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Depression wie ein schwarzes Loch - wird es jemals wieder gut?

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Fisch611

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Liebe Mas,

ichn verstehe Dich so gut. Ich war 4 Monate in dem ganz schlimmen Loch. Ich konnte manchmal vor Erschöpfung nicht aufstehen. Eigentlich konnte ich nichts mehr und ich habe geglaubt,mein Leben ist zu Ende. Mir haben auch Tabletten geholfen, um überhaupt eine Therapie machen zu können.

Ich habe auch keinen kurzfristigen Termin bei einem Psychiater bekommen. Was ich damals nicht wusste: die Psychiatrien haben in der Regel eine Institutsambulanz, wo man immer hingehen kann. Die Ärzte dort waren sehr gut und haben sich sehr viel Zeit genommen (jeweils eine Stunde). Ich wurde auf Sertralin eingestellt, der Anfang war furchtbar bei mir (muss aber nicht so sein), aber nach 4-5 Wochen ging es bergauf. Ich bin noch längst nicht gesund, aber mein Leben ist wieder lebenswert geworden.

Ich habe eine Reha beantragt, das wäre mir vor 2 Monaten nicht möglich gewesen an so etwas teilzunehmen. Viele Einrichtungen haben übrigens Kinderbetreuung, Du kannst da Deine Tochter mitnehmen.

Wünsche Dir alles Liebe!
Fisch

08.01.2020 12:14 • x 3 #31


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Mandinka

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Mir ging es vor Jahren ganz ähnlich wie dir. Und ich habe mich auch lange gegen professionelle Hilfe gesträubt. Als ich mich aus Verzweiflung und wachsendem Leidensdruck dann doch dafür entschied, dauerte es leider ziemlich lange, bis ich die richtigen Ärzte und Therapeuten fand. Am Ende halfen mir am besten eine ambulante Verhaltenstherapie (die mir beibrachte, mehr auf meine Bedürfnisse zu hören und mir zu erlauben, aus dem ewigen Hamsterrad der vermeintlichen Pflichten auch mal auszusteigen und die hohen Ansprüche an mich selber runterzuschrauben) und Citalopram. Das Antidepressivum nahm ich viele Jahre. Man muß es behutsam einschleichen und wenn man damit aufhören möchte, muß man es auch sehr langsam Schritt für Schritt wieder ausschleichen. Mir hat es geholfen, mich wieder zu fangen, zu stabilisieren usw., meine Scheidung und das alleinerziehend sein zu überstehen. Das Citalopram mußte ich nach den Jahren dann absetzen, weil ich es nicht mehr so gut vertrug. Ich fing dafür mit Johanniskraut an, das mir bisher ganz gut hilft.

Ich habe neben den Depressionen ein diagnostiziertes A.D.S und Asperger-Züge, was bei mir auch zu dieser Reizoffenheit führt. Ohropax gehören auch zu meiner Grundausstattung. LG

08.01.2020 13:35 • x 3 #32


Mas83

Mas83

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Zitat von Fisch611:
Liebe Mas,

ichn verstehe Dich so gut. Ich war 4 Monate in dem ganz schlimmen Loch. Ich konnte manchmal vor Erschöpfung nicht aufstehen. Eigentlich konnte ich nichts mehr und ich habe geglaubt,mein Leben ist zu Ende. Mir haben auch Tabletten geholfen, um überhaupt eine Therapie machen zu können.

Ich habe auch keinen kurzfristigen Termin bei einem Psychiater bekommen. Was ich damals nicht wusste: die Psychiatrien haben in der Regel eine Institutsambulanz, wo man immer hingehen kann. Die Ärzte dort waren sehr gut und haben sich sehr viel Zeit genommen (jeweils eine Stunde). Ich wurde auf Sertralin eingestellt, der Anfang war furchtbar bei mir (muss aber nicht so sein), aber nach 4-5 Wochen ging es bergauf. Ich bin noch längst nicht gesund, aber mein Leben ist wieder lebenswert geworden.

Ich habe eine Reha beantragt, das wäre mir vor 2 Monaten nicht möglich gewesen an so etwas teilzunehmen. Viele Einrichtungen haben übrigens Kinderbetreuung, Du kannst da Deine Tochter mitnehmen.

Wünsche Dir alles Liebe!
Fisch


Danke, liebe Fisch. Muss man bei so ein institutsambulanz anrufen oder kann man einfach so hinfahren?

08.01.2020 14:55 • x 1 #33


Mas83

Mas83

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Zitat von Mandinka:
Mir ging es vor Jahren ganz ähnlich wie dir. Und ich habe mich auch lange gegen professionelle Hilfe gesträubt. Als ich mich aus Verzweiflung und wachsendem Leidensdruck dann doch dafür entschied, dauerte es leider ziemlich lange, bis ich die richtigen Ärzte und Therapeuten fand. Am Ende halfen mir am besten eine ambulante Verhaltenstherapie (die mir beibrachte, mehr auf meine Bedürfnisse zu hören und mir zu erlauben, aus dem ewigen Hamsterrad der vermeintlichen Pflichten auch mal auszusteigen und die hohen Ansprüche an mich selber runterzuschrauben) und Citalopram. Das Antidepressivum nahm ich viele Jahre. Man muß es behutsam einschleichen und wenn man damit aufhören möchte, muß man es auch sehr langsam Schritt für Schritt wieder ausschleichen. Mir hat es geholfen, mich wieder zu fangen, zu stabilisieren usw., meine Scheidung und das alleinerziehend sein zu überstehen. Das Citalopram mußte ich nach den Jahren dann absetzen, weil ich es nicht mehr so gut vertrug. Ich fing dafür mit Johanniskraut an, das mir bisher ganz gut hilft.

Ich habe neben den Depressionen ein diagnostiziertes A.D.S und Asperger-Züge, was bei mir auch zu dieser Reizoffenheit führt. Ohropax gehören auch zu meiner Grundausstattung. LG




Liebe Mandinka. Danke für deine Nachricht.
Citralopram habe ich in der Klinik auch versucht. Ich habe leider Herzrasen und Panik bekommen. Meine Therapeuten und ich habe uns überlegt, was zu tun und es dann abgesetzt. Momentan nehme ich auch Johanniskraut. Ich weiß nicht ob es wirkt, aber es schadet auf jeden Fall nicht.

08.01.2020 15:09 • x 1 #34


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Fisch611

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Hallo Mas,

in die Amulanz meiner Klinik kann man 24 Stunden ohne Anmeldung, man kann aber auch Termine vereinbaren.

LG

08.01.2020 17:32 • x 1 #35


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Blume71

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Liebe Mas,

geht's Dir heute etwas besser?

09.01.2020 15:35 • x 2 #36


glückwunsch

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Hallo Mas83,

Zitat von Mas83:
Danke. Ich finde es schwierig, zu akzeptieren, dass nichts geht. Ich bin jetzt schon weinend wach geworden und habe meine Tochter nach unten zu meinem Mann gebracht (er muss gleich los zur Arbeit). Sie weint bitterlich, weil ich nicht mit aufgestanden bin. Das lässt mich zusätzlich schlecht fühlen. Ich schaffe das noch mal nicht.


Mir geht es gerade auch sehr ähnlich.

Und: Es wird wieder besser!

10.01.2020 08:25 • x 1 #37


Mas83

Mas83

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Zitat von Fisch611:
Hallo Mas,

in die Amulanz meiner Klinik kann man 24 Stunden ohne Anmeldung, man kann aber auch Termine vereinbaren.

LG


Danke für den Tip. Habe da angerufen und in 2,5 Wochen einen Termin bekommen!

10.01.2020 11:25 • #38


Mas83

Mas83

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Zitat von Blume71:
Liebe Mas,

geht's Dir heute etwas besser?



Wie lieb, dass du fragst. Ja, schon ein bisschen. Es geht mir definitiv nicht gut, aber ein klein bisschen Hoffnung ist wieder da. Danke.

10.01.2020 11:26 • x 1 #39


Mas83

Mas83

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Zitat von glückwunsch:
Hallo Mas83,



Mir geht es gerade auch sehr ähnlich.

Und: Es wird wieder besser!


Danke, Glückwunsch. Es tut mir leid, dass es dir ähnlich geht. Fühle dich umarmt.

10.01.2020 11:27 • #40


Mas83

Mas83

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Ich möchte euch allen vom Herzen aus danken, ihr habt mich wirklich durch die schlimmsten Tagen, seit am Anfang der Depression, geholfen. Ich habe mich kurz nicht alleine damit gefühlt. Ich fühle mich einfach sch%#sse.
Aber eure Nachrichten helfen mir. Danke schön.

10.01.2020 11:30 • x 1 #41


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Alexandra2

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Liebe Mas,
Ich war so verzweifelt, so down und habe gekämpft wie ein Löwe. Gegen SGedanken, Schwärze, Schwere und totale Erschöpfung. Als alle Diagnosen bekannt waren, griff die Therapie. Jetzt geht es mir besser. Bis dahin hat es 4 Jahre gedauert. Hätte mir das jemand vorhergesagt, hätte ich das nicht durchgehalten.
Und jetzt geht es besser, kein Absturz ist ein Riesenerfolg. Und dahin kommt jeder mit den richtigen Therapien und eigene Maßnahmen.
Toitoitoi daß es für Dich auch bergauf geht!
Liebe Grüße Alexandra

10.01.2020 11:58 • x 2 #42


Mas83

Mas83

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Zitat von Alexandra2:
Liebe Mas,
Ich war so verzweifelt, so down und habe gekämpft wie ein Löwe. Gegen SGedanken, Schwärze, Schwere und totale Erschöpfung. Als alle Diagnosen bekannt waren, griff die Therapie. Jetzt geht es mir besser. Bis dahin hat es 4 Jahre gedauert. Hätte mir das jemand vorhergesagt, hätte ich das nicht durchgehalten.
Und jetzt geht es besser, kein Absturz ist ein Riesenerfolg. Und dahin kommt jeder mit den richtigen Therapien und eigene Maßnahmen.
Toitoitoi daß es für Dich auch bergauf geht!
Liebe Grüße Alexandra


Danke, Alexandra. Oh mein Gott, 4 Jahre. Das halte ich nicht aus. Ich bewundere dich wirklich dafür, dass du das geschafft hast! 4 Jahre (!). Dann bist du wirklich sehr stark!

Bei mir sind es diagnostiziert jetzt 9,5 Monate, war aber schon mindestens 6 Monate dafür immer wieder beim Arzt wegen Infekten, schrecklichen Kopfschmerzen und Erschöpfung. Die Hälfte von den 6 Monate vor die Diagnose war ich immer wieder krank geschrieben.

Ich bin so erschöpft.

Es ist aber schön zu hören, dass du dein Weg raus gefunden hast. Wenn ich die Zeit von 4 Jahren weglassen, gibt es mir sogar Mut

LG

10.01.2020 12:19 • x 3 #43


Frederick1

liebe Mas,

oft gehen wir von dem Gedanken aus, was hat mich krank und depressiv werden lassen. Aber ich frage mich auch immer, was hält Menschen mit einer ähnlichen schwierigen Vergangenheit wie ich, gesund.

Ich staune, das rabiate Eltern oder große Armut nicht immer in eine Depression führen müssen.

Selbstsicherheit, Selbstvertrauen, Mut zum Widerstand.hat ihre Ursache von einer liebevollen, geduldigen, und opferbereiten Bezugsperson. Das merke ich auch in meinem Leben, Immer wenn ein Mensch, wie z. B: meine liebe Frau voll hinter mir steht, bin ich in meiner Depression viel stabiler.

Wenn mir Geduld geschenkt wird, Zärtlichkeit, Vertrauen, das hat mir schon ganz feste geholfen. Wobei Liebe und Zärtlichkeit nicht immer was Weiches sein muss, meine Frau sagt mir die Wahrheit schon einmal offen und ehrlich ins Gesicht, aber auch das ist Liebe. Liebe, damit ich mich wieder selbst annehmen und lieb haben kann.

Der größte Schock, das schlimmste Trauma , eine große Angst kann aufgefangen werden, wenn sofort ein Mensch da ist, der dich bedingungslos liebt, dich in die Arme nimmt, streichelt, tröstet und beruhigt.

Ich merke mehr, das Liebe so was von heilen und uns schützen kann.

Eine Liebe die nicht schlägt und nichts nach trägt. Liebe die mir hilft, mich selbst in Liebe anzunehmen und zu akzeptieren, mit meiner Vergangenheit, meiner Gegenwart und meiner Zukunft.

Niemals sollte man dir mit Liebesentzug drohen.

Das du wieder couragierter für dich leben kannst, in Liebe zu dir selbst, eigenständig leben und denken darfst, nicht so wie alle denken und leben, nein so wie es für dich am Besten ist.


Das alles und noch viel mehr wünsche ich dir von Herzen,

Frederick

10.01.2020 19:15 • x 3 #44


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McGee

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17.04.2020 18:13 • x 3 #45


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Ylva

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Hallo, McGee!

Schön, dass du hierher ins Forum gefunden hast und so offen über dich schreibst!
Ich habe auch ein großes Problem mit meiner Einsamkeit, aber leider nicht nur durch C.


Liebe Grüße schickt dir Ylva

18.04.2020 12:10 • x 2 #46

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