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Depression durch Sonne / Wetterumschwung stärker?

timmae87

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Hey,

ich leide neben meiner Angststörung gerade wieder an einer depressiven Episode. Ich hatte diese Probleme auch schon letztes Jahr ab Mitte März bis Anfang Mai. Bin nach Rücksprache mit meiner Psychiaterin mit dem Escitalopram wieder auf 20 mg hoch.

Letzte Woche die 5 Tage mit kaltem und trüben Wetter gings mir deutlich besser, seit dem gestern und heute die Temperaturen wieder steigen und die Sonne scheint, merke ich eine deutliche Verschlechterung.

Gehts jemandem ähnlich? Wenn ja, wie geht ihr damit um?

16.04.2019 15:37 • x 3 #1


Frederick1

lieber timmae,

erstmal auch von mir DIR ein ganz herzliches Willkommen hier im Forum. Und ich wünsche dir von Herzen, dass dieses Forum dir gut tut, DIR helfen kann. DU ich kenne das auch mit dem dem Wetterumschwung. Nur bei mir ist es gerade umgekehrt. Bei eher trübem und regnerischem Wetter ist meine Depression am stärksten.

Das hängt aber auch von unser Wahrnehmung, unseren Gefühlen ab, und auch von unseren Gedanken.

Meine Gedanken, mein Denken haben eine sehr große Macht in unserem Leben. So wie ich denke, so bin ich, so fühle ich mich auch. So lange ich wach bin, denke ich, und mir ist das auch nicht immer bewusst.

Mein Denken ist mit meinem ganzen Mensch sein verbunden.

Meine Gedanken können auch Gedanken des Leides sein.

Das ich denke, nur wer Erfolg hat ist was wert.falsch, jeder Mensch ist wertvoll.

Nur wer Geld hat kann gut leben. falsch.Geld ist nicht alles.

Wenn ich ein gutes Elternhaus gehabt hätte.falsch.ich kann mein Leben jeder Zeit verändern.

Ich bin ja doch nichts. falsch.jeder Mensch ist was, kann was, jeder Mensch hat unterschiedliche Begabungen

Menschen kann man nicht trauen. das ist zu allgemein gesehen, es gibt Menschen, denen du auch trauen kannst.

usw.


Das Wetter, unsere Stimmung, meine Tagesform usw.können diese falschen Gedanken verstärken.

Mir hilft da raus zu gehen, raus gehen bei jedem Wetter.

Das kann deine Stimmung ändern, verändern.

Du kommst ehr von deinen falschen Gedanken los, eine andere Umgegend, und du hast eher andere Gedanken.


Ich wünsche mir für dich bessere und gute Gedanken, das du weißt, du bist wertvoll und geliebt, auch wenn du das nicht immer spürst.


viele liebe Grüße an dich,

Frederick

17.04.2019 17:07 • x 2 #2


timmae87

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Hallo Frederick,

vielen Dank für deine Worte.

Ich war heute bei meiner Psychiaterin und die sieht schon Beziehungen zum Wetter (zu mal ich letztes Jahr von Mitte März bis Anfang Mai die gleichen Probleme hatte), aber vor allem zum Thema Pollenallergie. Ich nehme mein Escitalopram ab sofort abends ein, dazu jetzt Cetirizin gegen die Pollenallergie. Ich hoffe es wird besser dadurch.

Das meine Gedanken alles beeinflussen ist mir klar, mir fiel es speziell in den letzten beiden Wochen wegen sämtlicher Nebenwirkungen der Escitalopram-Dosiserhöhung aber schwer, positive Gedanken zu "spinnen". Man ist tagsüber benommen, schwindelig und hat "zittrige" Beine. Man kommt nicht groß raus, weil man sich in dem Zustand nicht traut, Auto zu fahren oder sich zu betätigen. So kommt dann Eines zum Anderen. Abends wirds dann besser, aber der Tag ist größtenteils nun mal verschenkt.

Naja, ich glaub weiter an Besserung. Wenn da nur nicht die Ungeduld wäre.

Grüße zurück!

17.04.2019 18:14 • x 1 #3


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maya60

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Hallo @timmae87 und Willkommen hier im Forum! Die Frühlingsenergie hat soviel Power, das haut eh schon vorgeschwächte Personen schnell mal um, das habe ich oft schon bei Senioren beobachtet, aber auch bei mir selber als chronisch Kranker.

Ich bin stark wetterfühlig, besonders beim Übergang vom Winter zum Frühling und beim Übergang vom Herbst in den Winter und dann noch bei Tiefdruckwetter, das ich mein Seelenrheumawetter nenne darum.

Ich vermute, dass in frühen Menschheitszeiten die Wettermacher auch nicht anders gestrickt waren und unser Körper ist ja evolutionär noch auf Steinzeitniveau.

Heute ist sowas von Nachteil, früher wären wir heilig gewesen, buhuuuuu, die Welt ist so ungerecht.

Dir viel Kraft! Je stabiler du wieder wirst nach deiner Depression desto weniger fein wirst du diese Wettereinflüsse spüren.

Solidarische Grüße! maya

18.04.2019 20:09 • x 3 #4


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julienne

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Hallo timmae87,
willkommen im Forum.
Mich fragte mal jemand nach meiner ungeliebtesten Jahreszeit - und ich antwortete mit: Frühling. Dann deutete er, dass ich den Frühling wohl nicht mögen würde, weil der Frühling so viel Neues hervorbringt. Die Pflanzenwelt wird farbenfroh, die Insekten schwärmen wieder aus, überall Jungtiere usw. Alles um mich herum ändere sich, entwickle sich weiter, nur bei mir bliebe mit meinen Problemen alles beim Alten und das deprimiere mich. Ich stimmte seiner Deutung zu.
Seitdem ich einen eigenen Garten habe, betrachte ich den Frühling anders und erfreue mich an den ersten grünen Blattspitzen und Blütenknospen von Pflanzen, die ich selbst in die Erde gebracht hatte. Es ist schön zu entdecken, wer den Winter überstanden hat und seine neue Chance wittert. Ich bin nicht mehr neidisch, sondern freue mich mit ihnen.

Ne Pollenallergie kann einem schon die Frühlingslaune verderben. Aber bald hast du es wiedermal überstanden und der Sommer kann kommen

18.04.2019 22:16 • x 2 #5


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mutmacher

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Das ist eigentl. bekannt, dass sommerliche Temperaturen Depressionen anheizen. Du kannst z.B. auch beobachten, dass depressive Menschen sofort die Rolläden runterlassen, wenn Sonne in den Raum scheint- warum das so ist, weiß man nicht.

18.04.2019 22:26 • x 3 #6


timmae87

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Danke für eure Antworten.

Mir geht es schon viel besser. Und mittlerweile glaub ich auch, dass es es nicht an der Sonne lag. Ich hab aus voller Verzweifelung ein Selbstversuch gestartet. Und der hat mir gezeigt, dass der Hauptgrund wohl die Überdosierung von Escitalopram war. Laut meiner Psychiaterin sollte ich ja 20 mg nehmen. Am Donnerstag hab ich einfach mal nur 10 mg genommen . Und siehe da, es wurde schlagartig besser. Keine Benommenheit mehr, der Schwindel und die zittrigen Beine sind weg, Magen-Darm-Beschwerden verschwunden. Und was das Beste ist, man hat wieder Lust was zu unternehmen, raus zu gehen und sich auch körperlich zu betätigen. Sonne und generell das bessere Wetter sind kein Problem mehr.

Rückblickend hab ich wohl durch die falsche Dosierung des Escitalopram die letzten 4 Wochen gelitten und vertrödelt. Schade drum, aber Hauptsache es ist wieder besser. Mal sehen was meine Psychiaterin im Mai zu meiner Eigenmächtigkeit bei der Dosierung sagt, aber was solls, es hat schließlich geholfen.

22.04.2019 10:55 • x 1 #7


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mutmacher

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gut zu hören, bleib tapfer

22.04.2019 16:03 • x 1 #8

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