Er ist unglücklich mit mir und der Beziehung

Hallo!

Mein Mann hat mich und unseren Sohn an Silvester verlassen. Im April lernte ich meinen neuen Freund kennen, in den ich mich sofort verliebte. Er gab mir Halt und Kraft. Er war für mich da und setzte sich mit den Depressionen auseinander, passte auf mich auf.

Wir hatten eine schöne Zeit, haben viel gelacht und unternommen - soooo glücklich war ich schon lange nicht mehr!

Jetzt ist er im Urlaub.

Hier passiert sehr viel. (Neuer Job ab Montag, fiese Briefe vom Anwalt, Existenzangst wegen Nichtzahlung von Trennungsunterhalt...)

Bin seit ca. 2 Wochen wieder total traurig und komme da nicht raus.

Gestern haben wir telefoniert und er sagte, er könnte nicht weiter mit mir telefonieren. Ihn regt es auf, dass ich nicht positiv denke und so negativ bin. Das Weinen nervt ihn. Ich wäre schon so weit gewesen und nun wäre alles wieder hin. Richtig angemault hat er mich - das hat mich noch mehr zum Weinen gebracht.

Habe heute nacht angefangen, meine Gefühle zu begraben.

Ich will doch nicht, dass er unglücklich ist mit mir. Er hat es verdient, frei und glücklich zu sein. Wir haben keine Chance. Vielleicht hatten wir nie eine.

Ich hätte diese Gefühle nicht zulassen dürfen, es war falsch, sich zu verlieben. Mache immer alles falsch. Alle sind unglücklich mit mir.

Werde ihn gehen lassen.

Es scheint besser zu sein, alleine zu bleiben. Ich bin nicht fähig, zu lieben. Zerstöre immer alles.

31.07.2009 06:24 • #1


Süsse hast du endlich einen Termin beim Arzt gemacht? Deine ganzen Äußerungen und deine Selbstzerstörung mit Worten müssen dringend behandelt werden. D.h. du brauchst wieder Medikamente. Du bist nicht gesund und wenn der Schwätzer von Hausarzt das wieder sagt, geh zu einem Facharzt! Mach es, bitte!

Zu deinem Partner. Vielleicht war er auch einfach nur genervt. Nicht von dir, sondern von allem. Jeder hat mal einen schlechten Tag, deswegen würde ich aber noch nicht an Trennung denken. Du bist im Moment nicht in der Lage solche Entscheidungen zu treffen. Also überlass es ihm, ob er damit fertig wird. Lies also seine SMS und rede mit ihm, wenn er wieder da ist.

LG

31.07.2009 09:15 • #2


Der Hausarzt war ja nicht derjenige, der mich für gesund hält. Er sagt, mein Zustand wäre kritisch. Der Neurologe behauptet, ich habe es überstanden, weil mein Mann weg ist. Und da kriege ich auch erst in 6 Wochen einen Termin. Bis dahin muss ich wohl damit leben.

Kann keine Sms lesen, weil keine kommt.

Er ist ohne mich besser dran - wie mein Mann und alle anderen auch.

Das Alleine sein bringt mich noch am weitesten, glaube ich.

31.07.2009 12:44 • #3


Er hat gerade geschrieben. Es tut ihm leid wegen gestern. Es macht ihn traurig, mich weinen zu sehen/hören.

Muss er mich deswegen so niedermachen?

Er sagte gestern, ich soll positiv denken und nach vorne schauen. Glücklich sein.
Das ist genau wie mein Mann sagte "Reiß Dich zusammen und krieg den A**** hoch."
Wenn ich das so einfach könnte, hätte ich es sicherlich getan. Oder habe ich freiwillig 2 1/2 Jahre auf der Couch gesessen und nichts mehr geschafft? Nur noch geweint, weil ich keine Kraft hatte, mich anzuziehen oder den Haushalt zu machen?
Auch jetzt bin ich doch nicht absichtlich so traurig und verletzt.

Ich komme einfach nicht mehr klar.

Werde ihm erstmal nicht schreiben, weiß nicht, was.

Gleich geht mein Zwerg zu seinem Erzeuger. Dann bin ich endlich alleine.

31.07.2009 13:46 • #4


Wie ich lesen kann, geht es Dir leider immer noch sehr schlecht.

Aber schaue Dir die Dinge doch mal von der anderen Seite an:

Zitat von Muedmaus:
Er hat gerade geschrieben. Es tut ihm leid wegen gestern. Es macht ihn traurig, mich weinen zu sehen/hören.


Das ist doch sehr lieb geschrieben. Wenn er Dich nicht lieben würde, würde er so etwas nicht schreiben.
Und genauso, wie Du depressiv und traurig sein darfst, darf er es doch auch mal, oder?

Zitat von Muedmaus:
Muss er mich deswegen so niedermachen?


Auch er ist doch nur ein Mensch und keine Maschine. Auch als Angehöriger oder Partner hat man es nicht immer leicht.
Wahrscheinlich macht es ihn wütend, weil er merkt, dass er Dir nicht immer so helfen kann, wie er es gerne möchte.

Zitat von Muedmaus:
Er sagte gestern, ich soll positiv denken und nach vorne schauen. Glücklich sein.
Das ist genau wie mein Mann sagte "Reiß Dich zusammen und krieg den A**** hoch."


Ich finde, das ist nicht dasselbe. Dein Mann hat es sehr vorwurfsvoll gesagt, dein Liebster eher liebevoll. Er weiß halt nicht, wie er Dir helfen soll und will Dir einfach Mut machen.

Ich habe Dir ja gestern schon einiges geschrieben und ich schließe mich an. Triff jetzt keine voreilige Entscheidung. Du bist in einem sehr traurigen Gemütszustand. Sprecht doch zusammen, wenn er wieder aus dem Urlaub zurück ist.
Und noch was: Wenn er es mit Dir nicht mehr aushalten könnte, hätte er dir keine SMS geschrieben, dass es ihm leid tut, sondern er hätte mit Dir Schluss gmacht, oder?

Und, gehe einfach zu Deinem Hausarzt. Er kann Dir genauso ein Rezept für ein Antidepressiva ausstellen, falls nötig. Da musst Du keine 6 Wochen auf den Neurologentermin warten. Und wie gesagt, wenn der Neurologe dich falsch einschätzt.... es gibt auch noch andere Neurologen.

Lieber Gruß

Anette

31.07.2009 14:05 • #5


Habe mich gerade überwunden und bei meinem Hausarzt angerufen. Die Arzthelferin ist sehr nett und es tat ihr leid, mir sagen zu müssen, dass er (auch nächste Woche noch) im Urlaub ist. Aber ich darf reinkommen und sein Kollege schaut sich dann schon mal meinen Zustand an. Sie sagt, sie weiß Bescheid und ich brauche keinen Termin.

Jetzt muss ich mich nur noch überwinden und auch hingehen.

Ist mein Zustand denn normal? Ist das bei Depressionen so? Alle sagten, ich sei "geheilt". Hätte es geschafft. Warum ist es wieder da?

Bin müde und will nur meine Ruhe haben. Selbst der Zwerg ist mir egal. Und Essen ist mir zuwider.

31.07.2009 14:33 • #6


Dein Zustand ist zumindest kein gesunder Zustand.

Und eine Depression ist eben auch kein Schnupfen, der nach ein paar Tagen geheilt ist. Es ist eine ernst zu nehmende Krankheit.
In dem Buch, von dem ich Dir gestern geschrieben habe, beschreibt der Autor die Depression als den Krebs der Seele. Das fand ich garade auch aus meinen Erfahrungen heraus auch irgendwie sehr passend. Nur mit dem Unterschied, dass jeder einem Krebskranken die Schwere dieser Krankheit zugesteht, einem Depressiven aber oft nicht geglaubt wird.
Auch bei Krebs gibt es ja Gott sei Dank eine Heilung. Trotzdem muss dieser aber regelmäßig zu Kontrollen kommen, damit geschaut werden kann, ob er wieder ausgebrochen ist.

Was heißt schon "geheilt". Und wer will das denn behaupten. Ich glaube eher, dass Dein Zustand zwischendurch eben stabil war und sich eben jetzt wieder verschlechtert hat.

Ich glaube, dass eine Depression, zumal wenn sie so spät erkannt wird und über längere Zeit vorhanden ist, auch immer in einem drin ist. Man kann auf jeden Fall sehr stabile Zeiten haben, sogar über Jahre, aber man ist eben einfach "anfällig". So sehe ich das jedenfalls.Und man muss eben immer mal wieder damit rechnen, dass sie wieder zum Ausbruch kommt.

31.07.2009 14:44 • #7


Es kommt mir vor, als müsste ich von vorne anfangen. Wie Anfang des Jahres.

Habe seit 3 Tagen nichts gegessen. Es einfach vergessen. Außerdem schmeckt es nicht. Meine Wohnung sieht grauenhaft aus. Ich muss Wäsche waschen, die Spülmaschine ausräumen, die Kindergartensachen für den Zwerg packen, mir einen Fahrplan raussuchen, ....

Nichts von alledem schaffe ich. Die gewaschene Wäsche ist auch nicht weggeräumt.

Ich weiß, was zu erledigen ist, aber der Antrieb fehlt.

Wäre es anders gekommen, wenn ich den Job nicht angenommen hätte? Weiter reiten und Aqua-Gym machen könnte? Ich musste wieder alles aufgeben, was ich für mich getan habe. - Wie in meiner Ehe auch.

Seit 8 Wochen tut mir die rechte Brust weh. Immer wieder. Doch ich will nicht zum Arzt. Will nicht wieder hören, dass bilden sie sich ein. An dieser Einbildung von Schmerzen (die übrigens Gallenkolliken waren, die niemand erkannt hat), ist meine Ehe auch gescheitert.

Ich möchte nicht mehr krank sein.

31.07.2009 15:00 • #8


Hör bitte endlich auf dich für das Scheitern der Ehe alleine verantwortlich zu machen. Dazu gehören immer zwei.

1. er hat dich verlassen, nicht du ihn. Er ist einfach abgehauen und hat sich bei seiner Mutter in das nächste gemachte Nest gesetzt.
2. hat er doch letztens erst bewiesen, dass er wohl schon länger eine neue Freundin hat. Vielleicht sogar schon in der Zeit, wo du krank warst
3. du warst krank und ihn hat es Null interessiert. Auch damit hat er dich alleine gelassen.

LG

31.07.2009 16:16 • #9


Sorry. Werde aufhören, zu jammern. Ist ja alles gut.

31.07.2009 16:25 • #10


Ich wollte dich nicht angreifen. Ich möchte nur, dass du ein bisschen aufwachst. Du vernebelst dich selbst und das ist nicht gut.

LG

31.07.2009 16:39 • #11


Hier kurz der neueste Stand der Dinge:

Haben gestern telefoniert und viel getextet. Ja, er war wütend, weil er das Gefühl hatte, mir nicht helfen zu können. Er wollte mich nicht noch mehr fertig machen. Jetzt glaubt er erstmal für uns beide an uns. Bis ich es wieder selbst kann. Er hat auch verstanden, dass ich momentan nicht viel fühle. Will ihm nichts vormachen.

Bin jetzt hier weg. Erstmal. Habe das Gefühl, alles falsch zu machen und immer angegriffen zu werden. Das will ich nicht.

Melde mich, wenn ich nicht mehr bei der kleinsten Kritik in Tränen ausbreche.

01.08.2009 10:42 • #12


Da bin ich wieder...

Ich bin noch mit meinem Liebsten zusammen. In 1 1/2 Wochen sind es 7 Monate.

Ein paar Schwierigkeiten haben wir. So Sätze wie "Wenn Du wirklich noch ein Kind möchtest, dann bin ich der Falsche.", "Keine Sorge, ich werde nie wieder heiraten.", "Mit 40 bin ich zu alt für Eigentum.", "Wenn es nicht funktioniert, bin ich weg.", ... Es ist so dahingesagt, aber mir schwirrt es im Kopf herum. Ich werde diese Sätze nicht mehr los.

Ich liebe ihn.

Warum sagt er so was? Kann er die Zeit nicht für sich arbeiten lassen? Vielleicht ändert er seine Meinungen ja. Oder ist so was nicht möglich?

Ich bin so unsicher. Und mache damit vielleicht alles kaputt.

29.10.2009 21:56 • #13


Alles aus.

Er ist gegangen und wer einmal geht, der tut es immer wieder.

Was hätte er getan, wenn wir zusammenwohnen würden? - Genau! Er hätte seine Sachen gepackt und wäre ausgezogen - wie mein Ex.

Alleine sein ist das Beste für mich.

Vorbei.

22.11.2009 22:09 • #14


Nein, es war dort nicht vorbei.

Er hat gekämpft, wir haben geredet und uns zusammengerauft.

Er ist immer so verdammt lieb, immer da, achtet darauf, dass es mir gut geht und dass meine Wünsche sich erfüllen.... Und wie danke ich es ihm????? Gar nicht. Schlafe zu wenig mit ihm, fauche und zicke ständig und obwohl ich ihn liebe und brauche, denke ich manchmal, dass er wegbleiben soll. Er hat was Besseres verdient. Meine Launen sind momentan für mich selbst ja total schrecklich.

Er tut mir so leid. Wer ist denn freiwillig unglücklich in einer Beziehung? Wie lange hält er mich noch aus?

Ich wil doch nur lieben, ohne einzuengen und geliebt werden. Warum schaffe ich das nicht?

17.01.2010 17:28 • #15




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