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Ehemann mit Depressionen ?

Ssta

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Hallo ich bin neu hier und hoffe auf Austausch.

Ich habe meinen jetzigen Mann 2012 kennen gelernt, ich bin mit meinem damaligen Freund in den gleichen Ort gezogen mein jetziger Mann war quasi mein neuer Nachbar. Wir haben uns öfter beim spazieren gehen getroffen und dann ineinander verliebt wobei es Hauptsächlich von ihm ausging. Er sprach Recht schnell von Heirat und fragte mich immer wieder. Dazwischen hatte er immer Phasen an denen er die Beziehung beendet hat und sich zurück gezogen hat. Er meldete sich tagelang nicht und hatte/hat ein Alk.. Er war 2x wegen Depressionen und PTBS in der Klinik. 2017 haben wir geheiratet da er sagte wenn wir heiraten wird es besser und er ist sich dann einfach sicher das ich da bin. Leider ist das nicht so, er zieht alle paar Wochen aus und wohnt dann bei seinen Eltern, er wird sehr Gefühlskalt und verletzend dann wieder das krasse Gegenteil. Im Moment ist er wieder seit 2 Wochen bei seinen Eltern und wir haben nur sporadisch Kontakt. Mich belastet das alles zur Zeit sehr und ich Frage mich ob das alles noch Sinn macht. Bisher dachte ich ich bin mit dieser Problematik alleine und finde es sehr beruhigend das es doch mehr Menschen mit ähnlichen Problemen gibt. Meine Freunde und Familie sind mittlerweile auch nur noch genervt und wollen von dem Thema eigentlich nichts mehr hören. Mein Mann sieht nicht ein das er Probleme hat und dringend etwas tun müsste. Er geht weder weiter zur Therapie noch nimmt er seine Tabletten. Er versucht die Schuld auf mich zu schieben und meint ich bringe ihn dazu so zu sein. Er kommt mit Stress nicht gut klar und wenn er von der Arbeit kommt weiß ich nie was mich erwartet, wird es ein guter Tag oder endet es wieder im Auszug. Er lässt seinen Stress bei mir ab und ist dann einfach nur ungerecht und ich bin mit meiner Kraft langsam am Ende..

01.04.2021 10:14 • x 2 #1


Milla

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Fühl dich erstmal gedrückt.
Ohne Therapie und Unterstützung wird das sicherlich schwierig.

Wie lange haben die Rückzüge immer gedauert? Und hat er da immer klar Schluss gemacht?

Gibt es eine Möglichkeit, dass er doch Hilfe in Anspruch nimmt?

01.04.2021 19:21 • #2


Ssta

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Vielen Dank, es hilft schon sehr zu lesen das man nicht alleine solche Probleme hat. Die Phasen in denen er sich zurück zieht dauern Mal nur 3 Tage, dann Mal 3-4 Monate. Da er im Moment gar nicht einsieht das er ein Problem hat wird er sich nicht helfen lassen. Zur Zeit ist er auch ehr hyperaktiv und nur unterwegs und erledigt Dinge die 'ganz dringend" sind. Ich hatte schon die Vermutung daß er eine bipolare Störung hat, aber wissen tue ich es nicht. Den letzten Klinikaufenthalt hat er frühzeitig abgebrochen und ist mit dem Zug zurück gekommen. Eigentlich sollte ich bei dem Abschlussgespräch nämlich dabei sein, ich konnte bisher mit keinem Arzt sprechen, ich habe lediglich Mal einen Arztbrief gelesen in der die Diagnose Depression und PTBS stand...

01.04.2021 19:51 • x 1 #3


Ssta

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Meist macht er klar Schluss und sagt es war der größte Fehler mich zu heiraten, dann kommt ein paar Tage später wieder das er mich so sehr liebt und nicht ohne mich leben will... Dieses Gefühls-Chaos ist echt die Hölle

01.04.2021 19:54 • x 1 #4


Milla

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Ja. Kenn ich.
Ich denke man hält sowas nicht lange aus ohne Blessuren.

Wenn er eine Diagnose hat und sich so verhält, dann geht es ihm ja auch nicht gut. Also es wäre in seinem Interesse sich Hilfe zu suchen.

Ich denke ohne Hilfe von außen geht es nicht, dass muß er aber wollen.

Wie ist es mit seinem Umfeld? Könntet ihr mit Freunden auf ihn einwirken?

01.04.2021 20:02 • #5


Ssta

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Er hat eigentlich keine Freunde und mein Freundeskreis hält mich ehr für verrückt das ich das mitmache. Da er zur Zeit leider keinerlei Einsicht hat bleibt wohl nur abwarten.. Ich hätte allerdings nicht gedacht das soviele ähnliche Probleme haben. Das ist irgendwie beruhigend zu wissen, manchmal zweifelt man ja dann selber an sich wenn man ständig die Schuld zugeschoben bekommt.

01.04.2021 20:57 • x 1 #6


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Lilly-18

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liebe @Ssta
Zitat von Ssta:
Mein Mann sieht nicht ein das er Probleme hat und dringend etwas tun müsste. Er geht weder weiter zur Therapie noch nimmt er seine Tabletten. Er versucht die Schuld auf mich zu schieben und meint ich bringe ihn dazu so zu sein. Er kommt mit Stress nicht gut klar und wenn er von der Arbeit kommt weiß ich nie was mich erwartet, wird es ein guter Tag oder endet es wieder im Auszug. Er lässt seinen Stress bei mir ab und ist dann einfach nur ungerecht und ich bin mit meiner Kraft langsam am Ende..


Das was du beschreibst kenne ich leider auch. Das klingt sehr nach einer bipolaren Störung.
Was sagen denn seine Eltern dazu, wenn er ständig bei denen auftaucht? Sind die damit einverstanden?
Und finden seine Freunde das gut, was er mit dir macht?
Ich weiß nicht, wie alt du bist, aber solltest du noch jung sein und keine Kinder mit ihm haben, nimm die Beine in die Hand.
Ich hatte auch so einen Vater, der schließlich im Elend gelandet ist, nachdem die ganze Familie kaputt war. Wenn du noch eine Chance hast, tu dir das nicht an.
Ich bin auch grade am hadern, ob ich das noch länger aushalte. Blöderweise wohnen wir zusammen, und ich wünschte mir manchmal ein bisschen Abstand.
Aber es kostet auf alle Fälle viel Kraft. Die wird dir irgendwann ausgehen.
Und wenn er sich weigert (so wie meiner auch) sich therapieren zu lassen und sich einzugestehen, dass er eine Krankheit hat, wird das auch nie besser werden.

01.04.2021 21:06 • #7


Ssta

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Vielen Dank für deine Nachricht. Ich bin schon 46 und meine beiden Kinder aus erster Ehe sind zum Glück schon 18 und 21.

Seine Eltern sagen da nicht viel zu, ehr bin ich die Böse die ihn wieder aus dem Haus getrieben hat. Er erzählt aber auch Sachen über mich die nicht stimmen. Am Anfang habe ich noch das Gespräch mit seinen Eltern gesucht aber mittlerweile habe ich das aufgegeben. Da es mein Haus ist in dem wir wenn gemeinsam wohnen wäre eine Trennung eigentlich kein Problem aber ich lasse irgendwie immer wieder einwickeln von ihm. Wenn er seine guten Tage hat ist er auch der Mann den ich gewünscht habe nur kommt das mittlerweile sehr selten vor. Nach außen kann er sich sehr gut verkaufen und wenn man ihn nicht näher kennt glaubt man nicht welche Probleme er eigentlich hat. Wirkliche Freunde hat er keine bis auf einen und der rät mir auch dringend einen Schlußstrich zu ziehen.

01.04.2021 21:19 • x 2 #8


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Lilly-18

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Auch das haben wir gemeinsam. Wir leben auch in meinem Haus. Er hat nur niemanden wo er hin könnte und verkriecht sich im Keller.
Seine Eltern sind schon lange tot. Freunde hat er auch keine, aber eine Schwester, die sehr lieb ist und uns unterstützt.
Dass seine Eltern glauben, du hättest ihn aus dem Haus getrieben ist ja schon ein starkes Stück!
Wie reagieren die dann, wenn er wieder zu dir zurückkehrt?

01.04.2021 21:40 • x 1 #9


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ZeroOne

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Hey @Ssta ,

Zitat von Ssta:
Da er zur Zeit leider keinerlei Einsicht hat bleibt wohl nur abwarten..


Meine Einstellung hat sich da mit den Jahren geändert.

Für einen kranken Menschen da zu sein, wenn er Hilfe braucht und annimmt, ist für mich selbstverständlich - auch wenn es noch so lange dauert.

Aber wenn schon der kleinste Wille zur Einsicht fehlt, dass man Probleme hat (insbesondere, wenn auch das Thema Alk. hinzu kommt), dann wartet man meist vergeblich auf eine Änderung.

Und wenn man selbst, oder Freunde und Verwandte (gut gemeinten) Einfluss nehmen wollen, wird es meist noch schlimmer, wenn sich der Betroffene noch mehr in seiner Realität verbohrt.

Meine Erfahrung ist, dass man irgendwann proaktiv werden muss und nicht mehr nur reagiert, sondern agiert: klipp und klare Ansagen macht, Deadlines setzt und ggf. auf Worte auch Taten folgen lässt.

Wenn ich richtig lese, dann bist du aktuell im besten Alter, deine Kinder sind erwachsen genug und eigentlich sollte dann das Leben erst recht seine Sonnenseiten zeigen.

So sehe ich das - vielleicht liege ich aber auch falsch. Es gibt so viele Meinungen zu so einer Situation.

LG
ZeroOne

Gestern 07:33 • x 3 #10


Ssta

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Erstmal vielen Dank für die Rückmeldungen, es tut soooo gut sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.
Mittlerweilee denke ich auch so, zumal ich wirklich schon körperlich auf die Situation Zuhause reagiert habe als er noch hier war. Ich hatte ständig Kopf- und Rückenschmerzen, denke von der Anspannung weil ich nie wusste was kommt. Jetzt wo er weg ist sind die Schmerzen auch verschwunden. Ich werde jetzt versuchen es mir so schön wie möglich zu machen und wenn er Hilfe möchte bin ich da.

Gestern 08:59 • x 2 #11


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Lilly-18

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Liebe @Ssta wenn du magst, lies doch mal in meinem Tagebuch. Es wird dich trösten, dort genau das zu lesen was dir gerade widerfährt.
Wir sollten im Austausch bleiben. Es klingt alles doch sehr ähnlich.

Gestern 09:19 • #12


Ssta

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Sehr gerne, vielen Dank

Gestern 09:24 • #13

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