14340

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

Schlüsselkind
Guten Morgen @Sunny2024,

Zitat von Sunny2024:
Auf der Rückfahrt sind wir wie zwei Teenager an seinem (Ex)Haus vorbeigefahren, hatten alibimäßig im Supermarkt nebenan eingekauft und sind dann lachend mit hochgezogener Kapuze und einem Strunk Bananen im Arm vorbeigelaufen (es war niemand da, zum Glück). Natürlich war uns bewusst wie bescheuert sowas im Grunde ist, keine Sorge - in dem Moment hat es so gut getan und sich sehr gesund angefühlt


Herrlich! (Hab es mir ganz visuell vorgestellt! ) Kenne solche Aktionen auch mit meinen Freund*innen, gerade mein bester Freund, hat es früher immer geschafft, mich so immer wieder aufzumuntern. Das ist so wichtig und wie schön, dass Du Menschen in Deinem Umfeld hast, die das schaffen und für Dich tun!

Danke für Deine Erklärungen, das ergibt jetzt Sinn. Ich hatte vermutet, ihr habt bereits zusammen gewohnt.

Ja, das werden Dir hier bestimmt alle bestätigen können, die emotionale Achterbahn ist wirklich herausfordernd bis man sein inneres Gleichgewicht wiedergefunden hat.

Zitat von Sunny2024:
Ich habe ihn am Dienstag angerufen und um ein klärendes Gespräch gebeten, er hat dem zugestimmt und meldet sich mit einem Terminvorschlag.


Das klingt gut, auch dass er dem zugestimmt hat und sich meldet! Ich empfinde es nicht so, dass Du seine Erkrankung bei allem vergisst. Vielleicht ist es nur gerade etwas ungewohnt für Dich, auch mal an Deinen Bedürfnisse festzuhalten?

Zitat von Sunny2024:
zu ungeduldig, nicht einfach warten kann bis er seine Altlasten sortiert hat usw


Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein warten keine Option ist. Das eigene Leben trotz allem weiterzuleben, ohne Erwartungen und ohne gänzliche Hoffnungen kann sehr herausfordernd sein, je nachdem, wie gut man es schafft, dabei ganz bei sich zu bleiben und sich komplett von jemanden (wenn auch nur zeitlich) abzugrenzen.

Zitat von Sunny2024:
und man das Verhalten (resp. schweigen) evtl. anders interpretieren muss


Wenn Du eine Möglichkeit hast, mit Deinem Gegenüber zu sprechen, ist das - aus meiner Sicht - immer die bessere Wahl als still schweigend alles hinzunehmen und sich dabei über einen langen Zeitraum wohlmöglich Spekulationen hinzugeben. Er hat ja auch Deinem Vorschlag aus freien Stücken zugestimmt, das würde ich dann auch so für mich annehmen und die Gelegenheit nutzen.

Bin mir sicher, so einfühlsam wie Du hier bist, wirst Du das auch gut in eurem klärendem Gespräch bewältigen.
Dabei wünsche ich Dir alles Gute (!) und vor allem, dass für Dich keine Fragen mehr offen bleiben werden.

07.05.2024 09:21 • x 2 #7111


Jedi
Zitat von Sunny2024:
Manchmal habe ich das Gefühl, ich „vergesse“ dass er krank ist,

Davon bin ich bei Dir nicht überzeugt, da Du sehr einfühlsam bist.
----
Zitat von Sunny2024:
es keine normale Beziehung in dem Sinne ist u

Kann es auch nicht sein, auf Grund seiner Psyche.
Es könnte eine normale Beziehung werden, wenn er mit professioneller Hilfe, seine Psyche stabilisieren kann.
---
Zitat von Sunny2024:
man das Verhalten (resp. schweigen) evtl. anders interpretieren muss

Wie möchtest Du es anders interpretieren ? - interpretieren können ?
Du kannst nur wahrnehmen was ist, etwas daran zu interpretieren, evtl. hineininterpretieren, gar interpretieren,
dass ist schlicht nicht möglich u. würde Dich auf eine ganz falsche Spur führen.
Das würde dann wieder neue Gedanken hervorrufen u. danach wieder neue andere Gedanken,
dass geht dann so lang, bis man sich dabei im Kreis dreht.

Nimm wahr was ist u. interpretiere da nichts, damit kannst Du umgehen !

07.05.2024 16:49 • x 2 #7112


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


S
Du hast absolut recht, Jedi, sobald ich anfange, mir mögliche Szenarien auszumalen, wirkt sich das auf meine Gemütslage und Gefühlswelt aus und darin kann ich mich wunderbar verlieren, gerade wenn ich auch anderweitig Stress o.ä habe. Die Kunst ist, das (rechtzeitig) zu erkennen und zu stoppen (was mir bei weitem nicht oft gelingt! Bzw nur wenn ich selbst gut in meiner Mitte bin…) wirklich loszulassen ist eine Kunst! Ich sage mir dann oft - Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht

08.05.2024 19:07 • x 2 #7113


Jedi
Zitat von Sunny2024:
sobald ich anfange, mir mögliche Szenarien auszumalen, wirkt sich das auf meine Gemütslage und Gefühlswelt aus und darin kann ich mich wunderbar verlieren,

Damit bist Du nicht allein u. das geht vielen Menschen so.
Unsere unbewusste Gedankenwelt, wenn wir ihr den Raum dafür geben,
den es sich nimmt, sind wir verloren, weil wir nicht im Hier u. Jetzt sind, sondern
entweder in der Vergangenheit, oft in der Selbstanklage oder in der Zukunft u. das nur mit Vorstellungen,
wie etwas sein sollte. Aber es sind nur selbstkonstruierte Vorstellungen u. diese haben eine große Macht
über uns !
-------------
Zitat von Sunny2024:
wirklich loszulassen ist eine Kunst!

Loslassen ist das eine - das andere ist die Versöhnung mit uns selbst !
Denn loslassen kann nur gut funktionieren, wenn wir zugleich mit uns selbst versöhnen können.
Die Selbstvergebung ist oftmals weit schwierigen gegenüber dem Loslassen.
Die Selbstvergebung ändert nie unsere Vergangenheit, aber sie stärkt uns für unsere Zukunft !

LG Jedi

08.05.2024 19:36 • x 3 #7114


Jedi
@Sunny2024

Hier mal etwas von mir, was Dir helfen kann beim loslassen:
Wer anderen nicht verzeihen kann, zerstört die Brücke, über die er/ sie selbst gehen muss !

Worum es dabei geht ist, einem anderen zu vergeben, selbst wenn dieser es viellieicht
gar nicht verdient hat.
Doch Wir haben es verdient, weil wir unseren inneren Frieden verdient haben.

09.05.2024 15:26 • x 2 #7115


S
Heute packt mich Wehmut. Zum einen haben wir vor ziemlich genau einem Jahr eine wundervolle Zeit als kleine Familie im entfernten Ausland verbracht, das hängt den Kindern und mir noch sehr nach, sie hätten das gerne dieses Jahr wiederholt (ich auch …); zum anderen hatten wir gestern Freunde eingeladen, zum Teil waren es gemeinsame Freunde, die unser doch inzwischen langes Drama begleiten. Es war ein toller Abend, ich bin nicht wirklich ein geselliger Typ und muss mich zu sowas immer ein wenig selbst schubsen, aber wenn dann alle da sind finde ich es toll und bin auch sehr dankbar für dieses Netz. Ich hätte den Abend gern mit ihm geteilt, oder den Morgen danach, oder oder … er fehlt mir und ich bin wütend auf diese ganze blöde Situation, wütend auf ihn dass er nicht bei uns ist, wütend auf mich weil ich ihn vermisse und weil ich wütend bin Am liebsten möchte ich schreien aaaah wie lange dauert es denn noch!
Ein kleines bisschen habe ich gehofft, oder mehr geträumt, dass ihn jemand mitbringt. Was natürlich absolut unrealistisch war, er hat es bisher noch nicht geschafft sich wieder zu sammeln und einen neuen Anlauf für unser Gespräch zu nehmen - aber da war sie dann plötzlich wieder, die kleine Schwester der Erwartung …….

12.05.2024 11:36 • x 3 #7116


Jedi
Zitat von Sunny2024:
aber da war sie dann plötzlich wieder, die kleine Schwester der Erwartung …….

Die kleine Schwester ist ein sicherer Garant, für so mache Erwartung !

13.05.2024 01:29 • x 2 #7117


Schlüsselkind
Zitat von Sunny2024:
Am liebsten möchte ich schreien aaaah wie lange dauert es denn noch!


Wenn Dir schreien hilft, dann tu es! Ich finde ja körperliche Bewegung auch echt gut, um sich abzureagieren und natürlich in die Endorphine zu kommen (z. B. tanzen, laufen o. ä.).

Vielleicht hast Du auch ein ganz eigenes Ventil für Deine Trauer, Wut und Angst, dass Dir schon einmal helfen konnte?

13.05.2024 14:38 • x 2 #7118


Jedi
@Sunny2024

Zitat von Sunny2024:
aber da war sie dann plötzlich wieder, die kleine Schwester der Erwartung …….

Erwartungen werden in der Regel enttäuscht, was nicht an deiner anderen Person liegt,
sondern, weil wir uns Vorstellungen kreieren, die so nah an einer möglichen Wirklichkeit gehen,
wir aber dabei völig außer acht lassen, dass es sich immer um eine völlig neue Situation handelt.
Wer sich Vorstellungen kreiert, ist nicht in der Gegenwart u. das ist sehr Schmerzhaft,
wenn die Enttäuschung da ist.

Versuche es einmal mit der Hoffnung !
Hoffnung lässt einige Optionen offen - Erwartungen hingegen, sind meist Alternativlos u. das macht
es dann auch aus, wütend, enttäuscht, traurig zu sein.
---
Zitat von Sunny2024:
Zum einen haben wir vor ziemlich genau einem Jahr eine wundervolle Zeit als kleine Familie im entfernten Ausland verbracht, das hängt den Kindern und mir noch sehr nach, sie hätten das gerne dieses Jahr wiederholt (ich auch …);

Kann Dich da gut verstehen, doch das was Du vor einem Jahr erfahren konntest,
dass passt nicht mehr zu Deiner Gegenwart.
Deshalb ist es immer schwierig, schöne Momente zu wiederholen (bewahre sie Dir in Deine Gedanken),
denn es lässt sich etwas schon Erlebtes, nicht so einfach wiederholen.
Möglich das es jetzt gar nicht mehr so schön hätte werden können, wie ihr es vor einem Jahr erleben durftet.
Ganz Unabhängig von einer Erkrankung oder eben auch keine Erkrankung.
----
Zitat von Sunny2024:
Ich hätte den Abend gern mit ihm geteilt, oder den Morgen danach, oder oder …

Auch hier kann ich Dich verstehen u. auch hier gilt, so meine Meinung u. Erfahrung,
dass es vielleicht ganz anders geworden wäre, wie es Deine Vorstellung so kreiert hat.

13.05.2024 15:42 • x 2 #7119


ElfenWeide
Hallo, ich melde mich mal wieder! Und möchte etwas loswerden. Feel free, es durchzulesen, wer mag.

Mein Freund hat mir nach unserer letzten Auseinandersetzung mitgeteilt, dass er aktuell wieder nichts empfindet, also keinerlei Liebesgefühl. Es läge nicht an mir, er hätte generell kein Liebesgefühl und sei lustlos (Er hatte lange auf einen neuen Pc gespart und gefreut und hat jetzt keine Motivation/Lust zu spielen/macht den Pc nach 5min wieder aus zB.)
In unserem Telefonat kam heraus, dass ihn aktuell vieles belastet, außerhalb der Beziehung. Unsere Auseinandersetzung war wohl der letzte Tropfen, dass er gemerkt hat Ihm geht’s gerade nicht gut.
Wir hatten 2 Telefonate, eins direkt nach der Auseinandersetzung, dort hieß es ,,Ich will eigentlich nicht Schluss machen und empfinde auch etwas/viel für dich - aber mir gehts nicht gut, Einen Tag bin ich extrem verliebt am nächsten will ich ein halbes Jahr keinen sehen, wir sind zusammen aber ich fühle mich einsam, ich weiß nicht ob ich nur noch mit dir zusammen bin weil ich Angst habe sonst alleine zu sein, weil ich keinerlei (enge/Reallife) Freunde habe‘‘

Und die Sätze ,, in der Therapie kommt immer mehr raus, dass ich so sehr um die Beziehung kämpfe weil es für mich schön ist ab und zu einen Menschen privat zu sehen‘‘ in Bezug auf die Auseinandersetzungen (keine Gravierenden, bloß Missverständnisse) ,,jeder andere wäre getrennt, aber ich kämpfe so um die Bz weil sie mir wichtig ist, aber auf Dauer raubt es Energie wenn es dir schlecht geht und nichts was ich versuche hilft‘‘

Mein Gedanke dazu: Dieser Zweifel besteht, weil er die letzten Wochen viel für mich da war, aber egal was er tat, wenig half, was an seiner Energie zerrte und ihn traurig machte. Er sagte auch, das tat ihm weh.

Darum habe ich mich jetzt
selbst gekümmert, denn das ist MEINE Verantwortung, dass es MIR gut geht.

Gespräch 2 war einige Tage später, nachdem er sich viele Gedanken machte ,,Aktuell empfinde ich gar nichts, so ehrlich will ich sein‘‘ und erzählte, wie anstrengend die Arbeit ist, dass er beim Essen oder wenn er YouTube schaut fast einschläft etc. Weshalb es ihm genau schlecht geht, kann er nicht sagen. Sowas weiß man ja oft nicht, sonst wäre die Therapie deutlich leichter. Aber, ich/die Beziehung wäre es wohl nicht?
Ich denke, da kommt ganz vieles zusammen, weshalb die Gefühle gerade überdeckt werden.

Wir sind noch zusammen, glaub ich. Zumindest teilte er dies einer Bekannten von sich vor einigen Tagen mit. Und wollen uns weiter treffen, sind fürs WE verabredet. Wir denken beide, jetzt keinen Kontakt zu haben, würde dazu führen, dass es entweder zur Trennung führt, weil wir uns so nicht annähern können, oder er nach 3 Wochen merkt, ,,Ich will sie doch‘‘ und das will er mir nicht antun.

Allerdings weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll.
Sein Therapeut meinte, wir sollten es locker angehen und gucken wie sich’s entwickelt. Heißt, einfach machen. will er Zärtlichkeiten austauschen, machen und andersrum. Und jeweils akzeptieren, wenn wer was nicht will und sagen wie man sich mit was fühlt. zB soll ich sagen, wenn er mich gerade nicht küssen will, dass es mich verletzt etc.

Das Gespräch hat mich verwirrt, weil er so rational gedacht und Lösungen vorgeschlagen hat. Wir haben alle Ausgänge besprochen. zB haben wir Karten für eine Show nächstes Jahr. Das setzt ihn unter Druck weil er denkt ,,Ich will da gerne mit ihr hin, aber weiß nicht ob ich es schaffe, aber weil wir die Karten haben, muss ich es ja schaffen‘‘ Ich habe ihm die Karte geschenkt, haben aber durchgesprochen was im Fall der Fälle wäre, um Druck rauszunehmen.
Er sagt auch, dass er innerhalb der Bz. oder in Bezug auf mich/uns vieles vergisst. Beispiel dazu war, dass wir eine ähnliche Situation vor 2 Jahren hatten und er bis ich ihn korrigierte, dachte das wäre letztes Jahr gewesen. Oder manchmal sag ich was worüber wir gesprochen haben und er erinnert sich nicht daran oder denkt er hätte was anderes gesagt.

Eine Lösung nun ist wie gesagt, dass ich daran arbeite, dass die Auseinandersetzungen nicht mehr vorkommen, denn die waren die letzten Wochen oft präsent und ich habe das tieferliegende Problem davon bei mir gefunden, welches jetzt gelöst ist. Damit er diese Energie für sich aufsparen kann. Ich finde, dass wir uns abseits davon gut verstehen weil wir aneinander ähneln, deswegen denke ich dass das eine Ursache für den Gefühlsschwund ist. Ich bin mir relativ sicher, dass sie ,,zurückkommen‘‘ bzw. wieder greifbar werden, da wir sonst nicht an diesem Punkt hier wären mit dieser Vorangehensweise und dieser Offenheit, oder?

Er sieht, dass ich das Problem angegangen bin und es klappt, weshalb er bereit ist, mit mir das Ganze durchzustehen. Er meinte, wenn er wüsste, dass da keine Gefühle mehr wären, würde er es beenden. Er kann sich vorstellen, dass die Gefühle in den Hintergrund gerutscht sind, weiß es natürlich nicht. Und er meinte, er will, auch wenn wir uns in 10 Jahren trennen zumindest sagen können, dass er alles gegeben hat. Auf Nachfrage ob er denn will, dass sie wieder kommen ,,Ja‘‘

Er könnte auch eine Freundschaft mit mir führen, nachdem einige Zeit verstreicht natürlich, weil er mich nie ganz verlieren will weil ich ihm wichtig bin. Ich kann bzw möchte dies aber nicht. Weil: Einerseits habe ich ja das Ziel, dass er seine Gefühle wieder spüren kann… Ausserdem bin ich zwar auch aktuell durch den Wind seit dem Gespräch, ABER: Welcher Partner lässt den anderen einfach im Stich? Ich möchte ihn auf seinem Weg heraus begleiten. Er war die letzten Wochen genauso für mich da. Gefühle schwanken auch abseits dieser Krankheit mal, oder? (Ich weiß es nicht, da erste richtige Beziehung)

Und der letzte Punkt, den wir BEIDE offen ausgesprochen haben, bzw ich dachte es innerlich und ER sprach es aus und dann stimmte ich zu: WÜRDE ich jetzt sagen dass Freundschaft ok ist, wäre der Ausgang für ihn zu einfach, indem er dann sagt ,,Ja dann sind wir Freunde‘‘ und es gar nicht versucht, dass er die Gefühle wieder spüren kann.

Ich finde, das klingt zuversichtlich oder mache ich mir Hoffnung? Wie gehe ich nun mit der Situation und mit ihm um? Inwiefern kann ich ihn unterstützen und zeitgleich zum gewünschten Ziel kommen?

Eine Frage noch. Er kuschelt auch in Freundschaften gerne, das hat bei ihm nichts mit Liebesgefühl zu tun. (Da er keine Reallife Freunde mehr hat/es sich auseinander gelebt hat, ist dies seitdem wir zusammen sind aber nicht passiert) Heißt wenn wir uns sehen würden wir kuscheln, von ihm aus. Für mich ist Kuscheln aber sehr besonders. Ich bin mir unsicher, ob ich ,,trotzdem‘‘ kuscheln soll, in der Hoffnung, dass bei ihm langsam die Gefühle kommen, weil Kuscheln Nähe ist. Und ich es ja auch toll finde, aber andere Gefühle dabei habe. Oder soll ich es ablehnen? Oder nach Gefühl?
Das gleiche gilt für im gleichen Bett schlafen.
Natürlich will ich mich so verhalten, dass seine Gefühle wieder spürbar werden. Das teilte ich ihm auch mit. Laut ihm soll ich einfach ich selbst sein. Er würde auch auf einer Liege schlafen etc. wenn ich mich nicht wohl fühle. Ich weiß ja, aber ich denke man kann meinen Gedanken nachvollziehen?

Eine letzte Frage: Viele verwechseln ja Verliebtheit mit Liebe und denken, wenn die Verliebtheit schwindet, dass sie keine Gefühle mehr haben, obwohl da erst die Liebe beginnt. Kann man sagen, ob eine Depression wirklich beides überdecken kann? Oder denkt er vielleicht nur, dass die starken Gefühle weg sind? Weil bis vor kurzem sagte er noch Dinge wie ,,Ich verstehe nicht wie ich dich so sehr lieben kann‘‘ Und plötzlich ist’s weg? Wir haben uns seitdem noch nicht gesehen, aber beim letzten Mal wäre es bei ihm schon etwas mehr weg gewesen.

Es tat gut, diesen Roman irgendwo aufzuschreiben, egal ob er gelesen wird und jemand darauf eingeht oder nicht. Das löst ein wenig mein Gefühlschaos.

29.05.2024 18:18 • x 1 #7120


S
Zitat von Jedi:
dass es vielleicht ganz anders geworden wäre, wie es Deine Vorstellung so kreiert hat.

Das, lieber Jedi, finde ich ist ein sehr tröstlicher Gedanke. Danke dafür

29.05.2024 19:47 • x 2 #7121


S
Zitat von Schlüsselkind:
Wenn Dir schreien hilft, dann tu es! Ich finde ja körperliche Bewegung auch echt gut, um sich abzureagieren und natürlich in die Endorphine zu ...

Tatsächlich habe ich vor ziemlich genau einem Jahr angefangen mich mehr zu bewegen, und gehe regelmäßig laufen. Danach geht es mir immer gut, ich bekomme den Kopf zumindest zeitweise wieder frei und bin stolz auf mich. An manchen Tagen hat es etwas von Davon-laufen, an anderen fällt es mir schwer mich aufzuraffen (grundsätzlich bin ich eher der Typ, der eine gewisse „Grundenergie“ benötigt um sich sportlich zu betätigen, viele ziehen ihre Kraft ja aus dem Sport - das bin ich definitiv nicht ), dann wieder gibt es Wochen in denen ich alle zwei Tage laufen gehe, je nach Stimmung. Vor etwa 1,5 Jahren habe ich (spät!) mit einem klassischen Tanz angefangen, das gibt mir auch sehr viel denn es ist sehr anspruchsvoll, Musik und Kunst und körperliche Kraft in einem

29.05.2024 19:52 • x 2 #7122


S
Zitat von ElfenWeide:
Hallo, ich melde mich mal wieder! Und möchte etwas loswerden. Feel free, es durchzulesen, wer mag. Mein Freund hat mir nach unserer letzten ...

Liebe ElfenWeide, in einer verzwickten Situation steckst Du da… Ich habe keinen richtigen Rat, fühle aber mit Dir.
Der Kniff wird wohl sein, das eigene Leben und individuelle Bedürfnisse nicht zu sehr in den Hintergrund geraten zu lassen. Am Ende hat man lange Zeit gewartet und gehofft, dass die Liebesgefühle wiederkommen, und die Zeit ist an einem vorbeigeflogen.
Den Rat des Therapeuten finde ich gar nicht schlecht, es locker angehen lassen und dann wird man ja sehen, ob sich (wieder) mehr daraus entwickelt. Ich würde an Deiner Stelle ja wissen wollen, wie der Therapeut die ganze Situation einschätzt, um etwas mehr Klarheit (vermeintlich?) zu bekommen

29.05.2024 20:01 • x 2 #7123


ElfenWeide
Guten Morgen @Sunny2024

Es tut mir leid, dass du in einer ähnlichen Situation steckst. Ich habe gerade deine letzten Beiträge gelesen und find es sehr stark von dir, dass du dein Leben so gut es geht weiterlebst und gestaltest.

Natürlich versuche ich das auch, obwohl ich merke, wie durcheinander ich noch bin. Dass wir noch zusammen sind, gibt mir etwas mehr Sicherheit, dass er es nicht aufgeben will.

Sein Therapeut hätte wohl in letzter Zeit immer wieder gefragt, weshalb er noch in der Beziehung ist und weshalb wir wieder zusammen gekommen sind. Er dachte damals nicht, dass es dazu kommt. Er war davon überzeugt, dass ich diesen Weg nicht mitgehe oder auf ihn warten würde, weshalb er damals zu meinem Freund meinte, er solle nun gut auf mich aufpassen, weil ich geblieben bin.
Jetzt kam der Vorschlag, alles locker anzugehen. Und, er hätte wohl auch gesagt, dass es natürlich auch gut ausgehen kann mit uns beiden.
Trotz der verschiedenen Aussagen bin ich von letzterem überzeugt, da der Therapeut schon 1,2 Mal unrecht hatte in Bezug auf uns. Die Therapie läuft so ab: Mein Freund spricht ein beliebiges Thema an, er erhält eine Einschätzung dazu, aber nimmt diese nicht blind an, sondern macht sich nochmal eigene Gedanken.

Vor unserem offenen 2. Gespräch hieß es, in der Therapie käme immer mehr raus, dass die Beziehung sich aktuell nur hält, weil er Angst hat sonst allein zu sein, weil das seit Corona eine große Wunde bei ihm ist. Und dass er das lange nicht zugibt, weil er Angst hat, wenn er es eingesteht, dass bald Schluss sei und das will er eigentlich nicht. Wobei da ja ganz ganz starke Gefühle waren/sind. Er hatte schon vor Corona Interesse an mir.

Ich bin sehr durcheinander. Am Telefon gab ich mir viel Schuld, da meiner Meinung nach mein Verhalten und die fehlende Eigenverantwortung über mein Wohlbefinden über Wochen/Monate hinweg seine Energie raubten und ihn dies verletzte. Er denkt, dass selbst wenn ich perfekt gewesen wäre, es trotzdem dazu gekommen wäre, vielleicht einige Wochen später.
Aktuell hätte er auch keine Kraft, mit Bekannten/Freunden zu schreiben. Mir schreibt er trotzdem, da er Angst hat, dass ich sonst sauer wäre, weil wir ja zusammen sind. Nach dem Gespräch wurde es natürlich etwas weniger und anders.

Beim letzten Wiedersehen vor 2 Wochen zeigte er mir ein Kissen, was er extra für mich für dort gekauft hatte, weil er bemerkte, dass ich auf dem bisherigen bei ihm nicht so gut lag. Beim Treffen vor 3 Wochen sagte er, er könnte nicht verstehen, wie Sache XY so viel Spaß machen könnte mit einer Person, die man so sehr liebt.

Ich bin durcheinander. Und hab etwas Angst vor dem nächsten Wiedersehen ab morgen. Angst wie es sein wird. Wird es zwischendurch kleine Momente geben, wo er etwas fühlt? Oder gar nicht? Wie reagiert er auf mich? Und ich auf ihn?

Wir haben eine Lieblingssüßigkeit. Der Großteil bevorzugt die große Standartmarke dieser Süßigkeit. Wir finden eine andere Marke leckerer.
Nach der Erkenntnis hieß es beim letzten Mal noch ,,Ich weiß schon, warum ich dich so liebe‘‘
Jetzt gibt’s eine neue Sorte, die wir aber bisher in keinem Supermarkt fanden. Ich wollte ihm, und mir, eine Freude machen und hab sie bestellt. Aber bin mir unsicher, ob es zu viel ist, sie morgen mitzubringen. Ist die allgemeine Geste zu viel? Oder; wenn es schmeckt, wird er traurig, weil wir sie aktuell in keinem Supermarkt sehen und jetzt den Geschmack kennt? Was wenn er sich denkt ,,Sie wollte mir eine Freude machen, aber das macht gar nichts mit mir. Ich glaube ich liebe sie nicht mehr‘‘

Fragen über Fragen

30.05.2024 10:33 • x 1 #7124


Jedi
@ElfenWeide

Habe gerade Deinen Beitrag gelesen u. möchte Dir dazu einmal Resonaz geben.
Zitat von ElfenWeide:
Aber bin mir unsicher, ob es zu viel ist, sie morgen mitzubringen.

Zitat von ElfenWeide:
Oder; wenn es schmeckt, wird er traurig, weil wir sie aktuell in keinem Supermarkt sehen und jetzt den Geschmack kennt?

Zitat von ElfenWeide:
Was wenn er sich denkt ,,Sie wollte mir eine Freude machen, aber das macht gar nichts mit mir.
Ich glaube ich liebe sie nicht mehr‘‘

---------------
Zitat von ElfenWeide:
Fragen über Fragen

Einfach deutlich zuviel an Fragen !

- Was macht Dich unsicher ? - Tue ees einfach u. dann schau auf welche Resonaz es bei ihm stößt.

- Er ist ein erwachsener Mann, warum sollte er traurig werden, weil er den Geschmack kennt,
diese aber in keinem Supermarkt findet ?
Bitte behandle ihn wie einen Erwachsenen u. nicht wie ein Kind

- Was er denkt, dass überlasse ihm. Er darf denken was er möchte u. Du kannst nur wahrnehmen,
wie er darauf reagieren wird.
----------------------------------------------
Zitat von ElfenWeide:
Am Telefon gab ich mir viel Schuld, da meiner Meinung nach mein Verhalten und die fehlende Eigenverantwortung über mein Wohlbefinden über Wochen/Monate hinweg seine Energie raubten und ihn dies verletzte.

Wie soll dies so geschehen sein ? Dies erklärt sich mir nicht.
Dann hätte er es auch bei Dir ansprechen können.
Sich dabei selbst eine Schuld zuzuweisen, finde ich in einem solchen Kontext immer eher schwierig.
Schuld passt da nun gar nicht dazu nach !
Nur wer sich bei aller Empathie, sich selbst dabei nicht vergisst, der kann sein Verhalten sich erklären
u. auch für sich u. sein handeln die Verantwortung übernehmen.
Dies hat sehr wenig etwas mit Schuld zutun !
----
Zitat von ElfenWeide:
Er denkt, dass selbst wenn ich perfekt gewesen wäre, es trotzdem dazu gekommen wäre,
vielleicht einige Wochen später.

Wer möchte bitteschön beurteilen, was zu einem perfekten Verhalten gehört ?
Niemand ist perfekt u. es gibt aus meiner Sicht, gerade in einer Beziehung nicht dies perfekte Verhalten.
Perfekt gibt es in einer Beziehung nicht, da immer zwei Menschen zusammenkommen,
die aus ganz unterschiedlichen Prägungserfahrungen stammen. Auch durch weitere Erfahrungen
die man dann in seinem Leben sammelt, können da zwei sehr unterschiedliche Vorstellungen, Hoffnungen u.
Wünsche zusammenkommen.
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Zitat von ElfenWeide:
in der Therapie käme immer mehr raus, dass die Beziehung sich aktuell nur hält, weil er Angst hat sonst allein zu sein,

Das finde ich pers. ganz schwierig.
Verlustängstler bringen oft eine falsche erlernte Vorsttellung von Beziehung mit.
Das schlägt sich auch in deren Verhalten gegenüber der Partnerin nieder. Das mögliche Konfliktpotenzial
liegt dabei recht hoch. Gut, wenn er in der Therapie daran arbeitet, um von dieser Verlustangst wegzukommen.
Wenn er es schafft u. das ist auch ein längerer Prozess, kann dies für eine mögliche Beziehung sehr förderlich
sein. So kann jeder dann auch sich selbst bleiben !

LG Jedi

30.05.2024 14:43 • x 3 #7125


ElfenWeide
@Jedi
Vielen Dank für deine Gedanken dazu! Leider klappt das bei mir mit dem Zitieren nicht.

Zu der Süßigkeit: Du hast recht, ich werde sie einfach mitnehmen und schauen, ob sich eine passende Situation ergibt.

Zur Schuld: Er versuchte die letzten Wochen/Monate sehr viel, mir beizustehen, da meine Familiensituation sehr belastend ist. Allerdings schlug wenig davon an und jedes Mal, wenn ich von ihm heim kam, wurde ich von der Familie getriggert und ließ es leider an ihm aus, indem ich Diskussionen etc. via Text anzettelte. Für mich ist es sinnig, dass ihn all seine Bemühungen ermüdet haben, er hat jede Vorangehensweise probiert und natürlich verletzte es ihn. Bevor ich von ihm wegfuhr, schlug er immer neue Ideen und Lösungen vor und hatte natürlich Angst, dass sie nicht anschlugen. Ich denke, wenn all dies nicht gewesen wäre, hätte er seine Kraft zumindest nicht daran verloren und vielleicht die Gefühle weniger angezweifelt? Er sagte mir auch, dass es nicht meine Schuld ist, sondern vielleicht bloß der letzte Tropfen zu all seinen Belastungen.

Zur Therapie: Das ist eine Vermutung. Er würde mich auch als Kumpel Freundin mögen, so wie er es auch tat, als er Gefühle für mich hatte und ich aber nicht und wir trotzdem Freunde waren. Jedoch möchte ich keine Freundschaft. Daher sind wir hier und geben die Sache nicht auf.

Kann ich es denn positiv bewerten, dass er mir mitteilte, dass er sich trotz allem freut mich zu sehen, da er gern Zeit mit mir verbringt? Auch wenn da gerade nichts ist, was er aktuell spürt? Oder eher negativ, weil es vielleicht leichter ist, mich zu sehen wenn er gerade nichts spürt?

Bevor wir das offene zweite Gespräch hatten, sagte er mir, er würde was unsere Zukunft betrifft mit mir auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Da er dachte, wir wären uns in bestimmten Themen uneinig, sodass eine gemeinsame Zukunft schwierig wäre. Die Themen haben wir aber nun besprochen und wir sind uns nicht uneinig. Kann das noch irgendwie in das Ganze mit reinspielen?

30.05.2024 22:12 • x 1 #7126


Jedi
Zitat von ElfenWeide:
Er würde mich auch als Kumpel Freundin mögen,

So etwas halte ich für ausgeschlossen, wenn einer von beiden mehr empfindet !
Meist klappt das so nicht u. kann unschöne Dinge zu Tage führen.
Sind so meine Erfahrungen - es mag aber auch andere Erfahrungen geben.
-----------
Zitat von ElfenWeide:
Kann ich es denn positiv bewerten, dass er mir mitteilte, dass er sich trotz allem freut mich zu sehen, da er gern Zeit mit mir verbringt?

Sicher ist es ein gutes Gefühl, wenn man feststellt, dass jemand gerne mit einem zusammen ist.
Aber es braucht deshalb nicht vielmehr bedeuten.
---------
Zitat von ElfenWeide:
er würde was unsere Zukunft betrifft mit mir auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Da er dachte, wir wären uns in bestimmten Themen uneinig,

In einer Beziehung wird es immer auch Unterschiede geben. Oftmals können diese überwunden werden, dann kann es funktionieren.
Doch manchmal sind die Unterschiede so gravierend, dann macht eine Beziehung keinen Sinn - selbst wenn man sich mag.

31.05.2024 10:36 • x 2 #7127


ElfenWeide
@Jedi

Natürlich würde er nachdem eine gewisse Zeit verstreicht erst mit mir befreundet sein (wollen/können). Da ich das aber nicht will, sind wir ja hier und wollen, dass seine Liebe wieder zum Vorschein kommt. Also die Bereitschaft seinerseits ist da…

Bezüglich des Zeitverbringens höre ich es meist so, dass der depressive Partner sich eher zurückzieht von seinen liebsten Menschen. Das tat meiner beim letzten Mal auch. Diesmal ist es anders, da dieses Hin und Her sonst zu verletzend für mich wäre und kein Kontakt zu haben eher auf eine Trennung hinauslaufen würde, laut ihm.

Es waren gravierende Unterschiede, daher haben wir sie besprochen und gemerkt, dass wir uns einig sind.

31.05.2024 10:51 • x 1 #7128


Jedi
Zitat von ElfenWeide:
Da ich das aber nicht will,

Das verstehe ich gut !
Vielleicht schafft ihr es ja, wieder zueinander finden zu können.
-----
Zitat von ElfenWeide:
dass seine Liebe wieder zum Vorschein kommt.

Wird bestimmt davon stark abhängen, wie er einen angemessenen Umgang
mit der Depression finden wird.
---
Zitat von ElfenWeide:
Diesmal ist es anders,

Rückzug oder erstmal Kontaktabbrüche gehören je nach Grad der Depression dazu -
allerdings nicht immer u. vielleicht ist es diesmal bei ihm tatsächlich anders.
Kann ich von hier aus dem Forum natürlich auch schlecht beurteilen.
---
Zitat von ElfenWeide:
da dieses Hin und Her sonst zu verletzend für mich wäre und kein Kontakt zu haben
eher auf eine Trennung hinauslaufen würde, laut ihm.

Das kann ich Nachvollziehen u. da entstehen nicht nur Verletzungen, sondern hinterlässt
tiefe Kränkungen.
Das ist sicher sehr zu vermuten, je länger so ein Kontaktabbruch besteht, umso mehr entwickelt
sich eine innere Distanz, die dann auch keine Gefühle mehr aufkommen, gar entwickeln lässt.
Meist ist dann eine Trennung die Folge. Auch wegen der entstandenen Verletzungen u. auch Kränkungen,
lassen sich neue Liebesgefühle kaum mehr entwickeln.

31.05.2024 13:52 • x 2 #7129


ElfenWeide
@Jedi

Es war tatsächlich besser als erwartet.
Nach einigen (körperlich) eher distanzierteren Stunden ging es plötzlich. Er erwähnte auch seine Angst, mich zu verlieren. Es gab dann sehr viele Zärtlichkeiten und in einem Moment sagte er, dass er tief in sich drin wüsste, dass er mich liebt. Auch wenn die drei Worte oder auch ähnliche liebe Worte eher nicht vielen, gab es viel Nähe.
Ich bin also zuversichtlich! Habe mal gelesen, dass die Liebe, die die Betroffenen in dieser Zeit nicht selbst spüren können, von ihnen über körperliche Nähe trotzdem gegeben wird, da sie tief in ihnen wohl noch da ist.

02.06.2024 15:30 • x 3 #7130


ElfenWeide
es geht wieder total bergab. Hatte eine sehr anstrengende Woche und bin gestern zusammengebrochen, weil sich eine Freundin heute treffen wollte. Die einzige die ich habe, nur sehen wir uns wegen der Entfernung und ihrer Ausbildung kaum. Dieses Jahr nicht einmal. Der Gedanke, soweit zu fahren nach der Woche löste Tränen aus. Ebenso wie die Tatsache, dass sie spontan abklären musste, heute nicht auf ein doofes Fest mitkommen zu müssen, wo ihre Mutter sie hinzwingen wollte. Habe durch die Unsicherheit ob wir uns nun treffen kaum geschlafen. Ein ständiges Hin und Her und selbst heute morgen noch auf die Antwort gewartet. Dann hieß es, sie muss leider mit. Hab mich um 9 nochmal schlafen gelegt, wache auf und sie sagt ,,Meine Mutter war genervt und hat mich vor der Fahrt doch Zuhause gelassen‘‘. Aber da war’s dann auch zu spät sich zu treffen…

Hab das meinem Freund erzählt, weil es mich etwas aus der Bahn warf. Mehr als es sollte, aber ich glaube, dass ich nicht nur deshalb gestern geweint habe. Ich bin in einem toxischen Elternhaus wo keine Grenzen gewahrt werden und kann aktuell nicht ausziehen. Ich lebe in dauerhaftem Stress und Angst und habe Angst, dass meine Beziehung jetzt daran zerbricht. Wenn ich es nicht schaffe, auf potentielle kältere Antworten ruhig zu reagieren und mich nicht triggern zu lassen. Es ist unfair, dass mir dieses Elternhaus alles erschwert und ich das Gefühl habe, dass mein einziger Anker dadurch genommen wird. Bei meinem Freund ist alles immer sehr ruhig, ich muss keine Angst haben, etwas falsches zu machen und es zeigt mir, dass das Leben in der richtigen Umgebung ruhig sein kann. Allerdings klappt es auf Dauer nicht, wenn er für mich da sein kann, ich aber nicht für ihn. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ausziehen geht nicht. Ins Zimmer verkriechen geht bedingt, löst das Ganze aber nicht. Ich habe nichts um mich zu regulieren, aber ich muss für meinen Freund auch ein Safe Space sein. Das geht nicht anders. Sonst wird es nichts. Es warf mich auch aus der Bahn, dass wir uns dieses WE nicht sehen. Er hatte eine harte Woche, 2x war er erst um 9 von der Arbeit Zuhause und konnte noch keine Kraft tanken. Er will sich lieber nächstes WE wieder treffen, wo er voll für mich da sein kann und nicht riskieren, aufgrund der Erschöpfung doof zu mir zu sein. Das versteh ich, deshalb reagierte ich da auch verständnisvoll. Aber mein Anker fehlt für dieses WE. Ich kann diesem Elternhaus nicht aus dem Weg gehen. Alleine rausgehen? Ich wohne auf dem Dorf. Habe niemanden. Mein Opa hatte diese Woche einen Herzinfarkt. Mir ist einfach alles zu viel. Ich darf jetzt nichts kaputtmachen aber weiß nicht, wie ich im Dauerstress mein Nervensystem regulieren soll, damit ich im Fall der Fälle gelassen und verständnisvoll reagieren kann. Es fällt mir so schwer, mich auf das Positive zu konzentrieren… Dass mein Anker vermutlich bleiben wird, weil er wohl tief in sich wüsste, dass er mich liebt, sein Verhalten etc. Gestern antwortete er auf ,,ich lieb dich‘‘ , dass er mir dafür sehr dankbar ist. Später Abends noch mal auf ,,Liebe‘‘ (wir sagen oft einfach nur Liebe, weil das 2 Leute die wir gern im Internet schauen auch tun) kam keine Antwort, woraufhin ich mich entschuldigte und er auch. Dabei vergaß ich die ganzen positiven Reaktionen von ihm.
Eigentlich spricht alles dafür, aber ich bin total neben der Spur. Diese Woche war es hier Zuhause besonders schlimm, da fehlt mir der oder irgendein anderer Anker ganz besonders

08.06.2024 15:32 • x 1 #7131


S
Liebe Elfenweide, bitte fühle Dich nicht von mir ignoriert, wenn ich auf Deine Beiträge nicht eingehe, mir fällt schlicht kein sinnvoller Rat ein.

Auch kann ich nichts Positives von meiner „Front“ berichten. Ich wohne in einer vom Hochwasser betroffenen Region, und tatsächlich kam letzte Woche am Morgen aus dem Nichts ein Anruf, ob es uns gut gehe. Ein sehr kurzes Telefonat, aber völlig unerwartet. In den folgenden Tagen konnte ich ihn dann nicht mehr so gut aus meinen Gedanken verbannen und es war ein emotionales Auf und Ab, Trauer, Wut, Vermissen, alles wieder präsent und ich war gestern an einem Punkt, dass das aufhören muss, und habe ihn gefragt ob er offene Fragen denn wenigstens in einer Email beantworten würde. Denn unser Gespräch hat noch immer nicht stattgefunden. Ich klammere mich irgendwie daran, dass ich das noch brauche um komplett loslassen zu können (faktisch wird es wohl keinen Unterschied machen…). Er würde das lieber in persona machen, um „zu heilen“, Dinge auszusprechen, nicht mehr wegzulaufen und sich hinter dem Geschreibe zu verstecken. Ich habe dann geantwortet, dass ich Angst habe, und diesen Schmerz nicht mehr will - er wolle ihn auch nicht, nie mehr - und dann brannte meine Zündschnur, und sie war minikurz. Ich war dann sehr deutlich mit einem FU und dass es verdammt noch mal nicht immer nur um ihn gehe (um ihn und seine Ehe und das Trauern um seine Frau, war, was ich tatsächlich im Kopf hatte in dem Moment). Und das war’s. Irgendwo zwischen Grenze gesetzt und Axt im Walde fühle ich mich jetzt. Was für eine verrückte Geschichte das ist … Alles doof.

Heute 07:39 • x 2 #7132


Jedi
@Sunny2024

Zitat von Sunny2024:
Und das war’s.

Es war richtig von Dir - klar bleiben und Grenzen setzen u.
dann darf auch die Axt mal rausgeholt werden.
Zitat von Sunny2024:
Irgendwo zwischen Grenze gesetzt und Axt

Emotionen brauchen ihren Raum u. den hast Du ihnen gegeben.
Zitat von Sunny2024:
Was für eine verrückte Geschichte das ist …

So verrückt ist diese Deine Geschichte gar nicht, aber Du verhälst Dich dazu anders, anders eben,
wie Du es sicher früher getan hattest.

Heute 13:54 • x 2 #7133


Jedi
@ElfenWeide

Zitat von ElfenWeide:
da fehlt mir der oder irgendein anderer Anker ganz besonders

Suche u. finde den Anker in Dir, denn der ist immer am Stabilsten.
Auf Anker von außen sich zu verlassen, dass ist häufig eher nicht so stabil.

Wie findet man den Anker in sich selbst ?
Unser Atem ist ein großer Anker u. wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf lenken,
können wir uns in schwierigen Situationen sammeln u. können uns mit Energie versorgen !

Wäre jetzt so mein Tipp u. ist auch immer mein Anker.
Ich verlasse mich in schwierigen Situationen lieber auf mich selbst u.
dafür nutze ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem.

Probiere es mal aus - wenn Du magst.

Heute 14:04 • x 1 #7134


ElfenWeide
@Sunny2024

Alles gut, ich schreibe hier überwiegend, um meine Gedanken loszuwerden.

Ich schließe mich Jedi an und finde es gut, dass du ihm deine Gefühle mitgeteilt hast. Ich finde, du hast recht damit, dass es trotz seiner Krankheit nicht ausschließlich um ihn geht. Er ist dennoch ein erwachsener Mensch und sollte zumindest akzeptieren, dass auch du bestimmte Gefühle und Gedanken bezüglich dieser Situation hast. Besser so, als sie aus Rücksichtnahme vor der Krankheit dauerhaft in sich hineinzufressen

Heute 19:17 • #7135


A


Hallo Sandra-k,

x 4#26


ElfenWeide
@Jedi Gute Idee, habe ich schon öfter gehört. Tatsächlich habe ich sowas noch nie probiert (kein Yoga, Meditation,..) Ich versuche aber positiv zu bleiben, beschäftige mich auch mit mir selbst, und habe das Gefühl, das strahlt leicht aus. Zumindest beinhalten unsere Whatsapp Nachrichten seit einigen Tagen wieder Herzen und es gibt wieder ein regelmäßigeres Guten Morgen/Nacht. Ab und zu schreibt er auch meinen Kosenamen. Keine Ahnung, ob ich da zu viel reininterpretiere, aber über Text wird es wieder wärmer, auch wenn er heute auf mein ,,Wie geht’s dir’‘ sagte, er sei generell etwas gefühlslos gerade. Wie ich ihn kenne, schreibt er so wie er sich fühlt, also sehe ich es eher positiv als als Gewohnheit, denn das war seit dem Gespräch nicht so. Am Wochenende sehen wir uns wieder. Freue mich, aber bin auch etwas nervös, wobei letztes Mal sehr gut lief

Heute 19:25 • #7136

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