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Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

Sunnygirl

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Zitat von selly:
Das stimmt @Jedi.danke. Was aber auch zum loslassen zu sagen ist, ist dass ich hätte nicht loslassen können, wenn mir jemand das anrät, denn dann ...

Genauso ging es mir auch! Nun sind auch alle in meinem Umfeld froh, dass es mir besser geht und ich einen Weg gefunden habe mit der Sache abzuschließen.

diese Gefühl, dass es einem besser geht und man nicht mehr so oft an den ex-Partner denken muss, finde ich sehr befreiend!
Es ist ein schönes Gefühl sich wieder auf sich selbst zu konzentrieren und das auch richtig zu können!


@Jedi
vielen Dank für deine Antwort

23.05.2021 19:46 • x 2 #3541


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Laurien

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Guten Morgen zusammen,

ein wie ich finde, hörenswerter Podcast:

https://www.deutschlandfunknova.de/beit...ssionen-an

LG

26.05.2021 09:00 • x 2 #3542


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ZeroOne

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Danke für den Link, @Laurien !

Ich persönliche finde auch den darin enthaltenen Verweis auf den Rat für Angehörige der deutschen Depressionshilfe, sowie auf den Familiencoach Depression ganz hilfreich.

LG
ZeroOne

26.05.2021 09:28 • x 1 #3543


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Louisida

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Danke @Laurien
Wenn ich richtig zugehört habe, er sprach doch von einer Frau, also von Eheproblemen und jetzt hat er doch eine Freundin.
Mich persönlich würde jetzt mal sehr interessieren warum er mit seiner Frau auseinander gegangen ist.

Rat für Angehörige ist auch toll, ich hab ja auch diese ganzen Seiten im Internet gelesen und mir einige Bücher besorgt und hier im Forum lese ich auch.
Aber was nützt es mir wenn der depressive Partner geht?
Ich will das alles so gerne umsetzen! Da sein, zuhören, helfen wenns gewünscht ist aber mir wurde die Chance ja einfach genommen!
Man wird zurück/allein gelassen.
Ich will jetzt nicht auf meinen Mann schimpfen und es soll jetzt auch nich so wirken, als wäre ich ihm böse oder hätte kein Verständnis für seine Situation/Leid also das hab ich absolut.
Nur ab und zu bin ich trotzdem total enttäuscht und verletzt, er hat doch auch die Erfahrung gemacht, bei seiner ersten Trennung, dass es ja nicht richtig war. Zählt das in einer Episode nicht? Dieses Wissen, die Erfahrung?
Man liest davon, dass man das Gefühl hat es wird nie mehr besser, Gefühle sind weg/verdeckt, alles macht Druck usw aber diese Erfahrungen hat man doch trotzdem gemacht.
Manchmal oder eigentlich oft, ist es sehr schwer zu warten und Geduld zu haben! Es regt mich grad sehr auf!

26.05.2021 15:43 • x 2 #3544


Milla

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@Louisida Liebe Louisda,

bin in einer ja in einer ähnlichen Situation und doch anders.
Aber mein Freund hat die Kommunikation beendet. Grundlos und ohne richtige Ankündigung.

Ich denke es gibt Phasen in einer Depression, da muss der Betroffene allein sein. Bzw. Von anderen Hilfe bekommen. In denen sind uns die Hände gebunden, da helfen auch die Ratschläge (für den richtigen Umgang) (also dieses da sein und Gespräche anbieten) nichts. Weil derjenige nicht fähig ist zu kommunizieren.

Ich lese immer wieder, dass gerade die liebsten am schwersten zu ertragen sind. (Wegen Scham, Schuldgefühl und vielleicht auch weil die Unfähigkeit zu lieben nicht erträglich ist)

Ein Betroffener schrieb: "die liebsten werden nicht wahrgenommen."
In einem Gedicht spricht Hesse davon, dass er "im Nebel wandert" und kein "Baum" den anderen sieht. Ich denke es ist ein Bild für seine Depression.

Und solange wir ausgesperrt sind, können wir nur geduldig darauf vertrauen, dass die Episode vergeht und damit die Erinnerung an uns wiederkommt. Und ja, dass ist schwer, aber ich glaube unter dieser dunklen Wolke ist es noch schwerer.

26.05.2021 15:55 • x 1 #3545


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Louisida

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Das weiß ich theoretisch auch alles, es hilft mir auch.
Aber sich trennen und 3 Tage später gleich von Hausverkauf zu sprechen....
wenn ich da nicht gegen gelenkt hätte, nich gesagt hätte "ich akzeptiere die Trennung nicht, nimm deinen Abstand, mach deine Therapie, vertraue darauf, dass es damals auch wieder besser wurde...."
Wenn ich es so "mitgemacht" hätte, Hausverkauf in die Wege leiten, Scheidung auf den Weg bringen....wenn der "Nebel" sich dann anfängt zu verziehen und er versteht ich habe Haus und Frau verloren.....kann einen die Depression so sehr "vernebeln"?

26.05.2021 16:04 • x 1 #3546


Milla

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Zitat von Louisida:
Das weiß ich theoretisch auch alles, es hilft mir auch. Aber sich trennen und 3 Tage später gleich von Hausverkauf zu sprechen.... wenn ich da ...

Ich fürchte ja. Es wird gewarnt solche Entscheidungen wie Hausverkauf in so einer Situation zu treffen.
Seine Therapeutin hat ihm doch abgeraten. Das hätte sie sicher nicht getan, wenn sie ihn für Entscheidungsfähig gehalten hätte.

Wenn er sich sicher wäre, hätte er doch auch auf dem Hauskauf bestanden, denke ich.

26.05.2021 16:08 • x 1 #3547


selly

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Zitat von Louisida:
Danke @Laurien Wenn ich richtig zugehört habe, er sprach doch von einer Frau, also von Eheproblemen und jetzt hat er doch eine Freundin. Mich ...

Liebe @Louisa

so war es doch bei mir auch. Nach der letzten Episode war er sicher, sogar zu 100%, dass er sich nie wieder so verhalten würde. Alles tat ihm leid und er schämte sich.und obwohl er ja auch, wie Du schilderst, die Erfahrung kennt, verhält er sich wieder so.

es ist so, als wäre er während der Depression ein ausgetauschter Mann, der sich und mich und die Vergangenheit und die vergangenen Episode nicht mehr kennt........

26.05.2021 16:12 • x 1 #3548


Milla

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Zitat von selly:
Liebe @Louisa so war es doch bei mir auch. Nach der letzten Episode war er sicher, sogar zu 100%, dass er sich nie wieder so verhalten würde. Alles ...

Aber das zeigt doch, dass sie das Verhalten in einer Episode nicht kontrollieren können. Es ist eine Erkrankung und ohne Hilfe wird die vermutlich nicht besser.

26.05.2021 16:30 • #3549


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Louisida

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Danke @Milla und @selly
Wie gesagt, theoretisch weiss ich es....aber diese Gedanken und Gefühle stauen sich bei mir dann wieder mal auf und ich muss einmal "jammern"

Jetzt habt ihr mich erstmal wieder geerdet!

26.05.2021 16:52 • #3550


Milla

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@Louisida und weist was das schöne ist?
Es geht mir genauso wie dir und wenn ich dir schreibe, dann merke ich, dass es bei mir auch so sein muß und bin ein bisschen beruhigt.

26.05.2021 16:53 • x 1 #3551


Just_me

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Hallo ihr Lieben,

Ich kann hier keinen Titel eingeben, denn sonst würde da sowas wie nein...nicht noch einmal stehen.

Die ganze Vorgeschichte ist hier in den vorherigen Seiten....(z.T. sehr weit zurück bis November 2019) zu lesen.
Und nun, nach fast einem Jahr des totalen Schweigens kam gestern eine Entschuldigung, eine Erklärung, eine Nachricht
Und ich bin seit dem absolut im Zwiespalt. Klar ist er mir nicht egal und ich freue mich einerseits, ich meine... wir kennen und mögen uns seit mehr als 20 Jahren.
Aber... mir ging es lange Zeit schlecht, es zog mich runter, dieses Hoffen, bangen, vergebliches warten. Ihr kennt das ja selbst alle zur Genüge. Aber nun habe ich für mich Distanz dazu geschaffen, mir geht es endlich wieder gut, ich habe nicht nur die Corona-Extrapfunde abgelegt sondern mit Ernährungsumstellung und Sport bereits 12 Kilo verloren, es geht mir gesundheitlich viel besser und auch mein Blutdruck ist viel besser. Ich schlafe nachts endlich wieder durch und und und...
Also es läuft rundherum gut bei mir und möchte mich nicht wieder runter ziehen lassen.
Ist wohl so, das ihn die Depression ein Leben lang begleiten wird und er damit umgehen lernen muss.
Keine Ahnung, ich möchte ihn nicht verlieren und für ihn es sein, aber ich möchte mich selbst auch nicht wieder verlieren darin. Versteht ihr was ich meine? Bin grad etwas konfus und weiß nicht wirklich meine Gefühle dazu einzuordnen.

Lg und danke fürs maulen dürfen
Just_me

01.06.2021 22:32 • x 2 #3552


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Jedi

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Hallo @Just_me

Zitat von Just_me:
Versteht ihr was ich meine?

Bin grad etwas konfus und weiß nicht wirklich meine Gefühle dazu einzuordnen.

Ich kann durchaus verstehen, was Du meinst !

Ich könnte mir gut vorstellen, da ist einerseits die Angst u. die Ohmacht, die Kontrolle zu verlieren,
über das Leben, was Du gerade hast:
Zitat:
nun habe ich für mich Distanz dazu geschaffen, mir geht es endlich wieder gut,

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Just_me:
Keine Ahnung, ich möchte ihn nicht verlieren und für ihn es sein,

Dazu wäre es aus meiner Erfahrung heraus sinnvoll, dass Ihr Absprachen trefft, wie ir in Zukunft zusammen
leben u. eine Beziehung führen möchtet.
Passen die Vorstellungen zusammen, dann könnte es funktionieren u. probiert es aus.
Zitat von Just_me:
aber ich möchte mich selbst auch nicht wieder verlieren

Da gibt es ein sehr wichties Thema - "Grenzen setzen" !
Du solltest für Dich Deine Grenzen erschaffen u. die auch dem Partner mitteilen u. darauf achten,
dass diese Grenzen nicht verletzt werden.
So kannst Du es schaffen, eine Beziehung zu führen, ohne Dich selbst dabei zu verlieren u.
behälst damit die Kontrolle u. deine Entscheidungen.

Wären jetzt so meine Antworten auf Deine Frage, "
Zitat:
Versteht ihr was ich meine?

-----------------------------------------
Zitat:
danke fürs maulen dürfen

maulen , ist Ausdrücklich erwünscht !

02.06.2021 14:03 • x 1 #3553


Just_me

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@Jedi
Dank dir mein Lieber,

Du hast wie so oft den Nagel auf den Kopf getroffen.
Also ich mache mir nun da erstmal meine Gedanken zu, werde eine Distanz dazu wahren und schauen wie es sich entwickelt.
Ich finde es immer noch wichtig, füreinander da zu sein, gerade in schwierigen Zeiten und werde da auch nicht von abrücken. Aber doch mit sehr viel mehr Vorsicht und Achtsamkeit als beim letzten Mal.
Vlt muss ja eigentlich nicht nur er lernen mit der Krankheit zu leben sondern ich auch.
Es ist halt nicht alles so leicht umzusetzen wie mit einem Gesunden.
Das was du immer schon so schön gepredigt hast, mehr bei sich selbst bleiben, in sich hinein hören was man selbst braucht und möchte ist wohl eine sehr viel größere Aufgabe als mir lange Zeit bewusst war.
Aber es wird schon. Bin ja schon von immer pathologisch optimistisch und das lasse ich mir auch nicht wieder nehmen.
Euch allen einen sonnigen Mittwoch, habe schon Feierabend, die Sonne scheint und bei uns ist morgen Feiertag also läuft bei mir

Grüssle
Just_me

02.06.2021 15:09 • x 2 #3554


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Jedi

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Hi @Just_me

Zitat von Just_me:
Aber doch mit sehr viel mehr Vorsicht und Achtsamkeit als beim letzten Mal.

Achtsamkeit ist der Schlüssel von so vielen Lebenssituationen, die uns davor schützt,
uns zu verlaufen - sich in irgendetwas zu verrennen u. uns selbst zu blockieren.
Achtsamkeit ist immer das bewusste Wahrnehmen u. Erleben des aktuellen Momentes,
dazu gehören unsere Gedanken, das wahrnejhmen unser Gefühle u. Emotionen u. die Sprache
unseres Körpers, der sich immer mitteilen wird, wenn wir aus der Balance geraten.
Zitat von Just_me:
Das was du immer schon so schön gepredigt hast, mehr bei sich selbst bleiben, in sich hinein hören was man selbst braucht

Ich finde das ist in einer Krise besonders wichtig u. gerade in einer solchen Situation, die hier nicht nur Du
so erleben musst.
Zitat von Just_me:
ist wohl eine sehr viel größere Aufgabe als mir lange Zeit bewusst war.

So groß ist die Aufgabe oftmals gar nicht, sondern der Fokus ist meist auf den Betroffenen gerichtet.
Das ist aber wenig Hilfreich, sowohl für den Betroffenen u. schon erst gar nicht für Euch - die Partnerinnen.
Den Fokus auf sich zu richten, hat auch nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Selbstfürsorge.
Achtsam gegeüber sich selbst zu sein u. zu bleiben, kann evtl. auch die Möglichkeit schaffen,
den Betroffenen zu Unterstützen, wenn er denn dazu bereit ist.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Just_me:
vielleicht muss ja eigentlich nicht nur er lernen mit der Krankheit zu leben sondern ich auch.

Da bin etwas anderer Meinung !
Ja, er der Betroffene wird lernen müssen, mit der Krankheit zu leben, damit Umzugehen.
Du aber brauchst das nicht; denn es ist nicht Deine Erkrankung - sondern seine u. das sollte man
aus meinem Verständnis heraus , auch nicht vermischen.
Du kannst ihn im Bereich des Alltags unterstützen - kannst ihn auch bei bestimmten Dingen entlasten u.
auch mit Ihm in Gespräch bleiben, wenn er glaubt, wieder in eine depressive Episode zu rutschen.
---------------------------------------
Zitat:
Bin ja schon von immer pathologisch optimistisch und das lasse ich mir auch nicht wieder nehmen.

Hoffe nun nicht, dass Du nur "pathologisch" Optimistisch bist, sondern lasse Dir Deinen Optimismus u.
Deine Zuversicht nicht nehmen.

Dir auch einen schönen Feiertag ! - LG Jedi

02.06.2021 16:10 • #3555


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Laurien

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Hallo zusammen,

Folge 8 für diesen Thread hier interessant:

https://www.frnd.de/kopfsalat/

LG

05.06.2021 14:51 • x 3 #3556


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Louisida

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@Laurien
Vielen Dank dafür. Werd mir die anderen Folgen auch mal anhören.
Ich mag den Benjamin Maack, der da im Interview ist. Hab auch sein Buch gelesen.

Dann nutze ich mal die Gelegenheit und berichte mal von mir.
Ich hatte ja schon geschrieben, dass er sich nun doch ab und an meldet, meist auf meinen Whatsapp Status (Katzenbilder), er hatte mal geschrieben " du hast schöne Bilder im Status" oder zu einem Bild von MIR "schönes Bild im Raps"....manchmal folgt dann auch " gute Nacht"
Letzte Woche kam dann die Frage ob ich gesund bin. Ich schätze mal, dass war seine Art zu fragen "wie geht es dir".
Aber ich hab mich sehr gefreut!
Habe ihm dann Montag mitgeteilt, dass ich jetzt wieder arbeite und ich fragte ihn wie es bei ihm auf der Arbeit läuft. Da hat er sich ziemlich ausgelassen über seine Arbeit, regt ihn alles auf dort, Streß, Corona-Regeln-Mißachter usw.
Dann schrieb er, dass er Dienstag nicht arbeiten war aufgrund Kreislaufproblemen/Kopfschmerzen....und er geht IMMER arbeiten!
Kopfschmerzen/Nackenverspannungen/Schwindel/Ohrenschmerzen und noch einige Beschwerden begleiten ihn schon sehr lange, zuletzt kamen die Ohrenschmerzen dazu im November.
Dann schrieb er mir Mittwochabend ob ich Donnerstag frei hätte oder arbeiten muss. Er hätte frei und würde seine Reifen wechseln wollen, das macht er bei seiner Mutter auf dem Hof immer. Und er würde sich schon hinlegen wegen Kopfschmerzen(20Uhr)

Am Donnerstag kam er aber nicht, meldete sich auch nicht, sehr untypisch.
Gegen Abend hab ich mich so rein gesteigert ob was mit ihm ist. Habe ihm dann geschrieben wie es mit seinen Kopfschmerzen ist.
Antwort kam spät abends, er war in der Nacht von mi auf do im Krankenhaus wegen seinen Kopfschmerzen!
Ein CT wurde gemacht, ohne Befund (er war letztes Jahr schon beim Neurologen deswegen, das MRT war auch ohne Befund damals)
Ich hab ihm natürlich daraufhin geschrieben, auch das es mir Sorge macht.
Seine Antwort darauf "ach ich war wohl einfach zu müde, es geht schon wieder".....
Ob er sich das selbst glaubt?
Ich hatte hier auch schon mal geschrieben, dass er fast penibel auf seinen 3-Tage-Bart achtet und seine Haare dürfen nicht zu lang werden, dann fühlt er sich total unwohl (von seiner Wohnung zu unserem Frisör sind es keine 10Minuten...)

Nu erzählte mir seine Schwester, dass sie ihn fast nicht erkannt hätte, so dünn und so lange Haare (Sie war bei ihm im Geschäft und hat ihn auch ein dreiviertel Jahr nicht gesehen)

Ich glaube er versumpft da allein in seiner Wohnung....bald klappt er endgültig zusammen...sein Trennungs-Satz war ja "wir müssen es jetzt beenden, das ist die einzige Lösung"

Tja, aber anscheinend war es nicht die Lösung...es wird ja nix besser, eher immer schlechter...(ich sags jetzt ironisch, ich weiss, dass es die Depression ist)

05.06.2021 16:28 • x 2 #3557


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Louisida

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ich weiss nicht warum aber bei den Beschwerden steht nicht alles, wenn ich den Beitrag ändern will seh ich aber alles. Komisch.
Also die Beschwerden sind Kopfschmerzen, Kreislauf, Schwindel, Ohrenschmerzen, Nackenverspannungen

05.06.2021 16:31 • #3558


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Laurien

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@Louisida

Zitat:
Ich glaube er versumpft da allein in seiner Wohnung....bald klappt er endgültig zusammen...sein Trennungs-Satz war ja "wir müssen es jetzt beenden, das ist die einzige Lösung"


auch wenn es sich eventuell paradox anhört, aber vielleicht ist es gerade das, was er im Moment für sich möchte und ihm gut tut? Alleine in der Wohnung versumpfen zu können, wobei ihm keiner dabei zusehen kann, wo er kein schlechtes Gewissen dabei haben muss, was er vielleicht hätte, wenn ihm jemand dabei zusehen könnte oder er sich dafür rechtfertigen müsste oder meint, rechtfertigen zu müssen? Man geht wahrscheinlich zu sehr von objektiven Kriterien aus, was vernünftig oder unvernünftig erscheint, sinnvoll oder nicht sinnvoll ist, usw. Ob das scheinbare Versumpfen in ein paar Tagen, Wochen oder Monaten immer noch das ist, was er für sich braucht, ist wieder was anderes, aber für den Moment scheint es das zu sein, was er für sich möchte. Wenn ihn das in eine Sackgasse führen sollte, dann wird er es möglicherweise irgendwann merken und ändern, aber aufhalten kann man das als Außenstehender im Falle des Falles m. E. eher nicht.

LG

07.06.2021 12:59 • x 1 #3559


Milla

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@Laurien bin eigentlich ganz bei dir. Ein erwachsener sollte das selber entscheiden.
Aber wenn ein Partner plötzlich so eine Veränderung durchmacht, dann ist das glaube ich eher ein alarmierendes Zeichen.
Da er in Behandlung ist wird sich das aber sicherlich wieder einpendeln.
Ich glaube nicht, dass jemanden einfach so aus dem nichts so versumpfen möchte. Da sehe ich eher das Symptom der Erkrankung.

07.06.2021 13:08 • x 1 #3560


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Laurien

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@Milla

natürlich wird es in vielen Fällen ein Alarmzeichen sein, das sehe ich nicht anders. Nur je mehr man in diesem Stadium gegen an redet, umso größer wird aller Wahrscheinlichkeit nach der Widerstand werden und man erreicht das Gegenteil. So lange es nicht völlig aus dem Ruder läuft, würde ich eine beobachtende Position einnehmen und denjenigen erst einmal machen lassen. Manchmal muss man einen anderen sich auch mal (zumindest für eine Weile) aus der Situation herausnehmen lassen zum regenieren, nachdenken, was auch immer.

LG

07.06.2021 13:31 • x 2 #3561


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Louisida

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Vielleicht muss er so "tief" rutschen....aber er ist seit Januar in Therapie und es wird ja wohl schlechter statt besser.
Ich rede ihm da gar nicht rein. Ich freue mich wenn er schreibt, dann antworte ich natürlich.
Oder ich schicke z.b auch mal ein Katzenbild abends und schreibe "gute Nacht"

Ich bin auch sehr froh, dass er mir das so mit teilt, dass er nicht zur Arbeit war usw. Er müsste mich ja theoretisch nicht "informieren"

Naja, ich hoffe, dass nach dem bergab wieder bergauf passiert....

07.06.2021 14:08 • x 1 #3562


Milla

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@Louisida So eine Therapie wühlt ja einiges auf und ist anstrengend, da kann ich nachvollziehen, dass man keine Kraft mehr hat sich um die Wohnung oder Ähnliches zu kümmern.
Zumal dein Mann ja noch arbeitet.

Aber je länger die Therapie andauert umso mehr pendelt sich das ein. Darum wird es vermutlich am Anfang schlimmer statt besser.

Weil verdrängtes zuerst freigelegt wird und dann verarbeitet.
So stell ich mir das, war nie in Therapie. Hatte nur so oberflächliches Coaching und das war schon anstrengend und ich wollte danach nur noch schlafen.

07.06.2021 15:38 • x 1 #3563


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Louisida

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Tja, und verdrängt ist da einiges bei ihm...
Unsere Gespräche waren ja schon anstrengend für ihn!
Und er geht nach der Therapie direkt arbeiten.
Ich weiss nicht wie er das jetzt macht aber als er noch Zuhause war da war die Therapie um 8.45 und zu 10Uhr hatte er schon die ersten Termine auf der Arbeit! Obwohl er die Freiheit dort hat zu sagen, dass er vor 10.30 z.b.keinen Termin eingetragen haben will....
Das konnte ich nicht verstehen, zumal noch hin fahren, Parkplatz suchen usw...Stress pur...extrem förderlich...

07.06.2021 16:32 • #3564


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Laurien

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@Just_me

wie ist es inzwischen bei dir weitergegangen?

LG

17.06.2021 11:21 • #3565


radysa

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Hallo zusammen,

ich hoffe, es geht euch allen einigermaßen gut, bei mir zumindest lief es die letzten Tage wieder eher so làlà und ich gelange wieder an meine Grenzen..

Ich wollte gerne einen Spruch mit euch teilen, den ich aus dem Potcast "Kopfsalat" gefunden habe, der hier mal vorgeschlagen wurde.

"Jemanden zu lieben, der Depressionen hat, ist wie London. Es ist die schönste Stadt der Welt, aber es regnet jeden Tag."

So ist es.

Liebe Grüße an alle

radysa

18.06.2021 16:40 • x 1 #3566


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Louisida

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Nicht gut.

Den Podcast hab ich rauf und runter gehört. Gefällt mir sehr gut

18.06.2021 17:24 • x 1 #3567


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Jedi

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Zitat von radysa:
"Jemanden zu lieben, der Depressionen hat, ist wie London. Es ist die schönste Stadt der Welt, aber es regnet jeden Tag."

@radysa

"Jemand zu lieben, der Depression hat, kann sehr schön u. sehr tief sein " !

Dazu gehört, dass der der an einer Depression erkrankt ist, sich professionelle Hilfe sucht u.
sich dem therapeutischen Prozess ganz anvertraut. So wird es ihm/ ihr wieder möglich zu lieben u. ein selbstbestimmtes Leben zu führen u. mit dieser Erkrankung umgehen zu können.
Und so würde ich dem Widersprechen, dass es jeden Tag regnet !
Sicher kann es dann auch mal so ein Tag dabei sein, aber auch mit Depression, kann es mehr an schönen
gemeinsamen Tagen geben.

18.06.2021 19:50 • x 2 #3568


selly

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@Jedi
Aber "nur", wenn man so eine Einstellung hat wie Du Jedi und sich so verhält und mit der Krankheit umgeht bzw. Aktiv was tut um zu gesunden.

18.06.2021 20:02 • x 2 #3569


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Frederick

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lieber Jedi,

vielen herzlichen Dank, das kann ich nur bestätigen. Seit fünfunddreißig Jahren bin ich jetzt mit meiner lieben Frau verheiratet. Und seit vielen Jahren bin ich depressiv...............................................................................................

Nein, nicht jede Frau ist eine Mutter Theresa. Das kann man auch nicht verlangen. Aber so wie es gut ist, mich in meiner Depression anzunehmen, so gut ich es kann, ist es auch gut, sich immer wieder gegenseitig in Liebe anzunehmen..................

Leben, auch in der Beziehung , ist nicht immer Sonnenschein..........................

aber gemeinsam gehen, gemeinsam arbeiten, gemeinsam durch schwere Zeiten................

das macht stark......


liebe Grüße,

Frederick..................................................................................

18.06.2021 20:03 • x 1 #3570

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