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Depressionen zurück nach Trennung / fühle mich so einsam

toxpakk88

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Hallo zusammen
Ich bin ganz neu hier. Und es ist das erste mal dass ich mich zu dem Thema Depression äußere.

Soll ich einfach mal anfangen?. Ich machs einfach mal :

Ich fühle mich schon seit Kindheitstagen depressiv, hab als Kind schon Tendenzen gezeigt, aber es wurde nie etwas unternommen.

Nun plätschert mein Leben seitdem so dahin, und wirklich was zustande bekommen habe ich auch nicht.
Habe einen Hauptschulabschluss so gerade geschafft, habe anschließend eine Ausbildung gemacht auf die ich im Grunde gar keine Lust hatte.
Habe darauf einige Zeit als Zeitarbeiter gearbeitet und hatte dabei meist Schwierigkeiten.
Kam morgens schwer aus dem Bett, hatte während der Arbeit immer ein schlechtes Gefühl. Ich fühle mich an anderen Orten. Fern von Zuhause einfach nicht wohl, hatte immer Angst dass jemand meiner Familie stirbt während ich auf Arbeit bin, oder dass ich dadurch einfach nicht genug Zeit mit meiner Familie verbringen kann.

Ich schreibe jetzt einfach möglichst in Kurzform, sonst wird es ein Roman :/

Hatte diverse Beziehungen, nix besonders intensives oder langes.
Ich wurde jedes Mal verlassen, denn ich konnte niemanden verlassen, ich habe mich sofort an jeden Menschen geklammert dem ich nahe war.
Das hat mich schon ziemlich runter gezogen.

5 Jahre war ich Single, und habe mir geschworen es auch zu bleiben.
Doch daraus wurde nichts.
Die nächste Beziehung ging ganze 6 Jahre. Bis zum heutigen Tage an dem ich das erste Mal in dieses forum schreibe.

Für mich war sie die Traumfrau schlechthin! Wir verstanden uns auf sämtlichen Ebenen.
Es war endlich eine Zeit gekommen in der mein Leben das erste Mal wirklich Spaß gemacht hat, das erste Mal einen Sinn in Leben gesehen.
Wir haben 2 wundervolle Kinder miteinander, die Kinder gaben mir immer sehr viel Kraft.
Ich war bei den Geburten dabei, und hatte immer ein sehr enges Verhältnis mit ihnen. Mit meiner Freundin ebenso. In den 6 Jahren gab es insgesamt vielleicht 20 Tage an denen man sich nicht gesehen hat. Ich habe 6 Jahre den Abgrund nicht mehr gesehen.
Jeden Tag waren wir eine recht glückliche Familie. Wir lebten immer zusammen.
Doch mit der Zeit machte der Alltag Probleme, Streitereien kamen auf. Der S. wurde weniger, die Nähe zueinander nahm deutlich ab. Ebenso die Harmonie.
Es fing wirklich an zu Kriseln, und ich kann das gar nicht ab. Ich bin absolut jemand der Harmonie braucht.
So brach die ganze Beziehung, unsere kleine Familie langsam zusammen.

Und heute ist der Tag an dem es vorbei ist. Wir haben uns getrennt.
Der Abgrund ist wieder sichtbar, er ist direkt unter mir. Und tiefer als je zuvor!

6 glückliche Jahre sind jetzt einfach vorbei!

NUN bin ich wieder allein in meiner Wohnung (in der ich mich absolut nicht wohl fühle) , und absolut ratlos. Verzweifelt.
Ich vermisse meine Kinder und meine ex Freundin, ich heule seit Stunden herum, der Abgrund zieht immer stärker an meinen Beinen.

Die Kinder leiden schon jetzt an der Trennung, und es tut mir so unfassbar Leid

Kennt das jemand. Dass ihm von jetzt auf gleich der Boden unter den Füßen weggerissen wird, und sich unter ihm der Abgrund öffnet?

Keine Ahnung ob mich jemand versteht, ich kann diese Leere und diese plötzliche Einsamkeit gar nicht beschreiben.
Ich sehe nur noch Dunkelheit, und finde allein niemals mehr daraus.

Nun habe ich das Gefühl, dass ich das erste mal im Leben eine Sache verarbeiten muss, zu der ich gar nicht imstande bin sie überhaupt jemals zu bewältigen.

Ich bin so unfassbar traurig wie noch nie in meinem Leben.

12.03.2021 02:31 • x 3 #1


Summmm

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Ja,ich kenne das.
Ich kenne es sich am Abgrund zu fühlen, aber ich kenne es auch,dass man wieder Licht am Ende des Tunnels sehen kann.
Eine Diagnose möchte ich hier nicht stellen,deshalb schreibe ich Dir zu Deiner Beziehung/ Kinder.
Ja, es ist hart sich zu trennen. Wenn Du nun darunter so leidest,dann such Dir bitte dringend professionelle Hilfe von außen.
Eine Beziehung ohne Liebe zu einem Partner fortzusetzen, nur um nicht einsam zu sein,wäre sicherlich nicht der optimale Weg.
Vielleicht kannst Du durch Hilfe von außen herausfinden,warum die Beziehung so verlaufen ist.Vielleicht erkennst Du Dinge,die Du anders machen könntest? Vielleicht wird die Diagnose Depression gestellt und Dir wird z.B. auch medikamentös geholfen,so dass Du anders durchs Leben gehen kannst.
Vielleicht ändern sich durch Deine Veränderungen dann auch Deine Beziehungen oder Du kommst auf einer anderen Ebene wieder mit Deiner Ex zusammen?
Das weiß hier niemand - aber so wie Du klingst, solltest Du Dir bitte schnell Hilfe holen.
Nochmal: ich kenne Dein Gefühl des Abgrundes.
Du hast wohl innig geliebte Kinder.Sie sollten es Dir wert sein,dass Du die Kraft und den Mut aufbringt zu jemandem zu gehen und zu sagen " ich schaffs nicht ohne Hilfe!"
Du hast geschrieben,dass Du dich mit Deiner Ex auseinandergelebt hast-könnt Ihr noch reden? Könnte sie Dir helfen?
Für Deine Kinder ist die Trennung sicherlich schwer, aber...wenn Du Dir helfen lässt, besteht die Chance,dass sie einen ausgeglichenen Vater zurück bekommen.
Das wäre es doch wert - oder?
Sorry,wenn ich Dir gleich so viel schreibe "Hilfe suchen blabla..." aber ich höre bei Dir viel Not heraus.
Ich werd hier auch gern mit Dir weiterschreiben - wenn Du magst.
Fühl Dich umarmt

12.03.2021 07:58 • x 4 #2


Ex-Mitglied

Ich möchte dir zur Begrüßung sagen: Lass dir mal ein bisschen Zeit. Die Trennung ist noch sehr sehr frisch - und da ist ein Zusammenbrechen und ein nichts mehr wollen und alles schwarz sehen völlig normal ( ausser man ist der, der sich trennt .. Im besten Fall sogar mit sofort neuem Partner ).

Trauer und Leid und Verzweiflung sind wichtige, normale! Bausteine einer Verarbeitung.

Schreib dir hier einfach die Seele aus dem Leib! Das wird gut tun.

Willkommen!

12.03.2021 08:05 • x 5 #3


toxpakk88

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Hallöchen ihr zwei vielen Dank für eure Antworten, habe mich darüber sehr gefreut.

Ihr seid tatsächlich so ziemlich die einzigen mit denen ich über meine Probleme rede :X In der letzten Beziehung habe ich soziale Kontakte sehr schleifen gelassen, hatte plötzlich überhaupt keinen Kontakt mehr zu meinen Freunden.

Hatte aber ohnehin wirklich wenige Freunde, ich bin immer ein Mensch gewesen der lieber für sich allein ist. (Das fällt mir nun natürlich auf die Füße) gerade jetzt könnte man Freunde sicherlich sehr gut gebrauchen....

Meine Ex-Freundin wurde mit der Zeit ziemlich eifersüchtig, sogar dass ich meinem besten Freund schrieb machte sie wahnsinnig. Denn wir hätten ja auch über andere Frauen schreiben können etc.
Dumm wie ich war habe ich darauf sämtliche Kontakte abgebrochen, 6 Jahre kein Whatsapp, kein Facebook..nix. Nur aus Angst sie verlieren zu können.
Dass es soweit überhaupt gekommen ist war ein Fehler, das weiß ich mittlerweile.

Und ja, jetzt bin ich an dem Punkt wo ich mir eingestehen muss dass ich Hilfe brauche. Einen Termin bei einem Psychologen zu bekommen dauert ja meist eine Weile. Dazu kommt, dass ich meinen Hintern gerade nicht hoch bekomme um überhaupt einen Termin zu machen...möchte gar nicht aus dem Haus, nicht unter Menschen...

Daher ist dieses Forum meine erste Anlaufstelle geworden.

Ja, ich weiß, die Hilfe kommt nicht auf mich zu gerannt, ich muss schon selbst den Hintern hoch bekommen & Hilfe suchen.

12.03.2021 12:34 • x 2 #4


Ex-Mitglied

Täusch dich mal in diesem Forum nicht. das ist mehr Hilfe, als man sich vorher vorstellen kann.

Meine eigene Erfahrung zeigt: ohne dieses Forum hätte ich mich letztes Jahr noch nicht aus meiner toxischen Ehe befreit und ohne dieses Forum wäre ich wahrscheinlich auch nach der Trennung ganz schön tief gefallen; viel tiefer als ich es sowieso schon bin.

Ich kenne auch das Spiel, fast sämtliche Kontakte zu verlieren .. aber ich habe auch erfahren dürfen: das kommt wieder.. Stück für Stück. Kostet "nur" unfassbare Überwindung.

Wie alt sind deine zwei Schätze?
Und lebt ihr schon räumlich getrennt oder geht es jetzt erst ans Eingemachte ( Wognung suchen usw.)?

LG, Clara

12.03.2021 12:48 • x 3 #5


toxpakk88

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Neeein, das sollte ja gar nicht so klingen als würde ich das Forum unterschätzen, und wenn ich mir nicht irgendwie Hilfe hätte vorstellen können wäre ich ja gar nicht hier

Das ist wirklich toll, dass dieses Forum dich in deiner Angelegenheit so gut unterstützen konnte

Meine Söhne sind 3 und 5.

Ja, wir leben schon getrennt... & ich vermisse die beiden so wahnsinnig. Dieser ganze Alltag der auf ein mal weg fällt, das Frühstück für die Kinder machen, die Kinder in den Kiga bringen & abholen, Mittagessen kochen etc. da hätte ich ja nicht gedacht dass ich das mal vermissen würde

12.03.2021 13:01 • x 1 #6


Ex-Mitglied

Wenn der normale Alltag wegbricht, ist das hart

Aber du hast regelmäßig Umgang, oder?

Meine sind 12 und 6. Mittlerweile hat der Kleine sich gut an die Situation gewöhnt, er sieht seinen Vater aber auch 3 von 4 Wochenenden.

Warst du dann vorher zu Hause bei den Kindern und somit der Elternteil, der den Alltag gemeistert hat?

Arbeitetest du zusätzlich ausserhalb oder arbeitest du derzeit nicht?

12.03.2021 13:21 • x 1 #7


toxpakk88

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Ich denke schon dass es mit dem regelmäßigem Umgang funktionieren wird.
Es ist ja alles noch sehr frisch, aber ich glaube nicht dass mir regelmäßiger Umgang verwehrt würde, dafür gibt´s keinen Grund.

Das ist doch super, und so muss das auch sein. Ich find es schrecklich, dass Vätern plötzlich der Umgang mit den Kindern verwehrt wird, in erster Linie für die Kinder ist das ja meist schlimm.
Zudem kann so etwas ja auch dazu führen, dass unsere Kinder sich eines tages in Situationen wie wir befinden..weil sie psychisch einen knacks bekommen haben :/

Ja, vorher war ich immer bei den Kindern...wir beide waren immer für die Kids da.

Unter anderem durch Krankheit arbeite ich zur Zeit nicht. (möchte jetzt nicht alles so öffentlich posten) bei Fragen dann gern privat

12.03.2021 13:38 • x 1 #8


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Heideblümchen

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Hi zusammen, und hallo @toxpakk88

wollte auch nur schreiben, nachdem ich deine Schilderung gelesen habe, dass hier ein wirklich guter Platz ist, um sich auszutauschen, sich mal auszuko*tzen, vielleicht auch den einen oder anderen Rat zu suchen und zu finden, einfach, um sich nicht so ganz von allen verlassen zu werden.

Dein Bericht, @toxpakk88 , liest sich, als hättest du dich in den letzten Jahren nahezu völlig hinten angestellt und auf alles verzichtet, was dir gut getan hätte. Deine Kontakte, deine Freunde. Wie Clara (hallöchen, @ClaraFall !) schon geschrieben hat: kostet Kraft, kann aber wieder kommen.

Du brauchst sicher wirklich erst mal die Ruhe, zu dir selber zu finden. Dich mit der neuen Situation zu arrangieren. Jeder hat sicher in der einen oder anderen Form schon mal eine furchtbare/traurige Trennung hinter sich gebracht und natürlich bricht einem erst mal der ganze Boden weg. Wenn es dich beruhigt: du bist damit tatsächlich nicht alleine!

Tatsächlich schließe ich mich den Meinungen der anderen vor mir an. Such dir bitte Hilfe und wenn du die Kraft hast, dann ordne dein Leben neu. Danach, wie es dir gut tut, wie es einen guten Platz für die Besuche und Bedürfnisse deiner Kinder bieten könnte, wenn sie dich besuchen können. Das ist eine Gelegenheit, die Zukunft zu planen und holt einen aus den tiefen Grübeleien raus. Denn es geht ja weiter. Muss und sollte es! Der Schmerz wird irgendwann nachlassen, auch wenn sich das jetzt so fürchterlich banal anhört. Es ist so. Es wird auch irgendwann wieder leichter. In dem Moment, wenn man Unterstützung und Ablenkung und neue Perspektiven bekommt und annimmt, auch wenn es jetzt in diesem Moment noch alles trist und dunkel aussieht.

Du hast geschrieben, es wäre jetzt schwer, eine ärztliche Unterstützung zu finden. Ruf deine Krankenkasse an. Sag, dass du dich im Moment sehr schlimm und ggfs. auch depressiv fühlst. Und dass du möglichst kurzfristig Hilfe brauchst. So gut wie jede Krankenkasse hat einen Termindienst, wo man sich bemüht, dir in kürzester Zeit fachliche Hilfe zu besorgen. Kann sein, dass dieser "Arzt" weiter weg seine Praxis hat.Und google nicht zu viel über diese dir dann angebotene Praxis, denn nicht alle (negativen) Bewertungen über einen Arzt oder Therapeuten müssen zutreffen. Immerhin bekommst du dann erst mal aber Hilfe und falls dir diese Person nicht liegt, kannst du dich ja nach jemand neuem umsehen.

In größeren Städten gibt es auch die ambulante, psychiatrische Hilfe mit Anlaufstellen, wenn es mal schnell gehen muss. Auch das wäre aktuell vielleicht eine Hilfe. Und es ist kein Fehler, Hilfe anzunehmen. Es zeugt von Stärke, wenn man das tut!

Ich wünsche dir jedenfalls, dass du dich ein bisschen ablenken kannst. Geh doch zum Nachdenken ein bisschen an die frische Luft. Sprich mit der Familie oder wirklich wichtigen Menschen, die dich kennen, über deine Situation und lass dir helfen, manchmal nur durchs Zuhören. Oder, natürlich, schreib weiter hier, vielleicht tut es dir gut, mehrere verschiedene Meinungen zu hören/lesen. Alles Gute für dich.....du wirst sehen, es geht immer irgendwie weiter! Liebe Grüße, das Heideblümchen

12.03.2021 13:41 • x 2 #9


Ex-Mitglied

Alles gut, musst du auch gar nicht erzählen!

Ich merke nur bei mir: seit 3 Monaten gehe ich gar nicht mehr arbeiten.. und letztes Jahr vom 1. Lock bis zu den Sommerferien auch immer nur tageweise. Und mich zieht das völlig runter. Arbeiten fehlt.

Hast du schon überlegt, welchen Plan du für die nächsten Wochen hast?

Ich habe jetzt 1x in der Woche ein Telefonat mit einem Psychologen und systemischen Failientherapeuten. Das hilft mir jetzt schon ( war erst 2x ). Tut einfach gut, hilft bei akuten Fragen ( ich verstehe mich mit meinem Mann nämlich gar nicht ) und kann sowas nur empfehlen.

12.03.2021 13:44 • x 1 #10


Summmm

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Huch.noch so kleine Mäuse.
Ja, also... nochmal: Deine Seele muss gesunden,damit Du auch gut für Deine Kinder weiterhin da sein kannst.Kinder spüren mehr als uns lieb ist.
Dass Kontakte schleifen...passiert auch ohne Eifersucht. Das sehe ich nicht nur negativ.Bedeutet auch,dass man eben zuhause etwas hat....bei Dir sicherlich auch die Kleinen.
Abgesehen davon,dass so kleine Mäuse echt beanspruchen und leider viele Ehen darunter "leiden"...also Beziehung zu kurz kommt .
Du hast geschrieben,dass Deine Frau eifersüchtig war...ob Du andere Frauen hättest etc.
Ehrlich gesagt, scheint sie dann ja auch Probleme zu haben.
Ich weiß ja nicht,wie endgültig es bei Euch beiden ist - aber wenn Ihr verheiratet seid,und bei einem von Euch beiden Depression als Diagnose gestellt wird - dann könntet Ihr auch Familientherapie machen.(zahlt dann auch Krankenkasse)
Für Unverheiratete weiß ich nicht wie die Lage ist.
Müssten beide bereit dazu sein.
Wie gesagt: ich lese Eifersucht,Kontrolle vielleicht Verlustangst ... Solch ein Einengen macht natürlich depressiver,wenn man ohnehin mit der Problematik zu tun hat.
Vielleicht ist das eine Option? Nun nicht gleich heute - ruhigen Moment nutzen...
Wenn Du noch etwas Licht für Euch siehst.
Ja,mir hilft das Schreiben auch.Man kann Gedanken loslassen,sich dann besser sortieren.
Würde mich freuen,von Dir weiterhin zu lesen und gern antworte ich Dir - wenn Du es möchtest.
Lg Biene

13.03.2021 00:17 • #11

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