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Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

Romy1980
heute 1 jahr

29.03.2024 23:35 • #7081


Romy1980
@Alex1234 heute 1 Jahr

29.03.2024 23:36 • #7082


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


Romy1980
@Alex1234 heute genau 1 Jahr

29.03.2024 23:37 • #7083


A
@Romy1980

Das ist nicht lang, mehr noch Kennenlernphase denn langjährige Beziehung. Es sind sehr viele teils wirklich gravierende Probleme, welche gleich zu Beginn in die Beziehung eingebracht werden, und das zu einem Zeitpunkt, wo doch wenigstens da der Himmel noch voller Geigen hängen sollte. Die Probleme kommen noch früh genug.

Was möchtest denn du für dich in deinem Leben? Was möchtest du noch erreichen, erleben? Wo möchtest du hin und lassen sich deine Wünsche und Träume mit diesem Mann überhaupt erreichen? Ab einem gewissen Alter fliegen die Jahre fast an einem vorbei. Man lebt nur einmal, dein Leben sollte dir das wichtigste sein. Geht eine Tür zu, geht eine andere auf, auch wenn man dies oft erst später im Rückblick sieht. Die Trennung kann das beste sein, was er dir zugute kommen lassen kann. Eine Beziehung hat immer Höhen und Tiefen, aber gleich zu Beginn in die Abgründe zu fallen, endet oft im gemeinsam in den Untergang segeln.

LG

30.03.2024 01:27 • #7084


Romy1980
Ich denke er hat große Vertrauensprobleme
Aber ich nehme und liebe ihn wie er ist Und ich rechne ihm hoch an das er mir das direkt gesagt hat
Ich bin noch vom alten schlag und halte von dieser weg werf gesellschaft nichts . Ich habe mich bewusst für ihn entschieden , aber er muss lernen das er es auch verdient hat ehrlich geliebt zu werden. Ich denke durch die ganze situation und ex ist er einfach überfordert gewesen und wusste nicht was er machen soll

Ich muss nur lernen damit umzugehen das er eben hin und wieder Phasen hat wo es ihm schlecht geht und das nicht auf mich beziehen

30.03.2024 12:34 • #7085


Jedi
Hallo @Romy1980

Ich habe Deinen Beitrag gelesen u. mir kam der Gedanke, ob er vielleicht auch
eine Borderline Persönlichkeit ist.
Dabei fiel mir auf- Nähe u. Distanz Probleme;
Zitat von Romy1980:
dann wie aus heiterem Himmel schrieb er mir ich muss die beziehung an dieser Stelle beenden und sagte ich liebe dich nicht.

Zitat von Romy1980:
Er hat sich ganz oft entschuldigt, nachdem er schluss gemacht hat. Hat mir sogar obwohl schon schluss war zum Geburtstag gratuliert.

diese zwei Aussagen, könnten dazu passen. (ist u. bleibt aber nur eine Vermutung von mir).

30.03.2024 17:31 • #7086


Romy1980
@Jedi Möglich wäre das natürlich kannst du mir empfehlen was ich machen soll

30.03.2024 17:37 • #7087


Jedi
Zitat von Romy1980:
Möglich wäre das natürlich kannst du mir empfehlen was ich machen soll

Wenn eine solche Persönlichkeitsstörung vorliegen könnte, dann solltest Du dieses
mögliche auf u. ab nicht mitmachen, da es Deine Energie zieht u. nur der Borderline-Persönlichkeit nützt.
Auch Entschuldigungen solltest Du immer auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen u. genau hinschauen,
wie sich das Verhalten weiter entwickelt.
Mit einer Borderline-Persönlichkeit eine Beziehung führen, kann sehr schwierig sein -
manchmal gar unmöglich ! Was aber nicht bedeutet, dass es nicht unter bestimmten Umständen
auch Funktionieren kann. Dies verlangt aber dem Partner/Partnerin so einges ab.
Es ist ein Eiertanz ! - So heißt auch ein sehr gutes Buch für Angehörige eines Borderline-Erkrankten
Schluss mit dem Eiertanz !
Es beschreibt sehr gut diese Erkrankung- ihre Entstehung u. das Verhalten des Erkrankten
in einer Beziehung, gar in seinem Umfeld.

- Aber Vorraussetzung ist, dass Dein Freund tatsächlich eine gesicherte Diagnose einer
Borderline-Persönlichkeitsstörung auch hat. -

30.03.2024 17:51 • x 1 #7088


Romy1980
@Jedi das weiß ich leider nicht , ich weiß das der adhs test sehr hoch ausgefallen ist , aber adhs kommt selten allein.Seine Ex ist auf jeden Fall eine Borderlinerin und das war auch eine on off Beziehung. Ich glaub dann muss ich mich mit dem Thema mal beschäftigen , da kenne ich mich 0 mit aus.

30.03.2024 18:45 • #7089


bones
Nun ich habe hier etwas mit gelesen. Ich muss da was dazu sagen. Es bringt hier keinem was, wenn man Vermutungen äußert. Damit verunsichert man nur zusätzlich und ggfs macht die Person nur unnötig durcheinander. Es ist im Moment schon sehr schwierig.

Nun dass dein Freund Vertrauensprobleme hat, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ja wenn seine Ex Borderliner ist, dass ist schwierig. Dass sie da nen Alk Problem hat, wundert mich weniger. Nicht alle aber einige neigen gerade bei borderline zu sucht. Aber man kann da was machen, damit er weniger konfrontiert wird durch seine Ex. Auch zum wohl seiner Tochter. Das belastet ihn natürlich zusätzlich. Nicht gerade fördert bei Phasen wie im Moment. So wie du das schilderst, finde ich nicht das er eine Persönlichkeitsstörung hat. Wer depressiv ist, handelt oft so. Das ist halt bei deinem Freund doch sehr ausgesprägt. Es ist wichtig, dass er sich helfen lässt professionell. Von allein wird es sehr oft nicht passieren. Du kannst für ihn da sein. Zuhören und ihn mit machen immer wieder. Es ist völlig unrelevant wie lange man schon zusammen ist, es gibt immer ein Weg zur Besserung. Finde nicht dass dies zum scheitern verurteilt ist schon. Das ist Quatsch. Es kommt immer drauf an, wie und was beide Seiten damit umgehen.

31.03.2024 00:16 • x 1 #7090


Romy1980
@bones DANKE DANKE DANKE endlich jemand der mich versteht
Ich werde ihn nicht aufgeben , ich werde alles in meiner Macht stehende tun um für ihn da zu sein . Ich wusste von anfang an worauf mich einlasse ich habe bewusst die Entscheidung getroffen mit ihm zusammen sein zu wollen.

Und wenn da nicht noch irgendwas wäre würde er meine Whatapp Nachrichten auch nicht mehr lesen und mich auch blockieren/löschen.Oder wie siehst du das?

Ich habe ihm einen Brief geschreben das ich ihm helfe und unterstütze wann immer es möchte wann immer er bereit ist zu reden , werde ich da sein
und selbst nach dem Brief hat er mich nicht blockiert. Ich liebe ihn und nehme ihn so wie er ist ....habe noch Hoffnung

31.03.2024 00:26 • #7091


Dakota
Zitat von Romy1980:
schrieb er mir ich muss die beziehung an dieser Stelle beenden


Er hat die Beziehung beendet. Für mich wäre das Thema an der Stelle beendet. Das gilt es zu akzeptieren.

P. S. Finde es mehr als befremdlich, dass hier ein Brief, der sich an einen bestimmten Menschen richtet, veröffentlicht wird. Frage mich, wie sich der Empfänger fühlen würde, wenn er wüsste, dass ein für ihn bestimmter Brief im Netz veröffentlicht wurde ...

31.03.2024 00:28 • x 2 #7092


bones
Nun ich verstehe ihre Reaktion, dass sie weiterhin um ihn kämpfen möchte. Das kann ich schon nachvollziehen. Natürlich muss es dir klar sein, dass du auch verletzt werden kannst. Nur würde ich nun nix überstürzen. Bombardiere ihn nicht mit Briefe und Nachrichten. Damit tust du dir kein Gefallen. Achte aber auch auf dich. Ganz wichtig. Versuche dein Leben dennoch so zu gestalten, dass du dir gutes tust.

Nun den Brief hier zu Posten, finde ich nun net dramatisch. Sie hat ihn ja geschrieben. Da steht ja nix negatives drin. Finde sowas süß. Sie möchte ja nur hier zeigen, wie ernst sie es meint. Nun weshalb sollte ihr Freund sich schlecht fühlen, wenn sie das hier postet?

31.03.2024 00:46 • x 1 #7093


Romy1980
@bones es steht ja auch nicht sein Name drin

31.03.2024 00:48 • #7094


Dakota
Immer wieder posten hier Leute ihren Liebeskummer, so weit so gut. Wenn Frauen die Trennung eines Partners nicht akzeptieren und ihn immer wieder behelligen, wird dies hier oftmals nicht nur toleriert, sondern noch unterstützt. Ob das auch so wäre, wenn ein Mann sich derart verhalten würde? Frauen darin zu unterstützen, eine ausgesprochene Trennung nicht zu akzeptieren ... da kann man mal drüber nachdenken.

31.03.2024 00:54 • x 1 #7095


Romy1980
@Dakota wenn dir das nicht passt bist du weder gezwungen es zu lesen, geschweige denn dein senf dazu zu geben oder

31.03.2024 00:58 • #7096


Dakota
In einem Forum kann jede:r ihre/seine Meinung kundtun und hier sind wir das auch gewohnt in einer angemessenen Art und Weise ohne Angriffe und dergleichen. Von daher gilt - wenn Du keine andere als die eigene Meinung hören möchtest, dann empfiehlt sich ein TB zu schreiben, da muss man keine anderen Meinungen akzeptieren, in einem offenen Thread hingegen schon. Von daher ist das hier auch kein Senf, sondern Beteiligung, wo sich eine Anmaßung anderen das Wort abzuschreiben verbietet.

31.03.2024 01:05 • #7097


bones
Leute Leute, jetzt bleiben wir doch bitte fair.

Ich unterstütze gar keinen. Lediglich zeige ich Verständnis. Weil in dunklen Phasen können viele nicht klar denken. Oft wird da was entschieden, wo man evtl im klaren Zustand nicht so denken würde. Natürlich sollte man die Meinung respektieren. Aber direkt jemanden aufgeben, finde ich nicht normal. Es ist doch für die meisten , denk ich mal, normal dass man weiterhin versucht zum guten zu wenden.

31.03.2024 01:29 • x 2 #7098


Romy1980
@bones ich halte nichts von dieser weg werf Gesellschaft

31.03.2024 01:35 • #7099


Schlüsselkind
Zitat von Romy1980:
Was haltet ihr davon?


Liebe @Romy1980,

wenn jemand so aus dem Nichts die Beziehung beenden würde, würde mich das schon sehr abschrecken. In diesem Beitrag liest man leider sehr häufig, dass das passiert und ist mitunter wohl überwiegend einer Überforderung geschuldet.

Ich weiß nicht, ob ich damit umgehen könnte, in dieser Situation nochmal auf den anderen zuzugehen, denn da hätte ich wohl starke - eigene - Ängste, dass es noch einmal so geschehen könnte. Auch wenn mir das loslassen meines Gegenübers damals nicht einfach fiel, war es doch die für mich richtige Entscheidung. (Danke nochmal an alle für die tolle Hilfe!)

Natürlich hängt das aber individuell von viele einzelnen Faktoren ab, jede Situation ist eben völlig anders, auch wenn sich Verhaltensmuster ähneln können.

Ich gebe Dir Recht damit, dass heutzutage oft voreilig Beziehungen/Verbindungen abgebrochen werden, bin da aber zwiegespalten. Gerade hier in diesem Beitrag werden Angehörige schon sehr unterstützt, eben da wo es möglich ist, auf der anderen Seite gab es hier sogar auch User*innen, die sich, bevor sie eine Beziehung mit dem*der anderen (überhaupt oder wieder) eingegangen sind, viel informiert haben und sich dann dagegen entschieden haben. Und auch vor diesen Menschen habe ich großen Respekt.

Aus meiner Sicht kann man nur raten, mal ganz tief in sich hinein zu hören, was Du Dir von Deinem Partner wünschst und ob der andere das für dich aktuell erfüllen kann. Denn das ist leider ein Fakt, einfach ist die Situation nicht und ohne eine entsprechende Therapie deines ehem. Partners wird sich das wohl eher nicht ändern. Oder es bleibt - reine Spekulation – immer schlimmstenfalls was man heutzutage on/off nennt.

Auch wenn - bisher - keine guten Erfahrungen gemacht wurden, so weiß ich selbst, dass es noch gute Psychtherapeut*innen gibt und würde da auch klar empfehlen wieder anzusetzen. Aber das muss eben auch von Deinem ehem. Partner dann aktiv umgesetzt werden.

Ganz liebe Grüße!

02.04.2024 12:25 • #7100


Jedi
@Romy1980

Zitat von bones:
Ich muss da was dazu sagen. Es bringt hier keinem was, wenn man Vermutungen äußert.
Damit verunsichert man nur zusätzlich und ggfs macht die Person nur unnötig durcheinander.

Aber auch Du @bones äußerst hier eine Vermutung, von der Du nicht wissen kannst,
ob sich da doch eine mögliche Störung dahinter verbergen kann !
Zitat von bones:
So wie du das schilderst, finde ich nicht das er eine Persönlichkeitsstörung hat.

Zitat von bones:
Natürlich muss es dir klar sein, dass du auch verletzt werden kannst.

Nun ist es so bei meiner Vermutung, dass ich nur versucht habe, ein Puzzleteil zu finden,
was mir den Beitrag u. das Verhalten des Freundes möglicherweise erklärt.
Damit möchte ich Romy nicht verunsichern, sondern nur noch etwas mehr zu ihrem Freund erfahren.
Dazu kann man eine Vermutung anstellen, die Romy bejahen oder verneinen kann.
--
Das war Romy antwort;
Zitat von Romy1980:
das weiß ich leider nicht , ich weiß das der adhs test sehr hoch ausgefallen ist ,
aber ADHS kommt selten allein.

Und dies konnte sie nur so beantworten, auf Grund meiner Vermutung.
-------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von bones:
Natürlich sollte man die Meinung respektieren.

Das ist absolut richtig u. in einem Austausch, auch gerade hier in diesem Thread,
indem ich ja länger aktiv mitgeschrieben hatte, geht es nicht um Richtig oder Falsch,
sondern es ist ein Austausch mit meheren Mitgliedern u. jeder möchte aus seiner Sicht u.
seinem Verständnis heraus, etwas mitteilen.
Dazu gehören auch immer Annahmen u. Vermutungen, eigene Erfahrungen u. Erlebnisse.
So nähert man sich im Austausch der geschilderten Situation.
----
Zitat von bones:
direkt jemanden aufgeben, finde ich nicht normal.

Das sollst Du auch nicht !
Woran ist ankommen kann ist, dass Du nicht den Bezug zur Realität verlierst u. wachsam bleibst
u. Dir auch erlaubst, Dinge u, Situationen zu hinterfragen.
So bist Du immer in der Lage zu erkennen, wenn sich das dranbleiben auch sinn macht -
sich stimmig für Dich anfühlt oder wenn es auch manchmal besser ist, loszulassen -
wenn sich etwas nicht mehr gut für Dich anfühlt !
-----------------
Zitat von Romy1980:
ich halte nichts von dieser weg werf Gesellschaft

Da bin ich ganz bei Dir u. auf Menschen (Partner/ Partnerinnen) bezogen, wird oft zu schnell
sich getrennt, ohne sich wirklich darüber klargeworden zu sein, was ist das Problem - wo könnte
es Lösungen geben ?

Aber sicher kann es zur Erkenntnis kommen, dass eine Trennung das Richtige sein kann,
damit jeder seinem idividuellen Weg finden u. gehen kann.

Du Romy spürst u. entscheidest für Dich, wie weit Du Deinem Freund begleiten u. eine Stütze
sein kannst.
Wünsche Dir, dass es am Ende so ausgehen mag, wie es sich für Dich stimmig anfühlt.

LG Jedi

03.04.2024 15:54 • x 2 #7101


T
Hallo liebe Angehörige,

ich habe viele der Beiträge sehr aufmerksam verfolgt, und möchte meine Geschichte mit euch teilen. Vielleicht können mir eure Erfahrungen helfen das Erlebte einzuordnen.

Mein Freund und ich beide in unseren 20ern sind seit 3 Jahren eine Fernbeziehung mit circa 300km Abstand. vor 1 Jahr hat er sich dann entschieden wegen Depressionen in Therapie zu gehen. Symptome hatte er wohl schon seit Beginn seiner 20er.

Unsere Beziehung war von Anfang an von tiefer Nähe, Ernsthaftigkeit und gegenseitigem Respekt geprägt, so wie ich es zwischenmenschlich nicht für möglich gehalten habe. Wir haben viel gelacht, gelernt und viele kleine Herausforderungen gemeistert miteinander, haben tolle Urlaube und Wochenenden miteinander verbraucht und haben gleichzeitig auch viel gemeinsam gegen die Krankheit und seine Auswirkungen gekämpft, ich habe mich viel in Ratgebern gelesen, und wir haben regelmäßig über unsere Beziehung auch im Vergleich zu den Herausforderungen anderer Paare in der Gruppe gesprochen, er hat mir immer wieder versichert dass wir das gut zusammen meistern. Anfang des Jahres kommt der Vorschlag von ihm mit einem neuen Job verbunden seinen Hauptwohnort zu mir zu verlagern und ich war überglücklich über die Initiative und so sollte es sein. Er nannte mich seine Traumfrau und sagte mir wie sehr ich mich liebe.

Vor 2 Wochen begann nun der große Turn, ich war eine Woche beruflich unterwegs indem es ihm sehr schlecht ging, am Telefon wollte er nicht so richtig mit der Sprache rausrücken was los sei, eine Woche später fuhr ich alleine in den Urlaub (er hatte aufgrund Verpflichtungen abgelehnt mitzukommen) Dort der Schreck - ich bekam einen Anruf in dem er mir erklärte er habe in der vergangenen Woche erkannt, er liebe mich seit einem halben Jahr nicht mehr, die Beziehung sei vorbei, absolut kein zurückkommen. Meine Nachfrage, ob das was mit seiner Depression zu tun hatte, konnte er klar verneinen.

Einige Tage später als ich wieder in Deutschland war, trafen wir uns bei ihm und neben der Tatsache, dass ich sauer und aus allen Wolken gefallen über sein Verhalten bin, hatten wir ein gutes Gespräch indem er mir erklärte, dass er nach der brutalen Tiefphase den befreienden Gedanken zu gelassen hat, dass er in der Beziehung (und dem Wohnort) keine Perspektive mehr sieht, nichts mehr für mich fühlt und nicht kämpfen will für die Beziehung. Er habe sein Leben lang seine Bedürfnisse ignoriert und möchte ab jetzt erstmal nur noch für seine eigenen Bedürfnisse da sein möchte. (Die Beziehung ist offenbar keines)

Er erklärte mir ebenfalls sehr viel über sich gelernt zu haben in der Beziehung und hatte nur gute Worte für mich. Auf die Frage ob er mir eine Situation nennen könnte, in der er mich nicht geliebt habe fiel ihm keine ein, auch habe es sich für ihn im letzten halben Jahr angefühlt wie Liebe, aber er habe jetzt erkannt dass es keine war. Ich bin verwirrt und traurig und ringe um ein Verstehen. Kann dieser Wunsch nach eigenen unabhängigen Entscheidungen ein Aufatmen aus der Depression sein? Oder hat die Depression unsere Beziehung und seine Gefühle diesbezüglich in Geiselhaft genommen? Auf meine Bitte dem nochmal nachzugehen hat er sich eine Woche Bedenkzeit vor der endgültigen Entscheidung genommen und bespricht diese Gefühle in der Gruppe und im Einzel, wofür ich ihm sehr dankbar bin (er hätte sie auch vor der Trennung mit mir oder dort besprechen können, aber nun gut- so seine Entscheidung.)

Ich habe seitdem keinen Kontakt aufgenommen und möchte ihn in Ruhe über alles nachdenken lassen - eine bewusste Entscheidung zurück zur Beziehung kann an dieser Stelle nur von ihm können. Ich habe viel über meine Wünsche und Bedürfnisse nachgedacht seitdem und bin mir sicher - ich möchte die Beziehung mit Ihm weiterhin. Würde eine Ende aber natürlich respektieren.

Viele in diesem Forum berichten von ähnlichen plötzlichen Beziehungsenden, auch wenn es an dieser Stelle noch nicht so ist, und ich nicht glauben kann, dass er diese für uns beide sehr gesundende Beziehung innerhalb einer Woche unhinterfragt wegwirft. Gerade weil er mitten im Therapieprozess, jedoch auf dem Weg der Besserung ist. Hat jemand Gedanken zu dieser Situation?

07.04.2024 23:54 • x 3 #7102


Jedi
Hallo @tetra

Erstmal ein herzliches Willkommen in diesem Forum und auch in diesen Thread !
Wünsche Dir hier einen guten Austausch.
----------
Zitat von tetra:
Hat jemand Gedanken zu dieser Situation?

Ich schreibe Dir einmal etwas dazu, was mir beim lesen Deines Beitrags kam.
--
Zitat von tetra:
Er habe sein Leben lang seine Bedürfnisse ignoriert und
möchte ab jetzt erstmal nur noch für seine eigenen Bedürfnisse da sein möchte. (Die Beziehung ist offenbar keines)

Ich weiß nun nicht, ob diese Gedanken aus seiner Therapie herkommen oder er tatsächlich erkannt hat,
dass er lange seine Bedürfnisse nicht Beachtung geschenkt hat.
Finde es aber auch richtig u. sinnvoll, dass er erstmal für sich allein eine Balance in seinem Leben finden kann.
Möglich, dass eine Beziehung in dieser Phase, in der ersteckt, für ihn nicht tragfähig ist.
(Hat nichts damit zutun, dass er Dich villt. nicht mag oder gar liebt - was auch immer er darunter versteht ?
(In einer Depression finde ich das Wort, Ich liebe Dich auszusprechen, sehr ambivalent.
Darunter kann man in einer Depression sehr viele Interpretationen dazu finden.
Es hat mit vielen persönlichen Störungen, gar auch eine verzerrte Wahrnehmung u. falsches Selbstbild
zutun. Dies werden sicher Themen in einer therapeutischen Begleitung).
Vielleicht macht es zur Zeit tatsächlich Sinn, dass er jetzt ausschließlich für sich sorgt u.
es ihm an geeigneter Kapazität fehlt, für eine stabile Beziehung !
----------
Zitat von tetra:
Er erklärte mir ebenfalls sehr viel über sich gelernt zu haben in der Beziehung

Möglich, dass ihm deutlich wurde, nicht genügend an Kapazität zu verfügen, um in eine stabile Beziehung
etwas investieren zu können. - So erkläre ich mir diese Seine Aussage !
---------
Zitat von tetra:
Auf die Frage ob er mir eine Situation nennen könnte, in der er mich nicht geliebt habe fiel ihm keine ein,

Das ist genau der Punkt, auf den ich schon hingewiesen habe; das in einer Depression, es mehere
Interpretationen geben kann, die dann auch nicht erklärt u. gefühlt werden kann.
Gerade weil auch in einer Depression, ein erleben von Gefühlen u. Emotionen sehr schwankend
u. uneindeutig sein wird.
-----
Zitat von tetra:
Ich bin verwirrt und traurig und ringe um ein Verstehen.

Das verstehe ich gut, gerade als Angehörige/ Partnerin sind depressive Verhaltensmuster
schwer zu verstehen. Oftmals kann der selbst Betroffene sich dabei nicht verstehen u. es ist manchmal
so ein innerer Kampf, wie in Goethes Faust, Zwei Seelen wohnen, -ach- in meiner Brust .

Nun, dass waren meine Gedanken zu Deiner beschriebenen Situation.

LG Jedi

08.04.2024 14:17 • x 2 #7103


T
Hallo @Jedi ,

ich danke dir für deine emphatische Antwort. Ich finde deine Interpretation der Lage auch sehr nachvollziehbar. Mein Gott, ich wünsche mir sogar sehr, dass du Recht hast und es das Beste für Alle ist.

Zitat:
Finde es aber auch richtig u. sinnvoll, dass er erstmal für sich allein eine Balance in seinem Leben finden kann.
Möglich, dass eine Beziehung in dieser Phase, in der ersteckt, für ihn nicht tragfähig ist.


Ich frage mich glaube ich vor Allem wieso diese Entscheidung so plötzlich vollzogen werden musste (1 Woche Zweifel, dann Trennung) so wie viele andere Angehörige das hier auch beschreiben. Wirkt auf mich wie ein Stärkebeweis ihm selbst gegenüber, der aber auch schnell nach hinten losgehen kann, wenn er nach dem anfänglichen Hoch merkt, dass die Depressionen durch die Trennung allein noch nicht besiegt sind.

Zitat:
Das verstehe ich gut, gerade als Angehörige/ Partnerin sind depressive Verhaltensmuster
schwer zu verstehen. Oftmals kann der selbst Betroffene sich dabei nicht verstehen u. es ist manchmal
so ein innerer Kampf, wie in Goethes Faust, Zwei Seelen wohnen, -ach- in meiner Brust .

Ich ahne auch Zunehmend mehr, dass weder Angehörige noch Betroffene hier ganz und gar schlau aus dem Verhalten werden, und das es manchmal auch darum geht, die Krankheit in ihrer Vielseitigeit und Undurchsichtigkeit anzuerkennen.

Ich habe heute meine ehemalige Therapeutin angerufen und sie um ein Check-Up gebeten, da die vielen offenen Fragen mich mit schmerzhaften Gedanken mir selbst gegenüber zurücklassen. Ich glaube auch, dass die Liebe oder zumindest die Intimität, Nähe und Vertrauen alle noch vorhanden sind - so hat sich das Gespräch für mich angefühlt. Eine gute Voraussetzung für uns beide um nach ein bisschen Ruhe die Entscheidung für die Beziehung nochmal bewusst neu treffen zu können, oder irgendwann gestärkt aus der Beziehung unsere eigenen, neue Wege gehen zu können.

Ich wünsche mir natürlich ersteres, aber versuche mich wegen der Erfahrungsberichte auch auf die Endgültig-Aus (zumindest die Beziehung) Variante anzufreunden

LG TETRA

08.04.2024 16:11 • x 2 #7104


Jedi
@tetra

Zitat von tetra:
dass die Depressionen durch die Trennung allein noch nicht besiegt sind.

Das ist ganz sicher so !
In einer Depression fehlen oft notwendige Ressourcen, um sich eine tragfähige Beziehung aufzubauen.
----
Zitat von tetra:
Ich ahne auch Zunehmend mehr, dass weder Angehörige noch Betroffene hier ganz und gar schlau aus dem Verhalten werden, und das es manchmal auch darum geht, die Krankheit in ihrer Vielseitigeit und Undurchsichtigkeit anzuerkennen.

Genau das ist der Punkt, diese Erkrankung einfach nur anzuerkennen.
Was zu dieser Erkrankung geführt hat, was diese Erkrankung begünstigt hat, dass man davon betroffen wird,
dies ist im therapeutischen Prozess herauszuarbeiten. Und das ist so individuell !
Die Depression zeigt sich in so vielen unterschiedlichen Facetten, dass es auch für Betroffene oft unmöglich ist,
dies zu beschreiben.
------
Zitat von tetra:
da die vielen offenen Fragen mich mit schmerzhaften Gedanken mir selbst gegenüber zurücklassen.

Ich finde, dass Du es lassen solltest, denn echte u. wahre Antworten wirst Du nicht finden.
Vielleicht wird es mal eine Möglichkeit geben, dass ihr gemeinsam darüber sprechen werden könnt.
Das bedeutet, wenn er recht weit schon durch den therapeutischen Prozess lernen konnte.
---
-
Zitat von tetra:
Eine gute Voraussetzung für uns beide um nach ein bisschen Ruhe die Entscheidung für die Beziehung nochmal bewusst neu treffen zu können, oder irgendwann gestärkt aus der Beziehung unsere eigenen, neue Wege gehen zu können.

Ich glaube, dass er jetzt erstmal für sich eine seelische Balance finden sollte !
Erst dann, wird er in der Lage sein, eine Beziehung mit Dir Tetra neu zu entscheiden u. dann auch seinen
Beitrag leisten können, um an eine stabile u. tragfähige Beziehung dran mitzuarbeiten !

LG. Jedi

08.04.2024 23:54 • x 2 #7105


Jedi
Was ich hier einmal gerne schreiben möchte, dass wäre, dass es 5 Sprachen der Liebe gibt !
Jedes Paar kann unterschiedliche Erfahrungen damit machen, was man Selbst, bzw. der andere
darunter versteht - was sie/ er unter Liebe versteht u. wie sie dem anderen gezeigt wird.
Nicht immer ist die Liebe für Jeden gleich u. einer empfindet den Liebesbeweis im Körperlichen (S..),
Ein anderer zeigt dies auf eine andere Art (eigene Liebes-Sprache).
Beides kann passen, wenn beide sich dies bewusst machen u. wenn man sich auf die unterschiedlichen
Bedürfnisse verständigen kann.
Oftmals zweifelt man an der Liebe des anderen, aber oft steckt nur eine unterschiedliche Sprache
der Liebe dahinter. Leider wird die häufig nicht beim anderen erkannt, welche Liebes-Sprache er/ sie hat.
So kommt es oftmals recht früh zur Trennung, weil eben diese Liebes-Sprache nicht bekannt ist u.
in der Annahme, dass der Partner Partnerin einem nicht wirklich liebt, sich trennt.

Dazu empfehle ich ein gutes Buch, Die 5 Sprachen der Liebe !
Es kann Spaß machen, beim Partner-Partnerin einmal herauszufinden, was seine/ ihre Sprache der Liebe ist.

(Dies habe ich jetzt mal ganz Unabhängig von einer psychischen Erkrankung hier einmal geschrieben)

LG. Jedi

09.04.2024 00:25 • x 2 #7106


S
Hallo in die Runde,
erst einmal vielen Dank für die vielen hilfreichen Kommentare, ich habe tatsächlich den ganzen Strang gelesen in den letzten Wochen und es hat mir geholfen selbst aus dem Loch einigermaßen wieder herauszukommen. Mein Partner ist wahrscheinlich schon seit längerer Zeit depressiv, seit Februar in Therapie (glaube ich ….). Wir waren vor 6 Jahren schon einmal zusammen, dann ging es ganz merkwürdig auseinander, mit einem Kontaktabbruch seinerseits und vielen Fragezeichen auf meiner Seite - mit dem heutigen Wissen denke ich, dass er damals in eine (erste?) depressive Phase gerutscht ist. Er versuchte sich damals aus einer schon lange kaputten langjährigen Ehe zu trennen (ich war jedoch nicht erst der Trennungsgrund).
Jahre später kamen wir wieder in Kontakt, trafen uns und es war klar, die Liebe war nie weg. Ich war jedoch sehr verletzt und lange Zeit sehr zögerlich, mich wieder einzulassen, auch konnte er nicht erklären was damals war, warum er so reagiert hatte - er sagte einmal, er war einfach „taub“.
Die Ehe hatte weiter Bestand, jedoch nur nach außen da seine Frau inzwischen auch jemanden kennengelernt hatte, mit dem sie auch heute noch zusammen ist. Er hatte weiter depressive Episoden, auch Suizidgedanken über die wir offen sprachen (da waren wir noch nicht wieder „richtig“ zusammen, ich sah es zunächst als Freundschaft).
Es wist wirklich schwer diese ganze verworrene Geschichte nicht allzu ausschweifend zu Papier zu bringen, sorry dafür falls es alles zu verwirrend ist! Ich spule etwas vor - Diesmal war es ihm auch mit uns wieder ernst, es wurden konkrete Schritte unternommen, er war in unsere Familie (wir haben beide Kinder im Teenageralter) integriert, ist ausgezogen. Mitte Dezember wurde es richtig schlimm mit der Depression, er war auch körperlich taub, hatte Angst vor Weihnachten, weil es zu der Zeit in der Ehe wohl immer „besonders schlimm“ war - und wir sahen uns das letzte Mal. Er arbeitet viel und hatte selten Zeit für unsere Beziehung, auch ist er mit den Kindern viel eingespannt (seine wissen nichts von uns, meine Kinder schon). Er kam einfach nicht mehr zur verabredeten Zeit, hatte einige (andere) familiäre Themen zu bewältigen, antwortete kaum mehr auf Nachrichten meinerseits. Ich spule wieder vor - er hat sich auf mein Drängen hin um einen Therapieplatz gekümmert und geht dort seit Anfang Februar hin (so hoffe ich, wissen tue ich es nicht), einmal in der Woche. Nach den ersten Stunden ging es ihm schlechter, er fühlte sich noch kleiner und wertloser. Stand 2x vor meiner Tür und schaffte es nicht zu klingeln, fuhr dann wieder nach Hause weil sich kein Kontakt besser angefühlt hat als zu klingeln. Seit 5 Wochen haben wir gar keinen Kontakt, er reagiert weder auf flehende Nachrichten noch auf sachliche. Ich lerne unterdessen viel über mich selbst, erkenne eigene Muster und Trigger (gerade das Schweigen löst in mir Verlustangst bis hin zu Panikattacken aus) und versuche den Kopf eingeschaltet zu lassen und mich nicht mit hinunterziehen zu lassen, es geht mal besser, mal gar nicht. Da ich mich nun nicht mehr mit Stranglesen ablenken kann (da am Ende angekommen ), erhoffe ich mir vom Forum Beistand in akuten Phasen und hoffe, mit meiner Geschichte auch etwas an andere Mitleser zurückgeben zu können

02.05.2024 18:42 • x 2 #7107


S
Heute habe ich Geburtstag. Ein wenig wehmütig hat der Tag gestartet, im letzten Jahr kam er mich vom anderen Ende der Welt besuchen, in diesem Jahr hat sich die Situation um 180 Grad gedreht. Tatsächlich hat er heute Morgen angerufen und gratuliert, er klang zunächst als hätte er sich wirklich dazu gezwungen, dann haben wir ein, zwei lockere Sprüche über das leere Büro ausgetauscht und aufgelegt. Smalltalk, wie unter Nachbarn oder Kollegen, aber immerhin. Ich hatte mit keiner Nachricht gerechnet heute. Und zack, ist die leise Hoffnung wieder da - dabei gibt es für mich derzeit eigentlich nur einen Weg, selbst gesund zu bleiben, und das ist abzuschließen und meine Mitte wiederzufinden …

03.05.2024 16:32 • x 1 #7108


Schlüsselkind
Hallo @Sunny2024,

erst einmal alles Gute nachträglich für Dich zu deinem Geburtstag! Ich hoffe, Du konntest ihn trotz der schwierigen Umstände im Kreise Deiner Lieben genießen!

Respekt, dass Du den kompletten Beitrag gelesen hattest (hab ich damals ebenso, aber da gab es beiweitem noch nicht so viele Beiträge!).

Wie sieht denn eure aktuelle Situation aus, seit ihr getrennt lebend, habt ihr derzeit eine Auszeit oder ist der Status ungeklärt/offen? In Deinem Beitrag steht, dass Dein Partner ausgezogen ist, aber ich habe nicht so recht verstanden, ob Du damit den Auszug bei seiner Exfrau meintest oder bei euch als Familie, falls ihr zusammen gewohnt habt?

Zitat von Sunny2024:
Ich lerne unterdessen viel über mich selbst, erkenne eigene Muster und Trigger (gerade das Schweigen löst in mir Verlustangst bis hin zu Panikattacken aus) und versuche den Kopf eingeschaltet zu lassen und mich nicht mit hinunterziehen zu lassen, es geht mal besser, mal gar nicht.


Ich finde es gut, dass Du auch bei Dir schaust, wie Du Dich selbst wieder finden kannst. Wobei ich auch der Meinung bin, dass selbst für sehr bindungssichere Menschen die Situation schon mehr als herausfordernd sein kann.

06.05.2024 09:38 • x 1 #7109


A


Hallo Sandra-k,

x 4#30


S
Guten Morgen Schlüsselkind, vielen lieben Dank für Deine Nachricht. So richtig gefeiert habe ich nicht, dafür war ich spontan am Samstag mit meiner besten Freundin in der Stadt und wir haben den ganzen Tag gebummelt. Auf der Rückfahrt sind wir wie zwei Teenager an seinem (Ex)Haus vorbeigefahren, hatten alibimäßig im Supermarkt nebenan eingekauft und sind dann lachend mit hochgezogener Kapuze und einem Strunk Bananen im Arm vorbeigelaufen (es war niemand da, zum Glück). Natürlich war uns bewusst wie bescheuert sowas im Grunde ist, keine Sorge - in dem Moment hat es so gut getan und sich sehr gesund angefühlt da ist auch irgendwie ein Knoten bei mir geplatzt innerlich, und seither denke ich von ihm in meinem Kopf von meinem Ex und nicht mehr Partner. Alles war bis dato in der Schwebe.

Ausgezogen ist er aus dem gemeinsamen Haus mit seiner Exfrau, sie haben einige Zeit im Ausland gelebt und der Hauptteil war vermietet, sie ist früher nach D zurück und hatte eine Mietwohnung, er später die Einloegerwohnung im Haus. Nun ist sie mit den Kindern ins Haus zurück und er hat irgendwo eine Wohnung.
Bei uns war er nie richtig eingezogen, hat mehrfach die Woche übernachtet. Geplant war es ganz anders, er war sich so sicher mit uns und der Umzug zurück nach D hat ihn irgendwie komplett aus der Bahn geworfen.

Dieser Schwebezustand hat mir auch sehr zugesetzt, zwischen Hoffen und Verständnis und Rücksicht weil krank, und dem Gefühl total veräppelt zu werden, Wut und Verzweiflung war alles dabei. Auch muss ich mich gegenüber Freunden immer rechtfertigen, warum ich im Grunde eben nicht denke „warmgehalten“ zu werden - und doch setzen sich diese Gedanken dann irgendwo auch bei mir fest. Wie Engel und Teufel auf der Schulter sitzend
Ich habe ihn am Dienstag angerufen und um ein klärendes Gespräch gebeten, er hat dem zugestimmt und meldet sich mit einem Terminvorschlag. Ich möchte für mich Antworten, Klarheit in Bezug auf seine (Ex?)Frau, wissen ob er in Therapie ist (ohne Therapie gibt es für mich keinen weiteren gemeinsamen Weg) usw um aus diesen ewigen Gedankenschleifen herauszukommen, verarbeiten und weitergehen zu können.
Gestern schrieb er kurz ob ich Zeit hätte, ich hatte es aber erst viel später gelesen und es las sich im ersten Moment so, als hätte er das Ganze am Telefon schnell hinter sich bringen wollen - dann wieder zurückgerudert, er meldet sich. Eine Aussage lässt mich wieder ein schlechtes Gewissen haben - er will eigentlich nicht, dass ich ihn so sehe, daher sei dies ein Riesenschritt für ihn - und ich frage mich wieder, ob ich nicht völlig auf dem Holzweg bin, zu ungeduldig, nicht einfach warten kann bis er seine Altlasten sortiert hat usw
Manchmal habe ich das Gefühl, ich „vergesse“ dass er krank ist, und es keine normale Beziehung in dem Sinne ist und man das Verhalten (resp. schweigen) evtl. anders interpretieren muss

07.05.2024 06:39 • x 1 #7110

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