13141

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

selly
Zitat von Jedi:
kann man aber nicht leben, mit diesen Gedankenkreisel

Alles hat natürlich sein Ende . Und irgendwann würde man es auch aufgeben die Gedanken kreisen zu lassen.
Aber vorerst sind sie da und da möchte man am liebsten schnelle Klärung , um es abzuschließen.

Ich würde nie jemanden anbetteln oder flehen zu bleiben. Wer gehen möchte soll gehen- jedoch Klarheit, also eine Erklärung, um es für sich einzuordnen , das würde ich schon haben wollen, bzw.verstehe dass man darauf wartet (wie gesagt nicht das ganze Leben- aber eine gewissen Zeit )

18.01.2023 14:53 • x 3 #6541


K
@Claudi2023

Egal, ob es an der Krankheit liegt oder nicht- dein Mann hat sich von dir getrennt und das musst du wohl oder übel akzeptieren.

Mein Exmann hat meine damalige Trennung nicht akzeptiert und dachte, es wäre nur eine Kurzschlusshandlung meinerseits gewesen, obwohl ich danach monatelang versucht habe, ihm klarzumachen, dass dieser Schritt für mich wohlüberlegt und endgültig war.
Letztlich musste ich 14 Monate mit meinem Ex unter einem Dach leben und allerlei Versuche seinerseits, die Beziehung zu retten, über mich ergehen lassen (schreckliche Geschichte).
Ausgezogen ist er übrigens genau am Tag der Scheidung.

Natürlich vergleiche ich hier Äpfel mit Birnen- mein Ex hat mich jahrelang ausgebeutet und für seine Ziele benutzt, bis ich mich getrennt habe und ich gehe jetzt nicht davon aus, dass das bei dir der Fall ist.
Es geht mir rein um die Akzeptanz.

Weder kannst du deinem Mann helfen noch ihn zu irgendetwas zwingen -abgesehen von den Unterschriften mittels Rechtsanwalt.
Im Moment kannst du ihn nur bewusst loslassen und dich auf dich und dein Kind konzentrieren.

Zitat von Claudi2023:
Ich habe mal eine Mail an die Stationsleitung verfasst, aber noch nicht abgeschickt.

Was steht denn drin? (Falls du den Inhalt mit uns teilen möchtest)

LG

18.01.2023 14:57 • x 2 #6542


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


Jedi
Zitat von Kylie:
Es geht mir rein um die Akzeptanz.

Das stimmt u. ist doch auch sehr schwer !
Doch bleibt einem nichts anderes übrig, diese Situation anzunehmen u. zu Akzeptieren - denn was gebe
es dazu für eine Alternative ?

Gedankenkreise, bzw. von destrultiven Gedanken sich beherrschen zu lassen, macht definitiv
unsere Psyche krank u. das passiert relativ schnell.
Ich möchte es auch erklären warum, weil es Stress erzeugt u. weil es sehr schnell damit geht,
dass der Stresslevel nicht mehr korrigiert werden kann - das heißt, es kommt zum Dauerstress
in unserem Körper u. es fehlt die Balance, hin zu Entspannung.
Davon können euch die BurnOut (Erschöpfungs-Depression) -Betroffenen hier im Forum ein Lied singen.
---------
Zitat von selly:
(wie gesagt nicht das ganze Leben- aber eine gewissen Zeit )

Aber aufgepasst, dass man selbst erkrankt, passiert recht schnell !

18.01.2023 15:13 • x 3 #6543


Claudi2023
@Kylie
Zitat von Kylie:
Was steht denn drin? (Falls du den Inhalt mit uns teilen möchtest)

Habe mit meiner Therapeutin nochmal gesprochen. Sie rät mir nach der letzten Nachricht von ihm ab, den Arzt zu kontaktieren. Da er davon auf alle Fälle erfährt und darauf nicht gut reagieren wird.
Hier dennoch meine entworfene Mail:

Sehr geehrte Frau ….

ich hoffe ich bin mit meinem Anliegen zunächst bei Ihnen richtig.
Mein Ehemann befindet sich seit 4,5 Wochen bei Ihnen in Behandlung.
Ich weiß das Sie mir keine Auskunft über die Behandlung oder Diagnose geben dürfen. Das möchte ich auch nicht.

Ich befinde mich nur in einer sehr verzweifelten Situation. Wie der behandelten Arzt sicher weiß, bin ich aktuell schwanger und in 5 Wochen kommt unsere gemeinsame Tochter zur Welt.
Seit der plötzlichen Trennung im August, komme ich leider nicht mehr an meinen Mann ran. Es gibt allerdings einige Dinge bzgl unseres Kindes zu besprechen, die mich zunehmend belasten. Durch den psychischen Stress verschlechtert sich leider auch der Verlauf meiner Schwangerschaft und Sorgen um unser Kind kommen noch hinzu.

Da ich mir nicht mehr anders zu helfen weiß, ist meine Frage, ob es eine Möglichkeit gibt, mit dem behandelten Arzt kurz zu sprechen?
Ich bin auch gerne bereit ein gemeinsames Angehörigengespräch zu führen.

Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen.
Vielen Dank im Voraus.

18.01.2023 15:47 • x 2 #6544


K
Zitat von Claudi2023:
Habe mit meiner Therapeutin nochmal gesprochen. Sie rät mir nach der letzten Nachricht von ihm ab, den Arzt zu kontaktieren


Wenn ich deinen Text so auf mich wirken lasse, habe ich den Eindruck, dass du dich ziemlich klein machst und sehe dich irgendwie weinend auf dem Boden liegen.
So gesehen verstehe ich, dass dir deine TP abrät, die Mail zu verschicken .

Wo ist denn nur dein Krönchen?

Ich würde dem Arzt kurz und prägnant schreiben, welche Punkte offen und zu klären sind und für welche Dokumente du seine Unterschrift benötigst.
Und dass du dich an ihn wendest, weil du nicht deinen Rechtsanwalt einschalten möchtest.

So würdest du - meiner Meinung nach - in dieser Sache eher Erfolg haben und deine Würde behalten (Wobei ich mich keinesfalls in deine Entscheidung einmischen möchte).

18.01.2023 16:14 • x 5 #6545


Jedi
Zitat von Claudi2023:
Sie rät mir nach der letzten Nachricht von ihm ab, den Arzt zu kontaktieren.
Da er davon auf alle Fälle erfährt und darauf nicht gut reagieren wird.

Ich kenne jetzt die Intuition der Therapeutin, den Azt nicht zu kontaktieren ?
Ich finde es etwas Zweifelhaft, vorrauszusetzen, dass er Dein Mann davon erfährt - außerdem sollte es dem
dortigen behandelnden Arzt überlassen bleiben, wie er sich nach einem Gespräch mit Dir dazu verhält.
Zudem gibt es auch die Möglichkeit von Absprachen zwischen Dir u. dem Arzt !

Die Annahme, dass Dein Mann, wenn er von dem Gespräch erfährt u. nicht gut darauf reagieren könnte,
ist doch auch nur eine Vermutung u. hängt doch weitesgehend von dem Arzt ab, der es ihm berichten wird.
Das Du in einer besonderen Situation, 5 Wch. vor der Geburt des gemeinsamen Kindes stehst,
zeigt doch dem Arzt dort, welch wichtiges Anliegen dahinter von Deiner Seite steckt.

Ich kann den Rat Deiner Therapeutin, ehrlich gesagt , so nicht nachvollziehen.
Das Argument, Dein Mann könnte darauf nicht gut reagieren, empfinde ich der Tatsache einer
bevorstehenden Geburt, doch recht dünn u. nicht angemessen ! - Ist aber auch persönliche -

Du hast ja auch richtig erklärt, dass Du keine Diagnose wissen willst u. auch kein Sitzungsverlauf,
sondern, dass es Dinge gibt, die mit ihm besprochen werden müssen (dazu hätte er die Unterstützung
von professioneller Seite ja auch) !

Aber gut, mal schauen, welche Rückmeldung Du auf Deine Mail erhältst.

18.01.2023 16:27 • x 2 #6546


Jedi
Zitat von Kylie:
dass du dich ziemlich klein machst

Zitat von Kylie:
Wo ist denn nur dein Krönchen?

@Kylie kann ich da nur zustimmen , denn Du möchtest ja nicht den Kontakt,
wegen irgendwelchen Pllepalle, sondern es sind wichtige Anliegen die Du hast !

18.01.2023 16:30 • x 1 #6547


Claudi2023
Zitat von Jedi:
Aber gut, mal schauen, welche Rückmeldung Du auf Deine Mail erhältst.

Ich habe die Mail nicht abgeschickt, bin maximal verunsichert, weil mir jeder etwas anderes rät.

18.01.2023 16:37 • x 1 #6548


Jedi
Zitat von Claudi2023:
Ich habe die Mail nicht abgeschickt, bin maximal verunsichert, weil mir jeder etwas anderes rät.

Das verstehe ich u. doch, wenn es Dir wichtig erscheint, dann schicke sie ab !
Überlege, was könnte passieren ? - Es wird eine Rückantwort geben u. dann erst kannst Du wissen,
ob ein Kontakt mit dem Arzt möglich ist oder eben nicht !
Wenn nicht, dann konzentiere Dich nun auf die Geburt, lass Dich von Deinem Umfeld unterstützen u.
dies auch durch einen Anwalt.
Kommt es zu einer Scheidung, dann wirst Du eh einen Anwalt benötigen !

18.01.2023 16:42 • x 2 #6549


selly
Zitat von Claudi2023:
habe die Mail nicht abgeschickt, bin maximal verunsichert

Was soll passieren ? Wenn er dich noch will , wird er es verstehen dass du es aus der Not heraus machen musstest.
Wenn er Dich nicht mehr will- dann ist es erst recht gut , damit du Mithilfe des Arztes deine Unterschriften bekommst und anders Nötige was vielleicht noch kommt
Du hast demnach nichts zu verlieren

18.01.2023 20:36 • x 3 #6550


Jedi
Zitat von selly:
Du hast demnach nichts zu verlieren

So ist es
Verstehe aber auch, dass Du es gerade so nicht sehen kannst, zuviel überlagern da unterschiedlichste Gedanken.
Aber es stimmt u. Du kannst nur gewinnen u. es ist unabhängig, wie das Ergebnis später ausfällt !

18.01.2023 20:50 • x 3 #6551


Claudi2023
@Jedi @selly
Gerade ist mir wieder alles zu viel. Die Unterschriften bekomme ich, das hat er mir ja zugesichert und in dieser Hinsicht hat er bis jetzt immer sein Wort gehalten. Ich werde mir dennoch einen Beratungstermin bei einer Anwältin holen, damit ich mich einfach auf evtl Situation einstellen kann.

18.01.2023 21:29 • x 4 #6552


Claudi2023
Hi ihr Lieben,
ich war gestern wieder bei meiner Sozialarbeiterin von ProFamilia. Wenn die Unterschriften nicht kommen, wird sie sich mit der sozialarbeiterin seiner Station telefonisch in Kontakt setzen. Das beruhigt mich und nimmt mir erstmal den Druck. Ich habe einfach keine Kraft mehr und denke das ist eine gute Lösung.

Grüße

20.01.2023 09:12 • x 8 #6553


Jedi
Zitat von Claudi2023:
und denke das ist eine gute Lösung.

Finde dies eine sehr gute Lösung sogar

20.01.2023 14:37 • x 1 #6554


K
Hallo ihr Lieben,

wollte mal in die Runde fragen, wie es euch so geht?

Ich hatte vor anderthalb Wochen ein wunderschönes Treffen mit meinem Partner. Danach wieder nix. Am Wochenende überhaupt Funkstille, die letzten Tage haben wir immerhin telefoniert.

Und jetzt hat er seinen Sohn bei sich und nimmt ihn auch zur Arbeit mit, nachdem seine Mutter nicht mehr mit ihm zurecht gekommen ist.
Also vermutlich werden wir uns in nächster Zeit nicht einmal hören...

Ich hoffe, bei euch läuft es besser.
LG Kylie

26.01.2023 11:10 • x 2 #6555


Claudi2023
Hallo ihr Lieben,
ich habe die Unterschriften alle von meinem Mann bekommen. Aber keine Nachfrage nach mir oder unserer Tochter. Zumindest hat er dazu geschrieben, wenn ich noch etwas brauche, soll ich ihm Bescheid geben.
Die Kleine wird schon 14 Tage früher zur Welt kommen. Am 13.02. wird die Geburt eingeleitet. Ich werde ihm die Tage eine kurze Mail schreiben und ihn darüber informieren. So mit muss ich mir nichts vorwerfen.

@Kylie es tut mir leid, das es immer wieder so stagniert, aber er kommuniziert wenigstens ein wenig mit dir und lässt dich ein kleines bisschen an seinem Leben teilhaben. Aber ich weiß es ist für dich so schwer!

Grüße

26.01.2023 12:05 • x 3 #6556


A
Auch von mir ein Hallo ein euch,

mir geht es soweit in Ordnung, würde ich sagen. Es gibt nicht wirklich was neues. Zum Stillstand ist unser Miteinander ja nie gekommen, von daher geht es mir wohl deutlich besser, als euch. Und ich habe für mich erkannt, dass es unsere einzige Chance ist, wenn ich ihm seine Zeit und seinen Raum gebe und mich zurücknehme. Es scheint ihm auch etwas Druck zu nehmen. Er hat mir seine Stimmungsstatistik gezeigt, die er für die Therapie macht und da geht die Tendenz klar in Richtung bessere Stimmung. Und seit ich mich gar nicht mehr melde, kommt er doch recht regelmäßig auf mich zu. Aber immer mit recht belanglosen Dingen, nichts liebevolles, als wäre nie was zwischen uns gewesen. Einerseits freue ich mich sehr, dass er offensichtlich Kontakt mit mir will. Andererseits tut es auch immer etwas weh, dass es irgenwie zur Normalität geworden ist, dass da (scheinbar) keine Gefühle für mich sind. Kurz vor dem Wochenende fragt er auch immer nach einem Treffen. Das ist dann immer wieder wunderschön und wir verhalten uns wie ein Paar. Darauf folgt dann immer ein paar Tage Rückzug... Irgendwie ist es inzwischen schon berechenbar. Ich gebe mein bestes damit klarzukommen und Selbstfürsorge zu betreiben. Schwer ist das trotzdem und es tut auch immer wieder weh. Dennoch mag ich nicht aufgeben.

@Kylie das klingt recht durchwachsen. Aber, dass ihr Treffen und Telefonat hattet, würde ich auch positiv werten. Da wollte er offensichtlich den Kontakt mit dir haben, wenn er es kann.

@Claudi2023 schön, dass du die Unterschriften jetzt hast und diesen formalen Teil für dich abhaken kannst. Auch wenn euer Zusammentreffen nicht wie erhofft war. das wird wohl leider nur die Zeit zeigen, wie es sich entwickelt. Ich weiß, es fällt schwer. Aber wenn es irgendwie geht, versuche dich auf andere Dinge zu fokussieren und dich gut um dich und euer Baby zu kümmern.

26.01.2023 12:20 • x 3 #6557


Claudi2023
@Angel_88 Ich denke du machst das gut und trotzdem ist es unheimlich hart. Man hofft einfach immer das der Wendepunkt kommt. So geht es mir zumindest. Unserer Bekannten hat er geantwortet und schreibt sporadisch, aber auf Fragen zu ihm oder uns geht er nicht ein. Sie hat versucht über das gemeinsame Interesse fotografieren an ihn rauszukommen, also nur auf oberflächliches antwortet er, aber auch sehr verzögert.
Mir geht es mal so, mal so. Heute ist wieder ein Tag an dem ich verzweifelt bin.

26.01.2023 13:08 • #6558


A
@Claudi2023

danke für deinen Zuspruch. Ich verstehe deine Verzweiflung, mir geht es in den letzten Tagen auch öfters so. Es ist einfach schon so eine lange Zeit. Und ja, man liest überall, dass so eine Episode auch irgendwann endet. Aber ich sehe da auch gerade nicht das Licht am Ende des Tunnels. Man will Vertrauen haben. Aber Zweifel sind einfach auch da, ob das wirklich alles wieder werden kann und das macht es hart. Aber mir geht es, wie dir, ich hoffe auf einen Wendepunkt.

Und das mit den sachlichen Antworten habe ich hier auch schon oft gelesen. Mehr können sie wohl gerade nicht geben. Aber werden sie mit der Zeit wieder mehr geben können? dieser aktuelle Zustand ist so normal geworden. Ich kann mir gerade gar nicht vorstellen, wie es im Moment anders sein könnte. Und diese Ungewissheit macht irgendwie trautig.

Ich habe mir letzte Woche ein Buch gekauft, ein Ratgeber für Angehörige von depressiven Menschen, von einem Betroffenen verfasst. Das zu lesen hat irgendwie gut getan, auch wenn ich nicht wirklich was neues gelesen zu haben. Aber auch da nochmal bestätigt zu bekommen, wie sich ein Betroffener in der Episode fühlt, dass er da wieder raus kam und wieder ein ganz anderer Mensch war, das macht Mut. Und er hat ganz klar an alle Angehörigen geschrieben, die Zeit arbeitet für euch. Aber wir brauchen Geduld und zum Teil auch ein dickes Fell.

26.01.2023 13:30 • x 2 #6559


Claudi2023
@Angel_88 ohja ein dickes Fell braucht man. Es tut einfach so sehr weh, plötzlich so behandelt zu werden. Ich versuche momentan mich seelisch darauf einzustellen, dass ich vor der Geburt nichts mehr von ihm hören werde. Ich vermisse ihn als Mensch so sehr.

26.01.2023 13:38 • x 3 #6560


A
@Claudi2023

Das kann ich so mitunterschreiben.
Ich vermisse ihn auch so sehr und das lässt nicht nach und die Hoffnung will und kann ich noch nicht aufgeben.
Sind inzwischen fast 7 Monate.

26.01.2023 13:42 • x 1 #6561


Jedi
@Claudi2023

Zitat von Claudi2023:
So mit muss ich mir nichts vorwerfen.

Du must Dir eh gar nichts vorwerfen - auch nicht vorwerfen lassen !
Du versuchst in Deinen Möglichkeiten, mit dieser so schwierigen Situation allein zurechtzukommen.
Da kann Dir niemand etwas vorwerfen.
Eher darst Du Stolz auch Dich sein !

26.01.2023 13:54 • x 3 #6562


Claudi2023
@Jedi vielen Dank! Ich versuche einfach für unsere Tochter die bestmögliche Grundlage zu schaffen. Daher lasse ich meine Tür weiterhin angelehnt.
Dennoch erwische ich mich manchmal wieder dabei, bei mir die Schuld zu suchen. Zu denken er hat ein Problem mit mir/uns.

26.01.2023 14:07 • x 2 #6563


Claudi2023
@Angel_88 bei mir sind es jetzt bald 6 Monate. Hätte mir das jemand im August gesagt, dass ich meinen Mann für so lange Zeit weder sehen noch spreche, das hätte ich nie geglaubt.
Ich denke bei euch besteht noch die Chance, das sich alles zum guten wendet! Ich drücke dir ganz fest die Daumen.

Welches Buch hast du gelesen?

26.01.2023 14:10 • x 1 #6564


Jedi
@Angel_88

Zitat von Angel_88:
Andererseits tut es auch immer etwas weh, dass es irgenwie zur Normalität geworden ist, dass da (scheinbar) keine Gefühle für mich sind.

Ich möchte Dir gerne dazu, aber es ist meine ganz persönliche Meinung schreiben,
wäre es nicht besser, Du würdest den Kontakt zu ihm ganz abbrechen.
Da es Dir dann auch immer weh damit tut.
Ich finde, er sollte erst für sich klarheit schaffen, welchen Beziehungsstatus es nun sein soll.
Entweder Freundschaft (wenn es für Dich dann überhaupt möglich ist ?) oder klare Trennung.

Dann macht, bzw. ergibt das;
Zitat von Angel_88:
Kurz vor dem Wochenende fragt er auch immer nach einem Treffen.

aber irgendwie keinen Sinn !
-------------------------------------------
Zitat von Angel_88:
Ich gebe mein bestes damit klarzukommen und Selbstfürsorge zu betreiben.

Selbstfürsorge bedeutet auch, nicht immer diesen Schmerz, dieses wehtun aufrecht zu erhalten.
Da kann manchmal ein radikaler Schnitt (bis er für sich selbst klarheit geschaffen hat, was er eigentlich will),
die bessere Lösung sein. - -
-----------------------------------------------
Zitat von Angel_88:
Dennoch mag ich nicht aufgeben.

Ok, dass musst Du natürlich für Dich ganz allein entscheiden !
Aber auch, dieses immer wieder wehtun, nicht länger spüren zu müssen, braucht es nicht nur die Hoffnung
oder Zuversicht, dass es auch mal wieder besser wrden könnte, sondern, es sollte erkennbar oder auch spürbar
sein, dass sich etwas in die richtie Richtung entwickelt.
Sonst könnte es Dir passieren, dass Du sehr viel noch investierst, aber letztlich Du das gewünschte Ziel
nicht dort erreichen kannst. Das tut meist dann besonders weh u. schmerzt !

Waren jetzt so meine ganz pers. Gedanken dazu !

26.01.2023 14:14 • x 2 #6565


Jedi
Zitat von Claudi2023:
Ich versuche einfach für unsere Tochter die bestmögliche Grundlage zu schaffen.

Vollkommen richtig
Denn das neue Wesen braucht jetzt sehr viel Deine Aufmerksamkeit u. deine bedindungslose Liebe
u. Vertrauen in dieses Welt, in die es nun bald hineingeboren wird.
Die ersten 3 bis 6 Lebensjahre sind sehr entscheidend dafür, wie man auch später, gut im Leben steht !
--------
Zitat von Claudi2023:
Dennoch erwische ich mich manchmal wieder dabei, bei mir die Schuld zu suchen.

Schuld, ist ein ganz schlechtes Wort, denn es würde bedeuten, Du hättest etwas vorsetzlich u. bewusst getan u.
das hast Du ganz sicher nicht.
-----------------------------------------
Zitat von Claudi2023:
Zu denken er hat ein Problem mit mir/uns.

Das ist aber sein Problem u. das gehört zu ihm u. bitte lasse es auch dort !
Bei Dir scheint sich etwas zu melden, ich nenne es unsere inneren Instanzen, die Dir dieses denken
aufzuzwingen versuchen. Das solltest Du ganz klar u. unmissverständlich aus deinen Kopf zurückweisen.

26.01.2023 14:24 • x 2 #6566


Claudi2023
Zitat von Jedi:
Das solltest Du ganz klar u. unmissverständlich aus deinen Kopf zurückweisen.

Ich weiß und ich versuche es immer wieder, nur manchmal gelingt es mir nicht zu 100%.
Dann frage ich mich, habe ich ihn zu etwas gedrängt, hätte ich aufmerksamer sein müssen oder wann war ich nicht mehr genug?

26.01.2023 14:39 • x 2 #6567


Jedi
Zitat von Claudi2023:
nur manchmal gelingt es mir nicht zu 100%.

Ist auch nicht so schlimm - es passiert u. akzeptiere es !
------
Zitat von Claudi2023:

Dann frage ich mich,
habe ich ihn zu etwas gedrängt,
hätte ich aufmerksamer sein müssen
oder
wann war ich nicht mehr genug?

habe ich ihn zu etwas gedrängt - frage doch mal in die andere Richtung - die aus seiner Sicht,
war er villt. mit seinen Berdürfis nicht ehrlich genug Dir gegenüber ?
-----------
hätte ich aufmerksamer sein müssen - auch hier einmal den Fokus umdrehen - war er genug Aufmerksam,
Dir gegenüber ?
--------------------
wann war ich nicht mehr genug - Frage einmal umkehren, wann war sich selbst villt. nicht mehr genug u.
hatte bemerkt, dass er gegen sein Bedürfnis sicher entschieden hat ?
---------------------------------------------------------------------------------------------
Natürlich darf man sich auch seine eigenen Fragenstellen, nur dazu braucht es einen Gegenüber,
der dann diese Fragen auch beantworten kann.
Sich mal, gerade, wenn man seine Fragen sich nur selbst beantworten kann, kann es Sinn machen u.
die eigenen Fragen relativieren, wenn man den Fragefokus auch einmal umdreht.

26.01.2023 16:43 • x 1 #6568


K
Zitat von Claudi2023:
Dennoch erwische ich mich manchmal wieder dabei, bei mir die Schuld zu suchen. Zu denken er hat ein Problem mit mir/uns.


Zitat von Claudi2023:
Dann frage ich mich, habe ich ihn zu etwas gedrängt, hätte ich aufmerksamer sein müssen oder wann war ich nicht mehr genug?


Ja, so geht es mir auch manchmal.
Andererseits sind Beziehungen dafür da, um zu wachsen. Um Schwächen und alte Verwundungen aufzuzeigen, damit wir daran arbeiten und auch ein Stück weit heilen können.

Früher haben mich die Exen meines Partners extrem getriggert, auch der Mann meiner besten Freundin. Bis ich gelernt habe, dass das alles nicht meine Probleme, sondern die Lernaufgaben der geliebten Menschen um mich herum sind. Und meine Lieben soweit loslassen konnte, dass sie ihre eigene Strategien entwickeln können.

Zum Thema Fehler habe ich einmal einen sehr interessanten Gedanken gelesen: wir treffen jede Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen. Im Nachhinein kann es sein, dass sie sich als Fehler herausstellt, weil wir jetzt mehr wissen als zum damaligen Zeitpunkt.
Und es kann durchaus sein, dass sich ein Fehler später doch noch als die richtige Entscheidung herausstellt.

Manchmal gibt es in einer Beziehung auch Missverständnisse. Aber auch das muss sie aushalten.

Es bringt nichts, auf sich selbst herumzuhacken. Weder wird dadurch ein Fehler gutgemacht noch bringt es etwas für die eigene Entwicklung.
Im Gegenteil, man macht sich nur klein, verunsichert sich und kommt in eine Spirale aus scheinbaren Fehlern, Selbstvorwürfen und Unsicherheit.

Lg

26.01.2023 17:28 • x 3 #6569


A


Hallo Sandra-k,

x 4#30


A
@Jedi


Danke für deine Meinung. Natürlich habe ich mir diese Gedanken schon unzählige Male selbst gemacht.

Aber zum einen ist ein kompletter Kontaktabbruch nicht möglich, weil wir uns täglich auf der Arbeit sehen und unsere Schreibtische sich nebeneinander befinden und zum anderen komme ich, wenn ich mir diese Gedanken mache, doch immer wieder zu dem Schluss, dass ich das nicht möchte.
Trotz allem, erleben wir auch viele sehr schöne Momente zusammen, die wir dann auch nicht mehr hätten. Und die möchte ich nicht missen.
Auch wenn mir immer wieder Zweifel durch den Kopf gehen, vertraue ich ihm und weiß, dass er mich nicht absichtlich im Ungewissen lässt.
Und wenn ich ihn unterstützen möchte, geht es gerade nur so. Ich lasse ihm Raum. Ich merke es hilft ihm. Und ich merke er sucht immer wieder den Kontakt zu mir und denkt an mich.
Es tut mir zwar auch immer wieder weh und das ist nicht schön. Genauso erlebe ich aber auch schöne Dinge in meinem Leben, die mir Freude bereiten.
Ich glaube auch, dass es einem nicht vollständig gut gehen kann, wenn man einen depressiven Menschen liebt, der gerade in der Episode drinsteckt. Das ist einfach blöd für alle. Und auch wenn ich mich gut um mich selbst kümmere, macht das die Situation mit ihm nicht schöner. Ich wünsche es mir trotzdem anders.

Ich denke, auch wenn deine Frau das super für dich und euch gemeistert hat, sie hatte doch bestimmt auch Momente, in denen sie traurig war.

Ich muss die Situation nicht schön finden und denke, es ist auch in Ordnung, dass es mich immer mal wieder runterzieht, solange ich grundsätzlich sagen kann, dass es mir ok bis gut geht. Dafür bedeutet es mir zu viel. Aber ich versuche es zu akzeptieren und zu verstehen.

Und ich möchte erst mal so weitermachen. Und mir ist bewusst, dass es auch am Ende anders ausgehen könnte, als ich es mir wünsche.

26.01.2023 17:43 • x 4 #6570

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