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Liebe Isi,
ich finde es richtig gut, wie konstruktiv Du Dich mit diesem Thema auseinandersetzt. Du bist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Du schaust es Dir an, weil Du etwas verändern möchtest. Hut ab!
Ich möchte Dir nochmal sagen, dass das auch ein großes Lebensthema von mir ist, deshalb spricht mich dein Thread auch so an!
Du fragst, was ich denn getan habe, dass ich besser damit zurechtkomme?
Zum einen möchte ich trotzdem dazu sagen, dass ich diese Einsamkeitsgefühle, diese Angst, verstoßen zu werden auch noch in mir trage. Zum Beispiel mit meiner Feundin sagbe ich, dass ich trotzdem traurig darüber war.
Also das, was ich eben nicht mache, ist, den anderen einen "Vorwurf" daraus zu machen, d.h. ich greife sie nicht an.
Meistens trage ich es still mit mir rum, wobei ich auch nicht weiß, ob das eine gute Lösung ist.
Aber manchmal teile ich mich auch mit, abe ohne Schuldzuweisung.
Anstatt zu sagen: "Ich bin sauer, weil Du Dich nicht gemeldet hast oder Du hättest Dich besser kümmern können, weil ich schließlich auch so viel für Dich gemacht habe" sage ich vielleicht folgendes: "Ich bin traurig oder ich finde es schade, dass Du Dich nicht gemeldet hast. Oder: Ich hätte mir gewünscht, dass Du Dich meldest, weil ich so traurig war"
Das ist dann einfach nur eine Mitteilung meiner Gefühle ohne Vorwurf. D.h. der andere muss nicht zurückweichen, weil er die Schuld zugesprochen bekommt, sondern er kann einfach ganz normal darüber nachdenken oder eben auch nicht.
Zum anderen mache ich mir bewusst Gedanken, wann ich wem was "gebe" und auch "wieviel" ich gebe.
Ich denke jetzt bewusst darüber nach, warum ich das jetzt geben möchte und was ich damit verbinde.
Will ich dem anderen wirklich etwas gutes tun, also ganz selbstlos oder möchte ich irgendwas damit erreichen, sprich, möchte ich vielleicht besonders gewürdigt werden, dass ich das jetzt getan habe oder möchte ich beim anderen dafür einen besonderen Platz im Leben einnehmen.
Wenn ich merke, ich mache es selbstlos, weil es einfach in mir steht, dann tue ich es.
Wenn ich merke, ich will damit etwas erreichen, dann lasse ich es, auch wenn´s schwer fällt.
Ich bin ein Mensch, der oft besonders viel gibt. Wenn ich mich mit anderen vergleiche, dann war ich meist derjenige, der das meiste getan hat. Ich hatte oft einen Drang, immer noch mehr geben zu müssen. Ich dachte, ich müsste für Liebe und Zuwendung etwas leisten, vor allem besonders viel leisten. So kannte ich es aus meiner Kindheit und es hat sich manifestiert.
Mittlerweile halte ich mich mehr zurück. Als Beispiel nenne ich hier mal folgendes: Ich habe öfter Gruppentreffen in einer Gruppe. Hinterher sollte noch zusammen aufgeräumt und geputzt werden. Rat mal, wer immer saugt und auch noch den Boden wischt und auch noch den Müll weg bringt? Ich natürlich. Selbstverständlich freiwillig, ich habe es sogar fast an mich gerissen.Ich möchte nämlich gerne vom Gruppenleiter gemocht werden, weil er mir am Herzen liegt, und hoffte wahrscheinlich insgeheim, dass ich so eine besondere Aufmerksamkeit bekomme. Aber das war nie wirklich der Fall. Beim letzen Mal habe ich diese Aufgaben einfach jemand anderem übertragen und mal nichts gemacht. Und ich habe mich komischerweise trotzdem gut gefühlt und hatte die gleiche Aufmerksamkeit vom Gruppenleiter wie vorher, nicht mehr oder weniger.
Mit solchen kleinen Beispielen und Erfolgserlebnissen gehe ich Schritt für Schritt nach vorne, falle auch mal wieder zurück, aber ich möchte aus diesem Teufelskreis auch entrinnen.
Bei mir gibt es auch Zeiten, wie auch gerade, wo so gut wie keiner anruft. Da kommen natürlich auch wieder diese Gedanken. Wenn es aber mein Wunsch ist, Kontakt zu haben, dann rufe ich eben an, auch wenn öfter ich diejenige bin, die sich meldet. Was ist schlimm daran? Ansonsten bin ich doch immer in einer Warteposition und verharre in meinem Elend, warum ich so alleine bin und mich keiner mag. Das ist nicht produktiv und führt leider zu nichts.