Neuer Job / bewerben trotz frischer Diagnose?

Daina88

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Hallo ihr Lieben,
ich grübel derzeit darüber, ob ich mich in meiner jetzigen Phase neu bewerben sollte.
Mein Hausarzt hat letzte Woche die gesicherte Diagnose mittelschwere Depression gestellt.
Bei dem heutigen Gespräch sagte er deutlich, dass er mich nicht lange krank schreiben wird , weil er dies als kontraproduktiv ansieht.
Er kennt einen Bruchteil meiner Probleme.

Der aktuelle Auslöser jetzt ist sicherlich der Job bzw meine Chefin und der allgemeine Zustand meiner Psyche.
Ich mache nur noch Fehler, ich heule einfach so los (schäme mich dann vor den Kunden- Einzelhandel) , kann mich überhaupt nicht mehr konzentrieren und zittere. (Filigrane Arbeit mit Schmuck)
Meine noch Chefin hat in den letzten Jahren zig Mitarbeiter verschlissen. Von denen, die vor 4 Jahren da waren, ist nur noch eine übrig.
Die letzte ging im Dezember nach 5 Monaten Mobbing.

Nach dem meine Kollegin ging, war ich nun ihr neues "Opfer" . und ja, ich habe das, zusätzlich zu meiner eh schon bescheidenen Stimmung nicht mehr ausgehalten.
Jeder Tag dahin war für mich die Hölle. Schwitzen, Herzrasen, Schwindel.

Ich bin im März umgekippt. Da wurde alles mögliche körperliche ausgeschlossen. Herz ok etc.
Wahrscheinlich hätte ich da schon die Reißleine ziehen müssen.
Bin aber weiter zur Arbeit gekrochen.

Letzten Montag ging es dann nicht mehr. Nachdem ich eine Ewigkeit gebraucht Habe aufzustehen, ging die Panik wieder los. Heulend saß ich dann beim Arzt.
Der schrieb mich eine Woche krank. Und gab mir Escitalopram 5mg.

Heute war ich wieder dort.
Ich soll bis nächsten Montag Termine bei Therapeuten ausmachen.
Ich habe ihm gesagt, dass meine Chefin die Kündigung angekündigt hat. Ich rechne also jeden Tag damit.
(Es ist ein kleiner Betrieb dh. kein Kündigungsschutz)

Und ich soll schon mal nach einem anderen Job schauen und mich bewerben, weil er mich "auf keinen Fall " länger krank schreibt.

Jetzt habe ich nach dem Gespräch zusätzliche Panik, dass ich arbeitslos werde weil er mich nicht weiter arbeitsunfähig sieht.
Mir ist heiß und mein Herz rast.
Ich weiß gar nicht , wie alles weiter gehen soll.

11.06.2018 19:19 • #1


Rose90

Rose90

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Hallo
Die Entscheidung kann ich dir nicht abnehmen aber ich weiß aus eigener aktueller Erfahrung, wie schwierig der Gang zur Arbeit sein kann (und ich werde nicht gemobbt) wenn man an Depressionen erkrankt ist
Ich schleppe mich mit 0 Energie dahin und würde mich auf die Genesung meiner Krankheit konzentrieren, wenn es finanziell funktionieren würde (arbeite als Barkeeperin und bin aufs Trinkgeld angewiesen)
Also wenn es dir möglich ist, lass Arbeit Arbeit sein, komm zur Ruhe und konzentrier dich auf deine Krankheit um irgendwann wieder gesund und voll durchstarten zu können

13.06.2018 18:31 • #2


Daina88


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Hallo @Rose90 ,
das ich erst jetzt zum Arzt gegangen bin , bedeutet leider nicht, dass meine Depression nicht schon länger bestand hat.
Ich schleppte mich die letzten 10 Monate mehr oder weniger zur Arbeit. Meine Leistungen wurden immer schlechter . Es hat mich sogar schon eine Kollegin angesprochen, was mit mir los sei. Meine Konzentration ist vollkommen im Eimer. Mir war es ziemlich gleichgültig, ob die Kunden zufrieden sind oder in China der berühmte Sack umfällt...
Das alles ertrage ich 1.nicht länger und 2.wie soll ich so einem neuen Job gewachsen sein?
Mein Kopf ist voll von negativen Gedanken und dunklen Wolken. Da ist kein Platz für neue Aufgaben :(
Gerne würde ich mich voll und ganz auf meine Gesundheit konzentrieren. Nur, wenn mein Hausarzt mich nicht krank schreibt, werde ich arbeitslos. (Kündigung kommt wohl diese Woche)

13.06.2018 19:48 • #3