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Depressionen und Operationen

Buddhi

Buddhi

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Ich hatte vor gut zweieinhalb Monaten eine Darm-OP, die mich natürlich viel Kraft gekostet hat, nicht nur körperliche, sondern auch mentale. Allerdings ist der "Spaß" noch nicht vorbei, Mitte Dezember muss ich mich noch mal unters Messer legen, dann erst ist die finale OP dran - und hoffentlich habe ich danach endlich Ruhe. Nach der ersten OP konnte ich schon nicht richtig sitzen, musste die Wunde pflegen, die Heilung dauerte locker acht Wochen. Nach der zweiten OP werde ich auch wieder für eine Woche im Krankenhaus bleiben und im Anschluss für mindestens drei Wochen stillhalten müssen.

Selbstredend ist das vor allem mit Depressionen eine ganz schöne Herausforderung - und ich merke natürlich, wie sehr ich dabei an meine Grenzen komme. An alle, die damit schon ein bisschen Erfahrung haben: Wie geht ihr damit um? Wie teilt ihr euch eure Kräfte ein, damit ihr nicht vollends untergeht?

Ich habe jetzt noch ziemlich genau einen Monat Zeit bis zur zweiten OP und will versuchen, mir bis dahin nicht mehr allzu viele Gedanken zu machen. Ob das klappt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

11.11.2021 07:44 • x 1 #1


morganti

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Oh man ... kenne ich. Ich habe in 5 Jahren 7 OPs gehabt. Immer ist irgendwo irgendwas. Ich habe an mich gedacht. Meine Kräfte so bewahrt, dass ich wenn ich krank war, auch krank war und nicht zur Arbeit gegangen bin. Ich habe mir irgendwann gesagt "mir egal, was andere von mir denken und über mich schwätzen werden" - denn die wissen nicht, wie man sich fühlt. Bei denen ist eine OP vielleicht nicht so dramatisch, vielleicht erholen sie sich schnell, es schlägt ihnen nicht so aufs Gemüt - Glückwunsch, das hätte ich auch gerne. Aber dieses Liegen, diese Schmerzen, nur mit sich alleine sein und nicht mal mehr - was einem gut tut - spazieren gehen zu können sondern wie in den schlimmsten depressiven Episoden auf dem Sofa zu liegen und Gedanken kreiseln zu lassen, ja, das schlaucht.
Ich habe bei den letzten beiden OPs "vorgesorgt". Hatte immer alle paar Tage mit einer Freundin, meiner Schwester, meinem Papa einen Termin ausgemacht. Dass mich wer besucht, mal mit dem Wägelchen durchs Feld fährt. Ich hatte mir Bastelzeug besorgt, dass ich für den Fall, dass ich die Kraft und Muße habe, etwas habe, womit ich mich beschäftigen kann...

11.11.2021 10:05 • x 2 #2


Buddhi

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Zitat von morganti:
Ich habe bei den letzten beiden OPs "vorgesorgt".

Ja, das werde ich auch tun, wobei ja glücklicherweise meine Frau da ist, wenn auch "nur" abends nach der Arbeit.

Ich kann mich auch gut selbst beschäftigen, vor allem mit Filmen. Momentan versuche ich, die positiven Aspekte herauszustellen. Beim letzten Gespräch mit der Ärztin wurde schon gesagt, dass bei der zweiten OP mit weitaus weniger Schmerzen zu rechnen ist. Das macht mir insofern Hoffnung, als dass ich schon bei der ersten OP (komischerweise) nicht viele Schmerzen hatte. Die erste Woche zu Hause habe ich noch Ibuprofen genommen, dann habe ich sie nicht mehr gebraucht.

Was mich dabei wesentlich mehr schlaucht, ist, dass sich meine Gedanken dann nur noch darum drehen, vor allem vorab. Ich kann mich dann auf nichts anderes konzentrieren und einlassen, wenn ich weiß, dass ich noch so einen körperlichen und emotionalen Brocken vor mir habe. Und dann ist es auch noch gut einen Monat bis dahin... Das ist für mich die größte Herausforderung.

Ja, das mit dem Rausgehen ist dann echt blöd. Hatte mir auch schon vor langer Zeit ausgiebige Spaziergänge angewöhnt und hatte sogar mit dem Wandern angefangen und mir passende Klamotten und Schuhe dafür gekauft. Und dann kam die OP... Aber ich bin trotzdem ganz guter Dinge, dass ich die Zeit überstehen werde. Erst mal die OP selbst, dann die Genesungs-Phase. Was bleibt einem auch anderes übrig, als einen Schritt nach dem anderen zu machen und Geduld zu haben?

11.11.2021 10:45 • x 1 #3

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