Depressionsphasen nehmen zu / Fragen zu Episoden

Sunny40

Sunny40

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Hallo in die Runde,

ich suche nach ähnlichen Erfahrungen.

Kurz zu mir: 40, seit über 10 Jahren immer wieder depressive Episoden mit Krankschreibung 4 bis 12 Wochen. Unerfüllter Kinderwunsch seit 5 Jahren mit entsprechender Unterstützung einer Kinderwunsch Klinik. In den guten Phasen bin ich offen, selbstbewusst, kreativ und habe viel gute Energie.
Nun zu meiner Frage: gefühlt ist der Abstand von guter und schlechter Phase immer kleiner. Früher hatte ich zwar längere negative Episoden, dafür war ich zwischendurch immer 2 Jahre ohne!
Mittlerweile, gerade auch seit ich das EKT mache, häufen sich die Episoden fast 1 x pro Jahr. Ich bin wirklich traurig und es so unendlich leid, immer wieder aufraffen, krank melden, Kollegen im Office hängen lassen (da herrscht ja sowieso Unterbesetzung). Es ist ein so mieses Gefühl, gerade wenn man sonst eher Pflichtbewusst ist. Gerade habe ich auch das Gefühl dass die Episode gar nicht vergehen will. Die Ärzte sagen Geduld, Zeit. Aber ich kann es nicht mehr hören.

Gibt es hier positive Erfahrungen? Z. B dass es auch irgendwann mal länger wieder gut war?

Ich bin bereit fast alles auszuprobieren, denn ich will leben und wieder herzlich lachen.

Danke Euch vorab.
VG S

15.08.2019 10:10 • #1


Michael808

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Hallo Sunny,
ich selbst (35) habe zwar nie eine EKT machen lassen, aber ich kann dich in einer Hinsicht trösten: Es gibt keine belastbaren Studien, die besagen, dass sich depressive Episoden mit Fortschreiten der Zeit häufen und in kürzeren Abständen auftreten. Ein ermutigendes Beispiel bin ich: Ich habe nun meine 4. Episode. Aber davor war ich 8 Jahre lang gesund und die 3 Episoden davor haben zwar weniger lange gedauert, als diese, aber sie traten in Abständen von 1 bis 1,5 Jahren auf. Und die waren alle schwerer als diese jetzt, aber vergingen ohne Medikamente oder Psychotherapie. Gib nicht auf! Es wird wieder! Und ließ vielleicht auch diesen Thread: unseren-schaedlichen-gedanken-ihre-macht-nehmen-t26237.html

15.08.2019 10:50 • #2


Sunny40

Sunny40

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Wow, ganz lieben Dank für die Zeilen. Manchmal fühlt man sich einfach so machtlos. Das Forum ist wirklich eine gute Möglichkeit sich auszutauschen und man fühlt sich nicht mehr so allein. VG S

15.08.2019 11:31 • #3


Michael808

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Zitat von Sunny40:
Wow, ganz lieben Dank für die Zeilen. Manchmal fühlt man sich einfach so machtlos. Das Forum ist wirklich eine gute Möglichkeit sich auszutauschen und man fühlt sich nicht mehr so allein. VG S

Das glaube ich auch! Es ist ja leider Symptom der Krankheit, dass man sich sozial zurückzieht. Und wer soll einem dann noch gut zureden?

15.08.2019 13:16 • #4


Sunny40

Sunny40

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Das stimmt wohl. Ich versuche jedoch meine Freundschaften weiter zu pflegen und das gelingt eigentlich ganz gut.

Aber wie bekommst du denn dann die Phasen rum? Bewundernswert ohne Medis oder ähnliches.

15.08.2019 22:34 • #5


Michael808

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2 mal kam es bei mir zur spontanen Remission, 1 mal hat mir ein versehentlicher Schlafentzug geholfen. Das habe ich auch diesmal versucht, aber leider erfolglos. Momentan habe ich keine Idee, wie ich da rauskommen soll, aber ich versuche gerade, anders denken zu lernen und die Depression zu zu lassen. Ich denke gerade, dass ich nichts erzwingen kann. Ich glaube, je mehr man versucht, dagegen anzukämpfen, desto mehr Macht gibt man der Depression. Ich habe lange den Gedanken nicht wahrhaben wollen, dass ich wieder depressiv bin, aber momentan nehme ich es hin und erlaube mir, dass ich viel Zeit brauchen werde. Ich versuche, mir selbst zu verzeihen.

16.08.2019 13:48 • #6


Michael808

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Mit Medikamenten gibt es hier verschieden Erfahrungen. Ich persönlich war lange Zeit abhängig von Canna. und glaube, ich habe damit meine Probleme und Ängste verdrängt. Insofern macht es für mich persönlich keinen Sinn, nun das Heil in anderen psychoaktiven Substanzen zu suchen, denn ich möchte nicht mehr von einer Substanz abhängig sein, die ohne mein Zutun meine Psyche verändert. Ich glaube daran, dass man lernen muss, sein Denken umzustrukturieren. Psychopharmaka haben Nebenwirkungen und man kann auch eine Toleranz gegenüber dem gewünschten Effekt entwickeln. Ich bin skeptisch, ob man sich damit auf Dauer einen Gefallen tut. Eines (Mirtazapin) habe ich schon erfolglos eingenommen und dennoch hatte ich nach dem Ausschleichen größere Probleme, als vorher.

16.08.2019 14:18 • #7


Sunny40

Sunny40

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Ja, das kann ich verstehen. Meine Geschichte ist bereits lang und ich habe schon einiges versucht. Aber wenn es wirklich akut ist schaffe ich es allein mit Gedanken verändern leider nicht. Ich habe auch aufgehört mich gegen Medikamente zu wehren, aber das muss jeder selbst für sich entscheiden.

Bist du dann auch häufig krank geschrieben und kannst nicht arbeiten? Auch das finde ich immer schwierig, denn die Kollegen können ja auch nichts dafür .

VG S

16.08.2019 20:47 • #8


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Dakota

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Zitat von Sunny40:
häufig krank geschrieben und kannst nicht arbeiten? Auch das finde ich immer schwierig, denn die Kollegen können ja auch nichts dafür .


Stimmt. So wie auch Du nichts dafür kannst.

16.08.2019 20:55 • #9


Sunny40

Sunny40

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Und bei Dir?

16.08.2019 23:09 • #10


Michael808

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Zitat von Sunny40:
Ja, das kann ich verstehen. Meine Geschichte ist bereits lang und ich habe schon einiges versucht. Aber wenn es wirklich akut ist schaffe ich es allein mit Gedanken verändern leider nicht. Ich habe auch aufgehört mich gegen Medikamente zu wehren, aber das muss jeder selbst für sich entscheiden.

Bist du dann auch häufig krank geschrieben und kannst nicht arbeiten? Auch das finde ich immer schwierig, denn die Kollegen können ja auch nichts dafür .

VG S


Nein, ich bin ziemlich zäh, was das angeht. Ich kann es mit meinem letzten bisschen Stolz nicht vereinbaren, mich wegen psychischer Probleme krankschreiben zu lassen. Ich denke auch nicht, dass mir das irgendwas bringt. Denn wenn ich zuhause bin, fällt mir dann die Deck auf den Kopf und die Gedanken können noch leichter um negative Dinge kreisen. Somit fällt es mir auch schwer, mal Urlaub zu nehmen. Denn ich habe niemand, mit dem ich Verreisen gehen würde.

Mein Problem ist aber hauptsächlich, dass ich mich in meinem Körper nicht wohl fühlen kann. Ich bin körperlich so schwach, ich kann nicht lange stehen oder sitzen. Und mir zucken dauernd irgendwelche Muskeln und ich bin am ganzen Körper verspannt. Das macht mich eigentlich am Meisten fertig und dagegen helfen solche Medikamente wohl auch nicht.

17.08.2019 09:23 • #11

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