53

Depressive Episoden und neuer Job

Hallo
Ich bin neu hier im Forum. Stelle mich mal vor:
Ich bin eine Frau knapp Mitte Vierzig, verheiratet und habe einen pubertierenden Sohn.
Seit 3 Jahren habe ich einen Arbeitsplatz im Büro in der Logistikbranche.
Meine Stunden waren anfangs bei 20 Stunden, dann bei 30/35 Stunden pro Woche. Ende 2017 war ich 5 Wochen in einer psychosomatischen Reha über die Rentenversicherung. Im Sommer 2018 habe ich die Arbeitszeit aus diversen Belastungsgründen wieder auf 20 Stunden pro Woche reduziert. Was mir sehr gut tut.

Der Job ist laut meines Psychiaters mehr oder minder der Auslöser für Ängste, Unsicherheiten, Grübeleien und depressive Episoden. Im April 2017 hatte ich einen Nervenzusammenbruch bei der Arbeit
Ich bekam vom Hausarzt Citalopram, was dafür sorgte, dass ich einigermaßen arbeitsfähig war. Krankgeschrieben war ich meistens nur 2-3 Tage.

Psychotherapie gab es leider keine freien Plätze, daher hatte ich nur einzelne Beratungsgespräche und die Reha.
Mein Problem ist, dass ich gern aus meiner Komfortzone raus will, aber meine Ängste vor neuen Herausforderungen und neuen Situationen/Personen hindern mich daran.
Ich sitze in einem Großraumbüro, wo ich sehr unter den unterschiedlichen Launen, schlechten Stimmungen, Druck von aussen usw. leide.
Meine netten Kolleginnen sitzen nebenan, aber nicht in meinem Büro. Bei denen kotze ich mich immer aus und die haben Verständnis für mich. Mein Chef hatte anfänglich dafür gesorgt, dass ich nur mit 4 Leuten dort im Büro sitze und meine Arbeit dort erledigen kann. Leider wurde ich nach 6 Monaten zurück gesetzt, da das Team meinte, das die Kommunikation besser ist, wenn ich direkt im Großraumbüro sitze
Für mich ist das echt ein Rückschlag, da es mir mit der Raumsituation sehr gut ging. Ich fühlte mich dort sicher und gut aufgehoben.
Jetzt im Großraumbüro sind wieder die alten Ängste und Bedenken da.
Hinzu kommt, dass ich eine hochsensible Person bin und ein Umfeld mit zu vielen Menschen im Raum nicht so förderlich ist
Um mit meinen negativen Gedanken und Selbstzweifeln inkl. Ängsten umgehen zu lernen, habe ich jetzt wahrscheinlich ab April 2019 einen Therapieplatz. Es handelt sich um Psychoanalyse. Dadurch erhoffe ich mir, mich besser zu verstehen und wieder mehr Selbstvertrauen zu erlangen.
Mit Depressionen hatte ich schon als Kind zu tun. Damals, als ich 10 Jahre alt war, fing es an. Es wurde nur von meinen Angehörigen nicht erkannt. Mit 20 Jahren hatte ich meine erste Therapie, dann mit 29 Jahren eine Schwangerschaftsdepression und ein paar Jahre später wiederholte sich die depressiven Episoden. Zwischendurch hatte ich auch wieder gute Phasen

Ich wünsche mir einen ruhigeren Arbeitsplatz mit sinnvollen Arbeiten. Zurzeit bearbeite ich z. B. total sinnlose Importaufträge aus China mit irgendwelchen Plastikzeug Dann sitze ich manchmal bei uns im Büro und frage mich, warum mache ich diesen Kram eigentlich?
Die Kollegen schreien sich an, Menschen arbeiten bei uns 13 Stunden ohne Pause. Da kommt nun mal die Sinnfrage?
Ich bin nur wegen dem kurzen Arbeitsweg und dem regelmäßigen Geldeingang auf dem Konto da
Am Arbeitsplatz ist das Klima und ein Gefühl von Sicherheit wichtig für mich. Ich weiß, das ist ein Trugschluss, absolute Sicherheit gibt es nicht.
Eigentlich brauche ich nur eine große Portion Mut und Geduld. Hat jemand eine ähnliche Situation erlebt?
Vielleicht will mir das Schicksal auch sagen, pack deine Koffer und gehe?
Es gibt jetzt nämlich auch eine neue Kollegin mit der ich mir den Job teile und die hinter meinen Rücken stichelt und gern meine
Arbeitszeiten haben will. Wir haben leider schon Streit gehabt und ein Gespräch mit dem Chef. Sie ist sehr dominant und versucht mich zu "überrennen" Es kostet alles viel Nerven für mich, da ich ein harmoniebedürftiger Mensch bin.

Ausserdem ist das Vertrauen zu meinem Arbeitgeber angeknackst. Ich werde jetzt schon das dritte Mal wegen Entfristung meines Arbeitsvertrages hingehalten. Letztes Jahr wurden mir einfach 50 Euro monatlich vom Bruttogehalt gestrichen.
Bin dagegen angegangen, aber seitens der Geschäftsleitung wurde mein Gehalt zurück gerechnet Das geht gar nicht

Ich habe einen Anwalt eingeschaltet, falls ich nicht entfristet werde und ich rausgeschmissen werde, bekomme ich eine Abfindung.
Mein Arbeitgeber hat sich nicht an das Befristungsgesetz gehalten. Inoffiziell bin ich seit letztem Jahr stillschweigend unbefristet in der Firma.

Nach beruflichen Alternativen gucke ich schon. Ich bin ein kreativer vielseitiger Mensch auch mit etwas weniger Geld komme ich klar.

Was meint Ihr dazu? Ich freue mich über Eure Antworten und hoffe, dass ich Euch nicht zugetextet habe

Liebe Grüße
dreamcatcher

23.03.2019 21:07 • x 1 #1


Jedi
Hallo Dreamcatcher !

prima, dass du hier in dieses forum gefunden hast !
ich wünsche dir einen guten austausch, dass du daraus für dich etwas mitnehmen kannst, was dir auch weiter helfen kann.
Zitat von Dreamcatcher:
Der Job ist laut meines Psychiaters mehr oder minder der Auslöser für Ängste, Unsicherheiten, Grübeleien und depressive Episoden

ich denke, dass es möglicherweise nicht nur der job sein wird.
aber wie du berichtest, hast du ab April therapeutische begleitung u. dort kannst du den ursachen sicher einmal auf den grund gehen.
Citalopram kenne ich auch u. habe es am anfang meines BO auch genommen.
es hat mir dabei geholfen eine tagesstruktur mir zu erschaffen u. hat mich überhaupt aufnahmefähig für eine therapie werden lassen.
Zitat von Dreamcatcher:
Mit Depressionen hatte ich schon als Kind zu tun

das ist natürlich schon etwas, was in deinem lebensrucksack schwer wiegt.

deine arbeitsplatz situation scheint wirklich eine besondere belastung für dich zu sein.
Zitat von Dreamcatcher:
Da kommt nun mal die Sinnfrage?

wundert mich nicht u. bei mir käme auch die frage auf, will ich das noch so länger ertragen ?
aber hängt natürlich auch von vielen anderen u. individuellen lebensumständen ab.
Zitat von Dreamcatcher:
Ich bin nur wegen dem kurzen Arbeitsweg und dem regelmäßigen Geldeingang auf dem Konto da

ob das so auf dauer ausreicht ?
Zitat von Dreamcatcher:
Am Arbeitsplatz ist das Klima und ein Gefühl von Sicherheit wichtig für mich.

das ist natürlich wünschenswert, aber wie du selbst festgestellt hast, kann gerade die sicherheit trügerisch sein.
Zitat von Dreamcatcher:
Eigentlich brauche ich nur eine große Portion Mut und Geduld.

Mut u. Zuversicht u. das Vertrauen darin, dass etwas besseres auf dich warten könnte.
Zitat von Dreamcatcher:
Hat jemand eine ähnliche Situation erlebt?

ich hatte damals nach meinem zusammenbruch den job gekündigt, ohne einen Plan B.
mir war klar geworden, dass meine gesundung eine längere zeit bedurfte u. das ich etwas generelles in meinem leben verändern muss.
Zitat von Dreamcatcher:
Vielleicht will mir das Schicksal auch sagen, pack deine Koffer und gehe?

du scheinst dir da ja schon sicher zu sein,
Zitat von Dreamcatcher:
Nach beruflichen Alternativen gucke ich schon

dann verfolge weiter konsequent dieses ziel.
natürlich solltest du für dich klarheit darüber haben, was du zukünftig willst, was sich für dich stimmig anfühlt u. wo du villt. kompromissbereit sein kannst oder musst.
Zitat von Dreamcatcher:
Ich bin ein kreativer vielseitiger Mensch

dann sollte es mit einem besseren job doch klappen.

lasse dich, bei der richtigen wahl nicht beirren, denn wenn wir uns für etwas entscheiden, entscheiden wir uns auch immer gleichzeitig gegen etwas.
also nehme allen mut zusammen u. gehe weiter diesen weg, den du wohl schon dadurch, dass du schon nach neuen jobs ausschau hälst eingeschlagen hast !
wünsche dir dabei viel erfolg !

LG Jedi

23.03.2019 23:12 • x 2 #2


Hallo Jedi,
ich Danke dir herzlich!
Freue mich, hier aufgenommen worden zu sein
In meinem Leben geht es immer mal auf und ab.
Ich erlaube mir auch mal schwach zu sein. @jedi: nimmst du noch Psychopharmaka? Was machst du noch um einigermaßen stabil zu bleiben?
Ich versuche nach einem Jahr Citalopram das Medikament auszuschleichen. Bin allerdings vorsichtig, da ich letztes Jahr starke Absetzerscheinungen hatte, ein halbes Jahr später.
Meine Depressionen haben wie schon erwähnt, den Ursprung in der Kindheit, mein Vater war manisch depressiv mit narzisstischer Neigung. Meine Mama konnte mir nicht den nötigen Halt geben. In der Schule wurde ich 2 Jahre gemobbt. Meine Pubertät war Horror, ich wurde rebellisch, aggressiv und gewalttätig.
Meine Geschwister haben mich ausgegrenzt.
Vor 7 Jahren habe ich den Kontakt abgebrochen. Meine Schwester hat mich niedergemacht und angeschrien. Mein Bruder hat meine Schwester gegen mich aufgehetzt. Ich und meine kleine Familie wurden bevormundet. Das habe ich mir nicht gefallen lassen und den Kontakt abgebrochen.
Es ist nicht schön, aber mit der Distanz geht es mir besser.
Zahlreiche Mobbing/Bossing Erfahrungen bei diversen Arbeitgebern haben ihren Teil zu den Depressionen beigetragen.

Zu den Kontakt Abbruch der Geschwister kam dann noch die späte Scheidung meiner Eltern.
In meinem Leben flammen immer wieder wunde Punkte auf, mit denen ich lernen muss umzugehen

LG Dreamcatcher

23.03.2019 23:46 • x 2 #3


Jedi
Hallo Dreamcatcher !

das liest sich so, dass du in deinem leben mit vielen abbrüchen zu tun hattest.
auch wenn du schreibst, dass es so besser ist, dann ist das schon nicht einfach auszuhalten.
Zitat von Dreamcatcher:
Meine Pubertät war Horror,

nun das ist für mich durchaus veständlich.
gerade in der phase der pubertät u. gerade dann besonders, braucht man einen sicheren hafen u. menschen, die einem ihr vertrauen schenken.
Zitat von Dreamcatcher:
Zahlreiche Mobbing/Bossing Erfahrungen

Mobbing-erfahrungen haben immer etwas mit unseren prägungen u. gemachten lebenserfahrungen zu tun.
wer gemobbt wird, der spiegelt meist dem mobber etwas, was in ihm in unfrieden ist u. so zielen die mobbing-attacken dann genau auf diese eine person.
kenne es auch aus meinem arbeitsbereich u. da sich die fälle gehäuft haben, wurden pflicht-seminare eingerichtet, die mobbing geschehen am arbeitsplatz , ursachen u. vermeidung zum inhalt hatten.
auch war interessant zu hören, wer wird zum Mobber u. wer eher zu Mobbing-Opfer.
was das Mobbing an schaden anrichtet, mal abgesehen von dem schaden, der dem betrieb dabei entsteht, wirkt sich das, für das Mobbing -Opfer oft zerstörerisch aus, mit den entsprechenden folgen.

Zitat von Dreamcatcher:
In meinem Leben flammen immer wieder wunde Punkte auf, mit denen ich lernen muss umzugehen

dies ist dir sehr zu wünschen !
das da harte arbeit auf dich zu kommt, wirst du bestimmt auch schon erfahren haben.
ich denke, dass es wichtig sein kann, diese wunden punkte genau zu benennen u. mit ihnen in den frieden zu kommen.
was geschehen ist, können wir nicht vergessen machen, aber wir müssen auch nicht diese wunden immer von selbst wieder öffnen.
diese wunden brauchen unsere annahme, dass geschehen davon loszulassen, damit diese wunden heilen können.
ich habe mal gelesen, "Wunden in Perlen zu verwandeln".
fand ich ein schönes bild.

Zitat von Dreamcatcher:
@jedi: nimmst du noch Psychopharmaka?

Nein ! habe sie so knapp 2 Jahre genommen.
um in meinem leben, mit der Depression wieder klar zu kommen, hilft mir am besten die KVT.
Zitat von Dreamcatcher:
Was machst du noch um einigermaßen stabil zu bleiben?

zu den therapien, die ich gemacht habe, hilft mir am besten die Achtsamkeit.
habe irgendwann mal ein Achtsamkeits-seminar besucht u. mich dann später einer Achtsamkeits-gruppe angeschlossen.
die übungen, die ich dort gelernt habe, geben mir stabilität u. erden mich, wenn ich mal drohe, wieder mich durch meine unwahren gedanken darin zu verlieren.
grübelgedanken, dem inneren antreiber u. inneren kritiker, mit denen habe ich durch die KVT gelernt, ihnen ihre macht über mich weitesgehend zu nehmen.
soetwas ist ein sehr langer prozess u. wird noch lange meine volle aufmerksamkeit beanspruchen.

LG Jedi

26.03.2019 17:49 • x 3 #4


Frederick1
liebe Dreamcatcher,

auch ich wurde negativ in meiner Kindheit geprägt, meine liebe Mutter litt auch schwer unter ihrem eur Depression. So ist die Melodie unseres Lebens oft von Misstönen geprägt, nicht so harmonisch wie wir es uns wünschen würden. Unser Selbstwertgefühl ist auch nicht so toll ausgeprägt, und oft denkst du, ich bin nichts, ich kann nichts. Für mich ist das die Wurzel meiner Probleme, alles anders fließt aus diesem Problem.

Weil mich negative Dinge antreiben, immer stark sein zu müssen, perfekt, voll korrekt, immer voll die Leistung bringen müssen um mich mir selbst und anderen zu beweisen usw.

Auf solche Antreiber wirst du als Kind festgelegt, damit es die Eltern einfacher mit dir haben. Und seitdem leben wir eingeschränkt, und spielen falsche Töne.

Mir hilft es zu suchen, welche negativen Sätze, negativen Gedanken, zu große Anforderungen bestimmen mich und mein ganzes Leben. Welche negativen Programme laufen bei mir ab, wann werde ich verrückt, unsicher, laut, unausgeglichen.

Aber weißt du, wir sind nicht ein Leben lang auf unsere negativen Dinge festgelegt.

Als erwachsener Mensch darfst du selbst bestimmen, was für eine Lebensmelodie du spielen möchtest.

Du darfst deine negative Lebensmelodie in eine positive Melodie umschreiben.

So wie die alten negativen Gedanken und Einreden mich negativ geprägt haben, so können dich gute Gedanken für dich neu und positiv prägen.

Du darfst du selbst sein, du darfst dir Zeit für dein Leben nehmen , du darfst gelassener leben, du darfst ein JA zu DIR und DEINEM Leben haben, DU bestimmst dein Leben, und du musst nicht immer stark sein, kein Mensch kann das, nein, du darfst auch einmal schwach sein, und trotzdem so gut es geht glücklich leben.

Aber es braucht Zeit, das was wir jahrelang hören mussten, braucht seine Zeit bis es sich verändert.


in guten Gedanken für dich,

ganz viele liebe Grüße,


Frederick

26.03.2019 19:36 • x 2 #5


Lilly-18
Hallo dreamcatcher,
wie sieht es denn mit deiner privaten Situation aus? Hast du liebe Menschen um dich, Freunde, enge Familie, die dich stärken? Halte dich daran fest! Der Job ist nicht alles! Versuche, privat möglichst viel auszugleichen mit schönen Erlebnissen. Mach lange Spaziergänge, Sport ist auch ganz wichtig, pflege Freundschaften. Sowas gibt immer wieder Kraft, um den Job nicht überzubewerten.
Medikamente finde ich persönlich eine gute Sache. Nehme Paroxetin in geringer Dosis und es hilft mir, dass die Angst nicht übermächtig wird und ich relativ entspannt in die Arbeit gehen kann. Natürlich habe ich auch Angst, abhängig davon zu werden, aber im Moment tut es mir einfach gut und ich will mich nicht mehr quälen.
Ich wünsche dir viel Kraft für die Psychoanalyse, das wird sicher ein harter Brocken. Manchmal möchte man einfach nur verdrängen, aber es ist nicht gut. Es holt dich alles irgendwann wieder ein. Ich finde es gut, dass du dich das traust! Sicher löst das auch vieles auf und vielleicht geht es dir besser, wenn du verstehst, warum du so bist wie du bist.

27.03.2019 07:58 • x 2 #6


Zitat von Jedi:
dem inneren antreiber u. inneren kritiker, mit denen habe ich durch die KVT gelernt, ihnen ihre macht über mich weitesgehend zu nehmen.

Oh ja, dieser innere Kritiker spielt oft verrückt. Ist die KVT eine kognitive Verhaltenstherapie? Die habe ich 2008, 2012/2014 und als 20jährige gemacht. Mir wurde jetzt geraten evtl. eine Psychoanalyse oder eine tiefenpsychologische Therapie zu machen. Angeblich sollen diese Therapien länger nachwirken.

27.03.2019 16:51 • x 1 #7



ganz herzlichen Dank Frederick1
Ich schicke gute Gedanken zurück

27.03.2019 16:52 • x 1 #8


Frederick1
liebe dreamcatcher,

heute gibt es immer mehr Menschen die Probleme an ihrem Arbeitsplatz haben. Weil die Bedingungen an unseren Arbeitsplätzen leider immer brutaler und härter werden. Du hast dich mit ganzem Herzen und ganzer Kraft eingesetzt und investiert, und dann so etwas. Dann kommen Umstände von innen und von außen auf dich zu, die dir alles andere als gut tun.

Lange Zeit warst du auch sozial in dieser Firma eingebunden, hattest gute Beziehungen und Kontakte.

Du merkst, spürst es, das es so nicht mehr weiter geht. Und du gehst gerade durch ein Tal der Trauer, und das kostet dich sehr viel Kraft.

Wichtig finde ich, dass du es annehmen kannst. Nicht alle Wege führen dich zu einem glücklichen und zufriedenen Leben, und Geld ist wirklich nicht alles. Viele Menschen, von denen wir äußerlich meinen, sie sind glücklich und zufrieden, sind selbstsicher, aber unter unter dieser Decke steckt oft eine tiefe Verzweiflung.

Das kenne ich ach aus meinem Berufsleben. Viele geben sich sehr cool, doch wenn du näher hinschaust, dann sieht es oft ganz anders aus.

Du darfst deine Situation nicht nur als einen Unfall sehen den man jetzt heilen muss, indem du deinen früheren Zustand wiederherstellen möchtest. Es ist für dich auch eine Chance für einen Neubeginn. Leben heißt oft, ich darf immer wieder neu anfangen. Und liebe dreamcatcher, du hast jetzt auch die Chance, das du jetzt mehr Selbstvertrauen für dich bekommen darfst. Es ist eine Herausforderung für dich, wo du verzweifeln kannst, oder dir ganz neu bewusst wirst.

Das du dir ganz neu bewusst wirst, wie wertvoll du eigentlich als Mensch bist. Und das du ein wertvoller Mensch bist, der ein Recht hat, so glücklich wie nur irgendwie zu leben. Das du dich immer wieder neu für dich und das Leben, dein Leben entscheidest. Gerade wenn Krisen in dein Leben kommen. Es gibt leider kein Leben ohne Krisen.

Statt Glück und Erfolg kann es auch Brüche in unserem Leben gehen. Entscheidend finde ich liebe dreamcatcher wie du damit umgehst.

Aber wenn du wieder aufstehst, aufstehst für dich und dein Leben, dann wird dein Leben wieder gelingen.

Und das wünsche ich dir ganz feste.


.in guten Gedanken für dich,

liebe Grüße,


Frederick

27.03.2019 17:38 • x 1 #9


[quote="Lilly-18"]Hallo dreamcatcher,
wie sieht es denn mit deiner privaten Situation aus? Hast du liebe Menschen um dich, Freunde, enge Familie, die dich stärken? Halte dich daran fest! Der Job ist nicht alles! Versuche, privat möglichst viel auszugleichen mit schönen Erlebnissen. Mach lange Spaziergänge, Sport ist auch ganz wichtig, pflege Freundschaften. Sowas gibt immer wieder Kraft, um den Job nicht überzubewerten.
Medikamente finde ich persönlich eine gute Sache. Nehme Paroxetin in geringer Dosis und es hilft mir, dass die Angst nicht übermächtig wird und ich relativ entspannt in die Arbeit gehen kann.
Danke Dir Lilly-18
Privat sieht es ganz stabil aus bei mir.
Mein Ehemann versucht auch sein Bestes. Als nicht Hochsensibler Mensch und psychisch gesund fällt es ihm allerdings schwer, sich in mich reinzuversetzen. Eine sehr gute Freundin habe ich, die fängt mich auf
Sie tickt auch so wie ich, irgendwie sind wir seelenverwandt. Mit ihr gehe ich auch zweimal im Monat ausgedehnt spazieren Wir beobachten Naturphänomene, wie Lichterscheinigungen (Orb's). Sport mache ich mit meinem Mann, entweder walken oder schwimmen gehen 1x pro Woche. Mit einer anderen Freundin habe ich mich am Wochenende bei einer Keramik-Werkstatt angemeldet. Ja, Lilly bei Sport und kreativen Dingen kann ich abschalten.
Klangschalen helfen auch gut bei mir. Ende des Monats gehe ich zu einer Entspannungspädagogin. Ich bin auch froh, dass ich jobmäßig nur 20 Stunden pro Woche arbeiten kann! Das ist Luxus pur
Zurzeit versuche ich Citalopram auszuschleichen nehme dank des Tablettenteilers 2,5 mg Citalopram. Ich habe in einem Jahr 8 kg zugenommen.wohl auch wegen dem CT Meine Waage zeigt 3 Umdrehungen
Ich neige eh zu Übergewicht und jetzt bin ich adipös.Habe mich schon bei einer Adipositas Selbsthilfe Gruppe angemeldet, um auf Gleichgesinnte zu treffen. Aber vorerst war meine Seele wichtiger.
Paroxetin kenne ich gar nicht? Ist das ein SSRI oder was tryzyklisches? Momentan nehme ich auch Lasea, das hatte mir letztes Jahr auch gegen Ängste und negative Gedanken geholfen.

27.03.2019 17:47 • x 1 #10


@frederick1: Mein Zitat ist: Mut zur Schwäche.
Wirklich, ich erlaube mir auch schwach zu sein und eine Krise zu haben. Vielleicht habe ich auch eine Midcareer Crisis. In unserem Büro sitze ich und frage mich ernsthaft, soll das nun alles gewesen sein bis zur Rente? Ich muss eigentlich noch 22-23 Jahre arbeiten.
Momentan merke ich, wenn ich etwas für mich tue, also z. B. eine Englisch Weiterbildung oder einen Office Kurs mache, dann geht es mir besser. Ich tue etwas für mich, damit sich neue Wege eröffnen. Alleine wenn ich mich bewerbe und ich Reaktionen auf mein Stellengesuch bekomme geht es meinem Ego besser.
Wie ich mich im Büro fühle, hängt auch von meiner inneren Wahrnehmung ab. Manchmal kommt sie die Angst, die Unsicherheit, Selbstzweifel oder sich ausgeschlossen fühlen. Manche Dinge haben ja auch gar nichts mit mir zu tun, aber ich sauge quasi alles ungefiltert in mich auf. Hängt auch wieder von meiner Tagesform ab. Heute z. B. waren alle Kolleginnen nett und ausgeglichen, da ging es mir auch gut. Sobald aber irgendwas negatives ist, spüre ich das als Erste
Ja, Frederick1 es war in meiner Vergangenheit so, als Kind habe ich mich den Gegebenheiten angepasst. Für meinen Vater habe ich Gas gegeben und alles getan. Es versucht allen recht zu machen, damit ich Lob bekomme.
Meine Bedürfnisse habe ich zurück gestellt. Um Taschengeld zu bekommen, musste ich früher erst mal checken, was für eine Laune mein Vater hatte. Das klingt mir heute noch in den Ohren. Daher habe ich große Probleme mit launischen Menschen. Ich habe mir deswegen auch einen Partner mit viel Humor ausgesucht, der auch Tiefgang hat
Das ist oft auch meine Fassade, die Menschen denken bei mir, ach die lacht ja immer und hat einen lustigen Spruch auf den Lippen. Dadurch lenke ich aber von meinen Problemen ab, ich lächle vieles weg. Zuhause heule ich dann manchmal für mich alleine. Unser Sohn ist auch sensibler, vor dem kann ich das nicht verstecken, der merkt sofort, wenn ich traurig bin.
Frederick1 was machst du momentan beruflich? Oder hast du einen Sabbatical?

27.03.2019 18:25 • x 1 #11


[quote="Frederick1"]liebe dreamcatcher, heute gibt es immer mehr Menschen die Probleme an ihrem Arbeitsplatz haben. Weil die Bedingungen an unseren Arbeitsplätzen leider immer brutaler und härter werden. Du hast dich mit ganzem Herzen und ganzer Kraft eingesetzt und investiert, und dann so etwas. Dann kommen Umstände von innen und von außen auf dich zu, die dir alles andere als gut tun. Lange Zeit warst du auch sozial in dieser Firma eingebunden, hattest gute Beziehungen und Kontakte. Du merkst, spürst es, das es so nicht mehr weiter geht. Und du gehst gerade durch ein Tal der .[/quote

Ich gebe dir hier Recht, Frederick1 ! Aber ein Tal der Trauer ist es noch nicht für mich.
Für mich ist es nur ungerecht Ich sehe, das immer mehr junge, unerfahrene Menschen ohne Ausbildung und
Qualifikation bei uns eingestellt werden. Die jungen Leute können ja auch nix dafür. Es geht nur um die Geldmaschine, die am Laufen gehalten werden muss Der Konkurrenzkampf ist groß. Schwächere bleiben auf der Strecke, Respekt und Wertschätzung Fehlanzeige. Ältere Menschen werden aussortiert. Ich bin noch nicht im Tal der Trauer angekommen, da die Arbeit auf meiner Prioritätenliste auf Platz 3 steht. Erst kommt Gesundheit und Familie. Hast du einen guten Freundeskreis und etwas was dir Halt gibt? Ist das dein Hund im Profilbild? Haustiere können auch oft helfen Wir haben eine Katze, Hunde mag ich auch

27.03.2019 18:35 • x 1 #12


Ich bin fast ein wenig gerührt von diesen treffenden Antworten/Beiträgen von Euch.
In einem anderen Forum war ich schon, aber hier fühle ich mich angenommen
Jetzt erhoffe ich mir auch von meiner baldigen Therapie, dass ich besser verstehen kann.
Vor allem meine Grübelattacken möchte ich in den Griff bekommen.
Mein inneres Kind ist oft verletzt und angegriffen. Ich versuche innerlich mit manchen Menschen auch Kollegen/Kolleginnen Frieden zu schließen. Dann schicke ich unbewusst ein helles Licht zu diesen Menschen. Der Tip kam auch von meiner guten Freundin. Erstaunlich was das bewirkt hat, es hat sich bei diesen speziellen Menschen wirklich entspannt Auch wenn andere Menschen so eine Art "Hokus-Pokus" nicht glauben,
mir hilft das.

27.03.2019 18:50 • x 1 #13


Frederick1
liebe Dreamcatcher,

oh dein Vater hat dich aber ziemlich ausgenutzt. Er hat dich letztendlich entwertet, dir deinen Wert genommen. Vielleicht hatte er grundsätzlich Angst vor Frauen, hat sich auch über dich und deine Gefühle lustig gemacht. Auf der anderen Seite war er vielleicht sogar stolz auf dich. Es tat ihm gut, wenn du dich ihm zugewendet hast. Doch immer wieder hat er dich auch abgestoßen, so das es dir schwer fiel, dich als Frau lieb zu haben und anzunehmen.

Er hat dich für sein eigenes Selbstvertrauen benutzt, hat dich anderen Menschen vorgezeigt, welch eine tolle Tochter er doch hat. Und dann hat er dich wieder übersehen, als ob es dich gar nicht gibt. Du hattest keine liebevolle Beziehung zu ihm.

Und du fühltest dich vermutlich hin und her gerissen, mit dem Wunsch, bei deinem Vater Annahme und Liebe zu finden, doch immer wurdest du abgewiesen.

Manche Väter verprügeln sogar ihre Töchter, und es entstehen ganz tiefe Vaterwunden. Weil sich die Tochter gegen den stärkeren Vater nie wehren kann.

Wie sollst du dich als Frau annehmen und von Herzen lieb haben können. , zu dir selbst findest, wenn du als Tochter abgelehnt wirst.

Aber toll das du einen Mann kennenlernen durftest, der dich bedingungslos annimmt und dich liebt, so wie du bist, nicht so wie man dich haben möchte. Und diese Liebe ist heilend für dich. Von dieser Liebe darfst du heute leben.

Auch darfst du in deinem Leben einen ganz persönlichen Sinn für dich finden. Das du versuchst, dir eine Antwort darauf zu geben liebe Dreamcatcher, für was du lebst. Was machst, tust du gerne, was ist dir in deinem Leben ganz arg wichtig.

Vielleicht kannst du dir diesen Sinn für dich aufschreiben, es kann dich fester und stärker machen, wenn Tage kommen, die nicht so gut für dich sind.

Du darfst immer wieder liebevoll in Berührung mit dir selbst kommen, mit deinem ganz persönlichen Wert.

Du sollst und darfst leben, dich immer wieder auf deine eigenen Beine stellen, und dich von der alten Beziehung zu deinem Vater lösen. Du darfst ein neues Leben leben. Du darfst dich selber fühlen, dich und auch deinen Körper liebevoll annehmen, gerne in dir wohnen.

Du darfst selbst mitwirken, das du deine Vergangenheit mehr und mehr los lassen kannst. Frauen können viel leichter wie Männer über sich reden, über ihre Gefühle und Verletzungen, und das ist doch gut so. Aber du musst mehr für dich selbst wieder sorgen. Weil du so deinem Vater gefallen musstest, ihm durch deine guten Leistungen zu imponieren, verlierst du leicht deine Beziehung zu dir selbst liebe Dreamcatcher.

Du sollst und darfst dich wieder selber spüren, für dich sorgen, und auch für deinen Körper Gutes tun.

Dein Vater hat dich in deinem Leben eingeengt, dein Leben gehemmt, jetzt darfst du davon wieder frei werden, leichter.

Du es ist so wichtig, das wir mit unserem eigenen Willen in Berührung kommen. Es liegt oft an mir selbst, ob ich mich in meinem Selbstmitleid vergrabe, oder mich wieder auf die Füße stelle,

Oft vernachlässigt man heute den Willen von uns Menschen. Oh liebe Dreamcatcher, du kannst viel mehr als du ahnst, bist viel viel wertvoller wie du es dir vorstellst. Du darfst immer wieder aufstehen, dich und dein Leben wagen. Du darfst vorwärts in deinem Leben schauen, nicht zu sehr auf deine Vergangenheit. Nein nicht deine Vergangenheit verleugnen, aber frei machen von dem Druck, es immer alles richtig machen zu müssen.

Entscheidend finde ich, das du dich trotz der Wunden von deinem Vater, dich jeden neuen Morgen für dein Leben entscheidest.

Dein Leben hat einen Sinn für dich, einen Sinn, der dich über die Beziehungen zu deinem Vater hinaus weist.

Du darfst deine eigene Lebensspur entdecken und graben, du bist einzigartig, und du bist ein Original.

Du darfst immer wieder mit dir selbst in Berührung kommen. Das macht dich innerlich frei, dich selbst zu spüren, dich nicht immer wieder an deinen Vater klammern zu müssen.

Ja das Leben ist leider ungerecht. Was habe ich mich schon über so viele Dinge geärgert und aufgeregt. Aber das nimmt uns auch die Kraft zum Leben. Weißt du, wir können leider nicht die ganze Welt retten, vielleicht einen kleinen Teil in unserer Umgebung. Deshalb wünsche ich dir da auch etwas Ruhe und Gelassenheit.

Ja da auf dem Bild ist mein allerliebster Hund. Leider mussten wir in vor zwei Wochen einschläfern lassen, und er fehlt mir schon sehr. Aber weißt du, alles im Leben hat einen Anfang, und auch ein Ende.



in guten Gedanken für dich,

viele liebe Grüße,


Frederick

27.03.2019 19:30 • x 1 #14


@frederick1:
Oh,wie traurig mit deinem Hund. Mein Mitgefühl. Möchtet ihr euch nach einer gewissen Trauerzeit wieder einen Hund anschaffen?
Mein Vater hat auch eine narzisstische Ader. Heute ist unser Verhältnis lockerer, da ich Abstand zu den Wunden der Vergangenheit genommen habe. Ich lechze auch nicht mehr nach Anerkennung von meinem Papa. Das hole ich mir von anderen oder über meine Fähigkeiten, dessen ich mir bewusst bin. Mein Selbstvertrauen muss ich mir wieder aufbauen.
@jedi: dass mit den Wunden in Perlen umwandeln ist übrigens eine schöne Vorstellung.
Was für wundervolle Ideen und Anregungen ich hier bekomme, Danke Euch ) und fühlt euch gedrückt aus der Ferne
LG Dreamcatcher

27.03.2019 19:57 • x 2 #15




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag