Hey,
Meiner Meinung nach solltest du sehr vorsichtig mit der Rationalisierung deiner Depression sein.
Klar kann es sein dass eine Trennung/Liebeskummer der Auslöser deiner Depression/depressiven Phase ist, aber glaube nicht dass das jetzt das eine große Problem ist, welches es nun zu beheben gilt, und dann wäre wieder alles paletti.
Eine Depression ist nicht durch Verliebtsein zu behandeln, auch wird dich eine erwiderte "Liebe" nicht einfach so wieder gesund machen. Es kann zwar durchaus unterstützend sein um da wieder rauszukommen, aber letztenendes bist du auf dich Allein gestellt.
Das Problem der Depression ist unter anderem, dass sie dir Dinge logisch und völlig richtig erscheinen lässt, welche aus einer gesunden Perspektive völlig irrational und abwegig sind.
Einsamkeit, so widersprüchlich es auch klingt, ist nicht einfach nur die Abwesenheit von anderen Menschen und das damit verbundene allein sein, es ist viel mehr ein Problem der Psyche/Denkweise, welches unter anderem auch durch eine Depression verursacht wird.
Du sagst es ja sogar selbst:
Zitat:Ich war sogar gerne alleine und habe mir die Leute fast schon auf Abstand gehalten, weil ich lieber mit mir selber Zeit verbrachte. Ich hatte nie das Gefühl einsam zu sein, nicht eine Sekunde lang.
Versuche zu verstehen, dass dein mieses Gefühl der Einsamkeit und den damit verbundenen negativen Gedanken um die Zukunft etc. lediglich eine Folge bzw. eher ein Symptom deiner Depressionen sind. Es hat nur sehr wenig damit zu tun, dass du derzeit alleine bist und dir eine neue Beziehung wünschst. Ich weiß dein Kopf wird jetzt wohl wieder 100 scheinbare Argumente finden, wieso und weshalb und warum, aber die meisten solcher Gedanken kannst du in die Tonne treten.
Dein Problem ist nicht das Fehlen einer Beziehung, sondern die Depression. Steigere dich daher nicht zu sehr in die Gedanken hinein, auch wenn es schwer fällt. Ich kenne das von mir selbst, wenn man nicht aufpasst werden die Gedanken so zur eigenen Realität, dass du ganz vergisst dass es letzlich einfach nur Gedanken sind die sich da in deinem Kopf tummeln, und nicht die Realität die "draussen in der Welt" stattfindet. Dann versucht man verzweifelt irgendwelche Dinge zu erreichen und zu bekommen, weil das laut dem eigenen Kopf die scheinbare Lösung für ein Problem ist. Das ist es aber nicht, der an Depressionen betroffene Kopf bzw. die Psyche selbst ist das Problem.
Das ist ungefähr so als hättest du einen kaputten Taschenrechner, aber du denkst er funktioniere richtig. Er wird dir irgendwelche Lösungen ausspucken die kompletter Murcks sind, aber da du glaubst dass er nur richtige Ergebnisse liefert, suchst du dann die Probleme wo anders und nicht beim Taschenrechner selbst. Denn laut der Logik des Taschenrechners stimmen ja die Ergebnisse immer. Und egal wie oft du mit ihm rechnest, es wird immer wieder der "Murks" komplett richtig sein - für den Taschenrechner und damit auch für dich.
Erst wenn er repariert wurde und wieder funktioniert wirst du wieder richtige Ergebnisse mit ihm bekommen.