nicht aus dem Zustand raus. Da half mir nichts.
War am Freitag beim Psychiater, weil ich merke es geht nichts mehr. Ich hatte schon vorher eine Sitzung. Wir hatten eigentlich vor zu warten bis man die Schilddrüsenmedikamente wieder hochdosiert hat. Aber das würde ca 1jahr dauern. Das schaffe ich nicht.
Er ist der Meinung, dass ich in meiner Verfassung nun mit Escitalopram 5mg anfangen soll & wir es dann nach 7 Tagen auf 10mg steigern. Er sagte, dass dieses Medikament gut verträglich sei im Vergleich zu den älteren Medis & sprach mir Mut zu. Er sah ja wie verzweifelt ich war. Ich schätze ihn als sehr kompetent ein. Dennoch habe ich Angst, dass es mich verändert. Ich möchte sowas eigentlich ja auch nicht nehmen & habe das verhindern wollen, aber ich schaffe es nicht mehr.
Was sagt ihr ? Habt ihr schon Erfahrungen mit Antidepressiva gemacht? Erfolge wären auch mal schön zu lesen.
Man liest so viel Schlechtes.
Mir ist es unangenehm sowas nehmen zu müssen
Ich habe es jetzt seit 2 Tagen genommen & habe bisher nur ab & zu Schwindel & Mundtrockenheit. Hoffe kommt nix dazu.
Ach & ist es normal, dass es einem erstmal schlechter geht? Ich habe gestern extrem weinen müssen, weil ich nun diesen Weg gehen muss. Heute merkte ich, wie das Kribbeln in den Armen zunahm.
Ich muss nun Geduld haben bis sie wirken. Er meinte das könne 2-6 Wochen dauern.
Schrecklich so zu leben.
Danke schon mal im Voraus für die, die sich die Zeit nehmen & antworten.

24.06.2018 17:08 • #1


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CeHaEn

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Moin!

Medikamente wie Escitalopram entfalten ihre volle Wirkung i.d.R. tatsächlich erst nach einigen Wochen. Ob es bei dir schneller geht oder länger dauert, kannst du nur abwarten. Jetzt am Anfang achtest du erstmal auf die Verträglichkeit. Einige Nebenwirkungentreten zu Beginn der Einnahme oder nach einer Dosissteigerung kurzfristig auf und bessern sich recht schnell wieder. Zum Beispiel diese Schwindelgefühle oder Verdauungsprobleme. Andere Nebenwirkungen können während der gesamten Einnahmedauer fortbestehen. In meiner eigenen Erfahrung war das allerdings eher lästig als schlimm (z.B. vermehrtes Schwitzen). Wenn du Probleme mit dem Herzen hast, dann ist ein EKG sicher nicht verkehrt. Solche Serotonin-Wiederaufnahmehemmer können das QT-Intervall verlängern. Bei 5 oder 10 mg am Tag ist das meines (beschränkten) Wissens zwar nicht so wahrscheinlich, aber wenn gleichzeitig noch andere Medikamente mit ähnlichem Effekt eingenommen werden, dann ist Vorsicht besser als Nachsicht.

Insgesamt musst du dir aber keine großen Sorgen machen. Es wird deine Persönlichkeit nicht umkrempeln - jedenfalls habe ich das weder bei mir, noch bei Bekannten festgestellt. Es wird dir auch keine gute Laune herbeizaubern, aber vielleicht wirst du merken, dass bspw. deine Grübelei spürbar entschärft wird. Wenn du das Escitalopram weiterhin gut verträgst, dann kann es dir eine gute Unterstützung sein, während du die Ursache deiner depressiven oder Anpassungsstörung bearbeitest.

24.06.2018 17:43 • x 1 #2


Maria_U

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Okay. Danke für die Antwort. Wie ist es bei dir ? Kannst du wie vorher leben & lachen?

24.06.2018 17:46 • #3


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CeHaEn

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Im Moment nehme ich keine Medikamente, aber meine Erfahrungen mit Escitalopram und danach Venlafaxin waren insgesamt ganz gut. Die Medikamente allein bringen dir nicht viel oder nur begrenzt etwas. Den größten Beitrag zu einer Verbesserung stellen Therapie und deine eigene Arbeit. Antidepressiva können es dir diese Arbeit jedoch stark erleichtern. Ich vergleiche das ganz gern mit einem gebrochenen Fuß. Der bekommt einen Gipsverband heilt den Bruch nicht, aber er hält den Fuß ruhig und der Knochen kann wieder zusammenwachsen. Mal ganz stark vereinfacht.
Ein Antidepressivum kann dich dabei unterstützen, die Dinge zu tun, die dir helfen. Das kann so banal aussehen, dass du überhaupt wieder aktiv wirst; oder dass du etwas unternimmst und für die paar Stunden mal nicht permanent grübelst, sondern die Aktivität genießen kannst.

24.06.2018 18:06 • x 1 #4

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