14340

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

J
@EmptyLife

Ich meinte auch nicht narzisstische Züge, die sicher jeder Mensch mehr oder weniger in sich trägt.

Es war eher auf im Bezug auf eine manifestierte narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Diese wird l oft vom Betroffenen nicht wahrgenommen, so das auch keine Therapie begonnen wird. Im Gegenteil, in seiner Selbstwahrnehmung ist er der größte und alle anderen haben ein Problem.
Und wenn dem so ist bleibe ich dabei… nix wie weg.

Und zum anderen, bei schwierigen Situationen einfach die Segel streichen und wegrennen? Wenn dem auch nur ansatzweise so wäre hätte ich sicher nicht ein ganzes Jahr durchgehalten, als mein Freund abgetaucht war und sich gar nicht meldete.

Und trotzdem läuft es heute besser als je zuvor und wir sind der lebende Beweis das man diese Zeit auch zusammen durchstehen kann, ganz egal wie hoffnungslos es zwischendurch scheint.

Lg
Just_me

07.03.2023 23:31 • x 2 #6841


Cathy098
Hallo ihr Lieben,

Ich wollte mit meinen Beiträgen keine Narzissmusdebatte vom Zaun brechen, aber es hat sich aufgrund meiner Geschichte einfach so ergeben, weil ich festgestellt habe, dass Depression nicht immer gleich Depression ist, sondern auch als Folgesymptom auftreten kann und deshalb einfach nicht gänzlich voneinander trennbar ist. Wie ich schon sagte, hat meine Bekanntschaft seine Depression instrumentalisiert. Ich war zu Beginn auch nur auf der Suche nach Unterstützung rund um das Thema Depression, aber wies im Leben manchmal so ist, es kommt anders als man denkt .

Ich möchte hier auch keinen Menschen herabsetzen, dazu animieren wegzulaufen oder gar bei jedem auftretenden Problem oder Krise die Flinte ins Korn zu werfen. Ich möchte nur dazu animieren, einen gebaueren Blick auf die eigene Situation zu werfen, auf die eigenen Gefühle, Handlungen und Gedanken. Manchmal sind diese nämlich einfach getrübt, sei es durch Liebe, dem frisch Verliebtsein oder weil man wie ich bereits in einer toxischen Familie aufgewachsen ist und deshalb das Bild total verzerrt ist, was eigentlich gesunde Beziehungen sind und wie ich gesund mit Abwertung, Sarkasmus und Sticheleien in Beziehungen umgehe.

Jeder Mensch hat Liebe verdient! Gar keine Frage, aber nicht jeder ist in der Lage sie anzunehmen. Möchte ich wirklich mein Leben damit verbringen, immer wieder Liebe zu geben, mich und meine Gefühle zu opfern in der Hoffnung ein kleines bisschen Liebe in Phasen zurück zu bekommen? Für mich gibt's hier an der Stelle ein klares Nein. Ich persönlich möchte Menschen in meinem Leben, die den Wert in mir und meinen Gefühlen sehen.

Ja jeder Mensch trägt narzisstische Züge in sich, aber die sind für mich zu einer Störung klar abzugrenzen. Je intensiver man sich mit dem Thema beschäftigt, umso klarer werden einem selbst die Grenzen zu gesundem und krankhaften Narzissmus.

Mein Fazit nach alldem ist , dass eine Depression selten einfach nur eine Depression ist. Für mich ist sie ein Symptom, das aufzeigt , dass in der Vergangenheit und Gegenwart Situationen und Zustände destruktiv verlaufen sind und der Körper und Geist nun auf diese Weise ein ganz lautes Stopp einfordert.

Für mich persönlich sind Depressionen ein Zeichen, dass mit uns falsch umgegangen wurde, wir selbst mit uns nun falsch umgehen und es da einfach Handlungsbedarf gibt zu lernen, mit sich selbst achtsam, liebevoll, wertschätzend umzugehen.

Wer in der Kindheit nicht lernt, dass er oder sie es wert ist geliebt zu werden, wird sich auch später selbst nicht lieben können und wird sich unter Umständen ebenso Menschen suchen, die alte Muster erfüllen und wenig Liebe zurück geben können.

Wer als Baby von den Elterm getrennt schlafen muss, schreien gelassen wird, der lernt dass seine Bedürfnisse ehe nicht geachtet und respektiert werden.

Wer als Kind schreiend und weinend immer wieder in der Kita zurückgelassen wird, ohne dabei optimal in seinen Verlassensängsten gesehen und geachtet zu werden, wird im Erwachsenenalter vielleicht zu Bindungs- und Verlustangst neigen.

All unsere Erfahrungen und das immerwährende Gefühl von Kindesbeinen an funktionieren zu müssen KÖNNEN für mich persönlich dazu führen, dass sich psychische Störungen und Erlrankungen im Erwachsenenalter entwickeln.
Letzten Endes ist es nicht relevant, ob zuerst die Bindungsangst, Versagensangst, die Störung oder die Depression da war. Alles zeigt auf, dass etwas in der Vergangenheit verdammt schief gelaufen ist.

Und deswegen ist es wichtig erstmal an sich selbst zu arbeiten und zu schauen. Dann kann ich in gesunde Beziehungen zu anderen Menschen gehen.

Ich schließe hiermit für mich das Narzissmusthema und wünsche allen einen angenehmen Tag .

VG Cathy

08.03.2023 08:39 • x 2 #6842


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


Laurien
Hallo zusammen,

persönlich finde ich die aktuelle Diskussion über die Vergesellschaftung von Depressionen mit anderen psychischen Erkrankungen oder auch Persönlichkeitsstörungen sehr wichtig. Dies wurde hier im Thread gelegentlich kurz angesprochen. Viel zu sehr tendiert man dazu, jedes unschöne Verhalten des/der Partner/in auf die Depression zurückzuführen und damit verbunden die Hoffnung zu haben, dass dieses Verhalten wieder verschwindet, wenn die Depression abgeklungen ist. Das verleitet einen dazu, sich schlechtes Verhalten länger gefallen zu lassen, länger auszuhalten etc. Viele Verhaltensweisen, die hier im Thread beschrieben werden, haben allerdings nichts mit Depressionen zu tun, sondern mit anderen Problemen oder auch Charakterschwächen des Gegenübers. Die Auseinandersetzung mit dieser Abgrenzung wird häufig verdrängt, weil man sich nur auf die Depression fokussiert.

Letzten Endes ist für mich persönlich eine Diagnose zweitrangig, viel wichtiger ist mir, wie jemand damit und in diesem Zusammenhang auch mit mir umgeht. Das hat nichts damit zu tun, dass ich mich nicht mit Problemen in einer Beziehung befassen will (meinem Ex habe ich fast 1,5 Jahre die Hand gereicht), aber es sollten keine Abgründe sein oder werden. Ein Ex von mir aus jungen Jahren war krankhaft eifersüchtig. Egal ob da jetzt eine Erkrankung dahinter gestanden hat oder nicht, nach ein paar wenigen Wochen war ich dieses ständige Streit anzetteln aus dem Nichts weil ich zu viel oder zu wenig irgendwo hingeschaut, zu viel oder zu wenig gesagt habe, dieses oder jenes getan oder nicht getan habe etc. einfach leid. Das endete nämlich ganz schnell darin, dass ich eine eingeschenkt bekommen habe oder auf die Straße geschubst wurde usw. So etwas darf ertragen, wer will, aber ich war ehrlich froh, als ich ihn nach einem halben Jahr endlich los hatte, da er ein Schluss machen nicht akzeptiert hat. Heute wie heute würde das wohl unter Stalking laufen. Meinem letzten Ex hätte ich trotz der diversen Probleme beigestanden, da er mir gegenüber nie aggressiv oder verbal ausfallend geworden ist. Er wollte es nur nicht und meinte, er hätte etwas besseres als mich gefunden. Ja, dann ist es halt so.

LG

08.03.2023 18:34 • x 3 #6843


Schlüsselkind
Zitat von EmptyLife:
Auch wenn ich nach wie vor für ihn da sein werde, so lange ich kann, muss ich mich auch schützen. Wieder in eine eigene Wohnung zu ziehen, halte ich mir mittlerweile offen, obwohl wir gemeinsam umziehen wollen.


Hallo, liebe @EmptyLife,

nach Deinen Schilderungen würde es Dir, vermute ich, besser tun, erst einmal Deine eigene Wohnung und einen Rückzugsort für Dich zu haben, oder? Die Option mit einem erneuten Zusammenziehen könntet ihr euch dann doch noch offen halten für später. (Fände ich jetzt die sichere Variante als gemeinsam noch einmal umzuziehen.)

Ein wenig räumliche Distanz kann generell ganz gut tun. Ist denn Dein Partner offen dafür? Meine Nachbarin und ihr Ehemann, z. B., haben kleine getrennte Wohnungen (er in meinem Haus und sie gegenüber im Haus) und das scheint ihnen echt gut zu tun.

So könntet ihr ausprobieren, ob es nicht vielleicht sogar besser für euch funktioniert. (Eine Idee.) Muss ja auch nicht für immer sein, das getrennt leben.



Zitat von EmptyLife:
Ich finde es aber schlimm, gleich jeden mit gewissen Zügen zu verteufeln. So wird es auch mit Borderlinern gemacht.


Das finde ich auch übel. Zum einen, weil es tatsächlich Betroffene sehr abwertet und zum anderen Vorurteile sehr bestärkt werden. Der Begriff Borderline wird - finde ich - gerne inflationär und oft in völlig falschen Zusammenhängen gebraucht.

Kenne selbst Betroffene und die führen eine gute Partnerschaft, von daher hat so eine Diagnose jetzt nicht zwangsläufig immer was mit zwischenmenschlichen Problemen zu tun. Und Menschen, die zwischenmenschliche Probleme haben sind nicht gleich Borderliner*innen, da spielen sicherlich viele Vorurteile auch eine Rolle, wenn das so kategorisiert wird, von der Außenwelt. Dafür ist das ja alles viel zu komplex.

Zudem: ungesunde Beziehungen führen können alle Menschen.

Liebe Grüße!

09.03.2023 19:43 • x 2 #6844


M
Guten Abend ihr lieben.
Mich hat das ganze am Donnerstag aus der Bahn geworfen. Erstmal bin ich krank geschrieben.
Mir geht's momentan sehr schlecht, selbst meinen Kindern halbwegs gerecht zu werden fällt mir schwer.
Eigentlich hat mein Bauchgefühl ja schon gesagt das es nicht für die Ewigkeit reicht.
Allerdings blutet mein Herz dermaßen...Ich kann mir das fast nur so erklären das ich nach der Trennung meiner Ehe so etwas nie und nimmer wieder erleben wollte.
Zwischenzeitlich war ich bei meiner Psychologin die mich durch meine Trennung begleitet hat. Ihrer Meinung nach könnte das ganze durch die Depression ausgelöst worden sein und vielleicht wäre ein Kontaktversuch von mir in 4 Wochen einen Versuch wert.
Wie stark ihre Bindungsangst mit rein spielt bleibt natürlich offen.

Es wäre so schön wenn ich mich einfach auf mich konzentrieren könnte und nach vorne schauen würde...die Realität sieht heute anders aus.

11.03.2023 20:37 • x 2 #6845


TomdeLone
@MB1635 Es wäre so schön wenn ich mich einfach auf mich konzentrieren könnte und nach vorne schauen würde...die Realität sieht heute anders aus.

Ich kenne Deine Geschichte nicht, aber dieser Satz fiel mir als sehr vernünftig auf.
Versuche es selber so seit vielen Jahren...
Natürlich ist es schmerzhaft, aber wird mit der Zeit leichter...

11.03.2023 23:09 • x 4 #6846


TomdeLone
Ja, ich habe auch mal sehr geliebt...
Lange her...

11.03.2023 23:22 • x 2 #6847


selly
Zitat von TomdeLong:
Ja, ich habe auch mal sehr geliebt... Lange her...

Ich auch… ja liebe kann einen, so schön wie sie auch ist, sehr vereinnahmen , so dass man nicht immer erkennt was für einen selber gut ist oder das Richtige ist. Vielleicht ist der Partner oder Expartner schädlich für das eigene Glück, jedoch sieht man es nicht / will es nicht sehen.
klammert sich an die Guten Dinge.

Erst wenn dann ein paar Krisen oder Taten kommen, bringt es einen mehr und mehr zum Nachdenken und man schaut hinter seinen selbst aufgebauten positiven Schleier….was dann wiederum viel mit Schmerz und Loslassen müssen einhergeht

12.03.2023 10:12 • x 6 #6848


Schlüsselkind
Zitat von MB1635:
Zwischenzeitlich war ich bei meiner Psychologin die mich durch meine Trennung begleitet hat. Ihrer Meinung nach könnte das ganze durch die Depression ausgelöst worden sein und vielleicht wäre ein Kontaktversuch von mir in 4 Wochen einen Versuch wert.
Wie stark ihre Bindungsangst mit rein spielt bleibt natürlich offen.


Hallo, lieber @MB1635,
(hab diesen Beitrag seit heute Morgen hier im Zwischenspeicher und hab es nicht abgesendet?! Läuft bei mir.)

Liebeskummer/Liebesentzug ist natürlich furchtbar, aber er vergeht auch wieder. Auch wenn man es sich in der Situation selbst noch nicht vorstellen kann und das loslassen oftmals auch sehr lange dauert, und es auch immer mal wieder Rückfälle geben wird. Gut, dass Du Deine Psychologin hast, an die Du Dich wenden kannst. Alles nicht so einfach.

Du schreibst, dass Du nach deiner gefühlskalten Ehe, sehr froh über ihre Zuwendung gewesen bist, das ist verständlich.

Zitat von MB1635:
Im Nachhinein fällt mir auf das sie ein paarmal zu mir gesagt hat Ich muss dich erstmal abhängig von mir machen .
Ich hab es als Spaß abgetan, einfach so daher gesagt.


Das oben genannte würde mich selbst auch erschrecken. Da erscheint es mir in Deiner Situation schon fast so als ob Du da von einem Extrem ins das andere Extrem gefallen bist oder ist das nur mein Empfinden?

Was ich nicht so recht verstehe, ist, was sich in 4 Wochen jetzt bezüglich der Bindungsangst (und auch der Depression) deiner ehem. Partnerin ändern könnte und was Deine Psychologin sich davon genau als Ziel erhofft für Dich? Klar kann man es in 4 Wochen wieder versuchen, aber, ob Dir diese on-off-Situation (die sie aktuell für dich darstellt) gut tut?

Daumen sind gedrückt!

13.03.2023 18:12 • x 2 #6849


M
Hallo @Schlüsselkind
Das mit dem laufen kenne ich

Ihren Satz Ich muss dich erstmal abhängig von mir machen hab ich folgendermaßen Interpretiert.
Sie hat sich für das Theater und Chaos in ihrer Familie geschämt und wollte oft nicht das ich es so richtig mitbekomme.
Ihr war das einfach peinlich mir gegenüber.
Vielleicht dachte sie ab einem bestimmten Punkt der Bindung wären diese Probleme egal.




Zitat von Schlüsselkind:
Was ich nicht so recht verstehe, ist, was sich in 4 Wochen jetzt bezüglich der Bindungsangst (und auch der Depression) deiner ehem. Partnerin ändern könnte und was Deine Psychologin sich davon genau als Ziel erhofft für Dich? Klar kann man es in 4 Wochen wieder versuchen, aber, ob Dir diese on-off-Situation (die sie aktuell für dich darstellt) gut tut?

Ich glaube meine Ex wünscht sich nichts mehr als eine stabile Beziehung.
Sie kann es durch ihr Vergangenheit halt nicht, ihr Ex-Mann hat sie massiv verletzt und die Kindheitssituation war auch sehr schwer.
Wir und auch ich hatten das Gefühl diesmal den Spieß umzudrehen. Von meiner Seite her gesehen hätte ich gedacht ihre Stütze zu sein, und das nicht nur am Anfang.
So wie ich sie einschätze sitzt sie zuhause und denkt wieder alles falsch gemacht zu haben.
In dem Sinne mit mir gespielt hat sie sicherlich nicht...
Bezüglich der 4 Wochen sehe ich das wie meine Psychologin das sie von selbst nicht aus ihrem Schneckenhaus kommen würde und man ihr die Hand reichen sollte.
Wie ihre Probleme dann aussehen und wie es auch weitergeht weiß leider auch nicht?
Ohne Therapie geht es meiner Meinung nicht und wie ich mich dann verhalten würde kann ich noch nicht sagen.
Bei unserem letzten gemeinsamen Ausflug mit meinen beiden jüngeren Jungs habe ich gefühlt wie traurig sie war das keiner ihrer Jungs mitwollte.
Warum schaffe ich das trotz Trennung mit meinen Kids und Ex, aber bei ihr klappt das einfach nicht...das hat sie die ganze Zeit bewegt.
Sie gibt sich an vielen Dingen die Schuld...Ihr Selbstbewusstsein in diese Richtung .
Auf On/ Off habe ich definitiv keine Lust...möchte aber trotzdem einen Kontaktversuch starten.
Sie ist für mich immer noch ein wertvoller Mensch den ich nicht ganz so einfach ziehen lassen möchte.
Natürlich ist das nicht einfach für mich aber ich bin jemand der nicht sofort aufgibt und das auch bei schlechten Zeiten.

Je mehr Kontakt ich hier im Forum habe umso kleiner werden meine Probleme und das fühlt sich gut an.

Danke euch

13.03.2023 19:44 • x 3 #6850


selly
Zitat von Schlüsselkind:
Hallo, lieber @MB1635, (hab diesen Beitrag seit heute Morgen hier im Zwischenspeicher und hab es nicht abgesendet?! Läuft bei ...

Ich stimme da dem lieben @Schlüsselkind in dem Text vollkommen zu

13.03.2023 20:55 • x 3 #6851


selly
Zitat von MB1635:
On/ Off habe ich definitiv keine Lust..

wenn es so ist wie ich es hatte , dann war es on/off. Ohne Therapie, lange intensive Therapie, würde er nicht gesunden und es wäre mit in/off immer weiter gegangen.
Ich weiß dass es so kommen würde.
Nie wieder könnte ich sowas ertragen . Warum auch? Warum gibt man so viel wertvolle Zeit für einen Menschen der sich toxisch verhält und zudem resistent ist eine intensive Therapie zu machen.

Sätze wie jemanden abhängig machen zu wollen , finde ich in jedem Fall beängstigend. Das ist sehr toxisch und nach einem Scherz würde sich das für mich nie anhören . Sondern nach Problemen die kommen würden.
Selbst aus Spaß würde ich so einen Satz niemals sagen.

13.03.2023 21:13 • x 2 #6852


ElfenWeide
Hey in die Runde!

Ich wollte mal ganz aus dem Nichts etwas fragen.

Ist es üblich, dass der depressive (Ex)Partner einem sagt, dass er einen wieder fühlen und lieben möchte?

Er probiert es wirklich und hat Schuldgefühle, weil er unbedingt möchte, es aber (noch?) nicht geht. Er weiß, dass ich ihn am liebsten sofort wieder als Freund hätte, doch er kann (gerade)?nicht lieben sagt er. Nächsten Monat geht eine Praktikantin von seiner Arbeit und er weiß jetzt schon, dass er der einzige sein wird, der keine Emotion dabei haben wird wie vermissen o.Ä.

Am Wochenende hat er schon Andeutungen gemacht, dass er es irgendwo will, aber da bleibt eben dieses aber und ein Fragezeichen. Wir haben was zusammen geschaut, da sagte er ironisch ,,Schau mal, seine Freundin bringt ihm etwas zu Essen ins Zimmer‘‘.

Wir sind uns sehr nah, kuscheln viel, küssen uns etc. Er hat mich Huckepack durch die Wohnung getragen, alles solche besonderen Dinge für mich.
Ach man. Es zieht an den Kräften, dass wir uns dieses WE wieder nicht sehen können, weil er eine Fortbildung hat. Seine Arbeit ist jetzt noch stressiger als vor Monaten…

16.03.2023 21:32 • x 1 #6853


selly
Zitat von ElfenWeide:
doch er kann (gerade)?nicht lieben sagt er.

Das habe ich schon oft gehört . Mein Expartner sagte mir sowas nie. Er war nur nicht fähig zu handeln , zu kommunizieren und er war leer innerlich.
Er sagte mir in einer guten Phase außerhalb der Depression, dass er mich immer liebte und liebt.
Aber die Depression kommt ja immer wieder und so war er Monate später wieder depressiv und eiskalt . Das ganze wiederholt sich immer und immer wieder.
Zumindest ohne eine jahrelange intensive Therapie

16.03.2023 21:45 • x 2 #6854


ElfenWeide
Danke. Das ist alles merkwürdig. Nach deinen Sätzen weiß ich gar nicht, ob das gut oder schlecht ist, dass er mir das sagte

17.03.2023 02:56 • #6855


selly
Zitat von ElfenWeide:
Danke. Das ist alles merkwürdig. Nach deinen Sätzen weiß ich gar nicht, ob das gut oder schlecht ist, dass er mir das sagte

Es ist schwierig. Ich weiß wie Du Dich fühlst, denn ich habe meinen Expartner sehr geliebt . Aber doch muss ich im Nachhinein sagen, ich wäre mit ihm keine glückliche Frau geworden.die Depression ist selten nur einmalig, besonders bei fehlender Therapie und selbst mit Therapie kann es immer wieder zu den Episoden kommen.
In Guten Phasen versprach er mir alles und trug mich auf Hönden und alles war schön und wir glücklich, wenn dann die depressive Episode kam, dann war er ein Fremder , eiskalt , sah auch fremd im Gesicht aus, versteinert. Und es war ihm dann alles egal, auch ich. Nur der Rückzug über Monate war dann das was er tat.
ich habe in der Zeit viel Energie und Kraft verloren.
Und das ganze wiederholte sich ja alle paar Monate.
ich habe mich aber entschieden mein Leben genießen zu wollen ich und nur noch eine Nicht-toxische-Beziehung führen zu wollen , das Leben ist zu kurz und wie gesagt es kommt ja immer wieder - also zumindest bei Menschen die sich weigern oder drücken eine Therapie zu machen (welche Jahre dauern kann!)

17.03.2023 09:43 • x 3 #6856


ElfenWeide
@selly Ich habe deine Geschichte gelesen und finde es bewundernswert, wie stark du bist. Wie ich es mitbekommen habe, scheinst du jetzt auch glücklich zu sein, das ist schön.

Meiner ist in jahrelanger Behandlung und solch eine Phase gab es noch nie. Ich weiß jetzt, dass ich zu der ganzen Situation auch beigetragen habe. Als es mir schlecht ging, habe ich immer schlimmere Dinge gesagt, die teilweise sein Trauma sehr getriggert haben, dem war ich mir nicht bewusst. Und da er anderen vor sich selbst hilft, ist das alles eskaliert, bis ich mir Hilfe holte. Das hat auf jeden Fall mit reingespielt. Denn er hatte schon mal eine relativ schlimme Phase, da waren wir noch nicht zusammen er hatte aber Gefühle für mich, und Liebesgefühle konnte er da scheinbar trotzdem haben

17.03.2023 11:58 • #6857


Jedi
Ja, da gebe ich @selly recht u. das ist meist der Knackpunkt;
Zitat von selly:
wie gesagt es kommt ja immer wieder - also zumindest bei Menschen die sich weigern oder drücken eine Therapie zu machen (welche Jahre dauern kann!)

Das ist so ! Bei einer unbehandelten Depressionserkrankung, wird sich diese Erkrankung in unterschiedlichen
Episoden u. Stärke immer wieder zeigen.
Das ist für die Partnerinnen/ Partner auf Dauer schwer auszuhalten.
Eine Beziehung verliert ihre Basis oftmal dabei u. es stelt sich meist auch die Frage nach dem Sinn,
soll ich warten - soll ich durchhalten - wie lange kann ich es aushalten - wie lange schaffen ich Zuversichtlich zu bleiben -
kann ein unbehandelter Partner, überhaupt nochmal so psychisch stabil werden, dass es sich lohnt zu warten,
auf eine glückliche u. zufriedene Beziehung zu hoffen ?
Diese Fragen bei Angehörigen tauchen hier in diesem Thread hier immer wieder mal auf,
oftmals in ganz unterschiedlichen Phasen.
--------------------------------------------------------
Zitat von selly:
ich habe mich aber entschieden mein Leben genießen zu wollen ich und nur noch eine Nicht-toxische-Beziehung führen zu wollen , das Leben ist zu kurz

Ich denke, dass @selly sich diese Entscheidung nicht leicht geacht hat u. doch ist es eine Konsequenz,
wenn absehbar ist, dass es zu keiner Weiterentwicklung da kommt - kommen kann !

LG Jedi

23.03.2023 16:04 • #6858


ElfenWeide
Moin, wie gehts euch allen ?

27.03.2023 19:02 • #6859


EmptyLife
@Schlüsselkind
Vielen Dank, für deine Antwort und verzeih mir meine verspätete Reaktion darauf. Mir fehlt völlig die Energie und ich befinde mich in einer Phase des sozialen Rückzugs. Die ganzen Probleme, die neben der Depression meines Freundes vorhanden sind, erdrücken mich so sehr, dass mir nur die Flucht bleibt.

Zitat von Schlüsselkind:
nach Deinen Schilderungen würde es Dir, vermute ich, besser tun, erst einmal Deine eigene Wohnung und einen Rückzugsort für Dich zu haben, oder? Die Option mit einem erneuten Zusammenziehen könntet ihr euch dann doch noch offen halten für später. (Fände ich jetzt die sichere Variante als gemeinsam noch einmal umzuziehen.)

Das ist richtig. Ich habe relativ früh gemerkt, dass ich nicht der Typ für ein Zusammenwohnen bin.
Die Umstände (ich musste meine Wohnung fluchtartig verlassen) haben uns in diese Situation geführt, die nur als Übergangslösung gedacht war und nun schon viel zu lange geht. Wir sind beide aber nach wie vor der Meinung, dass es mit einer entsprechend großen Wohnung , die genügend Rückzugsmöglichkeiten bietet, auch klappen würde.
Jetzt ist die Gesamtsituation durch die viel zu kleine Wohnung eine ganz andere und führt eher ins Gegenteil. Es ist massiv belastend und die erfolglose Wohnungssuche zieht uns zusätzlich runter.

Aufgrund der immer härteren Bedingungen und utopischen Preise für eine Wohnung (in der man sich auch wohlfühlt) macht es wirtschaftlich keinen Sinn, getrennt zu suchen und zu wohnen. Sonst würden wir es tun.
Der Wohnungsmarkt zwingt uns praktisch dazu, gemeinsam zu wohnen.
Eigentlich habe ich mir das immer so vorgestellt: Getrennte Wohnungen, aber nah beieinander. Das wäre genau richtig für uns.


Stand jetzt ist, dass wir uns immer weiter voneinander entfernen. Durch die vielen Probleme und sein zunehmend belastendes Verhalten schwindet mein Interesse an ihm. Wir sind eher enge Freunde, die noch gewisse Intimitäten miteinander teilen.
Wir reden offen darüber, aber eine Lösung gibt es nicht. Diese habe bisher immer nur ich gesucht und Vorschläge für Kompromisse gemacht hat. Er ist dazu - warum auch immer - noch nie in der Lage gewesen.
Dafür bin ich einfach nicht mehr bereit und ich habe auch nicht mehr die Kraft dazu. Wenn ihm das mit uns wirklich wichtig wäre, würde er sich auch mal Gedanken machen und nicht alles laufen lassen, bis nichts mehr geht und sich dann damit abfinden.
Ihm fehlt die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.

28.03.2023 11:03 • x 2 #6860


Cathy098
@EmptyLife

Hallo Empty Life,

Mir fällt nach dem Lesen der ganzen Zeilen eine Frage ein, die dir vielleicht weiterhelfen könnte, langfristig etwas an dem Zustand zu ändern.

Worin liegen denn deine Fähigkeiten und Ressourcen Verantwortung zu übernehmen?

Alles Gute weiterhin für dich .

VG

28.03.2023 12:29 • x 1 #6861


EmptyLife
@Cathy098
Mir fällt es schwer, deine Frage richtig zu interpretieren und somit zu beantworten. Könntest du sie anders stellen?

28.03.2023 13:34 • x 1 #6862


Jedi
Zitat von Cathy098:
Worin liegen denn deine Fähigkeiten und Ressourcen Verantwortung zu übernehmen?

Der Gedanke war bei mir auch da u. ich schreibe diese Frage mal mit meinen Worten,
Was gehört zu Deinen persönlichen Stärken, wenn Du Verantwortung übernehmen musstest u.
welche zurückliegenden Erfahrungen fallen Dir dabei ein, auf die Du jetzt zurückgreifen könntest,
die Dir schonmal geholfen haben ?

28.03.2023 17:40 • x 3 #6863


Cathy098
@EmptyLife

Liebe Empty Life,

Ich habe meine Frage bewusst so offen formuliert . Einfach, weil in deinem Aussagen so viel drin steckt.

Danke an Jedi, der einen wichtigen Teil davon formuliert hat. Vielleicht gab es in der Vergangenheit schon Situationen in Krisen, Konflikten etc , wo du gemerkt hast, dass bestimmte Stärken oder Ressourcen dir geholfen haben, die Situation zu bewältigen. Was sind deine Charakterstärken, die dir aktuell nützlich sein können? Welche Ressourcen, wie zb andere Menschen, Hobbys tun dir gut und sind in der Lage dir ein besseres Gefühl zu geben?

Mir fällt beim Lesen auf, dass du in die Opfer-Täter-Rolle fällst, bzw
habe ich das Gefühl, dass es hier auch darum geht wer welches Maß Verantwortlichkeit für diese Situation trägt. Du bist unzufrieden, das merkt man, aber die Schuldfrage bzw wer hier Opfer oder Täter ist bringt dich nicht weiter.

Was dich weiterbringt ist die Frage danach worin deine Anteile an der Situation liegen. Versuche nicht einen anderen Menschen zu verändern, das ist nicht der Weg, der dich glücklich werden lässt, sondern versuche dich, dein Verhalten und deine Handlungen zu verstehen. Reflektiere dich selber.
Du bist in therapeutischer Behandlung. Vielleicht habt ihr ja schon mal das Thema Schutz-und Überlebensstrategien bearbeitet, die du dir während deiner Kindheit im Umgang mit deiner Familie angeeignet hast. Wir neigen dazu bekannte Muster im Erwachsenenalter weiter zu verfolgen und manövrieren uns immer wieder in allzu bekannte Situationen. Wenn du das vielleicht mit Hilfe deines Therapeuten aufschlüsseln kannst, gelingt es dir vielleicht auch eine Lösung für deine aktuelle Situation zu finden und schließlich ganz für dich und dein Leben Verantwortung zu übernehmen.

VG

29.03.2023 08:13 • x 3 #6864


Schlüsselkind
Zitat von EmptyLife:
Stand jetzt ist, dass wir uns immer weiter voneinander entfernen. Durch die vielen Probleme und sein zunehmend belastendes Verhalten schwindet mein Interesse an ihm. Wir sind eher enge Freunde, die noch gewisse Intimitäten miteinander teilen.
Wir reden offen darüber, aber eine Lösung gibt es nicht. Diese habe bisher immer nur ich gesucht und Vorschläge für Kompromisse gemacht hat. Er ist dazu - warum auch immer - noch nie in der Lage gewesen.
Dafür bin ich einfach nicht mehr bereit und ich habe auch nicht mehr die Kraft dazu. Wenn ihm das mit uns wirklich wichtig wäre, würde er sich auch mal Gedanken machen und nicht alles laufen lassen, bis nichts mehr geht und sich dann damit abfinden.
Ihm fehlt die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.



Liebe @EmptyLife,

das ist verständlich (mir fehlt gerade auch irgendwie Energie), alles gut.

Ich werte es mal als gutes Zeichen, dass Dich das Verhalten Deines Partners etwas wegstößt, auch wenn das natürlich traurig ist, aber es zeigt, dass Du Grenzen hast und dir die Situation wie sie aktuell ist dauerhaft nicht gut tun wird.

Wenn Du jeden Tag erlebst, dass ein Partner keine Verantwortung übernehmen kann oder will (aus welchen Gründen auch immer), wird sich daran in absehbarer Zeit nichts ändern ohne sein Zutun. Denn Du hast kein Einwirken darauf und alles mögliche getan, was Du kannst. Nun kannst Du eigentlich nur für dich selbst daraus Konsequenzen und klare Grenzen ziehen.

Wenn Du schreibst zusammenziehen - bzw. positiv formuliert - alleine leben ist sowieso mehr Dein Ding, dann ist das so und tu jetzt auch mal ohne Rücksicht, was Dir selbst in diesem Moment weiterhilft. Wenn Du noch zögerst, setze dir ein Zeitlimit, das könntest Du Deinem Partner mitteilen oder für dich behalten. Mir persönlich hat es schon geholfen, ganz ohne Zuversicht und Motivation ist es oft schwierig an seinem Plan und an besseren Zeiten festzuhalten.

Der Wohnungsmarkt ist derzeit schwierig, aber bitte bleib weiter dran, ich bin mir sicher, dass Du eines Tages was schönes finden wirst. Nimm Dir nicht zu viel auf einmal vor. Vielleicht ist die eigene Wohnung ein erster Schritt einer langsamen Lösung von Deinem Partner. Dann schau mal, wie dir die neue Situation mit ihm noch gut tut, ob eure Partnetschaft besser läuft mit getrennten Wohnungen oder ob Dir deine neugewonne Freiheit so gut tut, dass Du Dir selbst genügend bist.

Nur ein paar Ideen. Ich drücke dir weiterhin die Daumen, dass Du eine gute Lösung für dich findest!

29.03.2023 09:21 • x 3 #6865


EmptyLife
Ich weiß leider immer noch nicht, wie ich die Frage richtig beantworten kann. Also schreib ich einfach mal drauf los, was ich dazu denke.
Verantwortung ist etwas, das man vorgelebt und beigebracht bekommt. Wie vieles andere auch, das man im Leben braucht - nicht nur in der Interaktion mit anderen Menschen und Beziehungen.
Manche bekommen das aber nicht beigebracht und haben dann einen Nachteil bzw. Probleme dadurch.
Das ist bei uns leider der Fall, was zu Problemen zwischen uns und im Leben des jeweils anderen führt.
Mein Freund ist z.B. bezüglich Weitsicht der von-der-Tapete-bis-zur-Wand-Typ und ich der von-der-Tapete-bis-zum-Saturn-Typ (inklusive aller Nebenwege)

Man kann vieles nachträglich erlernen. Aber nur, wenn man es als Problem erkennt und willens ist, daran zu arbeiten. Das habe ich sehr lange intensiv getan und tue das nach Möglichkeit auch noch weiter. Er ist da leider das Gegenteil. Und ich weiß, dass ich das nicht ändern kann.

Zitat von Jedi:
Was gehört zu Deinen persönlichen Stärken, wenn Du Verantwortung übernehmen musstest u.
welche zurückliegenden Erfahrungen fallen Dir dabei ein, auf die Du jetzt zurückgreifen könntest,
die Dir schonmal geholfen haben ?

Zitat von Cathy098:
Vielleicht gab es in der Vergangenheit schon Situationen in Krisen, Konflikten etc , wo du gemerkt hast, dass bestimmte Stärken oder Ressourcen dir geholfen haben, die Situation zu bewältigen. Was sind deine Charakterstärken, die dir aktuell nützlich sein können?

Ich würde sagen meine Stärken sind meine Reflexionsfähigkeit, Selbst-Bewusstsein, Außen-Bewusstsein, vorausschauendes Denken, Selbstkontrolle, Geduld und zum Teil meine Rationalität.
Mir ist bewusst (oder kann mir bewusst machen), warum ich etwas tue/fühle/denke und kann das auch artikulieren. Ich verstehe auch, dass alle meine Worte und Handlungen Konsequenzen haben und auch, welche Konsequenzen das sein können.
Ich verstehe Zusammenhänge, die in eine bestimmte Situation oder zu einer bestimmten Reaktion geführt haben.
Mir sind die Regeln der Welt bewusst und wie ich sie zu meinem Schutz oder Vorteil nutzen kann.
Wie mir das alles helfen soll, weiß ich allerdings nicht.
Mir bleibt nur die Möglichkeit mich vermehrt nur auf mich zu konzentrieren, was aber mein starkes Bedürfnis nach seiner Aufmerksamkeit und Zuwendung nur unterdrückt. Das wird zwangsläufig zur Trennung führen, weil ich darauf nicht verzichten kann und will.

Zitat von Cathy098:
Welche Ressourcen, wie zb andere Menschen, Hobbys tun dir gut und sind in der Lage dir ein besseres Gefühl zu geben?

Mir tut es gut für mich zu sein, Musik zu hören, zu singen und einfach mein Ding zu machen ohne Rücksicht nehmen zu müssen. Außer meinem Freund gibt es nur meine Mutter, mit der ich ab und zu mal telefoniere. Da ich kein gutes Verhältnis zu ihr habe, hält sich das auch bewusst in Grenzen.

Mein einziges Hobby ist Gaming. Ich interessiere mich zwar auch für anderes, aber dazu fehlt entweder das Geld oder die körperliche Fitness - allen voran der Antrieb und die Lebensfreude. Raus gehen tue ich also nicht.
Freizeit-Gruppen sind nichts für mich. Einerseits wegen dem Kontakt mit so vielen anderen Menschen auf einmal und weil die Unternehmungen mich nicht ansprechen.
Macht euch daher bitte keine Mühe mit Vorschlägen dazu. Das hat man bei mir schon immer versucht und bringt mir nichts außer Druck und Selbstvorwürfe. Ich kenne mich sehr gut und wenn ich etwas finde, würde ich es auch machen.

Zitat von Cathy098:
Mir fällt beim Lesen auf, dass du in die Opfer-Täter-Rolle fällst, bzw
habe ich das Gefühl, dass es hier auch darum geht wer welches Maß Verantwortlichkeit für diese Situation trägt. Du bist unzufrieden, das merkt man, aber die Schuldfrage bzw wer hier Opfer oder Täter ist bringt dich nicht weiter.

Stimmt. Es hilft nicht weiter, ist andererseits aber wichtig klar zu trennen, wer welche Anteile an etwas hat. Andererseits würde man sich immer für alles die Schuld geben oder nicht merken, wenn der Partner all die Schuld auf einen schiebt.
Wir leben nun mal in einer Welt, wo die Schuldfrage für uns wichtig ist. Nicht nur in juristischer Hinsicht.

Zitat von Cathy098:
Du bist in therapeutischer Behandlung. Vielleicht habt ihr ja schon mal das Thema Schutz-und Überlebensstrategien bearbeitet, die du dir während deiner Kindheit im Umgang mit deiner Familie angeeignet hast.

In einer richtigen Therapie bin ich nicht. Ich nehme Gespräche bei einer kostenlosen psychologischen Beratungsstelle mit geschultem Personal wahr, was für mich aber genauso hilfreich ist.
Das Thema Schutz-und Überlebensstrategien habe ich aber in noch keiner Therapie so richtig besprochen. Ich hatte einfach immer zu viele Themen auf einmal.

Zitat von Schlüsselkind:
Vielleicht ist die eigene Wohnung ein erster Schritt einer langsamen Lösung von Deinem Partner.

Ich will mich gar nicht lösen, aber ich werde es tun, wenn ich muss. Es entwickelt sich seit längerem in diese Richtung durch seine Krise und unsere Wohnsituation. Trotzdem hoffen wir beide weiterhin, dass es besser wird. Denn wir wissen, wie unglaublich gut wir uns tun, wenn drumherum alles stimmt. Trotz allem bin ich seine Seelenverwandte, das sagte er mir gestern klar und deutlich. Und mir geht es mit ihm auch so. Dieses Gefühl tiefer Verbundenheit, das man nicht beschreiben kann...

Wir hatten nämlich wieder ein langes Gespräch. Einerseits bringt es immer mehr Klarheit in die Situation, andererseits ändert sich nicht wirklich etwas. Würde ich keine Gespräche einleiten, wüsste ich nicht, was ihn beschäftigt oder stört.
Es ist wirklich, als hätte ich ein Kind an meiner Seite, dem ich die Welt erklären muss und wie man lebt. Und das ist unglaublich anstrengend.

31.03.2023 13:48 • x 3 #6866


ElfenWeide
Guten Abend…

Ich hätte eine Frage an alle, die diese Phase mit ihrem (Ex)Partner erfolgreich überwunden haben..

Wie genau sah das bei euch mit dem Zeitpunkt aus, an dem ihr es wieder offiziell gemacht habt? Dass ihr offiziell (wieder) zusammen seid? Habt ihr gesagt ,,So wir sind jetzt wieder zusammen?‘‘ Oder habt ihr es gemerkt? Wie sah das aus?

Vielleicht ist das etwas blöd ausgedrückt, weil hier einige bereits berichteten, dass ihr Partner in seiner depressiven Phase zwar nicht Schluss gemacht hat, es aber eigentlich so war, als wäre man getrennt.. Aber ich hoffe ihr wisst, wie meine Frage gemeint ist?

Denn hier geht es nicht so richtig weiter. Wir verhalten uns mittlerweile eigentlich wieder so, als wären wir zusammen.. sprechen es aber nicht aus, sind also irgendwie nicht an dem Punkt? Ich weiß auch nicht haarklein über seine Gefühle gegenüber mir Bescheid, die waren ja weg. Aber da scheint doch zumindest etwas, bzw irgendetwas zu sein, wenn er wieder fast so zu mir ist, wie er immer war oder?

Er sagt bereits, dass es mit Gefühlen bei ihm noch schwierig ist, das wäre aber immer noch allgemein so, nicht nur bei mir.. Und dass er daran arbeitet, dass es besser wird.. und dass es ganz langsam besser werden würde..
Aber wieso kann er sich dann so gegenüber mir verhalten? Ist das bei manchen depressiven so, dass sie das machen in der Hoffnung, dass es dadurch (schneller) besser wird und die Gefühle wiederkehren? Oder fällt es ihm schwer, mir offen zu sagen, dass doch irgendwo (wieder) Gefühle da sind? Denn einmal, nachdem ich per Whatsapp schrieb, dass ein Kuss jetzt toll wäre, sagte er, dass er sowas leider noch nicht über Text könne. Aber in echt schon? Woran liegt das? Letztens schrieb er mir, dass er mich vermisst und es ihm schwerfällt, mit das zu sagen, aber dass er das jetzt ,,durchdrückt‘‘. Er hatte nie Probleme, sowas auszudrücken, war immer total offen..

Ich weiß nicht so recht, wie ich mich verhalten soll? Wir sind wieder wie zusammen. Druck machen will ich nicht mehr. In den letzten Monaten hat es schon Druckt gemacht, wenn ich über das Thema Beziehung gesprochen habe. Mittlerweile tue ich das nicht mehr, aber ich finde irgendwie, dass ES besser ist?
Was dieses ES ist und weshalb ich das denke, kann ich gar nicht so genau erklären.

19.04.2023 22:28 • #6867


A
@ElfenWeide

Hallo ElfenWeide,

Bei mir war das etwas anders. Aber ich berichte es dir gerne. Wir waren gerade am zusammen kommen als die Depression bei ihm losging. Wir waren also nie richtig zusammen. Ich habe das rund 7 Monate so mitgetragen. Treffen nur spontan, wenn er konnte und wollte, in den Treffen waren wir eigentlich zusammen, aber nie in der Öffentlichkeit und offiziell.
Als ich für mich entschieden hatte,dass ich das so nicht mehr kann, weil es mich kaputt macht und ihn erstmal loslasse, bis er sich selbst wieder klar darüber ist, was er eigentlich will, das war für ihn eine Art Schocksituation, die bei ihm, wie auch immer, den Knoten schlagartig gelöst hat. Er sagte, es wäre ihm beim Lesen meiner Nachricht schlagartig klar geworden. Er hat ein paar Tage abgewartet, ob sein Zustand so bleibt und mich dann um ein Treffen gebeten. Da hat er direkt ganz klar gesagt, dass er mich liebt und eine richtige Beziehung will und wie dankbar er mir ist, dass ich immer da war.
Also, lange Rede, kurzer Sinn. Es kam bei ihm sehr schnell und verbindlich zurück und er wollte offen mit mir zusammen sein. Und das sind wir seitdem und es ist schön.

Es hört sich bei euch gut an. Vielleicht braucht er noch ein bisschen Zeit, aber ihr seid auf dem richtigen Weg. Es ist schwer, aber vielleicht brauchst du noch ein klein wenig Geduld mit ihm. Und es ist viel schöner, wenn er es von sich aus wieder kann, ohne, dass du danach fragen musst.

Du hast super durchgehalten!

19.04.2023 22:56 • x 1 #6868


ElfenWeide
@Angel_88

Vielen Dank, dass du das mit mir teilst und ich freue mich unglaublich für euch!

Ich hatte deine Geschichte bereits gelesen und war gleichzeitig überrascht aber auch eben nicht, dass er sich erst entschieden hat, als du ihm klargemacht hast, dass du das so sonst nicht mehr weiterführst.

Über diese Vorangehensweise habe dann auch bei mir nachgedacht. Aber ich glaube, das ist nicht das richtige.. Danke für deinen Mut, ich hoffe, dass mein Durchhalten ihn nicht dazu bringt, sich darauf auszuruhen!

19.04.2023 23:30 • #6869


A


Hallo Sandra-k,

x 4#30


ElfenWeide
Es ist echt hart…

22.04.2023 14:19 • #6870

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