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Depressive Mitpatientin - Polizei / Psychiaterin einschalten?

Bella72

Bella72
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Hallo zusammen,

ich bräuchte mal Unterstützung in einer Situation mit einer ehemaligen Mitpatientin. Wir waren 2012 gemeinsam auf der Depressionsstation einer Psychiatrie und hatten danach noch einige Zeit Kontakt. Sie ist schon seit ihrer Kindheit immer wieder über Jahre hinweg depressiv und war schon jahrelang in Kliniken. Weder Medikamente noch EKT, noch Ketamin oder Psychotherapie haben wirklich Erfolg gezeigt. Ein Medikament (Jatrosom oder so) hat eventuell was gebracht. (Vielleicht hat sie eine behandlungsresistente oder chronische Depression).

Letztes Jahr im März hat sie wieder Kontakt mit mir aufgenommen weil sie an Silvester ein Kind bekommen hat. 2012 war ich in der gleichen Situation, ich war schwanger und habe in der Zeit in der Psychiatrie entbunden. Nach der Geburt war ich noch ca. 2 Monate depressiv und dann ging es wieder. Sie wollte wissen ,wie ich es damals geschafft habe. Seitdem haben wir Kontakt. Ihr Partner ist auf dem alternativen Trip. Er glaubt nicht an die Schulmedizin und droht ihr, wenn sie wieder in die Klinik geht, sie zu verlassen und ihr das Kind wegzunehmen. Ich bin allerdings bipolar und habe Gott sei Dank nicht so lange Depressionen.

Seit fast einem Jahr mache ich diesen Zirkus nun mit. Es geht ihr miserabel. Die alternativen Methoden helfen gar nichts. Sie nimmt nur Tavor und sonst keine Antidepressiva. Immer wieder ruft sich mich an, hyperventiliert und ist panisch. Sie dreht sich im Kreis. Mir ist es ein Rätsel, dass sie noch keinen Selbstmordversuch unternommen hat. Ich habe ihr schon mehrfach geraten, in die Klinik zu gehen aber da ihr Partner so dagegen ist, traut sie sich nicht. Sie hat auch körperlich sehr abgebaut und wiegt nur noch 46 Kilo bei ca. 1,68m.
Was würdet ihr tun? Manche sagen, ich muss die Polizei hin schicken oder einen Krankenwagen um sie da raus zu holen. Dass das Verhalten des Partners strafbar sei, unterlassene Hilfeleistung und Verweigerung von ärztlicher Hilfe. Es besteht ja Gefahr für Leib und Leben. Aber steht mir das zu? Zieh ich mir diesen Schuh an?
Ich würde gerne ihre Psychiaterin anrufen, mit der sie Kontakt hat. Was meint Ihr? Oder soll ich mich einfach rausnehmen und sie ihrem Schicksal überlassen?
Danke für Euer Feedback
Bella

x 4 #1


44 Antworten ↓
ZeroOne

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Hallo @Bella72 !

Um diese Zwickmühle bist du wirklich nicht zu beneiden. Das tut mir leid, dass du als eigentlich Außenstehende so in diesem Thema der beiden mit drin hängst.

Zitat von Bella72:
Manche sagen, ich muss die Polizei hin schicken oder einen Krankenwagen um sie da raus zu holen.

Ich denke nicht, dass da viel passieren würde, wenn an deiner Freundin keine offensichtlichen Missbrauchsspuren sichtbar wären, oder eine akute Notlage ersichtlich wäre, oder ggf. eine Anzeige erstattet wird. Und wahrscheinlich würde auch deine Freundin alles unternehmen, um Konsequenzen daraus zu verhindern.

Zitat von Bella72:
Ich würde gerne ihre Psychiaterin anrufen, mit der sie Kontakt hat. Was meint Ihr?

Vielleicht wäre das ein Weg. Allerdings werden der Ärztin auch die Hände gebunden sein, wenn deine Freundin sich nicht helfen lassen will.
Ich kenne so einen Fall aus der Verwandtschaft, als der Arzt erklärte, dass er machtlos sei und nichts unternehmen könne, weil der Betroffene noch geistig klar war und seine eigenen Entscheidungen treffen konnte. Der Arzt hat dann auch nur eine Einweisung für die Klinik ausgefüllt und dem Patienten überlassen, was er damit macht.

Wenn deine Freundin nicht mit sich sprechen lässt, dann würde ich persönlich nur noch die Möglichkeit sehen, das Gespräch mit ihrem Mann zu suchen - höflich, aber mit klaren Ansagen. Vielleicht hilft es, ihm klar aufzuzeigen, wie die düster die Zukunft aussehen wird, wenn seine Frau in absehbarer Zeit die Augen für immer zu macht?
Trotz seiner "alternativen Einstellung" glaube ich weniger, dass eine medizinisch fundierte Behandlung sein Problem ist, sondern die Angst, wie er mehrere Wochen alleine ohne seine Frau in der Selbstständigkeit und mit Kind überstehen soll, wenn diese länger in die Klinik muss - wobei er ignoriert, was es für Konsequenzen hat, wenn seine Frau nicht in einer Klinik behandelt.

Du schreibst, dass sie keine Familie und Freunde haben, die sie unterstützen können. Vielleicht würde es auch helfen, dem Mann mal aufzuzeigen, welche externen Unterstützungsmöglichkeiten für solche Situationen angeboten werden (Haushaltshilfe, etc.). Vielleicht hat er sich mit dem Thema noch gar nicht so intensiv auseinandergesetzt?

Was kann die passieren, wenn du dir den Ehemann deiner Freundin "vorknöpfst"? Er kann vielleicht ausrasten und dich rausschmeißen, oder den Hörer aufknallen. dann könntest du immer noch schriftlich einen "nachladen". Und wenn du es dir mit ihm verscherzt, wäre das so schlimm?

Aber wenn deine Freundin nicht auf dich hört und nichts für sich tut, dann sehe ich persönlich nur noch den Weg über den Ehemann, in der Hoffnung, dass zumindest er vernünftig wird und seine Frau zu den erforderlichen Maßnahmen motivieren kann. Vielleicht liege ich aber auch komplett daneben...

Ich drücke dir die Daumen - für was auch immer du dich entscheidest!

LG
ZeroOne

04.02.2021 11:53 • x 5 #5


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A


Hallo Bella72,

Depressive Mitpatientin - Polizei / Psychiaterin einschalten?

x 3#3


Heideblümchen

Heideblümchen
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Guten Morgen und hallo, liebe @Bella72

zuerst mal "Hut ab", dass du dich so kümmerst! Das ist nicht selbstverständlich.
Aber....ich kann einfach nicht verstehen, dass du den Mann deiner Bekannten immer noch als "der Gute" titulierst.
Dieser Mann sieht jeden Tag, dass seine Frau, und Mutter seines Kindes, kontinuierlich abbaut. Statt das Zepter in die Hand zu nehmen und sich zu kümmern, dass seine Frau Entlastung bekommt, erhöht er ständig den Druck. Dabei müsste ihm klar sein, dass deine Bekannte im Moment alles gebrauchen kann außer noch mehr Druck. Sie braucht Hilfe und zwar sofort.
Es liest sich so, als würden immer noch eher solche Fragen wie "komme ich dann in die Klinik, in die ich will?", "was passiert mit dem Kind, dem Haushalt etc., wenn ich weg bin?" im Vordergrund stehen, für beide. Das zeugt nur davon, wie unsicher deine Bekannte ist und wie hilflos. Von da ist es nicht mehr weit bis zu dem Moment, wo sowieso alles egal ist. Jede/r , der/die eine Depri schon mal hatte, weiß, wie dünn der Grat ist, wo das kippen kann.

Es kann auch dem Mann deiner Bekannten nicht daran gelegen sein, einfach abzuwarten, Medizin und Klinikaufenthalt in Frage zu stellen. Nein, seine Aufgabe wäre jetzt, sich als der "Gute", wie du ihn beschreibst, zu bewähren und seine Frau zu unterstützen, damit sie sofort in eine Klinik kommt, medizinische und therapeutische Unterstützung bekommt und dann, gut eingestellt und auf dem Weg zur Gesundung, wieder zurück kommt.

Klar ist es erst mal ein Berg Probleme, das alles zu organisieren. Aber wie hier schon von mehreren Seiten und auch von dir richtigerweise geschrieben wurde, gibt es von vielen Seiten Hilfe. Man muss sie aber zeitnah beantragen und auch über seinen Schatten springen und Hilfe annehmen können. Da muss der Egoismus einfach mal hinten anstehen!

Und man möchte sich nicht ausmalen, was passiert, wenn man die arme Frau, die offensichtlich schnelle und professionelle Hilfe braucht, noch viel länger mit dem Kind, das auch Fürsorge und Liebe und eine gesunde und glückliche Mutter braucht, allein lässt. Was dann passieren könnte liest man täglich in der Zeitung und dann ist das Geschrei von wegen "hätte ich doch" groß.

Ich kann mir außerdem nicht vorstellen, dass du glücklicher damit bist, die Anrufe deiner Bekannten zu ignorieren. Du wirst dir trotzdem große Sorgen machen. Klar nervt das. Aber tut es dir gut, einfach zu ignorieren? Aufzugeben? Dafür schreibst du zu oft, dass du es immer wieder versuchst und das finde ich sehr lobenswert von dir. Du kannst dich aufgrund deiner eigenen Vorgeschichte ja offensichtlich gut in die Gemütslage deiner Freundin versetzen. Aber ich denke nicht, dass es dich glücklicher macht, nicht mehr darauf zu reagieren.

Der Ansatz, sich an die Ärztin deiner Freundin zu wenden, war schon mal da und auch wenn es anfangs nicht gefruchtet hat: ich würde trotzdem mit ihr nochmals Kontakt aufnehmen und ihr sagen, dass du deine Freundin in einem inzwischen körperlich absoluten Verfall gesehen hast. Ich würde ihr ggfs. auch die Nachrichten, die deine Bekannte an dich schickt, diese Hilferufe.... die würde ich an die Ärztin weiter leiten und ihr eindringlich mitteilen, dass die Hilferufe deiner Bekannten immer panischer werden.

Und auch der Mann muss einsehen, dass er zu seiner Frau stehen muss und dafür sorgt, ihr die Probleme und den Druck abzunehmen. Es ist SEINE Aufgabe als Partner und DAS zeugt davon, ein "Guter" zu sein, statt noch mehr Druck aufzubauen und sie lediglich dazu aufzufordern, sich nicht gehen zu lassen und endlich zu funktionieren.
Es kann nicht angehen, dass er alles als Mist abtut, nur weil er nicht dran glaubt. Dass das, was sie bisher an alternativen Medis und Fürsorge bekommen hat, nicht ausreicht, sieht er ja wohl jetzt jeden Tag und wenn er nicht reagiert, muss er sich das hinterher auf die Fahne schreiben, wenn er es weiterhin unterlässt, seiner Frau UND dem Kind zu helfen und alles kein gutes Ende nimmt!
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft, trotz eigener Probleme ggfs. hartnäckig an dem Thema dran zu bleiben!

26.02.2021 10:43 • x 2 #31


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Bella72
und ich hänge da auch drin, weil ich die Qualen der Depression so gut kenne. Vor allem mit kleinem Kind. Sie hat keine Freude an diesem süßem kleinen Kerl oder ihrem Mann, der auch wirklich ein guter Typ ist. Er macht das Ganze auch schon anderthalb Jahre mit, bewundernswert. Und dass er an der Grenze seiner Belastbarkeit ist, ist kein Wunder. Viele Männer wären schon längst geflohen.

Doch ehrlich gesagt, nervt sie mich auch. Obwohl ich weiß, wie schlimm eine Depression ist, denke ich oft "kümmere Dich um Dein süßes Kind, hilf Deinem armen Mann, tritt Dir in den Hintern". Ich konnte das auch nicht und trotzdem nervt es mich. Es geht einfach schon zu lange. Der Kleine wurde am 31.12. ein Jahr. Ihr Mann ist selbständig und keine Ahnung wie er das alles hin bekommt. Sie kann auch im Haushalt nichts tun. Da frage ich mich immer, ob sie zu schwach ist. Ich habe schon versucht, immer noch zumindest einen Teil der Pflichten zu erfüllen aber ich hatte auch noch nie so eine lange Depression.

Sie ist eigentlich ein lieber Mensch, Apothekerin - also durchaus schlau. Wie sie das Studium geschafft hat, ist mir auch rätselhaft. Scheinbar war sie damals stabil. Sie haben keine Unterstützung durch Familie oder Freunde. Ich bin also die Einzige, die noch Anteil nimmt.
Ihr seht, ich bin zerrissen

x 4 #2


R
Liebe Bella72,
erstmal finde ich es toll, dass du für deine Freundin da bist und sie unterstützt.
Ich finde es so traurig, dass ich Freund, obwohl er ja scheinbar auch für sie da ist und ihm alles mögliche tut, ihr droht sie zu verlassen und ihr das Kind abzunehmen. Das ist einfach furchbar und damit wird ihr ja jegliche Grundlage genommen für sich einzustehen und sich prof. Hilfe zu holen, bzw. in eine Klinik zu gehen.
Ich finde deine Idee bei ihrer Ärztin anzurufen sehr gut. Sie wird die ernste Situation erkennen und wird versuchen alles ihr mögliche
in dieser Situation zu tun. Bitte mach das, sie braucht prof. Hilfe!
Toll, dass es dich gibt!
LG, Robbe

x 7 #3


Bella72
Hallo Robbe,

vielen Dank! Ich habe nur Angst, dass ich sie zur Klinik überrede, ihr Freund dann wirklich Schluss macht und die Behandlung wieder nicht hilft. Was dann? Andererseits wird es ohne Medikamente wahrscheinlich gar nichts mehr. Vor allem steht sie ja ständig unter Druck. Er schimpft auch mit ihr, wenn sie nichts macht. Das verstehe ich schon, es ist unerträglich, einen schwer depressiven Menschen länger um sich zu haben und dann ncoch das Kind, der Job, Haushalt. Wobei er ja auch schauen könnte, Unterstützung zu bekommen,, alles wirklich nciht einfach

x 1 #4


ZeroOne
Hallo @Bella72 !

Um diese Zwickmühle bist du wirklich nicht zu beneiden. Das tut mir leid, dass du als eigentlich Außenstehende so in diesem Thema der beiden mit drin hängst.

Zitat von Bella72:
Manche sagen, ich muss die Polizei hin schicken oder einen Krankenwagen um sie da raus zu holen.

Ich denke nicht, dass da viel passieren würde, wenn an deiner Freundin keine offensichtlichen Missbrauchsspuren sichtbar wären, oder eine akute Notlage ersichtlich wäre, oder ggf. eine Anzeige erstattet wird. Und wahrscheinlich würde auch deine Freundin alles unternehmen, um Konsequenzen daraus zu verhindern.

Zitat von Bella72:
Ich würde gerne ihre Psychiaterin anrufen, mit der sie Kontakt hat. Was meint Ihr?

Vielleicht wäre das ein Weg. Allerdings werden der Ärztin auch die Hände gebunden sein, wenn deine Freundin sich nicht helfen lassen will.
Ich kenne so einen Fall aus der Verwandtschaft, als der Arzt erklärte, dass er machtlos sei und nichts unternehmen könne, weil der Betroffene noch geistig klar war und seine eigenen Entscheidungen treffen konnte. Der Arzt hat dann auch nur eine Einweisung für die Klinik ausgefüllt und dem Patienten überlassen, was er damit macht.

Wenn deine Freundin nicht mit sich sprechen lässt, dann würde ich persönlich nur noch die Möglichkeit sehen, das Gespräch mit ihrem Mann zu suchen - höflich, aber mit klaren Ansagen. Vielleicht hilft es, ihm klar aufzuzeigen, wie die düster die Zukunft aussehen wird, wenn seine Frau in absehbarer Zeit die Augen für immer zu macht?
Trotz seiner "alternativen Einstellung" glaube ich weniger, dass eine medizinisch fundierte Behandlung sein Problem ist, sondern die Angst, wie er mehrere Wochen alleine ohne seine Frau in der Selbstständigkeit und mit Kind überstehen soll, wenn diese länger in die Klinik muss - wobei er ignoriert, was es für Konsequenzen hat, wenn seine Frau nicht in einer Klinik behandelt.

Du schreibst, dass sie keine Familie und Freunde haben, die sie unterstützen können. Vielleicht würde es auch helfen, dem Mann mal aufzuzeigen, welche externen Unterstützungsmöglichkeiten für solche Situationen angeboten werden (Haushaltshilfe, etc.). Vielleicht hat er sich mit dem Thema noch gar nicht so intensiv auseinandergesetzt?

Was kann die passieren, wenn du dir den Ehemann deiner Freundin "vorknöpfst"? Er kann vielleicht ausrasten und dich rausschmeißen, oder den Hörer aufknallen. dann könntest du immer noch schriftlich einen "nachladen". Und wenn du es dir mit ihm verscherzt, wäre das so schlimm?

Aber wenn deine Freundin nicht auf dich hört und nichts für sich tut, dann sehe ich persönlich nur noch den Weg über den Ehemann, in der Hoffnung, dass zumindest er vernünftig wird und seine Frau zu den erforderlichen Maßnahmen motivieren kann. Vielleicht liege ich aber auch komplett daneben...

Ich drücke dir die Daumen - für was auch immer du dich entscheidest!

LG
ZeroOne

x 5 #5


R
Hallo Bella72,
ich hab mir das jetzt noch mal durchgelesen und hab vorhin komplett ignoriert das so viele Therapieversuche ja gar nicht angeschlagen haben bei ihr. Außer scheinbar dieses eine Medikament, wenn sie wenigstens das nehmen könnte. Vielleicht kannst du auch diesbezüglich mit dem Mann reden, das er wenigstens einverstanden ist, dass sie das Medikament hilft, natürlich auch nur wenn die Psychiaterin damit einverstanden ist.
Mir tut das sehr leid für deine Bekannte, schwere Depressionen über so einen langen Zeitraum ist die Hölle. Oh, ich wünsche ihr von Herzen, dass ihr Mann einsichtig ist und bereit ist, dass seine Frau Medikamente nehmen darf. Schon wenn ich das schreibe, wird es mir eng in der Brust, ich finde das so traurig, wie kann man so über einen Menschen bestimmen, das versteh ich nicht, aber muss ich auch nicht.
Alles Liebe und viel Erfolg bei dem was du dich entscheidest zu tun,
Robbe

x 1 #6


Bella72
Hallo ZeroOne,

vielen Dank für Deinen tollen Beitrag! daumen hoch . Ich denke auch, dass nur was passieren würde, wenn sie auch zugibt, dass er sie an medizinischer Behandlung hindert. Im Grunde ist das ja psychische Gewalt, einen schwer kranken Menschen so unter Druck zu setzen.
Sie ist schon lange in alternativer Behandlung, auch bei einem Arzt, so kann er argumentieren, dass sie ja medizinisch versorgt wird. Und sie will natürlich weder ihn noch das Kind verlieren vor allem weil sie ja sonst niemanden hat.

Mit dem Freund habe ich schon öfter gesprochen und ihn auch persönlich kennengelernt. Er ist ein guter Typ. Aber eben total durch. Und er verteufelt die Schulmedizin, glaubt an eine Borreliosetheorie oder Herpesviren. Ich habe mich da mal eingelesen. Ist ja alles gut möglich aber die Behandlung schlägt eben nicht an. Wenn sie Psychopharmaka nimmt, zerstöre sie die alternativen Wirkstoffe, so seine Überzeugung. Ich konnte ihn nicht dazu bewegen, zumindest mal das Medikament auszuprobieren geschweige denn, dass sie in eine Kinik geht und mittlerweile will er auch nicht mehr mit mir sprechen.

Ich habe ihm auch verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung wie Caritas, Nachbarschaftshilfe, Familienhilfe usw. empfohlen aber auch das verfolgt er nicht. Sie hatten nach der Geburt eine Familienhilfe von der Kasse, die ist aber zeitlich begrenzt und extra bezahlen möchte er auch ncihts.
Aktuell zieht sich meine Freundin von mir zurück. Wahrscheinlich weil sie merkt, dass ich jetzt Druck mache. Ich lasse sie mal gewähren und halte mir die Möglichkeit mit der Ärztin offen, wenn sie wieder mal total durchdreht und mich panisch anruft. Wirklich im Stich lassen kann ich sie nicht.
Liebe Grüße

x 1 #7


Bella72
Hallo Robbe,

ja es ist die absolute Hölle, die schon so viele Jahre durchlebt. Jetzt ist sie schon wieder anderthalb Jahre schwer krank. Auch die Geburt muss sehr traumatisch gewesen sein. Keine Ahnung wie ein Mensch das aushält. Ich bin schon nach einigen Wochen schwerer Depressionen total suizidal. So lange würde ich es niemals ertragen.
Auch ihr Freund hält schon so lange durch. Aber er ist auch am Ende seiner Kraft. Man kann nur hoffen, dass dem Kleinen nichts zustößt in dieser schrecklichen seelischen Umgebung. Kinder haben ja feine Antennen und nehmen das sicher wahr.
Ach es ist einfach sch.....

x 2 #8


ZeroOne
Zitat von Bella72:
Ich lasse sie mal gewähren und halte mir die Möglichkeit mit der Ärztin offen, wenn sie wieder mal total durchdreht und mich panisch anruft. Wirklich im Stich lassen kann ich sie nicht.


Deine Freundin kann wirklich stolz sein, eine so gute Freundin wie dich zu haben, @Bella72 !

LG
ZeroOne

x 4 #9


Bella72
Das ist sehr lieb von Dir, danke!

x 1 #10


Bella72
Hallo,

meine Freundin meldet sich nicht mehr bzw. liest auch meine Whats App Nachrichten nicht mehr. Jetzt mache ich mir natürlich Sorgen. Ihren Freund will ich nicht kontaktieren und ansonsten kann ich ja niemand in ihrem Umfeld, mit dem ich Kontakt aufnehmen kann. Es ist ein Elend.. traurig

#11


Bella72
Hallo zusammen,

hier ein Update: am Wochenende hat sich meine Freundin gar nicht gemeldet und ich habe mir echt Sorgen gemacht. Am Sonntag habe ich sie gebeten, mir wenigstens kurz zu schreiben. Hat sie auch getan. Es ginge ihr extrem schlecht (wie ja schon seit sehr langer Zeit). Sie fragte mich, ob die Psychiatrie auch am WE Patienten aufnehme- ich sagte ihr, dass das eher schwierig sei. Heute habe ich sie gefragt, ob sie mit der Klinik Kontakt aufgenommen habe und sie meinte, nein, sie schaffe das nicht. Ihr Freund hat ihr nochmals gesagt, dass er sie nicht mehr unterstützt, wenn sie in die Klinik geht. Also der Kreis dreht sich weiter. Unglaublich seufzen / traurig Ich bin wirklich gespannt, wie das weitergeht.
Ich halte Euch auf dem Laufenden
Liebe Grüße
Bella

x 2 #12


B
Liebe @bella72,

in der Psychiatrie kann man auch am Wochenende aufgenommen werden!

x 1 #13


Bella72
Hallo Blossom79,

ja aber nicht unbedingt in die Wunschklinik und Station. Dass sie nicht irgendwo hin will, kann ich gut verstehen. Man landet ja schnell mal auf einer Suchtstation oder so wenn man als Notfall kommt.

Meine Freundin hat sich jetzt total zurückgezogen. Vielleicht macht ihr Freund Druck, weil er gemerkt hat, dass ich sie in die Klinik bringen will. Es fällt mir schwer, aber ich lasse sie erst mal in Ruhe. Ich habe ihr ein paar mal geschrieben und wollte telefonieren aber sie meldet sich nicht und hat ihr Handy auch kaum an. Naja, dann ist es jetzt halt so. Ich hoffe nur, sie macht keine Dummheiten.
Liebe Grüße
Bella

x 1 #14


A


Hallo Bella72,

x 4#15


E
Liebe Bella,

ich glaube, daß du hier nicht viel tun kannst.

Ich glaube auch, daß eine Kontaktaufnahme zu ihrer Ärztin nicht von Erfolg gekrönt sein kann.

Und ich weiß, wie furchtbar es ist, zuzusehen, wie es enden kann- aber du darfst dich da nicht so mitnehmen lassen.
Ich bin seit Jahrzehnten in so einer Spirale gefangen (Schwester), es stand schon sehr oft Spitz auf Knopf, ich war teilweise echt am Ende, auch hier hatten wir es mit Tavor und Therapeuten zu tun.

Das Ende vom Lied:
Sie hat alles überlebt, wenn auch mit ziemlichen Schäden- aber ich habe ganz viel Zeit meines Lebens damit zugebracht, auf verlorenem Posten zu kämpfen.

Du bist nicht für sie verantwortlich.
Zitat:
ja aber nicht unbedingt in die Wunschklinik und Station.

Dann erscheint es mir nicht dringend genug für sie zu sein.

Wer in einer Notlage ist nimmt jedes Hilfsangebot dankend an.

Ich wünsch dir gute Nerven und Kraft und ein gesundes Maß an Distanz.

x 2 #15

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