Eingliederung in Arbeit nach Reha - Medikamente nehmen?

Veluwe

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Ein herzliches Hallo und Bitte um einen guten Rat.
Ein Angehöriger hatte vor einem guten Jahr einen Burn out (auf anderen Befunden stand Depression) und ist seit kurzem als "gesund" aus der Reha entlassen.
Jetzt, bei der Eingliederung ins Arbeitsleben merke ich, dass wieder große Ängste (Versagen im Beruf, wieder zu viel Stress, alles geht wieder von vorn los......) vorhanden sind. Schon der Gedanke an Bewerbungsschreiben (die Stelle vorher war befristet und durch die Krankheit verloren) bringen wieder Kopfschmerzen hervor. Er nimmt z.Zt. keine Medikamente mehr und möchte auch ohne wieder in den Beruf zurück. Ich merke, dass er sich enorm unter Druck setzt.
Was soll ich raten? Er ist im Augenblick nicht in ärztlicher Behandlung, aber ich habe sehr große Angst, dass sich wieder eine "Abwärtsspirale" entwickelt. Soll ich ihm raten, wieder zum Arzt zu gehen? Medikamente???? Nach unserer Meinung haben die 25 Therapiestunden (tiefenpsych.) nichts gebracht. Nach meiner Beobachtung würde ihm viel besser helfen wenn ihn jemand ermutigt und versucht an seinem Verhalten etwas zu ändern. Er kann schlecht "nein" sagen und sich durchsetzen, was aber für seinen Beruf dringend notwendig ist.
Freue mich über eure Antwort.

02.10.2013 16:17 • #1


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achtsamkeit

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Hallo Veluwe,

dass du dir Sorgen machst kann ich gut verstehen bei dem was du beschreibst. Wie sieht das denn dein Angehöriger. Ist er sich dessen bewusst, oder hat er von sich eine andere Wahrnehmung?
Wie auch immer, 25 Stunden Psychotherapie sind recht wenig. Das was ihm nach deinen Aussagen helfen würde, das ist aber genau das was in der Regel eine Psychotherapie anstrebt. Es wäre sicherlich gut wenn er nochmal eine Therapie machen würde, allerdings muss er selber dafür bereit sein!
Warum wehrt sich dein Angehöriger gegen Medikamente?
Wichtig ist aber auch, dass nur dein Angehöriger weiß welchen Nutzen er von Medis oder Therapien erwartet. Also ihn jetzt auch damit Druck zu machen wäre evtl. falsch.

LG Achtsamkeit

02.10.2013 17:25 • #2


Veluwe

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Hallo Achtsamkeit,
ja, die Situation ist ihm sehr bewußt. Er möchte es jedoch ohne Therapie ( "hat keine Lust ständig zum Therapeuten zu laufen + es hat in der Vergangenheit nichts gebracht") versuchen.
Seine damalige Medikation (Opipramol + Citopram) hat Besserung gebracht. Heute sieht er es aber als eine Behandlung der Symptome und nicht der Ursache (aber was ist die Urasche...?) Er möchte es ohne versuchen und erst dann wieder ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen wenn "es wieder schlimmer" wird.
Für mich stellt sich allerdings die Frage, ob man nicht im Vorfeld kluge Entscheidungen treffen sollte ?.
Aber du hast wohl Recht, ihn zu einer Verhaltenstherapie zu überreden hat wohl wenig Sinn, zumal ihm die Reha-Klinik ein "gesund" bescheinigt hat. Von sich aus sucht er aber jetzt erst mal eine Teilzeitstelle weil er sich eine Ganztagsstelle nicht zutraut.
Könnte ich ihm sonst helfen? (Ich wohne 1 Std. entfernt)
LG
Veluwe

02.10.2013 18:10 • #3


Martina

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Hallo Veluwe,

ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Arzt schneller und besser helfen kann, je eher man hingeht.
Ich war auch immer mal wieder ohne Symptome und ohne Medikamente. Aber sobald ich merke, dass es mir schlechter geht, gehe ich wieder zum Arzt. Das muß auch nicht immer gleich eine Therapie bedeuten.

Zitat von Veluwe:
(aber was ist die Urasche...?)


Genau das sollte man mit Hilfe eines Therapeuten heraus finden.

Du kannst ihm aber nur deine Meinung oder Einstellung dazu sagen, handeln muß er selber. Wenn er jetzt noch nicht aktiv werden möchte, dann ist das so - seine Entscheidung.

02.10.2013 20:16 • #4

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