Freund ist kühl - komme nicht an ihn ran

C

cleo
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Hallo Ihr,

also mein Freund nimmt aufgrund einer depressiven Episode momentan ein Antidepressiva (Venlaflaxin) seit ca. 2 Monaten; eine Therapie macht er derzeit nicht.

Das Problem ist, er hat wieder einen Rückfall was das rauchen angeht. Er hatte zwar zunächst endlich damit aufgehört gleichzeitig mit der AD-Einnahme, (geht schon seit Jahren so, mit kurzer Unterbrechung; früher auch noch recht viel Alk.), aber seit ein, zwei Wochen *beep* er nun wieder täglich! Wieviel genau weiß ich nicht, er raucht meist draußen. Er hat es der Psychiaterin beim letzten Termin nicht gesagt und nun ist sie im Urlaub. Ich mache mir total Sorgen, was da passieren kann. Außerdem könnte die Wirkung des Medis dadurch auch vermindert werden, oder?! Die vielleicht sowieso schon nicht ausreicht, sonst bräuchte er das *beep* wohl gar nicht.
Er fährt noch dazu Auto, das finde ich unverantwortlich.

Er ist echt ein lieber Mensch und oft eine Stütze für mich, aber im MOment ist es eine Belastung. Mir geht es ja selbst nicht gut...
Wir wohnen zusammen- ich bekomme also alles hautnah mit.

Ich komme nicht an ihn ran, kann sagen was ich will. Diese Hilflosigkeit macht mich fertig. wall

Wenn jmd. einen Tip für mich hat, wäre ich dankbar.

LG, Cleo

PS: dem "Teenie-Alter" ist er eigtl. längst entwachsen (er ist 32!), also seine Freunde k. auch schon lange nicht mehr. Nur anscheinend eine Arbeitskollegin, die ihn wohl auch wieder "angesteckt "hat.

#1


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S

Sonnenblume20
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Liebe Cleo,

Zitat von cleo:
mache mir jetzt irgendwie total den Kopf, dass er sich bald in eine andere verguckt.

hhm, also wenn ich in einer Depression stecke und tatsächlich nichts fühlen kann, vielleicht auch nicht für die Partnerin, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass er dann Gefühle für eine andere Frau entwickeln kann. Denn Verliebsein ist ja auch ein Gefühl und zwar ein sehr schönes. Schöne Gefühle zu fühlen ist aber in einer tiefen Depression kaum möglich.

Ihr könntet doch mal Bilanz ziehen! Ihr könntet schauen, was ihr beide Euch unter einer Beziehung vorstellt.
Was wünschst Du Dir von ihm? Was wünscht er sich von Dir?
Könnt ihr jeweils das, was der andere sich wünscht, auch erfüllen? Seid ihr bereit dazu?
Für Dich: Ist er bereit dazu, daran zu arbeiten?

Und vor allem, was ich ganz wichtig finde: Ist er bereit dazu, sich endlich seiner Sucht zu stellen und eine Therapie zu beginnen?

Zitat von cleo:
Er hat wirklich viel für mich getan, eingekauft, wenn ich nicht mehr konnte, zu Arztbesuchen begleitet, getröstet, Mut gemacht, meine Familienprobleme x-mal angehört usw. Und ich habe das oft mit zu viel Nachdruck eingefordert, weil ich einfach mit einem riesigen Defizit an Fürsorge in diese (und auch andere davor)Beziehung gegangen bin.

Das ist ein ganu ausschlaggebender Punkt, finde ich! Auch wenn ich seit 5 Jahren nach der Trennung von meinem Ex keine Beziehung mehr eingehen konnte, so kenne ich dieses absolute emotionale Unterversorgtsein sehr gut. Und ich kenne das Gefühl, mich nicht lösen zu können, weil der andere mich emotional ab und zu versorgt hat und ich das nicht aufgeben möchte, weil ich ja sonst evt. wieder am verhungern bin!

Zitat von cleo:
Ich habe beschlossen die Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen, um diese Beziehung zu retten, und dafür nehme ich mich auch gerne mal ein Stück selbst zurück.

Wenn man eine Beziehung retten möchte, dann kommt man nicht umhin, Abstriche zu machen, um sich irgendwoe auf einer Ebene wieder begegnen zu können.
Aber auch hier gilt wieder: Diese Abstriche sollten von beiden Seiten kommen, es sollte einigermaßen ausgewogen sein, sonst ist es für denjenigen krankmachend, der zu viel gibt!

Dieses Thema mit der emotionalen Unterversorgung, die übrigens schon in früher Kindheit bei mir entstanden ist und sich immer weiter aufgebaut hat, habe ich oft mit meinem Therapeuten besprochen. Ich wollte gerne wissen, wie ich dieses Defizit ausgleichen könnte, denn alleine war ich nie dazu in der Lage. Ich wollte gerne wissen, wie das denn gehen soll, ohne eine andere Person dafür in Anspruch nehmen zu müssen.

Er sagte, dass natürlich nichts dagegen zu sagen ist, dass man in einer Beziehung oder auch nur in einer Freundschaft, Liebe, Geborgenheit, Nähe erfährt. Es ist O.K., wenn es einfach so fließt. Falsch wird es aber, wenn ich den anderen dazu "missbrauche", mir jetzt alles geben zu müssen, was ich nie hatte! Weil hierbei die Energien falsch fleißen, fühlt sich der andere irgendwann ausgelaugt und ausgesaugt und die Beziehung kann so auf Dauer nicht stand halten!
Wenn ich den anderen deswegen so nötig brauche, damit es mir gut geht, damit er mir wie gesagt, das gibt, was ich zum Leben brauche, dann gerät so eine Bezihung aus dem Gleichgewicht. Und Menschen, die dringend etwas vom anderen "zum Überleben" brauchen, können sich nicht lösen, auch wenn die Beziehung am Ende ist. Lieber nehmen sie so einiges Negatives in Kauf, aber die Vorstellung, dass die "Nahrungsquelle" versiegen könnte, ist unerträglich!

Ich habe es ja schon einmal geschrieben, dass eine räumliche Trennung manchmal für eine Beziehung ganz heilsam sein kann. Jeder hat Gelegenheit, in Ruhe nachzudenken. Jeder hat die Chance, evt. zu erkennen, dass er den anderen vermisst.
Und es lässt sich manchmal leichter wieder beginnen, wenn man den räumlichen Abstand hat.

Du schreibst, er ist zu passiv und es liegt alles an Dir......
Dann ist hier ja schon wieder das Ungleichgewicht, von dem ich gesprochen habe. Trotz Depression ( ich will hier nichts veniedlichen, aber wenn er arbeiten gehen kann, dann hängt er ja wohl nicht allzutief drin) kann und sollte er Bereitschaft zeigen, auch für die Beziehung zu kämpfen, wenn sie ihm dann auch noch wichtig ist! Das sollte er klar aussprechen!
Es liegt immer an beiden, nicht nur an einer Person! Wenn Du Dich als einzigste Person bemüßigt fühlst, die Beziehung zu retten, dann stimmt halt etwas nicht und darüber solltest Du dann trotzdem mal intensiver nachdenken!

06.09.2010 22:32 • #44


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A


Hallo cleo,

Freund ist kühl - komme nicht an ihn ran

x 3#3


M

Maxine
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Hallo Cieo!

Ich kann dich sehr gut verstehen und wollte dir auf diesem Wege mitteilen, dass ich dir ganz viel Kraft wünsche!

Soweit ich weiß, ist *beep* erstmal nicht "schlimm" bei gleichzeitiger AD-Einnahme! Es ist besser als härtere Dro.. Mein Freund hat einmal Speed genommen und hat wohl die schlimmste Erfahrung seines Leben dadurch gemacht! ich bin sehr froh, dass ihm nichts passiert ist.

Ich habe sehr viel Erfahrung mit der Dro. durch meinen Freund. Auch ich musste das dulden und auch ich habe versucht auf ihn einzureden!

Ich kann nur sagen, dass man mit reden nicht weit kommt! So blöd es klingt- es ist in so einer Situation immer Gegenteiltag! Es macht dir was aus, dass er was raucht? Dann zeig es nicht- versuch verständnisvoll zu sein und stehe ihm bei. Frage ihn warum er das macht und was ihm das bringt. Zeig Interesse für seinen Zustand! Dann wird er mit dir reden und kommt vielleicht zur Vernunft. bei meinem Freund hat es geklappt!

ich habe durch die vorherige Trennung sehr viel gelernt und nun sind wir wieder zusammen. Ich kann nun mit vielem besser umgehen und mit ihm reden. Ich habe mich aber auch wirklich verändert. ich habe gelernt, dass ich nicht seine Mutter oder Psychiaterin bin. Ich bin seine Freundin und muss versuchen zu verstehen was in ihm vorgeht! ich zeige Verständnis und werde tatsächlich dafür belohnt!

Auch er hat sich neuerdings eine Bong gekauft.. nun gut.. ich fands auf gut deutsch gesagt beschissen aber habe mich zurückgehalten. Nun hat auch er öfter geraucht und ich habe absolut nichts dagegen gesagt und tatsächlich hat er letztes mal angefangen zu reden. Er meinte er wolle keine Geheimnisse vor mir haben, er merkt, dass ich mich verändert habe und ihn nicht mehr kontrollieren will. Er wollte mir sagen, dass ich mir keine Sorgen machen muss, weil er selber gemerkt hat, dass ihm das viele Rauchen nichts bringt und ihn nur unmotiviert macht und es deswegen einschränken wird usw. Es war ein richtig tolles Gespräch weil er einfach von alleine darauf gekommen ist, dass das keine produktive Sache ist.

Das muss dein Freund auch tun! Dafür musst du loslassen! Ihn erstmal machen lassen, sonst fühlt er sich unter Druck gesetzt und macht es erst recht! Es ist reine Psychologie!
Wenn die Eltern sagen dass man sein Zimmer aufräumen muss, macht man es ja sehr ungern, aber wenn sie dies nicht tun, merken Kinder sehr schnell dass sie ihr Zimmer aufräumen müssen und tun dies auch! Man will einfach nicht bemuttert werden!
Das gilt auch für Freunde!
Und was du dafür tun kannst ist für dich leben! Mach dein eigenes Ding und interessiere dich nicht mehr so für sein Gekiffe! Du wirst merken, das macht ihn sehr schnell stutzig und der Druck fällt ab und mit der Zeit entscheidet ER sich dann. Schließlich will sich ja ein Mann selber dafür oder dagegen entscheiden :)!

Versuche einzusehen, dass ihr zusammen wohnt, aber immer noch zwei Menschen seid! Kümmere dich um dich und lasse dich davon nicht fertig machen! wenn du ein wenig mehr Desinteresse in der Hinsicht zeigt, kommt er von alleine! Und Hilfsvorschläge will er einfach nicht!
Glaube mir, mein Freund ist unendlich dankbar und schätzt es sehr, dass ich nicht mehr so stresse und ihn nicht mehr ändern will!

Natürlich belastet es dich und du machst dir Sorgen, aber er ist erwachsen und er weiß was er tut! Lass ihm die Entscheidung! Lass ihn das dann mit seiner Psychologin besprechen, er soll das alleine machen!

Ich kann dich wirklich verstehen, ich kenne das Gefühl sehr gut, mit dem anderen nicht mehr in einem Bett schlafen zu wollen, zu misstrauen und immer tiefer zu sinken!!
Aber wenn du ihn das einfach alleine machen lässt, ihm Verständnis rüberbringst und dich emotional mit der Zeit davon lösen kannst, hilfst du dir (weil es einfach so viel angenehmer ist ohne den Stress) und auch ihm.. er kann von selbst auf dich zukommen und mit dir reden und wird dich dafür respektieren. Und unterschätze ihn nicht so wie ich meinen Freund unterschätzt habe! Er kann vernünftiger sein als du denkst! Du musst ihn nur lassen!

ich wünsche dir viel Kraft!!!

LG, Maxine

03.06.2010 23:13 • #21


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J
Zitat:
zwei Wochen *beep* er nun wieder täglich! Wieviel genau weiß ich nicht, er raucht meist draußen. Er hat es der Psychiaterin beim letzten Termin nicht gesagt und nun ist sie im Urlaub. Ich mache mir total Sorgen, was da passieren kann. Außerdem könnte die Wirkung des Medikamente dadurch auch vermindert werden, oder?!

Hallo Cleo!
Ich befürchte, daß nicht die Wirkung des Medikamente vermindert wird, sondern daß das *beep* selber in seinen Gemütszustand eingreift. Für ihn wäre es sicher von Vorteil, wenn er zu einer Dro. gehen würde und das Problem Sucht grundsätzlich mal in Angriff nehmen würde.
Ob und in wie weit Du da auf ihn einwirken kannst, weiß ich nicht, aber es zieht sich ja wie ein roter Faden, wohl schon seit Jahren, durch sein Leben.
Ich hoffe, daß ihr einen Weg findet!

#2


S
Hi Cleo,

Das Medikament stoppt den Neurotransmitter Serotonin in der Synapse wieder von der prä-Synapse aufgenommen zu werden. Serotonin ist ein Faktor, welcher, wenn er die post-Synapse stimuliert, das Gefühl der Freude bzw Heiterkeit erhöht (deshalb wird es dann auch anti-depressiva genannt).

THC macht etwas ähnliches. THC bewirkt letztendlich dass der Neurotransmitter Adrenalin ausgeschüttet wird. Auch Adrenalin ist ein Faktor, welcher das Gefühl der Freude bzw. Heiterkeit erhöht.

Das Medikament und THC bewirken also (mehr oder weniger) das Gleiche nur auf eine andere Art und Weise.

Somit wird wohl das Medikamnt nicht die gewünschte Wirkung haben, die er sich erhofft (wirkung wohl zu schwach ohne THC)

Einzig und allein ist das Problem wohl durch eine Therapie zu lösen.

Mehr kann ich dazu leider nicht sagen.

#3


C
Hallo und vielen Dank für eure Antworten! Das sind zumindest schon mal ein paar Ansätze, die mir weiterhelfen.

@ Salamander: Ich habe auch schon vermutet, dass das Antidepressiva einfach nicht ausreichend wirkt.
Wenn es in etwa dieselbe Wirkung hat, dürfte es ja nicht so gefährlich sein, es zu kombinieren, oder?! denk04

@ Josie: Er hat schon mal eine Psychotherapie über etwa 1 Jahr gemacht, und in dieser Zeit war er abstinent; kurz danach fing er leider wieder an. Ich hatte ihm schon extra mithilfe meiner Thera neue Therapeuten rausgesucht, aber bisher nimmt er es nicht in Angriff.
Dro. wäre nochmal ne andere Idee, vielleicht ist er da zugänglicher.
Mann, ich gerate immer an "Süchtige" und bin dann diejenige, die sich n Kopf macht... ich glaube, er kapiert gar nicht, wie belastend das für mich ist.

LG, Cleo

#4


S
Naja, ob das gefährlich ist oder nicht, da kann man sicherlich drüber streiten. Auf jedenfall haben THC und Venlaflaxin keine entgegengesetzte Wirkungen.

Was aber auch möglich ist, ist das durch das THC bei ihm eine Psychose ausgelöst werden kann. Das kommt ganz auf seine Konstitution an. (Es gibt z.B. Fälle, die rauchen nur einmal THC und haben davon eine Psychose bekommen.)

Ich persönlich würde mir über folgendes Szenario am meisten Sorgen machen:

Dadurch, dass seine Stimmung gehobener ist, weil er beides kombiniert, ist die Frage zu stellen, was denn passiert, wenn er die Antidepressiva oder das Rauchen einstellt. Dadurch gehts ihm ja dann wieder schlechter als wenn er beides kombiniert und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass er wieder beides kombiniert. Würde er mit beidem aufhören ist das Loch noch größer.....

Also die Kombination macht es meines Erachtens schwieriger von den Medikamenten und vom THC auf langer Sicht loszukommen...

#5


C
Hallo,

wollte mal berichten, dass ich meinen Freund leider nicht dazu kriege, sich Hilfe zu suchen. Weiß nicht, wie ich damit umgehen soll; es fällt mir schwer, einfach dabei zuzusehen. Bin so sauer und enttäuscht, und mache mir Sorgen...

LG, Cleo

#6


J
Hallo Cleo!
Zitat:
Bin so sauer und enttäuscht, und mache mir Sorgen...

Das ist natürlich eine schwierige Sache, wenn der Partner nicht mitzieht. Ich denke, jetzt kommt es darauf an, wie sehr dich das belastet und selber runterzieht?!
Spricht er überhaupt mit dir darüber oder blockt er total ab??

Letztendlich kann ich jetzt nur von mir ausgehen, ich würde mit wahrscheinlich eine Auszeit nehme, nicht weil ich ihn in der schwierigen Phase nicht weiterhelfen kann, sondern weil ich weiß, daß der Betroffene erst dann etwas ändert, wenn er niemanden mehr um sich hat, der sich um ihn kümmert und der sich Sorgen um ihn macht.

#7


C
Hallo Josie,

er blockt leider total ab. Wenn ich mit ihm darüber reden will, kommt nur sowas wie "nerv nicht", "ist doch alles gar kein Problem" und geht dann aus dem Zimmer. Er verhält sich wie ein Kind und ich komme ganz schnell in so eine Mutterrolle, also für eine Beziehung natürlich schlecht.

Es zieht mich schon sehr runter, weil ich dieses Auf und Ab jetzt schon seit Jahren mitmache und mich so gefreut hatte, als er vor einer Weile endlich wieder aufgehört hat. Davor hatte ich schon mal einen Partner, der ein Alk. hatte, meine Mutter trinkt auch zu viel... d.h. ich hab das Thema Sucht echt über.

Das mit der Auszeit ist halt so ne Sache, würde ich normalerweise wahrscheinlich machen, aber wir wohnen seit 2 Jahren zusammen, haben einen Hund usw. Da ich auch noch gesundheitlich nicht besonders stabil bin, wäre ein Auszug ein riesen Kraftakt - körperlich und emotional.
Wahrscheinlich wird es aber auch nicht viel bringen, wenn ich ihm die Pistole auf die Brust setze und ihn warne, dass ich ausziehen werde, wenn er so weitermacht.
huh
LG, Cleo

#8


J
Hallo Cleo!
Die Pistole auf die Brust setzen nützt nur dann etwas, wenn Du das auch durchziehen kannst, anosnsten hat das nicht viel Sinn.
Daß Du auf Grund deiner Familiengeschichte und deines letzten Freundes schon ein "gebranntes Kind" bist und auch das Thema Sucht über hast, das kann ich gut nachvolllziehen.

Vielleicht solltest Du wirklich nicht versuchen, die Mutterrolle zu übernehmen, dich einfach aus dem Thema zurückziehen, da er sich ja wie ein Kind verhält, kann es sein, daß er eben auch wie ein Kind reagiert, indem er das macht, was alle Kinder machen, nämlich das Gegenteil von dem was die Eltern sagen.

#9


S
Hallo Cleo,

Zitat von josie:
Letztendlich kann ich jetzt nur von mir ausgehen, ich würde mit wahrscheinlich eine Auszeit nehme, nicht weil ich ihn in der schwierigen Phase nicht weiterhelfen kann, sondern weil ich weiß, daß der Betroffene erst dann etwas ändert, wenn er niemanden mehr um sich hat, der sich um ihn kümmert und der sich Sorgen um ihn macht.

Ich finde diesen Ansatzpunkt von Josie sehr gut. Eine Auszeit nehmen, wenn man nicht weiß, wo man hinziehen soll ist natürlich schwer.
Aber der Punkt, dass der Betroffene wahrscheinlich nichts ändert, wenn alles im Umfeld prima weiterläuft, ist klar, zumal er sehr uneinsichtig zu sein scheint.
Diese Erfahrungen habe ich auch mit meiner Mutter gemacht. Sie war über 10 Jahre Alk. und sie machte nichts, um da raus zu kommen. Erst als mein Vater ausziehen wollte, ich war mittlerweile schon von zuhause ausgezogen und wir ihr klar mitteilten, dass wir das nicht mehr mitmachen wollen , hat sie zur Einsicht gebracht, dass sie in eine Entzugsklinik gegangen ist.

Ich sprach damals mal mit ihrem Arzt. Der sagte zu mir, auch wenn es schwer ist, Sie müssen ihre Mutter fallen lassen, das ist die einzigste Chance, dass sie selbst aktiv wird. Natürlich sagte er auch, dass es genausogut auch schlecht ausgehen könnte.

Du schreibst, dass Du das schon lange mitmachst und es ist sehr verständlich, dass Du dazu keine Lust mehr hast.
Und in dem Fall, gerade weil Du selbst krank bist, solltest Du auf sehr auf Dich achten, wie es Dir bei der ganzen Sache geht.

Zitat von cleo:
Er verhält sich wie ein Kind und ich komme ganz schnell in so eine Mutterrolle, also für eine Beziehung natürlich schlecht.

Warum sollte aus dem Kind ein erwachsener Mann werden, wenn er von "seiner Mutter" so gut betreut wird.

Ich würde ihm sagen, dass Du ihn gerne bei dem Weg raus aus der Sucht unterstützen wirst, aber dass Du nicht mehr bereit bist, die Sucht zu unterstützen. Erkläre ihm auch ruhig, wie es Dir dabei geht!
Ob es etwas nützt, das weiß man nicht, ich würde es Euch natürlich sehr wünschen. a015

#10


C
Zitat von josie:
Vielleicht solltest Du wirklich nicht versuchen, die Mutterrolle zu übernehmen, dich einfach aus dem Thema zurückziehen, da er sich ja wie ein Kind verhält, kann es sein, daß er eben auch wie ein Kind reagiert, indem er das macht, was alle Kinder machen, nämlich das Gegenteil von dem was die Eltern sagen.

Da hast du wahrscheinlich Recht. Es hat wohl wenig Sinn, meine wenigen Kräfte dadurch zu vergeuden.
Nur merke ich auch, dass meine Gefühle für ihn gerade total abkühlen, wahrscheinlich ein Selbstschutz. Ist halt nicht angenehm, wenn man zusammenwohnt und sich jeder nur noch in sein Zimmer zurückzieht.

@ Sonnenblume: auch dir Danke für deine lieben Worte.
Er weiß schon, dass ich ihm helfen möchte, aber er will es nicht. Und wie es mir damit geht, scheint ihm im Moment ziemlich egal zu sein. Hab ihm gesagt, dass es für mich schwer ist, das mitanzusehen, dass ich mir Sorgen mache und es mich quält. Habe den Eindruck, gegen seine Sucht kommt nichts an!

Vor ein paar Jahren gab es schon mal eine schwierige Situation: da hatte er eine OP, kein schwerer Eingriff, aber mit Vollnarkose. Danach hat er sich im KH wie ein Kleinkind benommen; er sollte eigtl. bis abends dort bleiben, pinste aber die ganze Zeit herum, dass er nach Hause will. Er sollte zumindest noch die Visite der Ärztin abwarten, machte er aber nicht, zog sich an und ich sollte ihn heimbringen, es war nichts zu machen.
Zuhause ging es dann weiter: er *beep* - Und das nur ein paar Std. nach der Narkose!! Ich war am Abdrehen. Damals haben wir noch nicht zusammen gewohnt; ich sagte ihm, dass ich das nicht aushalte und jetzt in meine Whg. gehe.
Und genau das, wirft er mir heute manchmal noch vor; ich hätte ihn da im Stich gelassen, und hätte total egoistisch gehandelt, und meine Ängste in den Vordergrund gestellt. Stattdessen hätte ich doch gerade bei ihm bleiben müssen, wenn ich mir tatsächlich so Sorgen um ihn gemacht hätte.
Glaube, so ähnlich denkt er sich das im Moment auch.

LG, Cleo

#11


J
Zitat:
Und genau das, wirft er mir heute manchmal noch vor; ich hätte ihn da im Stich gelassen, und hätte total egoistisch gehandelt, und meine Ängste in den Vordergrund gestellt. Stattdessen hätte ich doch gerade bei ihm bleiben müssen, wenn ich mir tatsächlich so Sorgen um ihn gemacht hätte.
Glaube, so ähnlich denkt er sich das im Moment auch.

Liebe Cleo!
Den Schuh solltest Du dir wirklich nicht anziehen, so langsam komme ich wirklich in Rage. Wenn er Aktionen startet, die gegen jegliche Vernunft sind und ihr darüber auch lang und beit diskutiert, dann ist einzig und allein ER daran schuld.
Da er wirklich keinerlei Rücksicht auch auf dich nimmt und Du bist selber auch krank, dann würde ich den Ball einmal zu ihm zurückspielen.
Er nimmt auf dich als Person und an auf dein Wohlergehen keinerlei Rücksicht, sondern verhält sich wie ein Pubertierender, der keinerlei Rücksicht auf sich selber und vorallem auch auf Mitmenschen in seiner nächsten Umgebung nimmt, das ist...................

#12


C
...ja, sein Verhalten ist wirklich rücksichtslos, das kann man nicht beschönigen.
Mann, wenn ich nicht selbst krank wäre, könnte ich das alles besser aushalten. Ich stecke in einer echt blöden Situation, weil ich mich auch irgendwie von ihm abhängig fühle. Mir sind nicht mehr viele Freunde geblieben, meine Familie ist sowieso keine große Hilfe für mich; verdiene momentan kein eigenes Geld usw..... Unsere Finanzen sind zwar getrennt, aber ich kann hier günstig wohnen, weil sein Vater die Whg. gekauft hat und ich nur einen relativ kleinen Mietanteil zahlen muss.
Dazu hat er sich halt im letzten Jahr schon auch viel um mich gekümmert, als es mir sehr schlecht ging - das muss ich ihm zugute halten, und es führt wahrscheinlich u.a. dazu, dass ich zu viel Mitleid und Nachsicht mit ihm habe.

LG, Cleo

#13


M
Hallo Cleo,

gibt es niemanden, der euch beistehen könnte ? Seine Eltern, Geschwister, sonstige Verwandte, Freunde, Ärzte, sozialpsychiatrischr Dienst, auch Dro. ?

LG von Mona.

#14


A


Hallo cleo,

x 4#15


C
Zitat von Mona 1:
Hallo Cleo,

gibt es niemanden, der euch beistehen könnte ? Seine Eltern, Geschwister, sonstige Verwandte, Freunde, Ärzte, sozialpsychiatrischr Dienst, auch Dro. ?

LG von Mona.


Hallo Mona,

danke fürs Mitdenken. Seine Eltern dürfen noch nicht mal wissen, dass er Zig. raucht - obwohl er 32 Jahre alt ist 154.gif . Die werden immer geschont. Der Rest der Familie lebt nicht in Deutschland. Sein Freundeskreis ist arg geschrumpft, und die meisten sind Psychologen, denen er das wohl nicht erzählt, weil die sich vermutlich an den Kopf langen, wenn sie das hören (trotzdem habe ich überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre, mit denen zu sprechen). Einen gemeinsamen Freundeskreis haben wir nicht so richtig, jedenfalls ist die Distanz zu meinen Freunden zu groß, als dass sie ihm da reinreden könnten.
Zur Dro. oder anderen Anlaufstellen kriege ich ihn wie gesagt leider nicht. Am ehesten würde er sich wahrsch. noch an seine Psychiaterin wenden, im Prinzip hat er einen ganz guten Draht zu ihr, nur ist die halt im Urlaub. Und k.A. ob er ihr dann tatsächlich sagt, was Sache ist...

LG, Cleo

#15

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