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Habe ich Burnout? Mit 22?

J
Hallo mein Name ist Jenny und ich bin 22 Jahre alt.

Ich habe vor 2 Jahren meine Ausbildung mit hervorragenden Leistungen abgeschlossen und bin dann auch in meinem Betrieb geblieben. Schon während der Ausbildung wollte ich unbedingt eine Stelle bei uns in der Marketingabteilung. Da aufgrund eines Unternehmensaufkaufes mein alter Betrieb nicht mehr viel zu melden hatte, musste ich ziemliche Einbußen einfahren.

8 Monate lang musste ich den „neuen Betrieb“ fahren (130km am Tag), bei jeder Veranstaltung anwesend sein (etwa 15-20 Stück im Jahr) und Überstunden habe ich auch ohne Ende gescheffelt. Bereits da hat es angefangen, dass ich heimgekommen bin und keine Kraft mehr hatte irgendwie den Haushalt zu machen oder sogar Zeit mit meinen Freunden/ Familie zu verbringen. Ich habe zur stressbewältigung tatsächlich sogar angefangen zu rauchen obwohl ivh immer sehr schlecht dem gegenüber eingestellt war.
Auch nach diesen 8 Monaten fahre ich bis jetzt mindestens 2 mal die Woche die lange Strecke und obwohl Homeoffice angeboten wird habe ich es in den letzten 2 Jahren vielleicht nur 10-15 mal geschafft wirklich Homeoffice zu machen und nicht irgendwelche Fahrten auf mich zu nehmen.
Da mir bereits während der Ausbildung lernen viel Freude bereitet hat und ich auch wirklich gut lernen konnte, habe ich seit etwa einem halben Jahr auch noch ein Fernstudium angefangen. Deshalb auch meine Arbeitszeit von 39 Stunden auf 30 gekürzt, leider ist das nicht wirklich umsetzbar und ich arbeite hochgerechnet immer noch 40+ Stunden die woche.

Seitdem war ich auch sehr häufig krank und anfällig für alle möglichen Symptome.

Meine Situation jetzt: vor etwa 4 Wochen hatte ich eine faciales Parese (meine lippe und meine wange hingen auf einer seite runter) ich war zwei mal im Krankenhaus, Verdacht auf MS, Schlaganfall… aber nichts bei rumgekommen. Danach schreckliche Magen-Darm Erkrankung, kann nichts mehr essen habe bereits 5 Kilo abgenommen. Ich weine sehr sehr sehr oft und fühle mich hilflos allein gelassen, krank… mein Freund sagt auch er hat mich in den letzten 5 Jahren noch nie so oft weinen gesehen und so fertig.
Aufjedenfall hören die Symptome nicht auf, ich zitter stark am ganzen Körper, habe ein Ziehen am Herzen, manchmal habe ich für kurze Momente das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Ich habe auch Muskelzuckungen am Körper, Nacken- und Rückenschmerzen begleiten mich auch seit etwa 2 Jahren täglich. Ich habe plötzlich Akne obwohl ich nie groß zu Unreinheiten geneigt habe.

Aufgrund der Faciales Parese wurde auch mein B12 Spiegel gemessen und festgestellt das ich fast überhaupt kein B12 in mir habe.

Aktuell befinde ich mich in ganz vielen Ärztlichen Untersuchungen aber es ist bis auf den b12 mangel noch nichts rausgekommen… aber natürlich belasten mich die Untersuchungen auch noch zusätzlich. Weil ich auch etwas zu Hypochondrie neige, denke ich ganze Zeit ich wäre sterbenskrank.

Nun ja, jetzt habe ich mich mit vielen Leuten unterhalten und schon einige meinten dass ich eventuell Burnout haben könnte. Aber mit 22?
Passen den die Symptome überhaupt darauf?

Ja ich fühle mich sehr leer innerlich und mir geht es wirklich nicht gut. Ich weiß auch langsam echt nicht mehr weiter.

27.06.2023 15:58 • x 3 #1


Nuance
Also ein Vitamin B12 Mangel ist schon eine ernste Angelegenheit.
Bist Du Veganerin?

Nebenbei: In einer Doku im TV ließ sich eine Veganerin auf diesen Mangel untersuchen. Sie benutzte anscheinend eine Zahnpasta mit diesem Zusatz. Und sie hatte keinen Mangel.

Ich würde recherchieren, wie man diesen beheben kann - und wie lange das dauert. Und wie man dem nächsten vorbeugen kann.

Man kann in jedem Alter überlastet sein.
Mit dem Fernstudium hast Du Dir noch mehr aufgeladen.

Du könntest Dich krank schreiben lassen für einige Wochen - damit Du zum Nachdenken kommst, Dich neu sortieren kannst.
Jeder ist ersetzbar. Gesundheit ist unbezahlbar. Du bist für Deinen Arbeitgeber als Arbeitskraft nützlich. Deine Gesundheit sollte auch ihn interessieren. Wenn daraus eine chronische Krankheit wird, ist dem Arbeitgeber auch nicht geholfen.

27.06.2023 16:36 • x 3 #2


A


Hallo Jenn_,

Habe ich Burnout? Mit 22?

x 3#3


J
@Nuance Hallo, vielen Dank für deine Antwort! Nein ich bin keine Veganerin oder sonstiges. Ich esse zwar nicht viel Fleisch aber schon so 1 mal die Woche.
Meine Hausärztin sah es aber auch nicht für nötig dem Mangel auf den Grund zu gehen. Deswegen bin ich aktuell dabei einen neuen Hausarzt zu finden.

27.06.2023 16:41 • x 1 #3


Ziva
Hallü @Jenn_
Herzlich Willkommen bei uns.

Einem Burnout ist das Alter egal. Ich stimme Nuance zu, dass du mehr auf dich achten solltest. Nimm dir eine Auszeit - ganz egal wie die aussehen kann - und überlege dir, was dir wichtig ist. Sicher wird es einen Weg für dich geben, mit dem es dir besser geht.

Viele Grüße,
Ziva*

27.06.2023 16:56 • x 3 #4


CCC
Borreliose hat die sonderbarsten Symptome. War gleich mein erster Gedanke bei dem, was Du schriebst. Lass Dich schleunigst darauf testen. Sollte der erste Test negativ ausfallen, lass Dich woanders mit einer anderen Methode testen. Die Viecher verstecken sich so schön.

27.06.2023 17:10 • x 3 #5


TomdeLone
@Jenn_ Ich schließe mich den Vorschreiberinnen an.
Versuche Zeit zu gewinnen, indem du dich schleunigst krank schreiben lässt, möglichst lange...!
Dann kannst du dir immer noch einen anderen Hausarzt/-Ärztin besorgen...
Bestehe auf ausführliche Untersuchungen und verheimliche nichts.
Mach dir Notizen, was du fragst vorher, oder erwähnt werden muss.

Schone dich, wo es nur geht...

LG Tom

P.S.: Willkommen im Forum!

27.06.2023 17:32 • x 1 #6


A
Hallo Jenny, ist jetzt nun schon einige Wochen her, dass du geschrieben hast.

Darf ich erstmal fragen, wie es dir seitdem geht? Hast du Veränderungen vorgenommen? Burnout kennt kein Alter, wenn du die Grenzen deines Körpers erreicht hast, meldet er sich auf irgendeine Art und Weise.
Auch ich, habe mit 32 und gar nicht so viel Stress, wie ich dachte, einen kompletten Shutdown durchmachen müssen.

Wichtig ist erstmal, dass du erkennst, dass du jetzt nicht deine Arbeit, dein Umfeld und sonst etwas, sondern als allererstes dich und deine Gesundheit priorisieren solltest.

Auch wenn der Umgang mit soetwas in Deutschland nicht der einfachste ist, und man auch das ein oder Andere Mal sogar manchmal besser den Arzt wechselt, wirst du nicht alleine gelassen. Man ist durch die Krankenkasse bis zu 18 Monaten durch die Lohnfortzahlung abgesichert und auch wenn du erkennst, dass du nicht mehr zurück kannst und deinen Job aufgeben musst, wirst du weiterhin durch die Krankenkassen unterstützt. Also Solltest du dir wirklich hier Zeit und Geduld nehmen. Wenn du an allen Seiten merkst, dass der Körper nach Ruhe schreit, ist das ein Anzeichen, dass man darauf hören sollte.

Auch ich habe die Anzeichen, aufgrund meiner Sturheit sehr lange komplett ignoriert, bis es nicht mehr ging.
Du bist damit alles Andere als Alleine.
Wenn du magst, kannst du gerne auf meinem Youtube-Kanal mal vorbeischauen. Dort spreche ich über meinen Verlauf/Erfahrungen, Ängste usw. und tausche mich mit Anderen aus.
https:youtube.com/@gemeinsamdurchsburnout

Unabhängig davon wünsche ich dir Alles Gute auf deinem Weg und dass du nachhaltig wieder auf die Beine kommst.

Beste Grüße

Andre

25.07.2023 11:42 • x 1 #7


J
@An_dre Hallo,

ich bin nun seit einigen Wochen krankgeschrieben und ruhe mich zuhause aus. Ich mache Dinge, die mir Spaß machen und lange in Vergessenheit geraten sind wie Schwimmen, Klavier spielen…

Ich gehe außerdem auch regelmäßig zu einer Therapeutin und beschäftige mich mit ihr mit meinen Ängsten und dem Burnout. Ich habe auch den Entschluss gefasst, dass sobald ich wieder zurück im Berufsleben bin, bei meinem jetzigen Arbeitgeber kündigen werde und mir etwas neues suchen werde.

Falls die ambulante Therapie nicht anschlägt, empfiehlt meine Therapeutin einen stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik. Aber das möchte ich erstmal nicht, sondern versuche es so.

Aber ich muss sagen mir geht es von Woche zu Woche besser und die Panikattacken werden immer weniger… natürlich gibt es Tage an denen ich eigentlich nicht aus dem Bett komme aber ich denke das ist okey und wichtig für die Heilung.

28.07.2023 12:08 • x 3 #8


Blütenstaub
Zitat von Jenn_:
@An_dre Hallo, ich bin nun seit einigen Wochen krankgeschrieben und ruhe mich zuhause aus. Ich mache Dinge, die mir Spaß machen und lange in ...

Hallo! Liebe Jenn_
Du inspirierst mich total! Danke für deine Worte. Du gibst mir ganz viel Kraft gerade. Ich hadere noch mit mir, weil ich noch nicht so richtig von meinem Job loslassen kann. Ich weiß aber eigentlich, dass ich muss. Du gibst mir wirklich viel damit. LG

06.08.2023 18:52 • x 1 #9


A


Hallo Jenn_,

x 4#10


J
@Blütenstaub Hallo, das freut mich total das zu hören!
Ich verstehe dich und kann das absolut nachvollziehen. Aber (das wirst du vermutlich sehr oft hören) deine Gesundheit und dein Wohlbefinden sollten immer an erster Stelle stehen. Einen neuen Job wirst du immer finden aber deine Gesundheit kann dir keiner ersetzen.

Und was auch ganz wichtig ist, bleib zuhause und ruh dich aus! Also lass dich länger krankschreiben und such dir gute Ärzte denen du vertrauen kannst. Leider gibt es auch unter den Ärzten viele die dein Leid nicht verstehen oder akzeptieren wollen.

Und eine Sache die mir meine Therapeutin auch erst verinnerlichen musste, nur weil du krankgeschrieben bist, musst du nicht zuhause im Bett bleiben. Triff dich mit Freunden/Familie, geh spazieren, schwimmen, ins Kino, … (soweit es deine Gesundheit zulässt). Umgib dich mit allem was deiner Gesundheit gut tut.

Ich wünsche dir viel Kraft und bin mir sicher du schaffst alles was du erreichen möchtest

07.08.2023 08:56 • x 2 #10

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