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Depressionen und der Umgang als Angehöriger

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julienne

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Da sind doch ne Menge erfreuliche, schöne Begebenheiten passiert
Erwarte nicht zu viel und zu schnell auf einmal
Es ist ne Menge, wenn sie Nähe zulässt und sich mit dir freuen kann.

18.06.2019 00:56 • #31


Norddeutsch

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Tja, und jetzt habe ich schlechte Nachrichten.dieses auf und ab;(

Gestern fragte ich sie "gehst du mir aus dem Weg?"
." Ja manchmal, deine Nähe stört mich!".

Biiiitte was, du hast genossen gekrault zu werden.
Sag doch was, dann nehm ich Abstand.wer nicht spricht dem kann nicht geholfen werden

20.06.2019 07:21 • #32


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ZeroOne

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Hi Norddeutsch!

Es ist einfach gesagt, aber schwer umgesetzt. Aber nach meiner Erfahrung ist es das Beste, wenn man versucht, in dieser Situation bei sich selbst zu bleiben und zu sehen, was einem selbst gut tut und was man braucht.

Klar will und soll man auch für den Partner da sein, aber man sollte darüber nicht sich selbst verlieren. Letztlich trifft der Partner die Entscheidung, wenn es innerlich nicht sowieso schon geschehen ist (in welche Richtung auch immer) und dabei sollte man den Partner auch nicht beeinflussen, versuchen von etwas zu überzeugen, oder gar manipulieren. Damit würde man Unausweichliches wahrscheinlich nur aufschieben.

Auch muss die Entscheidung des Partners nicht das Beste für einen selbst sein, auch wenn sie pro Beziehung ausfällt, wenn einen in der Zukunft täglich die Angst und Sorge zerfrisst, wie stabil oder fragil die Beziehung nun ist, und ob eine solche Eskalation nicht doch schneller wiederkehrt, als man denkt.

Weiterhin Alles Gute für dich!

LG
ZeroOne

20.06.2019 08:02 • x 1 #33


Norddeutsch

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Im Moment ist es ganz komisch zwieschen uns.mal möchte sie einen kuss zum Abschied dann ist wieder totale Kälte angesagt. Mein streicheln, kraueln genießt sie.sie ist aber nicht in der Lage etwas zurück zugeben. Selbst meine hand zu streicheln scheint unmöglich;(

Vielen Dank für alle Antworten, es hilft mir echt das sich jemand die Zeit nimmt zu lesen was ich so schreibe

24.06.2019 06:11 • #34


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MelodieSyren

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Hallo Norddeutsch,

tut mir leid dass ich erst jetzt zum antworten komme!

Dass deine Partnerin überhaupt Nähe zulässt ist etwas gutes! Das sie ab und zu aber auch nicht möchte, liegt einfach an ihrer Depression. Es ist nicht so, als würde sie das mit Absicht machen.

Ich z.B. erlebe dass im Moment selbst. Ich bin ein sehr liebevoller Mensch, aber durch meine Depression bin ich im Moment echt kalt zu den Menschen die mir wichtig sind. Ich will das selbst nicht, aber ich kann es nicht einfach so abstellen.
Ich befinde mich derzeit aber in Therapie und möchte auch alles tun, damit sich die Dinge wieder zum besseren wenden.

Ich hoffe, dass so etwas auch deiner Partnerin helfen kann. Das sie mit der Zeit wieder sie selbst werden kann - ohne Depression.

27.06.2019 23:38 • x 1 #35


Norddeutsch

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Hallo Melodie

Vielen Dank für deine Antwort, es steckt einiges von dem drin das ich grade mit mache.

Sie kann nichts äußern was in richtig "ich liege eben dich" oder wenigstens " ich mag dich". Körperliche Nähe geht nie von ihr aus. Mir fehlt ein einfaches streicheln des Armes oder so.
Sie selbst sagt es wäre mit ihr alles wieder gut.kann sie das so schnell beurteilen?
Bisher ist lediglich ein Medikament neu eingestellt worden, sie nimmt jetzt ca. 3 Woche 50mg statt vorher 10mg citalopram.

30.06.2019 20:51 • #36


FC2012

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Hallo!
Ich mache es gerade "umgekehrt" durch. Mein Mann hat wieder eine depressive Phase (nach Tagesklinik und offener Therapie 2013 - 2015). Und ich fühle mich im Moment mehr als ungeliebt. Und nicht nur ich - unsere Kinder auch. Das ist superschwer für mich. Ich kann selbst nur ganz schwer damit umgehen mich so ungeliebt zu fühlen - aber wenn es auch die Kinder betrifft, die mittlerweile oft traurig sind und weinen, macht mir die Situation noch schwerer Ich bin ein absoluter Harmonie-Mensch und leide im Moment sehr. Mittlerweile bin ich bei einem Psychologen, unsere Große ist bei einer Psychologin und am kommenden Mittwoch haben wir einen gemeinsamen Termin mit unserer Tochter bei einer Psychologin zum "Familiengespräch" - aber mein Mann sammelt nur "Punkte", die er uns dort negativ um die Ohren hauen kann - alles was nicht "funktioniert". Ich habe jetzt schon Angst vor dem Gespräch, weil ich befürchte, dass es nichts bringen wird. Ich habe absolut keine Ahnung wie ich mit der Situation umgehen soll. Mein Mann braucht Hilfe, so wie Deine Partnerin auch. Und vielleicht wird es dann auch wieder.?
Auch wenn ich Dir damit nicht helfen konnte wünsche ich Dir viel Kraft!

30.06.2019 22:44 • #37


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MelodieSyren

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@Norddeutsch
Aus der Ferne ist es sehr schwer zu "beurteilen" ob mit deiner Partnerin alles wieder in Ordnung ist. Nur weil sie es sagt, muss es nicht so sein. Vielleicht weiß sie gar nicht mehr wie es ist, wenn es wirklich gut ist. Außerdem, Antidepressiva brauchen eine Weile bis sie richtig Wirkung zeigen. 3 Wochen ist eine gute Zeit schon auf jeden fall. Doch 50 mg ist noch eher niedrig dosiert.
Ich würde Ihr immer noch Raten eine Therapie zu beginnen. Es gibt verschiedene Arten.
Tiefenpsychologische Psychotherapie (die mache ich grade)
Verhaltens Therapie
Analytische Psychotherapie.

Da muss man schauen was einem am ehesten zusagt.

Falls deine Partnerin immer noch "nur" zum Hausarzt geht, würde ich ihr nach wie vor dazu raten sich einen Psychater zu suchen. Denn der ist speziell dafür da. Und kann einem auch weiter helfen wegen Therapie und sonstigen Angeboten.

Ich persönlich glaube nicht, dass eine Depression sich so schnell "beheben" lässt. Wenn sie sich momentan besser fühlt (durch das etwas höhere Medikament) ist das schon mal gut! Dann wirkt das Medi nähmlich.

Dennoch ist es wichtig parallel dazu auch eine Therapie zu machen. Da nur Medis auf Dauer nicht helfen. Man muss auch an sich selbst arbeiten. Und der Therapeut weiß wie er das macht. Ich war jetzt erst zwei mal bei meiner, und fühle mich dadurch schon besser. Weil ich jemanden zum reden habe. Jemanden der mir Denkanstöße zu mir selbst und meinem Verhalten gibt.

Denn was auch immer zur Depression geführt hat (und das kann alles mögliche sein). Ich denke, es ist wichtig, dass sie "mit den richtigen Leuten" darüber spricht. Damit sie es verarbeiten kann, damit sie evtl anders darüber denkt. Damit es ihr besser geht - und sie so eben auch wieder Zärtlichkeiten austauschen kann (z.B.)

Versteh mich bitte nicht falsch mit dem "richtige Menschen". Nur in solchen Sachen sind Familie und Freunde manchmal nicht die, denen man sich anvertrauen kann/möchte. Das hat aber rein gar nichts mit dir zutun! Therapeuten sind ja dazu ausgebildet um zu helfen. Du nicht. Ein Therapeut kann mit so Sachen ganz anders umgehen als du.
Ich hoffe ich konnte irgendwie helfen


@FC2012
Darf ich fragen wie alt eure Kinder sind?
Ich denke, es ist wichtig, dass du als "Nicht Depressive" ihnen die Sachlage erklärst. Dass du versuchst ihnen klar zu machen warum Papa im Moment so "kalt" ist. Es ist wichtig für die Kinder, dass sie verstehen, dass Papas Verhalten NICHT an ihnen liegt.
Es ist wichtig, das die Kids wissen, das es eine Krankheit ist. Und diese Papa verändert und ihn so kalt werden lässt. Ich verstehe wie schwer es sein muss das "abzugrenzen" grade für die Kinder.Da ist es denke ich wichtig, dass du für sie da bist. Das sie wissen, dass sie immer zu dir kommen können und du ihnen Wärme gibst. Auch Freunde oder andere Familienmitglieder könnten hier helfen und etwas mit den Kindern unternehmen. Es ist wichtig, dass die Kids auch mal aus dem depressiven Umfeld ihres Vaters "weg kommen". Dass sie da mal raus kommen und auch mit nicht Depressiven zutun haben.

Ein Familiengespräch finde ich eine gute Sache! Denn dort kann der Therapeut das Gespräch leiten - und ich denke nicht, dass der zulassen wird, dass dein Mann einfach so "seine Punkte rausposaunt" und ihr dann wieder geht. Der Therapeut wird da schon drauf eingehen und dich und die Kinder sicher unterstützen.

Wie du richtig sagst, dein Mann braucht Hilfe.
Und es ist ganz wichtig, dass er diese bekommt!
Nimmt er denn derzeitig Medikamente, Antidepressiva meine ich?
Dein Mann sollte auf jeden Fall eine Therapie machen, oder evtl in eine (Tages)Klinik gehen. Es gibt da einige Angebote. Ich kann nicht sagen wie "schlimm" es ihm geht. Aber es ist wichtig, dass er professionelle Hilfe bekommt.

Denn du oder die Kinder können das nicht alleine stämmen! Da macht ihr euch nur dran kaputt glaub mir. Ständig mit einem Depressiven zusammen zu sein kostet massig Kraft und Nerven.
(Bin momentan selbst depressiv, habe es aber auch schon anders herum erlebt - ich kenne also beide seiten)
Es ist wichtig, dass du und die Kinder raus kommen. Dass ihr auch mal Abstand von deinem Mann habt, dass ihr mit nicht Depressiven sprecht, Dinge unternehmt, usw.
Denn Depressive können mitunter sehr "grausam und kalt" sein. Aber nicht wirklich weil sie das wollen.das ist die Depression. Das ist wie ein dicker schwarzer Mantel, der einen vollkommen umhüllt und man kommt nicht mehr raus. Und plötzlich ist alles schwarz, alles ist böse. Alles geht schief nichts funktioniert mehr. Man KANN einfach nichts gutes mehr sehen. Weil "Mr. Depression" das so will.

Ich hoffe ich konnte damit etwas helfen.
Ich wünsche euch viel Kraft, dir und den Kindern! Für sie muss das unfassbar hart sein.

01.07.2019 03:22 • x 3 #38


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Ylvi13

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Hallo FC2012,
ich sehe es genau so wie MelodieSyren. Es ist absolut wichtig den Kindern klar zu machen, dass sie an gar nichts schuld sind. Und es ist genau so wichtig, dass ihr euch, du und die Kinder, abgrenzt. Sorgt für euch, es ist niemandem geholfen, wenn es euch auch schlecht geht .
Ich glaube schon, dass das Familiengespräch einiges bringt. In jedem Fall trägt es zum Verständnis bei. Die Therapeutin weiss wie Depression funktioniert , da kann dein Mann Punkte sammeln und um sich werfen, soviel er will. Vielleicht machst du dir einen "Spickzettel" mit den Sachen, die für dich am schlimmsten sind, sprich sie dort an.
Meine Tochter war neun Jahre alt, als mich die Depression auf die Bretter geschickt hat. Ich habe ihr immer und immer wieder gesagt und erklärt, dass es die Krankheit ist, die ihre Mama so verändert und manchmal tue ich das heute noch. Jetzt ist meine Tochter sechszehn Jahre alt und, soweit ich das beurteilen kann, ein ganz normaler Teenager mit einer kranken Mama, damit kann sie umgehen. Vielleicht kann dir das etwas Mut machen.
Viele Grüsse

01.07.2019 08:09 • x 3 #39


ohneFunktion

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Hallo!

Weil ich gerade drübergelesen habe:

Zitat von MelodieSyren:
Doch 50 mg ist noch eher niedrig dosiert.


Das ist nicht richtig. Bei Citalopram ist das eine hohe Dosis. Früher hat man maximal 60 mg gegeben. Inzwischen wurde diese Höchstdosis, soweit ich weiß, auf 40 mg reduziert.
Man startet üblicherweise mit 10 mg, dann wird auf 20mg erhöht und bei Bedarf auch höher. (Die niedrigste klinisch wirksame Dosis liegt meines Wissens bei 20 mg)
Eine Steigerung von 10 auf 50 scheint mir eigenartig.

Lg und Alles Gute Euch!

01.07.2019 10:28 • x 2 #40


Norddeutsch

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Du hast Recht, es sind 20mg
50mg hat ein zweites Medikament.opipramol

Verzeihung für den Fehler!

01.07.2019 10:40 • x 1 #41


FC2012

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Hallo MelodieSyren,
sorry, ich war seit einigen Tagen nicht hier.
Unsere Kinder sind 7 und 13. Der Kleine ist oft traurig, weil Papa "nur mit ihm meckert" und unsere Große hat total dicht gemacht. Sie ist aber auch in den Anfängen der Pubertät und das ist nicht leicht. Sie denkt, dass alles nicht mehr gut wird - auch wenn sie versteht, dass es eine Krankheit ist. Trotzdem ist sie sehr hoffnungslos.
Mein Mann nimmt keine Medikamente und er meint auch, dass eine Gesprächstherapie nicht helfen wird. Mittlerweile war ich bei einem Psychologen und der meinte, dass ich sehr wohl einen Termin für ihn vereinbaren könnte - verbunden mit der Aussage, dass ich mir Sorgen mache. Wenn er dann hingeht ist es ja toll, wenn nicht, war es ein Versuch.
Ich leide, weil ich so ein "harmoniesüchtiger" Mensch bin und ich leide, weil meine Kinder so leiden. Wenn ich alleine bin (ich bin selbstständig und arbeite von zu Hause), denke ich so oft "ich kann nicht mehr". aber das will ich nicht und ich will für uns kämpfen. Aber es ist sehr schwer geworden.
Liebe Grüße
Claudia

01.07.2019 22:22 • #42


FC2012

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Hallo Ylvi13,
ich schmeiße mich ja schon immer dazwischen - das bleibt aber auch nicht unbemerkt und wird mir dann wieder "angekreidet". Laut Freunden sagt mein Mann ihnen, dass wir ihn ausgrenzen. Das machen wir aber mitnichten! Es ist nur sehr schwer für mich für meinen Mann da zu sein - was ich will, da ich weiß, dass er nichts für sein Verhalten kann und Hilfe braucht und gleichzeitig zu sehen wie unglücklich die Kinder sind, die das nicht wirklich verstehen.
Liebe Grüße
Claudia

01.07.2019 22:25 • #43


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MelodieSyren

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Ohje!

Dann muss ich mich dafür entschuldigen!

Dachte das wäre eine kleine Dosis.

Weils es bei anderen Präparaten ja bis 100 oder 200 hoch gehen kann.

Sorry!

02.07.2019 00:34 • #44


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MelodieSyren

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Eine Depression kann gut behandelt werden. Ich denke, diese Info kann wichtig für deine Kinder sein. Auch wenn die Große denkt es wird nicht mehr besser. Erinner sie daran, das Papa auch anders sein kann. Liebevoll und sich um seine Kinder kümmert.

Es ist nur mit der Krankheit schwer für ihn. Weil die Krankheit dieses "seine Familie lieb haben" unterdrückt.

Haben die Kinder denn wen mit dem sie reden können? Freunde?


Dass dein Mann sagt dass nichts helfen wird, da würde ich sagen da spricht ganz klar die Depression aus ihm. Wenn man nämlich so depressiv ist, dann ist es für einen so als würde so oder so nichts funktionieren. Alles ist schlecht. Er kann gar nichts positives daran sehen, weil er viel zu sehr in seinem dunklen Loch sitzt und da nicht raus kommt.
Deshalb ist es umso wichtiger dass er Hilfe von Außen, von Ärzten und Therapeuten bekommt.
Denn weder du, noch die Kinder können das ständig "auffangen". Damit macht ihr euch nämlich wirklich kaputt. Das merkst du ja auch schon daran, dass du nach Harmonie suchst, sie aber nicht bekommst, weil dein Mann krank ist.

Ich würde einen Termin für deinen Mann machen und ihn (deinen Mann) vor vollendete Tatsachen stellen. Erklär ihm evtl einfach dass er daran ja nichts zu verlieren hat. Wenn er meint es bringt nichts, dann sag einfach: "Ja wenn du weißt dass es dir nichts bringt, kannst du ja trotzdem hingehen. Dann siehst du ob du recht hast oder nicht".
Am besten, denke ich wäre es, wenn du mit ihm zusammen hingehst. Also dass du ihn zumindest zum Termin bringst. Dass du sicher gehen kannst dass er eben auch dort ist. Du musst ja nicht dann mit ins Arztzimmer rein oder so. Evtl ist es besser wenn er das allein macht.
Aber dass du bei ihm bist und ihm zeigst dass du ihn unterstützt auf seinem Weg.

Und sag ihm auch ruhig wenn er zu "grob" mit den Kindern ist. Mach ihn darauf aufmerksam. Vielleicht fällt es ihm selbst ja gar nicht auf? Und wenn er dir das ankreidet, sag ihm ganz klar, dass du die Kinder beschützen möchtest. Weil sie unter der Krankheit ihres Vaters leiden. Weil sie darunter leiden, wie kalt ihr Papa zu ihnen ist. Sag ihm das ruhig. Evtl bringt ihn das zum umdenken.

Es ist sehr wichtig, dass dein Mann in Behandlung kommt. Medikamente können helfen. Ich will nicht sagen, jeder sollte unbedingt welche nehmen - ich will nur sagen - mir helfen die Medikamente. Sie sind kein Wundermittel oder sonstwas, aber sie können helfen, dass man sich nicht mehr ganz so scheußlich fühlt. Aber dazu braucht man eben am besten auch eine Therapie.

Welche da am besten geeignet ist, sollte man am besten mit dem Arzt besprechen. Ich kann und will mich da nicht soweit aus dem Fenster lehnen und sagen dass dein Mann diese oder jene Therapie usw. braucht. Das kann ich nicht.

Ich finde es nur, wie ich schon sagte, sehr wichtig, dass ihr auch etwas für euch tut - ohne deinen Mann. Damit ihr euch mal ausruhen und entspannen könnt. Damit ihr euch nicht auch noch kaputt macht.

Und wenn dein Mann sich ausgegrenzt fühlt, frag ihn warum. Zeige ihm Aufmerksamkeit. Und frag ihn was er tun möchte. Wenn ihm nichts einfällt, schlag ihm ein paar Aktivitäten vor.
Brett Spiele spielen?
Spazieren gehen?
Shoppen gehen?
Einfach mal einen Film gucken? Kino?
Wenn er sich ausgeschlossen fühlt, ist es wichtig dass du weißt WANN er sich so fühlt. Und dass du ihm klar machst, dass ihr ihn integrieren möchtet, er dann aber auch mit machen muss. Klar ist das schwer für ihn mit der Depression, aber wenn er nicht mit macht, könnt ihr nichts dafür.

Ich drücke dir und den Kindern weiterhin die Daumen! Ich hoffe so sehr, dass hier ist eine Hilfe für euch.<3

02.07.2019 00:53 • x 1 #45


Norddeutsch

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Hallo ihr lieben.

Ich schreibe jetzt etwa zwei Wochen nach meiner letzten Nachricht.wirsu d zusammen in den geplanten Urlaub gefahren, auch dieser stand mal zu Diskussionen.aber unter anderem wegen unserer Tochter haben wir gesagt wir machen es.
Mittlerweile gab es so erfreuliche Aussagen wie "ich will 13 Jahre nicht aufgeben und es versuchen".wir hatten wieder S.( ob das wichtig ist.keine Ahnung). Aber es gibt auch diese Momente wo sie mir ganz kalt gegenüber ist. Jeder art von Zärtlichkeit geht von mir aus.die kleinste Berührung se
Christ unmöglich für sie zu sein.
Ich bin mir immer noch so unsicher ob unser Beziehungsproblem mit den Depressionen zu tun hat oder nicht.
Auf mich wirkt sie nicht Depressive.sie lacht und kann Spaß haben.gut sie nimmt wie oben beschrieben 50mg Citalopram.

Während ich so schreibe weiß ich garnicht was ich von euch so erwarten kann.warne Worte.ehrliche Worte.ich habe Angst vor der nächsten Zeit.

14.07.2019 01:25 • #46


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MelodieSyren

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Glaub mir, nur weil ein Depressiver lacht, fröhlich ist, heißt es noch lang nicht, dass er nicht depressiv ist.

Ich bin auch depressiv.
Trotzdem lache auch ich, hab Spaß, poste Bilder auf denen ich lache und glücklich aussehe.
Aber tief in mir drin bin ich trotzdem "kaputt".

Bei mir sind es meist die Stillen Momente. Die in denen ich ganz allein bin. Da fange ich an zu weinen, da geht es mir schlecht.

Depressive können ihre Gefühle, Emotionen, Probleme oft gut verstecken. So merkt man ihnen nicht an wie kaputt sie sind. Schutzmechanismus.

Wenn keiner weiß wie kaputt ich bin, können sie es auch nicht benutzen um mich noch mehr kaputt zu machen.

Klar kann ich dir so nicht sagen ob deine Freundin nun depressiv ist oder nicht! Ich kenne sie ja nicht und bin auch kein Arzt oder so.

Aber dass sie eure gemeinsame Zeit nicht aufgeben möchte ist doch etwas gutes!

Vielleicht könntet ihr ja auch mal zu einer Paar Therapie gehen. Ist jetzt nur so ein einfall!
Aber dort könntet ihr evtl beide eure Gedanken und Gefühle ansprechen. In einem sicheren Umfeld, wo ein Therapeut euch hilft, euch wieder näher zu kommen - von beiden Seiten-.

14.07.2019 01:38 • #47


Norddeutsch

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Hallo Melodie.noch wach um diese Zeit?

Hoffe es geht dir gut!?


Partytherapie hatte ich ganz zu Anfang mal angesprochen.ohhhh, kein gutes Thema.sie braucht sowas nicht;(

Vielleicht spreche ich sie jetzt aber doch mal darauf an!?

Ich erwarte nicht das hier irgendjemand eine Diagnose stellt, das wäre weltfremd.aber Erfahrungen und Meinungen die Gabe ich sehr gerne. vielen Dank dafür nochmal an dich.

14.07.2019 01:57 • x 1 #48


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MelodieSyren

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Jaaa. Ich bin immer sehr lange wach (leider)

Ja. versuch sie in einem ruhigen Moment darauf anzusprechen und ruhig und sachlich zu bleiben.

Ihr könnt es euch ja mal ansehen, ist ja nichts verbindliches. Ihr verliert ja nichts wenn ihr da mal rein schnuppert.

14.07.2019 02:04 • #49


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Ylvi13

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Ich möchte mich den Beiträgen von MelodieSyren anschliessen.
Psychische Erkrankungen kann man im Normalfall nicht sehen, das macht es ja so schwierig. Ich selbst habe lange Zeit versucht, die Fassade aufrecht zu erhalten, das hat unendlich viel Kraft gekostet, aber ich war ein guter Schauspieler. Die Verblüffung war gross, als die Depression mich auf die Bretter geschickt hat und die Wahrheit ans Licht kam, von den blöden Bermerkungen gar nicht zu reden.
Deine Angst vor der nächsten Zeit kann ich verstehen, aber das sie eure gemeinsame Zeit nicht aufgeben und es versuchen will, ist absolut ein positives Zeichen.
Vielleicht schaust du mal, dass du auch etwas für dich tust, deine Akkus auflädst. Es kann auch sein, dass es dir hilft, wenn du dich weiter zum Thema informierst. Es gibt z.B. etliche Bücher, die zum Verstädnis beitragen können.

14.07.2019 02:19 • x 2 #50


Norddeutsch

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Hoffentlich schläfst du mittlerweile Melodie.

Ob ich gleich mit Paartherapie kommen soll.ich weiß nicht.
Ich werde sie fragen ob sie sich das so vorstellt wie es gerade ist.ob sie es sich so wünscht.dann kann ich immer noch auf ihre Antwort hin reagieren.

Liebe ylvi.
Es ist wichtig das ich das noch mal so gesagt bekomme.ich muss weiter davon ausgehen dass alles der depressiven Episode geschuldet ist.nicht das nicht irgendwas ( Schluss machen z.b.) unternehme was wir später bereuen könnten.

Berichtigt mich.aber ich habe für mich im Umgang mit der Sache beschlossen das meine Partnerin erstmal Entscheidungen treffen muss, ich werde da dann drauf jeweils reagieren.
Einfach mit dem Hintergrund das depressive Menschen schlecht Entscheidungen treffen können. allerdings vordere ich diese Entscheidung teilweise von ihr.

Ich freu mich jetzt noch zwei/dreimal von links nach rechts.dann geht die Sonne auf

14.07.2019 03:25 • #51


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Ylvi13

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Lieber Norddeutsch,
das mit den Entscheidungen treffen ist so eine Sache. Was bei einem funktioniert , geht bei einem anderen in die Hose. Entscheidungen zu treffen war bei mir nahezu unmöglich und das betraf grosse Sachen genauso, wie die kleinen. Man stelle sich vor, ich stehe im Supermarkt vor dem Brot und komme nicht voran. Wenn ich das nicht selbst erlebt hätte, ich weiss nicht.Entscheidungen treffen müssen hat mich extrem unter Druck gesetzt, das ging bis zur Panikattake.

Ich denke, wenn du mit Feingefühl und Aufmerksamkeit deiner Partnerin begegnest, wird schnell klar was geht und was nicht. Und es müssen auch nicht alle Entscheidungen sofort getroffen werden, manche können gut noch eine Weile in die Warteposition. Man sollte immer im Hinterkopf behalten, ein Mensch, der an Depression leidet, ist selten noch er selbst. Das ist kein Freibrief, aber hilft den Angehörigen vieles besser zu verstehn.

14.07.2019 11:17 • #52


Norddeutsch

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Hallo ylvi,

ich habe das schonmal geschrieben.
Der Hintergrund das ich ihr die Entscheidungen im ersten Schritt überlasse ist genau der was du beschreibst.sie kann auch keine Entscheidungen treffen.sobald sie sich der Konsequenzen bewusst wird bekommt sie Kälte Füsse.
Ich möchte damit erreichen das sie sich mit der Situation auseinander setzen muss.solange das passiert bin ich bereit sie zu unterstützen.

Im Augenblick sind wir im Urlaub.gestern war ein sschrecklicher Abend, sie war so kalt und desinteressiert an mir.heute schaut es etwas anders aus. Allerdings habe ich mir für heute vorgenommen das sämtliche Aktionen von ihr ausgehen müssen.solange werde ich sie ebenfalls ignorieren. Ich weiß das wirkt kindisch, aber einen anderen Weg sehe ich grad nicht. Ein offenes Gespräch kommt aufgrund unserer Tochter leider nicht in Frage.

14.07.2019 11:36 • #53


FC2012

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Hallo Norddeutsch,
ich kann Dich so gut verstehen. Unser urlaub steht noch bevor - und eben bekomme ich die Ansage "Unter diesen Umständen habe ich da keinen Bock drauf." Gemeint ist, dass unsere Tochter sich sehr zurück gezogen hat. Sie hat aber auch lange, lange Zeit (Jahre) immer wieder versucht an meinen Mann heranzukommen, hat ihm Bilder gemalt mit "Bester Papa der Welt", hat Geschenke gebastelt, die so persönlich und rührend waren, dass mir die Tränen gekommen sind. Und sie erntet seit mehr als einem Jahr nur Kritik - wirklich alles wird kritisiert und auch vor ihren Freunden wird mit Konsequenzen gedroht. Wenn etwas gut ist, wird das übergangen - kein Lob. Es kommen auch keine kleinen Aufmerksamkeiten wie "wie war es in der Schule?", "wie geht es Dir?", "was hast Du heute gemacht?" - dann würde auch die (manchmal durchaus berechtigte Kritik) nicht so schwer wiegen - ich meine sogar, dann würde alles besser laufen, weil unsere Tochter im Moment auf stur stellt. Sie macht Dinge nur, wenn ich sie darum bitte. Aber ich bin auch eben nicht so zynisch und sarkastisch. Und weil unsere Tochter sich zurückgezogen hat, hat mein Mann keine Lust mehr auf den Urlaub.
Alles, was Interesse oder Gefühle angeht kommt auch nur von mir. Von ihm kommt nichts. Morgens verabschiede ich mich von ihm und gebe ihm einen Kuss - jeden Morgen. Und jeden Morgen gehe ich mit Tränen in den Augen aus dem Zimmer. Man merkt ja, ob jemand einen Kuss erwidert - dann bewegen sich die Lippen. Bei ihm kommt gar nichts. Er wendet sich zwar nicht ab, aber er erwidert meinen Kuss überhaupt nicht. Mir tut das alles so weh. Und ich habe Angst vor der Zukunft.
Das hilft Dir zwar jetzt überhaupt nicht weiter - aber Du siehst, dass es anderen genauso geht. Ich arbeite noch - heute auch noch ziemlich lange. Und er ist eben an meinem Büro vorbei die Treppe hoch gegangen ohne mir "Gute Nacht" zu sagen. Auch so etwas tut mir weh.
Kopf hoch und viele Grüße, Claudia

15.07.2019 21:36 • #54


Norddeutsch

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Hallo Claudia,


Ich kenne deine/eure Geschichte nicht aber aus dem was ich so heraus lese sehe ich einige Parallelen.

Ich habe/ich mache es so wie du es beschreibst .immer stur weiter die eigenen Gefühle zeigen. Kuss morgens, tagsüber Mal schreiben.und ich lebe mit der Zuneigung oder eben mit der Anweisung, ganz nach Stimmung meiner Partnerin.

Seit Recht genau 24h habe ich wieder gute Laune/Hoffnung.mein allabendliches " ich habe dich lieb" in Verbindung mit einem Kuss ist mit den Worten "ich dich auch" erwidert worden.ohne jetzt ins Detail zu gehen könnte sie danach "Zärtlichkeit" verteilen.

Ich weiß das heißt noch nicht viel, es können immer noch wieder schlechte Tage kommen.aber jetzt Grad bin ich glücklich.
Was kannst du daraus ziehen.ich glaube "dranbleiben" ist das Motto.so lange du kannst und dich selbst nicht kaputt machst, musst du dranbleiben.immer deine liebe zeigen.
Wobei ich ehrlich sein will und auch ganz klar mit über Konsequenzen mit meiner Partnerin gesprochen habe, und ihr die Wahl gelassen habe.

Zu deiner Tochter und deinem Mann kann ich nicht viel sagen.wie gesagt ich kenne eure Geschichte nicht, und bei uns ist es so das unsere Tochter nicht eingeweiht ist.


Gruß und schönen Abend/schöne Nacht vom wunderschönen Menorca

P.s.
Mein Tipp. Urlaub auf jedenfall machen, Programm für dich und deine Tochter in der Hinterhand haben.

15.07.2019 23:43 • x 1 #55


FC2012

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. ich bin mittlerweile soweit, dass ich auch mit den Kindern alleine fahren würde. Ich kann unseren Wohnwagen genauso ziehen wie mein Mann - ich bräuchte nur ein Auto mit Anhängerkupplung - falls er dann gar nicht will, würde ich mit den Kindern trotzdem fahren, wenn ich mir ein Auto leihen könnte.
Ich habe keine Ahnung wie lange ich das so weitermachen kann. Und ich mache mir Sorgen um meine Kinder.
Ich wünsche euch, dass ihr im wunderschönen Süden noch harmonische Stunden verbringen könnt.
Liebe Grüße, Claudia

16.07.2019 01:30 • x 1 #56


Kiriaki

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Lieber Norddeutsch,

Du und ihr anderen, ihr seid sehr stark, ihr könnt sehr stolz auf euch sein.
Ich bin neu hier, mein partner ist depressiv und will mich nicht mehr sehen, um sich zu sortieren; ich verstehe das und weiss, dass es schon lange überfällig ist; ich weiss nur nicht, wie ich die zeit durchhalten soll, bis er eine entscheidung getroffen hat, wie es weitergehen soll.
Es ist so schwierig, auf sich zu schauen, wenn man den partner unterstützen will, dabei selbst kinder hat, und nun immer fürchten muss, dass man ihn verliert.
Ich verstehe dich sehr gut, norddeutsch, dass es unheimlich verletzend ist; wie soll man durchhalten und nicht durchdrehen, wenn man die angst hat, dass man den geliebten partner ganz verliert.und in der ganzen zeit dann sich selbst
Ich bin sehr beeindruckt von all den starken menschen, die sich hier austauschen.vielen dank an euch!
Glg

23.07.2019 20:29 • #57


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LittleWing

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In einer Depression kann man das Verhalten und Empfinden des Depressiven nicht mit "normalen" Masstäben messen.

Die komplette Gedanken und Gefühlswelt gerät in eine massive Schieflage.

Ich war auch stark depressiv und hatte in dieser Phase ebenfalls keine Gefühle mehr für meinen Mann.
Es war schrecklich,ich fühlte mich schuldig und glaubte mich trennen zu müssen.
Sicher leidet Deine Frau mindestens so sehr unter ihrer Gefühlskälte wie Du.
Frag sie mal.

Mein Mann hatte die Gefühlskälte intuitiv dem Krankheitsbild Depression zugeordnet.
Er hat mich nicht eingeengt und mir immer wieder gesagt,dass er für mich da ist,egal was kommt.
Das hat mir geholfen.
Dass man während der Depression vorübergehend keine Gefühle mehr für seinen Partner hat ist typisch für eine schwere Depression.

Später wurde mir dann bewusst,dass ich generell keine positiven Gefühle mehr empfinden konnte.
In mir war nurnoch Angst,Leere und Verzweiflung.Immer im Wechsel.
Und man fühlt sich so alleine,weil einen keiner verstehen kann und man selbst versteht sich am allerwenigsten.

Kurzum:

Sobald die Depression abklingt,kommen die Gefühle nach und nach wieder,das kann ich Dir versprechen.
Das Motto lautet: Geduld haben und immer im Hinterkopf behalten,dass ihre Seele gerade krank ist und deshalb nicht normal "funktionieren" kann.

Wichtig ist,dass Du Dich umfassend über das Thema Depression informierst,das wird euch vieles erleichtern.
Sie sollte unbedingt auch eine Verhaltenstherapie machen ,besser noch in eine Klinik gehen.
Und sie sollte medikamentöse Hilfe in Anspruch nehmen,das hat mich damals herausgeholt aus dem Loch.
Einen Termin beim Psychiater geben lassen und sich ein beruhigendes und antidepressives Medikament verschreiben lassen (z.B. Amitriptylin).

Alles wird wieder gut aber es dauert seine Zeit.

Wenn Du noch Fragen hast,kannst mich gerne jederzeit per PN anschreiben,ich habe schon vieles durch,
von psychosomatischer Klinik über Psychiatrie,Verhaltenstherapie,Medikamente etc.,das ganze Programm halt.
Heute geht es mir wieder gut und Du und Deine Frau werdet die Krise auch überstehen.

Ich schicke Dir viel Kraft,versuch stark zu sein für Deine Frau aber such Dir auch Gesprächspartner,bei denen Du Dich mal ausquatschen kannst.

GGf. eine Selbsthilfegruppe besuchen,gibt es denke ich auch für Angehörige von Depressiven.
Versuch Deine eigenen Kraftquellen immer wieder aufzutanken zwischendurch,es ist wichtig,dass Du auch auf Dein eigenes Wohlbefinden achtest,soweit dies möglich ist.

24.07.2019 10:49 • x 1 #58


Norddeutsch

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Ich muss dieses Thema leider nochmal hochholen.

Diesmal geht es allerdings eher um mich als um meine Partnerin. Sie hat ja eine höhere Dosis ihres Medikamentes bekommen, nimmt diese auch und kommt damit super zurecht. Wir haben nun auch wieder gut zueinander gefunden.es ist fast alles wie früher.

Nun allerdings die Einschränkung.unser S. existiert nicht mehr . Natürlich war das während der Episode ebenfalls schon der Fall daß es nahezu eingeschlafen ist.

Nun weiß ich nicht ob es an ihren Medikamenten liegt oder der Grund ein andere ist!?;(

Ich bin ja froh daß es ihr wieder gut geht, da möchte ich sie eigentlich nicht mit sowas belasten.aber mir fehlt der S. wirklich sehr. irgendwie müssen wir darüber sprechen.

Wie fängt man ein solches Gespräch am besten an?
Kennt jemand diese Situation?

Gruß

17.09.2019 09:19 • #59


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Lilly-18

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Ja, die Situation kenne ich sehr gut. Ich habe auch lange Medikamente genommen, mir ging es gut damit, aber die Lust ist vollkommen aus meinem Leben verschwunden. Nicht mal, wenn es zu S. kam, hab ich irgendetwas dabei empfunden.
Ich liebe meinen Partner und er ist sehr rücksichtsvoll und verständnisvoll. Aber er hat doch sehr darunter gelitten. Obwohl wir sehr oft darüber gesprochen haben, konnte ich ihn nicht beruhigen. Er hat an meinen Gefühlen gezweifelt und deshalb habe ich schon 2 x zwischendurch meine Medikamente runterdosiert, einmal sogar ganz abgesetzt um ihm beweisen zu können, dass es wirklich nicht an meinen Gefühlen für ihn liegt.
Sobald ich die Medikamente nicht mehr nehme ist die Lust sofort wieder da.
Ich finde das auch sehr traurig, momentan nehme ich wieder mal fast nichts, aber es geht mir nicht gut damit. Es ist echt ein Dilemma.
Ich kann dir nur raten, mit deiner Frau zu sprechen. Aber setze sie auf keinen Fall unter Druck, ich bin mir sicher, dass ihr das selbst bewusst ist und sie drunter leidet.
Ich freue mich für dich, dass ihr euch so gut wieder gefangen habt. S. ist doch nicht alles. Ich weiß das sagt man so aber es gehört doch dazu. Aber versuche das nicht auf dich persönlich zu beziehen, ich bin mir sicher, dass es nicht an dir liegt.
Redet miteinander, vielleicht mit ein bisschen Humor. Vielleicht findet ihr eine Möglichkeit, die dich zufrieden stellt, deine Frau aber nicht überfordert.
Mein Freund und ich haben das leider nicht geschafft, unser S-Leben trotz Medikamenten aufrecht zu erhalten. Für mich wäre es gar kein so großes Problem gewesen, aber er konnte das nicht. Sehr schade, aber - wie gesagt - der Preis für mich ist sehr hoch wenn ich meine Partnerschaft nichts aufs Spiel setzen möchte.
Vielleicht findet ihr ja einen anderen Weg.

17.09.2019 11:56 • x 1 #60

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