Zitat von Nelly30: ein schneller Anruf bei der DRV konnte klären, was mit drei Anrufen bei der AFA und viel Wartezeit noch nicht klar war : Ja , ich kann Antrag online stellen und die Sendebestätigung als Nachweis bei der Agentur hochladen. Das ist eine übliche Handhabe .
Ich habe mir das Schreiben von der Agentur auch noch drei weitere Male durchgelesen und auch dort noch einen Satz entdeckt von wegen - wenn Sie den Antrag bei der DRV stellen , bitte nachweisen.
Da steht nur halt so viel drin und das meiste klingt wie eine verpackte Bedrohung . Nein, Post von der Agentur, das ist nicht schön!
Hallo Nelly30,
Ich hatte die Erfahrung gemacht, dass bei der AfA die Sachbearbeiter/Arbeitsvermittler wenig Ahnung von Reha im weitesten Sinne haben. Das Thema ist ja schon komplex und dann kommt ja noch hinzu, dass dann die DRV eigentlich zuständig ist. Es gibt spezielle Reha Teams bei der AfA, aber an die sollte der allgemeine Sachbearbeiter auch verweisen, beziehungsweise vermitteln. Eine Sachbearbeiterin hatte mir mal einen Flyer mitgegeben, der auf diese Teams verweist und auch, dass da sogar psychologische Hilfe in Anspruch genommen werden kann. Der Witz dabei, das war ein Info Flyer für Schbearbeiter, also garnicht für den Klienten. Vermutlich lesen wenige Sachbearbeiter solche internen Flyer, weil sie schlicht mit ihrer Kernarbeit, der Vermittlung von Jobs beschäftigt sind. Ist aber auch Egal, weil es jetzt auf Deine Problematik auch keinen Einfluss hat.
Wenn Du also den Antrag auf LTA stellst, dann dauert es halt auch eine Weile, bis es zu einem Gespräch mit der Rehaberatung kommt (Reha ist hier als Sammelbegriff eben für Rehabilitation zu verstehen, nicht dass es Grundsätzlich um eine Reha in einer Klinik geht) Das kann leider missverstanden werden, denn zu einer Rehabilitation kann ja vieles beitragen, wenn am Ende die Erwerbsfähigkeit erreicht wird.
In einem Gespräch mit der Rehaberatung wird dann ermittelt, was Du Dir vorstellen kannst (Umschulung, Weiterbildung, ect.) Das könnte auch ein Barrierefreier Zugang in die Firma sein, den die DRV dem Arbeitgeber finanziert oder bezuschusst und auch das wäre eine LTA.
Du siehst also, das LTA komplex ist und deswegen dauert es meist auch länger, bis mal was als Bewilligung auf dem Tisch liegt. Warten kann dann auch gerne mal zermürbend sein. Und was am Ende herauskommt bleibt bis dahin offen.
Mit 38 nicht in Rente zu wollen, kann ich gut nachvollziehen und das sollte meiner Meinung nach auch nicht das Ziel sein. Bei manchen Menschen ist aber die EM Rente aber unabdingbar und sichert ja dann deren Existenz, selbst wenn sie zusätzlich noch mit Sozialhilfe aufgestockt werden muss. Man lebt dann aber eben mit dem Existenzminimum.
Kurzum, Du möchtest keine 3-6 Wochen verlieren bei einer gesundheitlichen Reha in einer Klinik. Aber bis eine LTA greift, könnte mehr Zeit ins Land gehen. Was aber eventuell ja wichtiger wäre, wäre eine Behandlung Deines Traumas und das ist dann ja keine Rehabilitation sondern eben eine Behandlung, an die bei entsprechendem Erfolg dann eine Rehabilitation anschließen könnte, sollte, müsste.
Für die Behandlung Deines Traumas ist aber weder die AfA noch die DRV zuständig. Da muss ein Arzt/Therapeut die geeigneten Maßnahmen ergreifen und Dich im Zweifelsfall an eine Klinik überweisen, beziehungsweise Dir eine Einweisung geben. Ob Du Dich dann behandeln lässt ist dann zunächst nur Deinem Wunsch geschuldet und ob Du eine Behandlung bekommen kannst, liegt dann an den Kapazitäten, die Behandelnde eben haben müssen. Auch das ist mitunter eine langwierige Angelegenheit mit Wartezeiten und auch die können Zermürben.
Den Wunsch schnell geholfen zu bekommen und zu genesen kann man haben. Die Hoffnung das es schnell so kommt, auch. Die Erwartung, es würde dann auch so kommen, sollte man eher nicht haben. Denn wenn es wirklich passiert, dann ist es doch heutzutage eher ein Glücksfall, auf den man tatsächlich selbst wenig Einfluss hat.