4

Emotionaler Bezug zum Ex-Partner?

Hallo zusammen,

bisher bin ich mehr oder minder gut mit meinen "Stimmungsschwankungen" klar gekommen (bipoloar, aber bisher ohne Therapie). In den letzten Monaten waren diese auch recht still und ich dachte, dass ich mich nach einiger Zeit endlich selbst gefangen habe.

Vor ein paar Tagen habe ich allerdings erfahren, dass meine Ex ein Kind mit ihrem neuen Partner bekommen hat und es hat mich massiv aus der Bahn geworfen. Wir sind seit mehreren Jahren getrennt, jeder führt soweit sein eigenes Leben, es gibt keinen Kontakt und ich hatte damit eigentlich soweit auch emotional abgeschlossen (dachte ich). Ich wollte auch für mich persönlich nie Kinder, solange ich nicht selbst mit mir klar komme (haben darüber aber nie aktiv gesprochen).

Hat jemand ein paar Tipps, wie man aus dieser Situation raus kommt?

10.08.2019 21:16 • x 1 #1


Cebra
Hallo bishop,

ich denke, sowas würde viele zurückwerfen. Ihr hattet ja schließlich eine gemeinsame Zeit zusammen. Aber da du auch erwähnst, dass du bisher keine Therapie gemacht hast, würde ich dir empfehlen dies alsbald in Angriff zu nehmen. Woher kommt deine Diagnose denn ?

Da können ja noch viele weiter Probleme auf dich zukommen, mit denen du noch weniger zurecht kommst. Oder neue Beziehungen werden dadurch problematisch. Alles was man therapieren kann, sollte man m.E nach auch tun. Hat mich selber auch Überwindung gekostet . Aber es wird definitiv nur schlimmer und nicht besser.

Alles gute

11.08.2019 08:39 • x 1 #2


Hallo bishop,

mich würde sowas auch aus der Bahn werfen, denke ich. Das liegt bei mir daran, dass eigentlich alle meiner Ex-Freunde gesagt haben, so eine intensive Beziehung wie zu mir hatten sie noch nie und sie wollten mit mir alt werden. Ich bin Borderlinerin, das macht meine Beziehungen unglaublich intim und intensiv.
Ich konnte mir nicht vorstellen (und kann es teilweise immer noch nicht), dass diese Menschen eine wirklich gute Beziehung mit jemand anderem als mir führen können. Ich weiß, ambivalent, aber ist eben so.
Geht es dir vielleicht ähnlich?

Mir hilft, meine aktuelle Situation zu sehen - ich bin seit einiger Zeit wieder in festen Händen und es läuft besser denn je. Wieso also sollte das nur mir vorbehalten sein? Mir das immer wieder bewusstzumachen, hilft mir.

Ich tue mich einfach sehr schwer mit der Vorstellung, dass für meinen bis-dahin-Partner das Leben ebenso weitergeht wie für mich, wenn Schluss ist.

12.08.2019 14:05 • x 1 #3


Hallo ihr beiden,

vielen Dank für eure Antworten.

Cebra, die "Diagnose" (wenn man es denn so nennen darf) kam aus einem Erstgespräch mit einem Therapeuten, den ich allerdings nicht wieder besucht habe. Die Chemie passte irgendwie nicht und dann kamen privat ein paar anderen Dinge und man schiebt es dann auch gern vor sich hin, kennst du sicherlich auch. Habe mich allerdings anschließend auch längere Zeit mit meinen Schwankungen beschäftigt, weil die teilweise wirklich extrem waren / sind.

Neue Beziehungen sind in der Tat problematisch, so das ich mich mittlerweile soweit aus allen sozialen Kontakten herausgezogen habe, sofern es sich nicht um rein berufliche Kontakte handelt. Die letzten zwei Beziehungsversuche endeten im Chaos (emotionaler Zusammenbruch, Selbstmordgedanken).


undefined, ich bin eher so der Mensch, der sich nicht vorstellen kann, wieso jemand mit mir eine sinnvolle Beziehung führen kann. Auch einer der Gründe, wieso ich mich bei einem der o.g. Beziehungsansätze relativ früh aus dieser herausgezogen habe, weil ich der Meinung bin, dass ich mehr Schaden anrichte, als das es uns beiden genützt hätte auch wenn sie das anders gesehen hat. Auch wenn die Zeiten sehr intensiv waren, sagt mir mein Kopf, dass das nicht gut gehen kann und ich möchte niemanden unnötig belasten.

Aber ja, ich hatte auch immer etwas Hoffnung, dass sich das Leben meiner Ex nicht so drastisch weiterentwickelt.
Ich wünsche ihr natürlich alles Gute (wir haben uns nicht im Streit o.ä. getrennt) und freue mich auch für sie.
Ich habe nur vor ein paar Monaten die letzten Dinge von ihr weggeworfen, an denen ich irgendwie unterschwellig immer noch festgehalten hatte, obwohl mir klar war, dass sie nicht wiederkommt.

Dieses Wegwerfen fühlte sich das erste Mal nicht verkehrt an und ich dachte endlich an einen persönlichen Abschluss und dann erfahre ich das mit dem Kind und Zack war der Scherbenhaufen von damals wieder präsent.

Gestern 16:43 • #4


Selbst wenn du dir nicht vorstellen kannst/konntest, dass jemand mit dir eine "sinnvolle" Beziehung führen kann, hängst du natürlich doch emotional an deiner Ex. Das ist imho auch völlig normal und okay - man war ja nicht grundlos zusammen. Menschen, die einem mal sehr nahestanden, werden einem nie völlig egal sein, glaube ich. Zumindest ist das bei mir so.

Ich weiß nicht, wie ich das jetzt in Worte fassen soll. Ich hab nochmal recht ausführlich über dein Thema nachgedacht, weil ich ja auch so empfänglich dafür bin und bin zu folgendem Schluss gekommen. Ich formuliere das jetzt mit Absicht in der Ich-Form, weil es eben für mich so stimmt. Ob es bei dir auch zutrifft, möchte ich nicht beurteilen.

Ich war nicht grundlos mit dieser Person zusammen. Da waren teilweise starke Gefühle und die Person hat mich ein Stück meines Weges begleitet, sie ist also gewissermaßen ein kleiner Teil von mir geworden (in Gedanken, Erlebnissen, Gesprächen.). Die Erinnerung an diese Person innerhalb dieses Zeitraums ist "abgeschlossen" - danach geht jeder seiner Wege. Wenn sich aber nun das Leben der anderen Person drastisch ändert, wie zB durch ein Kind, fühlt sich das für mich immer ein wenig an, als würde sich das Bild dieser Person, das ich in meinem Kopf habe, ebenfalls ändern. Und weil dieses Bild/diese Person ja ein kleiner Teil von mir ist, ändert es auch mich und deswegen wird mich sowas immer treffen/berühren.

Ich kann es leider nicht besser in Worte fassen und hoffe, dass du verstehst, was ich meine.

Vor 6 Stunden • x 1 #5


Eine sehr treffende Zusammenfassung, die ich in der Tat so auch teile. Vielen Dank.

Vor 1 Stunde • #6




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag