Habe das Gefühl ich stehe neben mir

caravelle

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Hallo zusammen, vielleicht könnt Ihr mir helfen. Erstmal zu meiner Person. Ich bin 31 Jahre, habe vier Kinder (12,9,5,3) und arbeite halbtags im Verkauf.

In den letzten Jahren ist so einiges schief gelaufen. Finazielle Sorgen aber auch privat. In meiner Familie sind meine Tante, der kleine von meinem Cousin und vor kurzem meine Schwiegermutter an krebs erkrankt. Da wir alle ein gutes verhältnis haben und sehr eng bei einander wohnen bekomme ich alles sehr genau mit. Die Ängste, den schmerz und man kann nichts tun. Meine Schwiegermutter hatte ich eine zeit lang bei mir wohnen aber das ging nicht gut, denn die Krankheit und Ihre extremen launen haben meine Familie sehr belastet. Die großen sind zu meinen eltern gegangen weil sie es nicht ausgehalten haben. Die kleinen waren dann ständig krank. Ich sollte mich die ganze Zeit um sie kümmern. Das konnte ich nicht denn ich habe vier kinder und gehe auch noch arbeiten da hatte ich nicht die Kraft ihr alles noch hinterher zu tragen. Um Weihnachten rum war ich dann nach extremen Panikattacken und Herzstechen im Krankenhaus. Sie haben alle möglichen Untersuchungen gemacht aber nichts gefunden. Vier Wochen später nachdem ich des öffteren abgeklappt war und ständig irgendwelche Schmerzen hatte haben sie dann ein schweres Magengeschwür festgestellt. Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon 10 Kilo in vier wochen abgenommen. Jetzt stand also meine eigene Gesundheit und meine Kinder im vordergrund. Meine schwiegermutter konnte es nicht verstehen. ich sollte mich nicht so haben denn ich habe ja kein krebs. Es kam zu einem große krach und sie ist ausgezogen.Jetzt plagt mich aber das schlechte gewissen denn sie liegt mittlerweile im künstlichen koma..hat eine lungenentzündung und es haben sich auch bakterien im gehirn angesammelt. die chance das sie es schafft sieht auch nicht gut aus.

ich will nicht sagen das ich schuld daran bin aber ein schlechtes gewissen habe ich schon. ich hätte nicht so sehr an mich und die kinder denken sollen. Nun heißt es hoffen und beten. Seit dem geht es mir schlechter.

Im Moment komme ich frühs kaum aus dem Bett. Selbst meine Kinder geben mir keine Kraft mehr. Das schlimme ist nur das mich alles nervt selbst die kleinen und die verstehen es nicht. Ich gehe sie Grundlos an, was mir auch hinterher sehr leid tut denn sie können nichts für meine Situation. Es ist nur mittlerweile so schlimm das wenn sie mit Problemen kommen das es mir egal ist. Sie kriegen eine schlechte Note..egal geh zu Papa der kann helfen, mich interessiert es nicht. Heute war es so schlimm das der jüngste sich beim spielen gestoßen hat, nichts schlimmes aber er hat halt geweint. Gott war ich genervt das er jetzt getröstet werden wollte...er soll sich nicht so haben ist ja nicht so schlimm. Es war mir völlig egal.
Genau aber vor den Gefühlen und Gedanken habe ich extrem Angst. denn ich liebe meine Mäuse und möchte das es ihnen gut geht aber ich habe nicht die kraft. Ich sehe mich als schlechte Mutter denn wenn ich es nicht wäre würden sie es besser haben.
Ich weiß manchmal einfach nicht weiter. Mein Mann ist auch immer für mich da aber es nervt alles nur.

Am liebsten würde ich meine Sachen packen und gehen. Denn manchmal denke ich das sie alle ohne mich besser dran wären, zumindest hätten sie ein Problem weniger.

es ist alles etwas durcheinander aber ich hoffe ihr versteht mich ein wenig.Denn ich weiß echt nicht mehr weiter. es läuft alles wie ein film ab..als würde ich neben mir stehen. mir ist alles egal. das schlimme ist nur das ich mich so allein fühle obwohl ich es nicht bin. Meine Ärztin meint ich solle versuchen zu entspannen und denn Stress zu reduzieren aber ich finde keinen Anfang.

ich werde jetzt versuchen zu schlafen denn die Kinder müssen früh raus und irgendwie werde ich mich wieder aus dem bett schleppen und alles tun was getan werden muß.

lg Mandy

15.03.2012 00:14 • #1


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Ragnar

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Hi Mandy,

ich weiß aus eigner Erfahrung das die Pflege eines Familienmitglied nicht einfach ist . Ich kümmere mich um beide Eltern ,sie sind zwar nicht vollpflegebedürftig aber manchmal wie kleine Kinder .
Und Du mußtest Dich noch um Deine Kinder kümmern . Aber Du bist bestimmt nicht für ihren jetzigen Zustand verandwortlich.

Vorallem solltest Du Dich jetzt um Dein Magengeschwür kümmern und dann einen Tremin bei einem Psychologen vereinbaren .

LG Ragnar

15.03.2012 00:33 • #2



Hallo caravelle,

Habe das Gefühl ich stehe neben mir

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Kämpfer

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Hallo Caravelle,
das Du Dich so schlecht fühlst, ist doch wohl mehr als verständlich, Du hast ein enormes Pensum zu schaffen.
Bitte mache Dich davon frei, das Du für die Krankheit Deiner Schwiegermutter verantwortlich bist --- Du hast den Krebs nicht verursacht und Du hast auch den weiteren Krankheitsverlauf nicht beeinflußt!
Du hast 4 Kinder die Dich brauchen und für die Du Kraft benötigst!
Was hälst Du von einer Mutter und Kindkur?
Da könntest Du alle 4 Kinder mitnehmen, sie gehen dort zur Schule oder in den Kindergarten, Du bekommst reichlich Anwendungen und hast Zeit zu entspannen. Deine Kinder werden den ganzen Tag versorgt, nur morgens beim Frühstück und abends beim Abendbrot hast Du sie dann. Nein, Du mußt Dir kein schlechtes Gewissen machen, nur wenn Du Kraft hast und es Dir selber gut geht, hast Du die Möglichkeit, für andere zu sorgen.
So, wie es jetzt aussieht, wirst Du nicht mehr lange durchhalten.
Versuche doch mal, etwas gutes mit den Kindern zu unternehmen, das muß gar kein Geld kosten ---- ein Radausflug mit anschliessenden Picknick, ein Spielplatzbesuch mit Picknick oder ähnliches. Du mußt einfach mal raus aus allen und Du benötigst Hilfe von aussen!
Gibt es in Deiner Stadt Familienhelfer, die einspringen, wenn die Mutter nicht mehr kann? Diese Kosten übernimmt die Krankenkasse, es gibt aber auch, zumindestens in meiner Stadt, das Projekt Welcome für überlastete Mütter!
Bitte erkundige Dich nach den Möfglichkeiten und lasse Dir helfen. Ich wünsche Dir, eine riesen große Portin Kraft und Gelassenheit!
Du schaffst es, wenn Du die richtige Hilfe bekommst und bereit bist, sie anzunehmen!
Es grüßt Dich Kämpfer

15.03.2012 10:54 • #3


caravelle

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Ich danke euch für die lieben Antworten.

Ich habe schon einen Termin beim Psychologen aber leider erst in drei Monaten.

Ich habe auch schon darüber nachgedacht mir eine Betreuerin an die Seite zu holen aber dann kommt immer wieder die Angst dazu das sie mir vielleicht die Kinder wegnehmen wenn sie sehen das ich Probleme habe. Das es sicher nicht so sein wird ist mir in klaren Momenten auch bewusst aber im Moment ist die Angst dahingehend größer.

Wir sind sehr viel draußen gerade weil die Kinder auch nicht gerne drin sitzen. Nur habe ich oft das Gefühl den Mäusen nicht gerecht zu werden. Wenn sie Fehler machen gebe ich mir die Schuld daran..denke das ich etwas falsch gemacht habe. Dann ziehe ich mich nochmehr zurück da ich Angst habe nochmehr Fehler zu machen.

Ich rappel mich jeden Tag auf weil sie mich ja brauchen....Irgendwie wird es schon gehen. Habe ja meinen Partner noch der mich zwar mit Sorge fast zu ersticken droht aber er meint es ja auch nur gut.

Es ist nicht leicht Hilfe anzunehmen...da ich bis jetzt immer alles allein geschafft habe. Auch der Gedanke dann versagt zu haben nagt sehr an mir.

Ich werde mich mal erkundigen in wieweit es möglich ist eine Mutter-Kind Kur zu bekommen denn ohne die kleinen kann ich auch nicht sein auch wenn ich manchmal flüchten möchte.

in diesem sinne

15.03.2012 13:05 • #4


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achtsamkeit

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Hallo Mandy,

du bist mit deinen Kräften sichtlich am Ende und das ist bei all dem was du geleistet hast und leisten musst kein Versagen.
Jetzt solltest du aber auf die Signale deines Körpers hören, denn wenn du völlig zusammenbrichst, ist dies sicherlich noch schlimmer für dich.
Wie hier schon angeraten würde ich dir auch raten dich bezüglich einer Mutter Kind Kur zu informieren.
Da dein Psychologentermin erst in drei Monaten ist, solltest du nun mit deinem Hausarzt alles besprechen. Er kann dann auch entsprechende Kurempfehlung aussprechen.
Warte nicht mehr länger! Und du bist nicht an dem Schuld was andere trifft!
Ich drücke dir die Daumen, dass du schnell entlastet wirst um auch für dich selber Sorge tragen zu können!

LG Pelle

15.03.2012 13:35 • #5


Kämpfer

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Hallo caravelle,
Du mußt keine Angst haben, das Dir die Kinder weg genommen werden, Du mißhandelst sie doch nicht.
Bitte gehe ganz schnell zu Deinem Hausarzt und stelle einen sofortigen Antrag auf eine Mutter und Kindkur, bitte handele, denn Du wirst es alleine nicht schaffen können. Es ist keinem geholfen, wenn Du zusammen brichst und für etliche Wochen ausfällst!
Es grüßt Dich Kämpfer

15.03.2012 14:21 • #6


Caspara

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Hallo Caravelle,

ich hab noch eine Idee, um die Zeit bis zu deiner Psychotherapie zu überbrücken. Vielleicht wohnst du ja in der Nähe einer größeren Stadt, wo es ein Ausbildungsinstitut für Psychologen gibt. Sowas nennt sich oft Institutsambulanz. Dort arbeiten Psychologen in Ausbildung mit ganz normalen Klienten- wie du eine sein könntest. Falls du nicht weißt, wie du sowas herausbekommen kannst, könntest du in einem psychiatrischen oder psychosomatischen Krankenhaus in der Nähe anrufen und die Leute dort mal fragen. Lass dich mit dem Chefsekretariat oder der psychologischen Leitung verbinden.

Ansonsten wünsche ich dir, dass du schnell aus deinem Hamsterrad herauskommst. Die Kur solltest du am besten über eine Caritas-Beratungsstelle beantragen. Su mal beim Müttergenesungswerk auf der Seite, da findest du (glaube ich) auch Beratungsstellen.

Alles Gute!

15.03.2012 18:41 • #7


caravelle

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danke für die Tips werde mich mal erkundigen und schnell evrsuchen in solch einer Kur unter zu kommen.

Ich war heute bei meiner Hausärztin und das hätte ich mir auch sparen können. Hatte sie gefragt ob es denn irgendeine Möglichkeit gibt die Zeit zu überbrücken bis ich zum Psyhater kann. Sie meinte nur ich sollte den Stress reduzieren und halt warten. Was meine Beschwerden angeht tja da habe ich ja Medikamente bekommen. Sie fragte mich was ich denn nun wolle sie kann auch nichts machen. Ich soll mal zu Krankenkasse fahren und die helfen mir dann sicher weiter.

Na danke das war genau das was ich hören wollte. Sicher kommt die Hilfe nicht von allein und ich weiß das ich etwas tun muß aber etwas mehr Verständnis hätte ich mir schon gewünscht.

Ich musste sofort heulen als ich da raus war. Sie gab mir das Gefühl als würde ich mir alles nur einreden.

Ich werde aber am Montag mal zur Krankenkasse fahren und vielleicht helfen die mir dann weiter. Ansonsten war der Tag recht schön waren mit den Kids draußen und ich konnte mich gut ablenken...nur jetzt wo die kleinen im Bett sind und die großen in ihren Zimmern um zu Ruhe zu kommen habe ich das Gefühl das alles wieder über mich hereinbricht.
Ich bin völlig ko aber doch renne ich wie eine blöde durch die Wohnung. Könnte mich in die Ecke setzen und einfach nur heulen. Es ist so ruhig das macht mir Angst.

Bitte entschuldigt das ich euch hier so mit meinen Problemen nerve. Mein Mann ist noch nicht da und den Kindern will ich meine Angst nicht zeigen.

16.03.2012 20:46 • #8


Kämpfer

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Hallo caravelle,
Du hast einen großen Schritt nach vorne gemacht und schon mal versucht etwas in Bewegung zu setzen und Du warst mit Deinen Kindern draußen ------- Du bist klasse!
Du darfst gerne stolz auf Dich sein, denn Du steckst nicht den Kopf in den Sand!
Ich bin fest davon überzeugt, das Du die anderen Schritte auch schaffen wirst, ich drücke Dir die Daumen!
Es grüßt Dich
Kämpfer

16.03.2012 22:25 • #9


Martina

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Hallo caravelle,

Zitat von caravelle:
Bitte entschuldigt das ich euch hier so mit meinen Problemen nerve

Du nervst überhaupt nicht, dafür sind wir doch da.

Dass deine Ärztin dir in der Übergangszeit nicht helfen kann ist schade aber leider nicht zu ändern. Manche praktischen Ärzte sind mit psychischen Erkrankungen überfordert.

Kannst du nicht für den Übergang Unterstützung bei einer Selbsthilfegruppe suchen? Psychologen gibt es auch bei der Familienhilfe. Hier in NRW kenne ich das bei der AWO und der Caritas - die helfen auch mal kurzfristig weiter. Frage doch da mal nach.

17.03.2012 18:01 • #10


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Hannie

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Hallo caravelle,

ich gehe schon seit Jahren zu einer Psychologin bei der Diakonie. Da kann man auch mal schnell zwischendurch einen Termin bekommen. Wenn es ganz schlimm bei mir ist und ich niemanden zum reden finden kann und auch hier nicht schreiben kann, dann habe ich auch schon mal die Telefonfürsorge in Ansprung genommen. Die haben immer ein offenes Ohr.

Liebe Grüße Hannie

18.03.2012 20:32 • #11


Kämpfer

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Hallo Caravelle,
die Idee mit der telefonischen Seelsorge finde ich persönlich nicht schlecht, meine leider schon verstorbene Mutter, hat es einige male genutzt und sie war einfach nur froh, die Leute hatten ihr zugehört und auch Tipps gegeben.
Es grüßt Dich
Kämpfer

18.03.2012 23:07 • #12


Martina

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Wenn du nicht telefonieren kannst oder möchtest, kannst du die Telefonseelsorge auch online erreichen!

19.03.2012 13:21 • #13


caravelle

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Hallo,

die telefonische Seelsorge habe ich in Anspruch genommen. Es hat mir sehr weiter geholfen. Nun geht es einigermaßen und ich denke das ich die Zeit bis zu meinem Termin schon rum kriegen werde. Es tat ganz gut jemanden zu haben der sich meiner annimmt.

Ich danke euch für die vielen Tipps und Hilfe. Hoffe das ich auch mal soweit sein werde um selber helfen zu können.

LG

21.03.2012 19:50 • #14



Hallo caravelle,

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Kämpfer

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Hallo caravelle,
toll das Du dort angerufen hast, nun bist Du wieder einen Schritt weiter - ich freue mich für Dich!
Du schaffst den Rest auch noch, weil Du viel stärker bist, als Du glaubst!
Es grüßt Dich Kämpfer

22.03.2012 15:01 • #15

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