Liebe Cleo,
Zitat von cleo:mache mir jetzt irgendwie total den Kopf, dass er sich bald in eine andere verguckt.
hhm, also wenn ich in einer Depression stecke und tatsächlich nichts fühlen kann, vielleicht auch nicht für die Partnerin, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass er dann Gefühle für eine andere Frau entwickeln kann. Denn Verliebsein ist ja auch ein Gefühl und zwar ein sehr schönes. Schöne Gefühle zu fühlen ist aber in einer tiefen Depression kaum möglich.
Ihr könntet doch mal Bilanz ziehen! Ihr könntet schauen, was ihr beide Euch unter einer Beziehung vorstellt.
Was wünschst Du Dir von ihm? Was wünscht er sich von Dir?
Könnt ihr jeweils das, was der andere sich wünscht, auch erfüllen? Seid ihr bereit dazu?
Für Dich: Ist er bereit dazu, daran zu arbeiten?
Und vor allem, was ich ganz wichtig finde: Ist er bereit dazu, sich endlich seiner Sucht zu stellen und eine Therapie zu beginnen?
Zitat von cleo:Er hat wirklich viel für mich getan, eingekauft, wenn ich nicht mehr konnte, zu Arztbesuchen begleitet, getröstet, Mut gemacht, meine Familienprobleme x-mal angehört usw. Und ich habe das oft mit zu viel Nachdruck eingefordert, weil ich einfach mit einem riesigen Defizit an Fürsorge in diese (und auch andere davor)Beziehung gegangen bin.
Das ist ein ganu ausschlaggebender Punkt, finde ich! Auch wenn ich seit 5 Jahren nach der Trennung von meinem Ex keine Beziehung mehr eingehen konnte, so kenne ich dieses absolute emotionale Unterversorgtsein sehr gut. Und ich kenne das Gefühl, mich nicht lösen zu können, weil der andere mich emotional ab und zu versorgt hat und ich das nicht aufgeben möchte, weil ich ja sonst evt. wieder am verhungern bin!
Zitat von cleo:Ich habe beschlossen die Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen, um diese Beziehung zu retten, und dafür nehme ich mich auch gerne mal ein Stück selbst zurück.
Wenn man eine Beziehung retten möchte, dann kommt man nicht umhin, Abstriche zu machen, um sich irgendwoe auf einer Ebene wieder begegnen zu können.
Aber auch hier gilt wieder: Diese Abstriche sollten von beiden Seiten kommen, es sollte einigermaßen ausgewogen sein, sonst ist es für denjenigen krankmachend, der zu viel gibt!
Dieses Thema mit der emotionalen Unterversorgung, die übrigens schon in früher Kindheit bei mir entstanden ist und sich immer weiter aufgebaut hat, habe ich oft mit meinem Therapeuten besprochen. Ich wollte gerne wissen, wie ich dieses Defizit ausgleichen könnte, denn alleine war ich nie dazu in der Lage. Ich wollte gerne wissen, wie das denn gehen soll, ohne eine andere Person dafür in Anspruch nehmen zu müssen.
Er sagte, dass natürlich nichts dagegen zu sagen ist, dass man in einer Beziehung oder auch nur in einer Freundschaft, Liebe, Geborgenheit, Nähe erfährt. Es ist O.K., wenn es einfach so fließt. Falsch wird es aber, wenn ich den anderen dazu "missbrauche", mir jetzt alles geben zu müssen, was ich nie hatte! Weil hierbei die Energien falsch fleißen, fühlt sich der andere irgendwann ausgelaugt und ausgesaugt und die Beziehung kann so auf Dauer nicht stand halten!
Wenn ich den anderen deswegen so nötig brauche, damit es mir gut geht, damit er mir wie gesagt, das gibt, was ich zum Leben brauche, dann gerät so eine Bezihung aus dem Gleichgewicht. Und Menschen, die dringend etwas vom anderen "zum Überleben" brauchen, können sich nicht lösen, auch wenn die Beziehung am Ende ist. Lieber nehmen sie so einiges Negatives in Kauf, aber die Vorstellung, dass die "Nahrungsquelle" versiegen könnte, ist unerträglich!
Ich habe es ja schon einmal geschrieben, dass eine räumliche Trennung manchmal für eine Beziehung ganz heilsam sein kann. Jeder hat Gelegenheit, in Ruhe nachzudenken. Jeder hat die Chance, evt. zu erkennen, dass er den anderen vermisst.
Und es lässt sich manchmal leichter wieder beginnen, wenn man den räumlichen Abstand hat.
Du schreibst, er ist zu passiv und es liegt alles an Dir......
Dann ist hier ja schon wieder das Ungleichgewicht, von dem ich gesprochen habe. Trotz Depression ( ich will hier nichts veniedlichen, aber wenn er arbeiten gehen kann, dann hängt er ja wohl nicht allzutief drin) kann und sollte er Bereitschaft zeigen, auch für die Beziehung zu kämpfen, wenn sie ihm dann auch noch wichtig ist! Das sollte er klar aussprechen!
Es liegt immer an beiden, nicht nur an einer Person! Wenn Du Dich als einzigste Person bemüßigt fühlst, die Beziehung zu retten, dann stimmt halt etwas nicht und darüber solltest Du dann trotzdem mal intensiver nachdenken!