Hallo Anouk
Gern schreibe ich dir, gebe meine Einschätzung und versuche das ganze mir eigenen Erlebnissen plastischer zu machen.
Es kann natürlich nur eine Einschätzung sein, das denke ich ist uns beiden klar. Aber du kannst ja die Impulse für dich bewerten.
Ich falle gleich mal mit der Tür ins Haus.
Das sich gewisse Störungen nun wie beim ersten Mal im Vorfeld wiederholen halte ich für sehr gravierend, weil ich das genauso erlebt habe.
Trotz alles Therapie und innerer Arbeit habe ich bis heute die nervliche Stabilität, Unempfindlichkeit bei Stresssituationen nicht mehr erreicht. Bei meiner zweiten Krise kam der Tod meines Vaters und eine hochstress Situation zusammen und kippte mich innerhalb von 3 Monaten. Zunächst war es eine Erkältung die nicht wegging, dann sollte ich plötzlich eine Hausstauballergie haben und dann fuhr ich durch mit dem Rad ein Schlagloch bekam Rückenschmerzen und die gingen über Monate nicht weg. Im Grunde ein sehr ähnlicher Verlauf wie ich ihn beim ersten BO erlebt hatte, das muss ich leider berichten.
Im Laufe dieser Monate stieg die nervliche Empfindlichkeit. Die psychischen Symptome aus den ersten BO kehrten dann zurück. Ein typischer Verlauf glaube ich der zeigt wie schwierig es ist zu erkennen, dass man gerade auf sowas zu steuert. Ich vermute, das ist bei dir auch so und weil es so schwer erkennbar ist, verstehe ich deine Frage an mich.
Selbst Fachärzte wie der Lungen Arzt mit seiner Hausstaub Hypersensibilisierung zu der er mir riet als auch der Orthopäde sagten mit keinem Wort, dass es auch psychosomatisch sein könnte und das obwohl ich das ansprach.
Erst nachdem es wieder eingeschlagen hatte und ich Monate krank war entschloss ich mich erneut einen Schritt zurück zu gehen. Wie geschrieben war es das erste Mal die Aufgabe von Leitung.
Nach meinem zweiten Kries sollte ich in einem Projekt mitarbeiten. Ich sollte eine Bewertung bezgl. der Projektziele abgeben. Ich habe sachlich und kritisch eine Bewertung abgeben. Dabei habe ich auch dargelegt, dass ich die Zusage zu einigen Zielen nicht geben kann, weil ich die Zeiträume für zu kurzhalte. Ich habe also vorbildlich, dass so oft geforderte nein sagen in die Tat umgesetzt.
Zudem habe ich klar gesagt, dass ich nicht an jeder Teamsitzung teilnehme kann. Immer noch hatte ich seit dem 1. Bo soziale Phobie und Besprechungen waren sehr anstrengend für mich. Aber ich habe zugesichert, dass die erforderlichen Ergebnisse vorliegen würden ich dafür sorgen werde, dass es zu keinerlei Behinderungen für das Team kommt.
Ich bin dann in Urlaub
Danach wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht mehr im Projektteam bin. Ein jüngerer Kollege der sowieso stink sauer war das ich dieses Projekt betreuen sollte und nicht er bekam die Aufgabe und selbstverständlich hatte er keinerlei Bedenken.
Ich bekam dann eine "Hinterhof" Aufgabe. Das hat mich damals sehr getroffen. Ich war 54 und ich war fachlich sehr sehr angesehen und der junge Mann war gerade mal 3 Jahre im Job und es ging auch um viel Entwicklungserfahrung.
Warum schreibe ich das?
Nach meinen persönlichen Erfahrungen und all den Erfahrungen aus Selbsthilfe ist mein Eindruck, dass bei anrollender erneuter BO Kriese eigentlich nur eine Reduzierung und oder eine neue innere Haltung zum Job hilft. Aber mit meinen persönlichen Erlebnissen wollte ich untermauern, dass auch ich erlebt habe wie schwer es ist solche Schritte zu gehen.
Ich möchte aber auch berichten, dass es Hoffnung gibt. Ich bin nach oben erlebten hergegangen und habe die Arbeit auf eine sehr sehr Sachliche Ebene gestellt. Kein kannst du gerade mal, Ganz nüchtern.
Das ist meine Leistung, dafür möchte ich das und das Geld. In meinem Job kam es ehr auf Ideen an. Ich habe jahrelang meine Ideen sorglos verteilt, weil ich größte Freude am teilen und am wir hatte.
Damit war es vorbei.
Und das war gut so.
Ich bin quasi wie ein Unternehmer aufgetreten und da die Firma sehr gerne meine Ideen und mein Wissen wollte mussten sie mit dieser ganz nüchternen Geschäftsatmophäre ab da leben. Ich habe lange vorher überlegt ob solch ein solch egravierenden Wechsel in meiner Haltung vollziehen soll oder ob dann klar ist, dass ich dann bald gehen muss. Aber ich dachte ich muss was machen, ich will nicht schon wieder krank werden und ich hatte Angst krank zu werden weil mich dies Kränkung sehr belastete.
Und es hat sich gelohnt. Ich habe mir den Respekt zurückgeholt. Heute für mich alles Geschichte. Einzig dazu noch geeignet anderen Betroffenen zu erzählen und Mut zu machen das auch eine Veränderung geht, wenn man meint es ist unmöglich, anderenfalls sei man seinen Job los.
Wichtig ist glaube ich immer wie ein Geschäftsmann zu denken. Was biete ich und welche Bedingungen brauche ich um diese Leistung zu erbringen. Unter dem Strich ist es ja so dass die Firma einem beschäftigt, weil sie einen wirtschaftlichen Nutzen sich verspricht mit einem Geld verdienen will. All das Getöse drum herum, wer wann da ist, welche Informationen wie fliesen usw. usw. macht oft riesige Unruhe ist aber total nebensächlich
Heftige Thesen und Vorschläge genau dann, wenn man angeschlagen ist. Zu heftige, ich weiß.
Wenn ich was raten darf, dann würde ich überlegen vorübergehend Teilzeit zu machen. Ich habe diesmal für einen Kollegen hier erfragt.
Siehe
rechtsanspruch-auf-befristete-arbeitszeit-reduzierung-t22880.htmlUnd wenn du wieder stärker bist dann mit einer neuen Strategie wieder weiter machen, denn de bisherige war noch nicht so ganz die die du Leisten kannst, so mein Eindruck
col