Zitat von mutmacher: Lieblose, gehässige Diskussionen möchte ich aber vermeiden.
Das könntest Du, indem Du Menschen die anderen Glaubens sind zugestehen würdest, dass Sie an Ihrem Glauben festhalten weil er Ihnen vielleicht Halt gibt, ganz gleich welcher Glaube das wäre, statt sie mit Bibel Zitaten zu bombardieren, die Du als die einzig wahren Worte erachtest.
Der Glaube der meisten Naturvölker hat jedenfalls kaum zu Kreuzzügen gegen anders Gläubige geführt oder zu nachweislichem Missbrauch oder Unterdrückung innerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft geführt welcher vielleicht ohnehin nur auf einer Auslegung von sogenannten heiligen Schriften zurückzuführen sein könnte. Denn wie man Worte die tatsächlich ein schöpfendes Wesen gesagt hat dann auslegt, entscheidet leider der Mensch, der sie liest und dann subjektiv auslegt. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst, wurde jedenfalls für so manchen Messdiener zum traumatischen Erlebnis.
Anders Gläubigen Ihren persönlichen Glauben abzusprechen nur weil es nicht der eigene ist, zeigt doch nur, dass man selbst nicht sicher sein kann, den „wahren“ Glauben zu haben. Denn hätte man diesen, bräuchte man nicht Andere in eine Glaubensgemeinschaft zwingen zu wollen oder sie mit zweifelhaften Mitteln zu überreden, den eigenen Glauben annehmen zu müssen, wenn deren Glauben niemand Anderem weh tut. Denn der Glaube an etwas soll einem doch Halt geben und warum sollte ein anderer berechtigt sein, einem Diesen erstmal wegzunehmen um einen Anderen zu etablieren.
Ungeachtet dessen wie ich oder Andere zum Missionieren stehen oder zu einem Dogma innerhalb einer Religion eine Meinung haben, klärt das trotzdem nicht die Frage, ob es eine unsterbliche Seele gibt, oder ein transzendentes Leben nach dem physischen Tod.
Wenn mir jemand sagt, er glaubt daran nach dem Leben weiter zu existieren und das ihm das gut tut, so werde ich ihm nicht einreden, dass es nicht so wäre. Ebenso werde ich jemandem der glaubt, es sei mit dem Tod endgültig vorbei, ihm dass auch nicht ausreden.
Wenn ein Anderer glaubt er wird in irgendeiner Form neu geboren werde ich auch das nicht zu widerlegen versuchen. Denn wenn jemand mit Seinem Glauben eine Vorstellung von etwas hat und damit gut leben kann, warum sollte ich ihm das nehmen. Umgekehrt erwarte ich lediglich Toleranz dem gegenüber, dass Andere etwas anderes für sich glauben dürfen. Und dass Sie hinterfragen dürfen, was Ihnen unschlüssig oder zweifelhaft erscheint. Vor allem wenn eben etwas nicht als eindeutig Bewiesen sondern lediglich als Möglich angesehen werden kann. Denn das Bewiesene ist so, bis etwas anderes es widerlegt. Das Mögliche ist aber wage und kann vielleicht bewiesen werden, oder eben nicht und bleibt dann eben lediglich möglich. Ein Bibelvers oder Einer aus einer Anderen Schrift beweist lediglich, dass jemand etwas niedergeschrieben hat, das möglicherweise zutrifft oder fiktiv ist, sofern man es selbst nicht erlebt hat.
Interessanterweise gibt es viele Geistliche auf der Welt die sich trotz Ihres persönlichen Glaubens den Fragen nach wissenschaftlichen Beweisen stellen, ohne missionieren zu wollen. Die den Austausch mit Menschen anderen Glaubens suchen und tätigen ohne sie als ungläubig abzutun und die zugeben, auf bestimmte Fragen auch keine schlüssige Antwort zu haben. Andererseits gibt es wesentlich mehr Menschen, die Ihren Glauben als Legitimation ansehen, andere in Misskredit zu bringen oder sogar zu töten, weil etwas aus einem Buch das sie gelesen haben, als notwendiges Handeln interpretiert haben. Leider ist aber nicht davon auszugehen, dass jemand der etwas liest, dies auch verstanden haben muss, was er gelesen hat und wahr an einer Geschichte ist dann doch nur das, was man glaubt. Wo wir dann wieder beim subjektiven Glauben sind und nicht jedwedes Handeln als moralisch korrekt darstellen kann, sondern als individuelle Entscheidung, etwas gelesenes als Ermächtigung verstanden zu haben. Und was würde eine besseren Ausrede liefern können, als ein Befehl eines Schöpfers um beispielsweise eine Hexe zu verbrennen, oder jemanden zu köpfen, oder ein einer Glaubensgemeinschaft angestammtes Land gewaltsam zu besetzen oder sonst eine moralisch zweifelhafte Tat zu begehen. Vor allem wenn nach dem Tod das Paradis versprochen wurde.
So lange sich ein Schöpfer nicht allen Menschen offenbart und dabei erläutert, was er sich wünscht oder befiehlt, darf man also hinterfragen oder zweifeln. Bei Menschen die erzählen sie haben eine Offenbarung erhalten und wüssten jetzt genau was zu tun ist, sollte man vielleicht mal hinterfragen und zweifeln, wenn man es nicht sogar muss, wenn es auch nur ansatzweise bedeutet, Anderen könnte dabei geschadet werden.