Citalopram von 20mg auf 30mg erhöhen? Tief nach Klinik

Frankfragt

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Guten Abend,

ich habe mich eben kurz vorgestellt.

Ich bin nun eine Woche wieder nach einem dreieinhalbmonatigen Klinikaufenthalt zu Hause. Ich wusste, dass ich zu Hause wieder in ein Loch fallen werde, aber ich dachte nicht, dass es so heftig ist. Vollkommene Müdigkeit am Tag, sehr schlapp und antriebslos. So ca. 4 Stunden am Tag bin ich zu gebrauchen und beschäftige mich mit Alltäglichem. Ich war schon bei meiner Hausärztin, habe einen ersten Therapeuten-Vorstellungstermin hinter mir und zwei weitere vor mir, war beim Friseur und war einkaufen. Frühstück habe ich erst einmal geschafft, sonst gibts nur Müsli, abends gekocht habe ich noch gar nicht, es gibt nur Pizza oder Kleinigkeiten. Meine Koffer habe ich noch nicht ausgepackt, habe ja noch genug Sachen im Schrank. Post und Rechnungen erledigt, ja.

Will sagen, es ist enorm mühevoll, irgendwie den A. hochzubekommen. Schlafe mindestens 2 mal 2 Stunden am Tag, manchmal länger und bin heute ausnahmsweise mal nicht auf dem Sofa, sondern vorm PC.

Meine Medikamentenumstellung auf Citalopram ist erst 4 Wochen her. Dennoch neige ich dazu, statt der 20 mg schon mal auf 30 mg anzuheben, 60 mg wäre max.

Wenn es nicht besser wird, überlege ich, mir einen Platz in einer Tagesklinik zu suchen, um gezwungenermaßen geregelte Tagesaabläufe hinzubekommen. Hat jemand Erfahrungen, ob das "einfach" möglich ist nach so einem langen stationären Aufenthalt, wenn es die Klinik selbst nicht im vorläufigen Bericht als Option aufgeführt hat?

12.12.2012 22:24 • #1


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miezelina

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wenn es nötig ist, kann dich Dein Arzt (am Besten ein Facharzt) jederzeit in eine Klinik (auch Tagesklinik) einweisen. Es ist egal, wann du zuletzt in der Klinik warst. Leider haben die meisten Tageskliniken jedoch auch Wartezeiten. Das kennst du sicher ja noch.

Gib dir aber auch ein bischen Zeit. Nach der Klinik ist es immer schwer, besonders wenn man so lange weg war. Dennoch würde ich mir eine Einweisung und einen Platz in der Tagesklinik besorgen. Wenn es dann soweit ist, kannst du ja schauen, ob es zu dem Zeitpunkt für dich passt.

Alles Gute -

Miezelina

13.12.2012 12:06 • #2


Trauerklößchen.

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Hallo Frankfragt,
ich kenne das auch nur zu gut mit dem Loch nach der Klinik. Wie Miezelina schon schreibt ist es nach so einem langen Klinikaufenthalt immer schwer "zurückzufinden". Während dem Klinikaufenthalt ist man in einem "geschützten Rahmen" hat immer Ansprechpartner usw.
Gib Dir selbst die Zeit dich wieder zu "aklimatisieren", sei nicht zu streng mit Dir selbst. Und wie Du schreibst hast Du ja wirklich schon einiges geschafft nach der Klinik und darauf kannst Du stolz sein !

Dennoch finde ich den Vorschlag gut mit Deinem Arzt zu reden, hast Du einen Facharzt ? Und Dich dann in eine Tagesklinik einweisen zu lassen. Es gibt meistens Wartelisten.
Gibt es denn in Deiner Nähe vielleicht eine Tagesstätte für psychisch Kranke wo Du mal hingehen könntest ? Dann wärst Du nicht alleine und hättest auch jemandem zum Reden, was Dir ja in der Klinik gut getan hat schreibst Du.
Solltest Du noch keinen Facharzt (Psychiater) haben, würde ich Dir, ist nur meine Meinung, empfehlen Dir einen zu organisieren. Auch der kann in Notfällen dann agieren und Dir helfen.

Ich hoffe ich konnte Dir ein bißchen weiter helfen.

Viele Grüße
Trauerklößchen

13.12.2012 12:27 • #3


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Schneckchen

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Hallo Frank,

ich war erst in einer Tagesklinik, weil ich der Meinung war, dass ich mich nicht von der Familie lösen kann, um eine stationäre Behandlung zu starten. Nach der Tagesklinik kam ich aber um keinen stationären Aufenthalt mehr hin, zumal zwei von den Therapeuten, die ich in Hannover/Isernhagen besucht habe, mich nicht therapieren wollten, da sie der Meinung waren, dass ich "nicht therapiefähig" sei.

Daher ging ich dann doch in eine Klinik und meine Familie hat es tatsächlich fabelhaft (mit viel Unterstützung meiner Mutter) auch ohne mich geschafft.

Nach der Rückkehr hatte ich den Vorteil, dass da jemand war und ich bis heute eine Freundin (meine beste Freundin) aus der Tagesklinik hier hatte.

Mir ist die Decke auf den Kopf gefallen, aber die Angst vor der Arbeit und anderen Menschen nahm nicht ab. Ich habe mir Zeit gelassen und nur das gemacht, was ging. Habe mir teilweise Tagespläne gemacht und eine Ergotherapie, damit ich zweimal die Woche morgens früh aus dem Bett musste.

Ich habe auf einmal mehr geschafft, als ich noch einen Monat vorher gehofft hatte und es ging stetig (natürlich mit Löchern) voran, sodass ich dann sogar unbedingt wieder arbeiten wollte. Hier stoppten mich die Therapeutin und die Ärzte, da ich in meinem Überschwung zu Wollen kläglich versagen würde. Das ist dann auch einmal passiert, aber 3 Monate später stand ich wieder in der Wiedereingliederung (tolles Modell, um einen Start in die Arbeit langsam - ohne Kosten für den Arbeitgeber - zu starten).

Heute? Heute lebe ich mit der Depression und den sonstigen Erkrankungen - mal besser, mal schlechter; mal schaffe ich sehr viel, mal liege ich im Bett, weil ich nachts nur Alpträume hatte u. s. w. Aber im Allgemeinen merkt mir keiner an, womit ich teilweise kämpfe, weil ich wieder soviel Kraft habe, dass es nur den Nahestehenden auffällt, dass ich erst auf 80% laufe, weil ich früher unbedingt immer zeigen musste, dass ich 120% erbringen kann.

Warum ich Dir das alles schreibe?

Damit Du auch siehst, dass man Geduld und Ideen zur Veränderung braucht, aber alles Schritt für Schritt. Feiere Deine Erfolge. Mach Dir Pläne mit kleinen Schritten (Wochenplan o. ä.) und genieße Deine zurückgewonnenen Fähigkeiten. Vergiss nicht, was Du gerade alles gelernt hast in der Klinik. Das habe ich nur allzu gern zur Seite geschoben. Geh raus und wenn es nur erst die Runde um den Block ist.

Was ich toll finde, ist dass Du die wichtigen Sachen (Post) schon/noch unter Kontrolle hast. Sei stolz darauf!

LG von Schneckchen, die jetzt sogar (hoffentlich dauerhaft) ohne Therapeutin, aber noch mit Medikamenten lebt.

P.S. Die Medis, die Du nimmst reißen Dich bis zur vollständigen Eingewöhnung teilweise aus dem Sockel. Das ist normal.

14.12.2012 09:35 • #4


Frankfragt

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Vielen Dank für eure tollen Antworten,

heute hat eine Therapeutin einen ersten Kennenlern-Termin krankheitsbedingt abgesagt. Na ja, kann passieren in der Jahreszeit. Nun muss ich im Januar weiter suchen, einen Therapieplatz für Anfang März hätte ich ja ggf. bei einer anderen Therapeutin.
Aber so bin ich wenigstens jetzt schon wach... :) Vielleicht sollte ich jeden Morgen um 6.30h aufstehen, egal wie mies die Nacht war. Heute Nacht, nur weil ich wusste dass ich früh raus muss, war der Schlaf wieder sehr schlecht und ich habe schon wieder von der Arbeit geträumt in skurillen Zusammenhängen, aber von Menschen, die ich nicht sehen will.

Ich vermute mal, vor dem Januar passiert bei mir nichts mehr. Ich habe eigentlich nur eine sehr gute Hausärztin, die irgendwie voll stolz auf mich, weil ich in diesem Jahr alles bzw. mich in die Hand genommen habe. Den Facharzt in der Praxis für Neurologie und Psychiatrie habe ich erst zweimal gesehen, es ist viel zu schwer, einen Termin zu bekommen. Man hat zwei Tage in der Woche wo man morgens zwischen 8 - 8.30h anrufen kann. Da ist meistens besetzt oder es sind die freien Termine dann schon vergeben. Feste Termine dauern so ca. 2 Monate. Aber nun ja, damit muss man sich wohl abfinden.

Tagesklinik und/oder Ergotherapieplätze versuche ich dann auch mal ab 02.01. Glaube nicht, dass um Weihnachten da was möglich ist, da haben ja viele Urlaub.

Ich werde weiter die kleinen Schritte gehen. Was mich noch umtreibt ist die Frage, wie ich das mit dem Job lösen soll. Im Moment fühle ich mich wegen der Abgeschlafftheit und Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit und den schlechten Nächten überhaupt nicht in der Lage, zu arbeiten. Meine Ärztin schreibt mich zwar krank, aber bald wird sich sicher wieder der sozialmedizinische Dienst der Krankenkasse melden und die wollen mich sicher in eine Wiedereingliederung schieben. Vielleicht werden die Symptome auch besser durch die Wiedereingliederung, aber ich werde da auftauchen mit enormen Defiziten, was viele als gefundenes Fressen für erneutes Mobbing und Demontage meiner Person nutzen werden.
Ich habe aber noch das größte Problem, dass ich unabhängig davon immer noch Angst habe, dort arbeiten zu gehen. Ich bin jetzt fast 7 Monate Arbeitsunfähigkeit. Ich muss die Frage beantworten, will ich mich wieder quälen, ständig Angst haben, und der Gefahr aussetzen wieder krank bzw. noch kranker zu werden oder ist mir meine Gesundheit wichtiger? Das Problem ist natürlich auch das Geld. Ein anderer Job wird schwierig in meinem Alter und dort wo ich jetzt arbeite, habe ich einen Stempel im Lebenslauf, wo mich sicher so kein anderer Arbeitgeber haben will. Und ich befürchte, dass ich auch in einem anderen Job über kurz und lang die gleichen Probleme habe. Und dann wäre ich rechtlich ungeschützter und könnte schnell gekündigt werden, was jetzt nicht so einfach möglich ist.
Ich überlege auch schon, ob ich nicht einen Rentenantrag (EU) stellen soll, aber das ist ja sicher auch nicht einfach und das Verfahren dauert ziemlich lange, was ich gelesen habe. Man bekommt wohl bei Depressionen immer erst eine Ablehnung und muss dann sich auf schwierige Prozesse mit Gutachtern usw. einstellen. Da mir meine Erkrankung immer noch peinlich ist und ich selbst gar nicht weiß, warum nun alles so ist, wird das auch wohl sehr schwer bzw. fast unmöglich. Hat jemand von euch Erfahrungen mit solchen Dingen?

So, nun bin ich zwar nicht viel weiter, aber versuche jetzt den Tag noch gut zu nutzen. Es ist schön, hier schreiben zu können und Antworten / Gedanken von euch zu erhalten. Danke!

LG Frank.

20.12.2012 09:10 • #5


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Tussideluxe

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Hallo Frank,

sehr wichtig ist ein geregelter Tagesablauf. Aufstehen und Schlafengehen, möglichst immer zur selben Zeit. Egal wie müde du bist. Sonst ist die Struktur schnell futsch. Falls einschlafen gar nicht möglich ist, rede mit deinem Facharzt/Hausarzt über eine möglichkeit der Medikamentenumstellung. Erfahrungsgemäß kommt der Rhytmus wieder. Bis dahin, musst du einen Ablauf festlegen an den du dich halten kannst.

Einen Rentenantrag kannst du stellen. Ob der "immer erst mal" abgelehnt wird, ist nicht erwiesen. Das schieb mal weg. Man neigt dazu sich selbst falsch einzuschätzen.
Aber beantworte dir die Frage: Bin ich zu krank oder habe ich keinen Mut? Will heißen: Gebe ich präventiv auf, aus Angst vor dem was ich erwarte (was niemals bewiesen ist, bevor es geschehen ist!) oder ist meine Arbeitsfähigkeit auf weniger als 3 Stunden am Tag eingeschränkt (bzw. auf unter 6 Stunden bei halber Erwerbsminderungsrente)?

Ich verstehe wie du dich in Bezug auf den Arbeitsplatz fühlst. Nur ist es keine Lösung, das ist es niemals, aufzugeben. Lass dir nichts weg nehmen und nimm dir selbst nichts weg. Rente heißt auch, sich in Gänze auszuklinken aus allem, was dich in der Gesellschaft hält. Bei Erwachsenen ist das nun mal zu einem großen Teil die Arbeit, die den Alltag und auch das soziale Leben bestimmt. Seien es Kontakte oder das Geld das einem ein angenehmes Leben ermöglicht. Rente ist wenig Geld...

Defizite kann man ausgleichen, und zwar schon im Vorfeld! Du kannst Maßnahmen auch vom Rentenversicherungsträger erhalten. Kur, Reha, Umschulung und Wiedereingliederung. Lies dir mal die Seite deiner zuständigen Rentenversicherung durch. Wenn es die Rentenversicherung Bund ist, die haben für Fragen einen anonymen Chat. Am besten ist auch, du hast den VDK oder einen anderen Sozialverband im Rücken bei der Antragstellung... Die sind für dich da. Sowas braucht man in so einer Lage.
Nur will ich dir raten, überlege gut, was du da aufgibst!

Liebe Grüße
Tussi

28.12.2012 22:27 • #6


Frankfragt

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Zitat von Tussideluxe:
Aber beantworte dir die Frage: Bin ich zu krank oder habe ich keinen Mut? Will heißen: Gebe ich präventiv auf, aus Angst vor dem was ich erwarte (was niemals bewiesen ist, bevor es geschehen ist!) oder ist meine Arbeitsfähigkeit auf weniger als 3 Stunden am Tag eingeschränkt (bzw. auf unter 6 Stunden bei halber Erwerbsminderungsrente)?

Hallo Tussideluxe,
im Moment ist meine Arbeitsfähigkeit ziemlich eingeschränkt, aber sicherlich wäre einiges wiederherstellbar, also insbesondere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Aber zu welchem Preis? Klar ist es auch erst einmal Angst. Es ist aber auch vor allem die ziemliche Gewissheit, dass ein erneutes "sich am Riemen reißen", "alles geben", "sportliche Herausforderungen meistern" - verbunden mit Mobbing, Stellenabbau und erhöhtem Druck, fehlender Akzeptanz meiner Qualitäten und Tätigkeiten usw. - mich ziemlich schnell wieder aus dem Ruder schmeißen würde. Dann vielleicht noch schlimmer. als bisher... Das sind so meine Gedanken, ich möchte mich schützen.

Zitat von Tussideluxe:
Ich verstehe wie du dich in Bezug auf den Arbeitsplatz fühlst. Nur ist es keine Lösung, das ist es niemals, aufzugeben. Lass dir nichts weg nehmen und nimm dir selbst nichts weg. Rente heißt auch, sich in Gänze auszuklinken aus allem, was dich in der Gesellschaft hält. Bei Erwachsenen ist das nun mal zu einem großen Teil die Arbeit, die den Alltag und auch das soziale Leben bestimmt. Seien es Kontakte oder das Geld das einem ein angenehmes Leben ermöglicht. Rente ist wenig Geld...

Ersteres ist ein Problem, aber das muss ich sowieso lösen. Ich werde meine Famile (Arbeit, Arbeitskollegen) nie wieder lieben wollen und somit will und werde ich da keine sozialen Kontakte mehr aufrecht erhalten. Das ist definitiv. Vielleicht mit 1-2 Ausnahmen, die mir aber auch danach erhalten bleiben. Ich schreibe deswegen Familie, weil es kein normaler Job ist. Arbeite in einer Organistaion, in der ich seit dem 17. Lebensjahr groß geworden bin, erst ehrenamtlich, dann nach dem Studium hauptberuflich. Hatte dort alle Erfolge, alle Anerkennung, war oft als Überflieger unterwegs, alle sozialen Kontakte, mein Denken und Handeln, ist über diese Entwicklung definiert. In den letzten zehn Jahren hat sich das schleichend verändert, in den letzten drei Jahren und im letzten Jahr ganz massiv. Also eigentlich könnte ich noch arbeiten nach Wiedereingliederung, nur nicht in diesem Job. In andere Jobs komme ich aber nicht rein, bin erstens zu alt, zweitens kann ich das am besten, was ich jetzt tue (alles andere wäre neuer Stress) und drittens arbeite ich einer Organistaion mit schlechtem Ruf in der freien Wirtschaft, da würde mich nie jemand nehmen. Darüber hinaus hätte ich nirgendwo einen vergleichbaren Verdienst, sonder höchstens nur 2/3, aber da bekäme ich schon mehr an EU.
Klar darf ich nicht zu Hause untätig rumsitzen. Ich könnte weiter ehrenamtlich arbeiten oder ganz andere Dinge tun. Dann möchte ich mich wieder um eine Partnerschaft kümmern, vier Jahre ohne reichen mir jetzt.

Die Frage des Geldes muss ich klären. Das gehe ich jetzt an. Hatte im letzten Jahr ein automatisiertes Kontoschreiben erhalten, nachdem ich im Falle von EU ca. 72% meines Netto bekäme, dann habe ich noch eine private BU-Versicherung, wo ich noch rausbekommen muss, ob die auch bei EU zahlen. Was ich nicht weiß, wie stark sich eine EU auf meine spätere Altersrente auswirkt, da ich ja dann keine Beiträge (?) oder weniger Beiträge (?) noch entrichte. Darf man bei EU eigentlich überhaupt nichts hinzuverdienen oder gibt es da einen geringfügigen Wert?

Zitat von Tussideluxe:
Defizite kann man ausgleichen, und zwar schon im Vorfeld! Du kannst Maßnahmen auch vom Rentenversicherungsträger erhalten. Kur, Reha, Umschulung und Wiedereingliederung. Lies dir mal die Seite deiner zuständigen Rentenversicherung durch. Wenn es die Rentenversicherung Bund ist, die haben für Fragen einen anonymen Chat. Am besten ist auch, du hast den VDK oder einen anderen Sozialverband im Rücken bei der Antragstellung... Die sind für dich da. Sowas braucht man in so einer Lage.
Nur will ich dir raten, überlege gut, was du da aufgibst!


Ja, in den nächsten 2-3 Wochen werde ich mich darüber informieren und dann abwägen.
Vielen Dank für deine Tipps!

Viele Grüße,
Frank.

03.01.2013 15:14 • #7


star

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Hallo Frank,

Ich hoffe, ich wiederhole nicht das was meine Vorgänger geschrieben haben. Hatte leider keine kraft alles durchzulesen.
Jedoch möchte ich dir Mut machen. Bitte gebe dir noch ein wenig zeit!

Mir ging es genauso nach meinem Aufenthalt ich wollte auch einfach nur zurück.
Du musst jetzt alles erst sacken,ein erneuter klinikaufenthalt koennte zu viel werden.aber eine weitere Therapie und Begleitung eines therapeuten ist Pflicht.

Du wirst in der Klinik unheimlich viel gelernt haben, doch es ist noch nicht greifbar. Kommt alles mit der zeit, so war es zumindest bei mir. Wuensche dir alles gute!

12.01.2013 18:11 • #8


Frankfragt

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Hallo,

wollte mich mal wieder melden. Es eine ganze Menge Zeit vergangen, aber eigentlich nicht sehr viel passiert.

Die Therapeutensuche hat ein Ende. Ich habe nach 4 Probesitzungen jetzt einen gefunden, der auf mich auch einen guten Eindruck macht. Bin jetzt im 2-Wochen-Rhytmus und kann bald wöchentlich. Bewilligung der Krankenkasse steht zwar noch aus, aber ich glaube nicht, dass es da Probleme gibt.

Meine Antriebslosigkeit hat sich gebessert, läuft aber in Phasen immer noch sehr schleppend. Ich habe die 50% noch nicht überschritten. Letze Woche war wieder sehr schlimm, war so oft müde bis zum umfallen und bin dann auch umgefallen. Samstag war ich unter Menschen, habe bei einem Umzug ein wenig geholfen und Sonntag war ich komplett platt. Heute geht es.

Meine Stimmung ist wieder im Aufwind, hatte leider nach einer kurzen Verliebtheitsphase nach vier Wochen gleich einen brutalen Dämpfer bekommen - ganz plötzlich und unerwartet hat sie wieder Schluss gemacht, obwohl es so toll und einfühlsam und gefühlsam war. Hat mich runtergezogen, aber ich lerne gerade, mich gedanklich zu lösen. Sie hat eine BPS und wahrscheinlich liegt es daran, was mir dennoch alles sehr leid tut. Aber ich kanns nicht ändern und muss nach vorne sehen.

Die vielen guten Vorhaben habe ich noch nicht angefangen. Es nervt, dass ich immer noch so viele Ziele habe, aber nichts anfange.

Ich lese jetzt jeden Tag. 2 mal 15 Minuten. Vielleicht auch mehr, aber das ist Minimum. Es fällt immer noch schwer, konzentriert zu bleiben.

Hauptproblem ist nach wie vor die Zukunft. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dort zu arbeiten, wo mir alle so weh getan haben. Es war meine Familie und kann und will niemanden mehr sehen, erst Recht nicht mit denen reden. Daran will der Therapeut mit mir arbeiten. Aber der medizinische Dienst der Krankenkasse wird bald sicher weiter Druck machen wegen Wiedereingliederung. Ich glaube, am besten wäre, ich versuche einen Rentenantrag, habe mich aber noch nicht entschlossen, weil ich Angst vor dem Entschluss habe einerseits, andererseits denke ich, bin ich dann die Last los.

Doof ist auch, dass ich ziemlich abgeschottet bin. Lebe ja alleine. Einerseits kann ich mich so ganz gut verstecken, andererseits wäre es besser, mehr unter Menschen zu kommen und mehr zu reden, zu kommunizieren.

Alles in allem, es geht langsam voran, leider sehr langsam, und ich hoffe einfach mal, dass die Zeit hilft.

Viele Grüße
Frank.

18.03.2013 12:59 • #9


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achtsamkeit

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Hallo,
da hat sich doch eine Menge positives bei dir getan! Glückwunsch!
Wie lange bekommst du denn noch Krankengeld. Das läuft ja auch dann aus. Bist du beim Arbeitsamt gemeldet?
Hast du schon einmal über eine Umschulung nachgedacht?
In einer Reha, die vor der Rentenbewilligung steht, wird ja deine Arbeitsfähigkeit geprüft, vielleicht findest du dort auch den Hinweis zu einer Tätigkeit, die du bewältigen kannst.
LG Achtsamkeit

18.03.2013 14:12 • #10


sunbeam69

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Hallo Frank,

ich war etwa 9 Wochen in einer Tagesklinik und bin nach einer 4-wöchigen Wiedereingliederung auch wieder in ein Loch gefallen. Im Moment habe ich Urlaub und habe jetzt schon wieder Angst vor'm arbeiten....vermutlich, weil ich es mir einfacher vorgestellt habe. Mich plagen seit 3 Wochen Unruhen und Nervosität und die ständige Angst, ob ich wieder 8 Stunden arbeiten kann. Ich hab keinen Appetit mehr, viele Symtome sind wieder da und ich muss mich zu allem aufraffen.

Meine Therapeutin hat gesagt, dass es ist nichts ungewöhnliches ist, wenn es Einem nach einem Klinikaufenthalt erstmal wieder schlechter geht. Mir z.B. fehlen die Gespräche mit den anderen von der Klinik. Es war für mich eine extreme Umstellung (trotz Tagesklinik) und ist es jetzt noch. Ich habe immer das Gefühl: lauter aktive, leistungsfähige Menschen um mich herum und ich mittendrin, der man äußerlich nichts anmerkt, aber im innern sieht's da mal ganz anders aus.

Zitat:
Doof ist auch, dass ich ziemlich abgeschottet bin. Lebe ja alleine. Einerseits kann ich mich so ganz gut verstecken, andererseits wäre es besser, mehr unter Menschen zu kommen und mehr zu reden, zu kommunizieren


Ja, so geht es mir auch....das schon blöd.

Ich werde jetzt erstmal testen, ob ich die 8 Stunden arbeiten bewätige und dann sehe ich weiter....nur das Ungewisse, falls ich es nicht schaffen sollte, macht mich ganz fertig.....eine Option wäre: vorübergehend nur Teilzeit zu arbeiten, vielleicht wäre das auch was für dich oder wie Achtsamkeit schon geschrieben hat evtl. eine Umschulung.

Wünsch dir alles Gute!

Lg
sunbeam

30.03.2013 16:50 • #11


star

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Ich habe die Angst sogar, wenn ich mal ein paar Tage frei hatte und nicht auf der Arbeit war oder wenn ich mal krankgeschrieben bin wg nem Infekt. Es ist ein ständiger Kampf, doch ich denke dass wir alle die Kraft haben es zu besiegen. Allein in die Klinik zu gehen und sich dem Ganzen zu stellen zeigt,wieviel Kraft wir eigentlich haben,von der wir nix wissen...

03.04.2013 21:26 • #12


Frankfragt

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Hallo und vielen Dank auch noch für eure Antworten.

Wieder ein Monat rum und irgendwie drehe ich mich etwas im Kreis. Habe viel gelesen, denke viel nach und glaube irgendwie mehr die Kernbereiche meiner Probleme schon ganz gut zu kennen. Hauptproblem ist aber die praktische Umsetzung. Packe fast nichts an, auch die dringenden Dinge lasse ich schleifen und wenn, bleibe ich nicht an der Sache. Mir gelingt zu wenig, die Berge werden immer größer und das alles beunruhigt mich wieder.

In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie habe ich jetzt 8 Sitzungen hinter mir, nach 5 Probesitzungen habe ich nun seit 3 Wochen fest einmal pro Woche einen Termin. 50 wurden genehmigt von der Krankenkasse. Nun habe ich ja schon einiges zuvor in der Klinik gelernt, aber immer bin ich noch mit Neuem in der Analyse konfrontiert. Es ist anstrengend und danach bin ich oft ziemlich aufgewühlt.

Mein Hauptproblem ist meine Arbeitsthematik. Sie war Auslöser für einen Burnout, wobei dann auch erst die Depression erst sichtbar wurde. Es geht nicht um die Arbeit an sich, sondern um die Menschhen und die Umstände dort. Noch genauer, habe ich keine "normale" Arbeitsstelle, sondern habe mich ab dem 17. Lebensjahr nach meinem coming out (vom vernachlässigten, zurückgezogenen, wenig geliebten und problembehafteten Kind/Jugendlicher) sehr intensiv und engagiert mit dieser Tätigkeit persönlich identifiziert, habe mich in einem anderen Beruf aber schon ehrenamtlich erfolgreich betätigt, sozial, an Werten und Gerechtigkeit engagiert, dabei Erfolge gehabt, Aufstieg, Gunst, Lob, Liebe, Aufmersamkeit, Bestätigung durch die besten Wahlergebnisse usw. Mit 27 dann in die hauptberufliche Tätigkeit gewechselt mit weiterer Karriere, Erfolge, immer vorne dabei, immer mehr Perfektinismus usw. In einer "Familie" mit Arbeitskollegen, Freunden bundesweit tätig. Habe mich mein ganzes Leben lang darüber definiert, mit den Zielen und Werten identifiziert und mich wohl gefühlt, auch weil ich dort meine Bestätigungen bekam. Das war in den letzten 10 Jahren immer schwerer. Veränderungen, immer weniger Personal, immer mehr Aufgaben und Verantwortung, trotz toller Reputation außen immer Kritik und uNzufriedenheit innen, Mobbing, Stress, Seilschaften, Intriegen, keien Wertschätzung, Vorgesetze die nicht einschätzen konnten was ich tat, Mutierung zum Bedenkenträger, der den unprofessionellen schnellen Aktionismus kritisierte, was dann immer wieder mehr Arbeit einbrachte. Unzufriedenheit, nur persönliche Angriffe, keine Liebe, keine Bestätigung mehr - meine "Familie" hat mich zerstört.
Es geht bei mir also nicht nur um Überlastungssyndrome, sondern um den kompletten Verfall meiner bisherigen Identität. Ich glaube immer weniger, dass ich dort noch einmal arbeiten kann.
Im Moment kann ich es auch noch nicht wegen der Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche und der Schlafstörungen und immensen Schlafbedarf am Tage.

Ich wollte schon resignieren und mich einfach wieder da reinstürzen und sehen, wie ich mich durchfummele. Mein Psychiater hat mir aber massiv davor abgeraten. Es müssten noch wesentliche Verbesserungen eintreten, bevor eine Wiedereingliederung versucht werden kann. Vor August/September sieht er das aus heutiger Sicht nicht, es könne auch wesentlich länger dauern. Auch die Gutachter beim Medizinischen Dienst der Kasse halten noch die Füße still, obwohl die Gespräche dort alle zwei Monate meist ziemlich nervend sind.

Ich bin jetzt seit Juni 12 Arbeitsunfähigkeit, hatte im Juli zwei Wochen Akutklinik, Ende August bis Anfang Dez. Klinik und im Dez. und Jan. das beschriebene Loch danach. Das ist jetzt zwar besser, aber eben noch ziemlich schlecht.

Die Albträume über irgendwelche skurile Arbeitssituationen mit ganz präzisen Erinnerungen an Personen und Gesprächsverläufe sind fast täglich. Allerdings schlafe ich wieder ein und bleibe nicht wach wie früher. Es gelingt mir mich zu beruhigen, da die Bedrohungslage nicht akut ist.

Ich vermeide jeden Kontakt mit ehemaligen Arbeitskollegen (auch solchen, die fast den Status Freund haben) mit einer Ausnahme. Irgendwie geht das nicht, nicht nur, weil ich nicht über meine Krankheit reden möchte oder weil ich weiß, dass wenig Verständnis für diese Erkrankung bzw. die Arbeitsunfähigkeit besteht, sondern auch weil alle und alles was mit "dem Laden" zu tun hat, mir als enorme Bedrohung erscheint und ich mich von all dem abwenden will. Deswegen habe ich auch kaum noch Kontakte, weil ich wenige Freunde außerhalb habe. Dadurch bin ich ziemlich einsam, habe keine Unterstützung, was alles erschwert.

Nun stehe ich ernsthafter vor der Überlegung, nicht zuletzt auch ausgelöst durch meinen Psychiater, einen Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente, zumindest befristet, zu stellen. Das ist eine schwere Entscheidung. Dagegen spricht vor allem der Statusverlust, habe eine führende Stellung bisher im Beruf gehabt und "Rentner" ist irgendwie seltsam. Natürlich muss das ja auch erst bewilligt werden, wovor mir auch schon graut. Momentane Krankengeldzahlung läuft ja noch bis Dez. 2013, Rente wäre wohl ca. nur 85% meines bisherigen Netto, abzüglich Steuern. Allerdings dürfte ich geringfügig was hinzuverdienen.
Aber danach könnte ich besser an mir arbeiten, an der Bewältigung meiner Probleme und Defizite, könnte mich auch "freier" bewegen, ohne Angst vor Kontakten mit ehemaligen haben zu müssen, könnte meine Skills trainieren, an positiver Entwicklung arbeiten, die Belastung "Arbeitssituation" ausblenden.
Das ist meine größte Baustelle, die ich in den nächsten ein bis zwei Monaten beackern muss.

Der zweite Bereich ist Schlafproblematik, Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwäche. Und der schlechten Bewältigung der Alltagsaufgaben. Länger als zwei bis Stunden könnte ich eh nicht arbeiten im Moment, bin vollkommen kaputt. Kann keien längeren Texte mehr lesen bzw. brauche mehrmaliges Lesen und es strengt enorm an. Früher habe ich ganz komplexe Texte über zig Seiten quergelesen und danach bearbeitet.
Hier habe ich nun eine Ergotherapie begonnen, in der es vor allem um Organisatzion des Tagesablaufes und kognitives Training geht. Aufbau des Selbsbewustsein soll auch dort gemacht werden. Halte ich nicht so für wichtig. Wäre ich wieder "fit", wäre ich auch selbstbewusst.

Habe auch noch eine Selbserfahrungsgruppe einmal / Woche abends, so dass ich drei feste Termine pro Woche habe. In der übrigen Zeit bin ich aber fast nur zu Hause, bekomme viel zu wenig gebacken, bin oft müde, Haushalt sieht übel aus, einige Post ist liegengeblieben usw.
Da weiß ich im Moment nicht weiter. Zweite Baustelle (vor allem die vielen to-do's) also....

Dritte wichtige Baustellle ist zu wenig Kontakt, zu wenig Freuunde, zu wenig Gespräche - Einsamkeit. Da habe ich gar keine Lösung. Genausowenig traue ich mich im Moment an einer neuen Beziehung zu arbeiten.

So, nun habe ich den Status mal so ein wenig aufgeschrieben, ohne konkrete Fragen. Vielleicht hat doch jemand von euch ein paar Hinweise oder Anregungen.

Viele Grüße,
Frank.

14.04.2013 14:53 • #13


Caspara

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Hallo Frank,

deine Krankheitsgeschichte ist leider nicht ungewöhnlich! Aus meiner klinischen Erfahrung sind es oft die Führenden, denen die Identifikaion mit ihrer Arbeit letztendlich überhaupt nicht guttut, wenn sie die äußeren Umstände ändern. Jeder andere kann locker sagen: Tja, is nicht mein Job/ mein Geld /meine Leute.

Die Berentung wäre bei dir sicherlich sowieso befristet, da du noch zu jung bist.
Vielleicht versuchst du dir mal vorzustellen, dass du mindestens ein Jahr lang Zeit hättest, dich wirklich nur um dich selbst und deine Gesundung zu kümmern. Keine Krankenkasse, die dauernd etwas von dir will, kein Arbeitgeber, der dich eigentlich braucht. Nur DU zählst!

Für viele meiner Patienten ist das ein guter Weg, um den erwarteten "Statusverlust" zu überwinden.

Alles Gute,

15.04.2013 13:27 • #14


Frankfragt

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Zitat von Caspara:
Vielleicht versuchst du dir mal vorzustellen, dass du mindestens ein Jahr lang Zeit hättest, dich wirklich nur um dich selbst und deine Gesundung zu kümmern. Keine Krankenkasse, die dauernd etwas von dir will, kein Arbeitgeber, der dich eigentlich braucht. Nur DU zählst!


Hallo Caspara,
ja, das genau geht mir auch durch den Kopf. Wenn dieser regelmäßige Druck weg wäre und ich mich vor allem "unbekümmert" in der Öffentlichkeit auch sehen lassen kann, geht eine Konzentration auf die eigene Gesundung / Entwicklung viel besser. Und die Träume werden sicher weniger.
Werde ich mit meinem Psychiater mal besprechen.

Viele Grüße,
Frank.

15.04.2013 18:50 • #15


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Knoten

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Hallo Frank,

wenn ich so lese was du schreibst, vor allem das vom 14.04.2013, 13:53, habe ich das Gefühl in einen Spiegel zu schauen.
Fast erschreckend, dass muss ich erst mal sacken lassen.
Im Moment von meiner Seite nur soviel: Es wird mit der Zeit besser, aber du brauchst viel Geduld mit dir.
Nimm jeden Tag als eine Chance an, einen kleinen Schritt weiter zu kommen.

In meiner Signatur findest du mein Motto: "Was getan wurde ist fertig!", egal ob noch Arbeit übrig geblieben ist.

LG, Knoten

16.04.2013 16:49 • #16


Frankfragt

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Guten Morgen,

jetzt ist fast ein halbes Jahr vergangen. Ich schreibe hier, und ich weiß gar nicht, weshalb. Es hat sich eine Menge getan bzw. eigentlich hat sich nichts getan bei mir. Ich bin müde geworden, über mich zu reflektieren, zu reden und zu schreiben.

Ich hatte einige Phasen, in denen schien es aufwärts zu gehen. Immer wieder wurde ich eingeholt. Die Antriebslosigkeit hat ein anderes Gesicht bekommen. Früher war ich einfach nur müde und musste schlafen. Heute bin ich nur noch einmal am Tag so richtig müde, es geht zwischen 11 und 14 Uhr los und dauert zwei bis drei Stunden, manchmal auch kürzer. Abends bin ich immer sehr wütend und enttäuscht über mich, dass ich wieder einen Tag vergeigt habe. Morgens geht es fast noch am besten. Aber ich mache nichts, was ich eigentlich tun müsste, ich beschäftige mich mit meinen Gedanken, Illussionen, lese viel, schreibe Mails oder beschäftige mich mit eigentlich unwichtigen Dingen. Haushalt usw. lasse ich schleifen. Letzte Woche hatte ich anstrengende Ereignisse, war jeden Tag irgendwie unterwegs und mit bedrohlichen Dingen konfrontiert. Freitag bis heute habe ich nur nichts gemacht, mit Ausnahme am Samstag einen Kurs besucht, was ich musste (Erste Hilfe für Führerschein). Aber gleich wieder nach Hause. Obwohl ich nun schon in der Stadt war, hätte ja bummeln oder einkaufen oder spazieren gehen können.

Die Einsamkeit bestimmt mein Leben. Ich kann und will nicht unter Menschen. Allerhöchstens mal irgendwo was essen gehen und andere wildfremde Menschen beobachten. Das tut gut. Ansprechen kann ich niemanden. Menschen, die mich kennen, meide ich. Habe keine Lust über mich zu reden.

Seit Juni habe ich zusätzlich psychosomatische Belastungen. Es begann mit Kopfschmerzen und Tinnitus. Teilweise waren die Schmerzen so stark, dass ich was nehmen musste. Ich versuche es zu vermeiden, weil sie so oft da sind. Aber ein bis zwei mal pro Woche brauche ich Kopfschmerztabletten. Der Tinnitus beginnt schon nach dem Aufwachen. Im Tagesverlauf nimmt er untercshiedlich mal zu mal ab. Bei Ablenkung höre ich ihn nicht. Das Schlimmste wr aber der Schwindel. Als ich beim zweiten heftigen Mal fast auf der Haustreppe zusammengeklappt bin, ging ich erst zur Ärztin. Habe nun diverse Untersuchungen hinter mir, nichts wesentliches bzw. organisches gefunden. Der Blutdruck ist manchmal sehr konfus, aber keine klare dauerhafte Problemtik, mal wesntlich zu hoch, oft auch niedrig, vor allem wenn der Schwindel da ist. Nachts mal mit tierischen Kopfschmerzen, Wadenkrämpfen wach geworden - als ich endlich hoch kam, war mir schwarz vor Augen und zum Glück lag ich dann wieder wieder. Die ersten beiden Versuche zu messen, gingen mit error daneben, dann hatte ich 62/31 Blutdruck. Schwindel ist jetzt seit zwei Wochen nicht mehr aufgetaucht, nurch noch Kopfschmerz und regelmäßig Tinnitus. Nach Belastung (zB Therapiegespräch, böse Post oder so) deutliche unmittelbare Reaktion.

War letzte Woche wieder beim sozialmedizinischen Dienst der KV. Dort Verständnis und Ratlosigkeit, Empfehlung mal über Tagesklinik nachzudenken. Habe Post bekommen, dass ich mich arbeitslos melden soll, weil ich zum 29.11. ausgesteuert werde. Habe nun auch zunehmend Zukunftsangst. Dennoch verdränge ich es sehr oft, wie alles Unangenehme. Ich reite mich sozusagen immer tiefer rein und denke, tja, eigentlich denke ich mir nichts dabei, außer, was soll das alles. Klar gibt es Gesetze und Regeln und die müssen sein, aber ich möchte nur meine Ruhe haben.

Ich versuche jetzt einen Termin beim VdK zu bekommen. Am 30.09. habe ich den nächsten Termin beim Psychiater. Er meinte beim letzten Mal (da war ich irgendwie aufgedreht und habe geredet wie ein Wasserfall und habe vrsucht deutlich zu machen, dass ich mir ja Mühe gebe), wir sollten noch abwarten wegen einem Rentenantrag, vielleicht ginge es ja aufwärts.
Da glaube ich jetzt nicht mehr dran. Ich möchte den Rentenantrag versuchen. Das wäre von der Dauer her besser, dann hätte ich mal ne Zeit lang Ruhe vor der ständigen Erklärungsnot. Bei ALG I weiß ich gar nicht, ob ich es überhaupt bekomme, da muss ich dann ja auch zu (neuen) Gutachtern und es muss eine Prognose mind. 6 Monate herauskommen, damit ich ALG I überhaupt bekomme (so mein Kenntnisstand). Selbst wenn das gelingt, wie oft werde ich dann begutachtet? Auch wieder alle zwei Monate? Also EU auf Zeit wäre da eine gute Lösung mit mehr Zeit und Ruhe vor diesem Druck. Tja, und finanziell sind das auch gut vierhundert € Unterschied. Irgendwann muss ich wahrscheinlich aus meiner Wohnung, zu groß, zu teuer.

Tja, alles irgendwie blöd und ich habe kaum Kraft für diese Herausforderungen. Ich komme mit der Einsamkeit nicht klar, möchte aber auch nicht reden müssen. Ich finde es seit über vier Jahren ohne Partnerin doof, aber ich traue mir auch keine neue Partnerschaft zu, obwohl ich so gerne mal wieder einfach nur bei jemanden im Arm liegen möchte. Mehr geht sowieso nicht wegen den Nebenwirkungen von 40mg Citalopram. Ich kann mir nicht vorstellen, in diesen Job zurückzukehren und habe riesige Angst vor neuer Verletztheit. Früher war es aber mein Ein und Alles und mit diesem Erfolg und dass ich gebraucht wurde und gut war ging es mir gut, weil ich Anerkennung bekam und ich Menschen immer einen Gefallen getan habe. Das ist das einzige was ich kann, anderen einen Gefallen zu tun. Und ich soll nun lernen, mich selbst zu lieben und kann es nicht. Ohne andere Menschen und deren Feedback bin ich wertlos, aber ich kann sie im Moment nicht sehen. Ich versuche neue Bekanntschaften über das Internet aufzubauen, verschweige aber meine Krankheit, weil sonst gleich alle wegrennen. Wer will sich schon mit jemand treffen, der in der Psychiatrie war.

Und immer wieder die Frage, was soll das alles noch. Es hat doch irgendwie keinen Wert, es gibt keine Perspektive. Wieder in eine Klinik zu gehen, ist eine Üerlegung. Da geht es mir sicher besser. Aber das ist ja auch nur auf Zeit, danach kommt wieder ein Loch. Tja, ich weiß nicht weiter.

Danke fürs Zuhören.

VG Frank.

23.09.2013 09:03 • #17


monty

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Lieber Frank, ich habe deine Zeilen gelesen und finde, dass du dich sehr gut ausdrücken kannst. Deine Hilflosigkeit und deinen Zustand kenne ich auch noch sehr gut. Glücklicherweise habe ich einen Mann, der mir viele Dinge abnehmen kann, wenn ich nicht klar komme.
Und somit rate ich dir ebenfalls von anderen Menschen ein wenig stützen zu lassen. Mir ist dies eine große Hilfe gewesen.- Ebenso meine Klinikzeit und die Medikamente.

Wer kann dir bei gewissen Dingen helfen? VdK, Familie, Nachbarn...


Natürlich kommt nach einem Klinikaufenthalt ein gewisses "Loch". Aber es ist die Chance zu sehen, dass man es wieder alleine schafft.
Magst du mal in eine Psychosomatische Klinik gehen?

Hast du schon einmal an eine Selbsthilfegruppe gedacht?
Dies bedeutet neue Kontakte von Menschen, denen du nichts erklären musst, wenn du dich nicht gut fühlst. Aber der Besuch dort bringt dich aus dem Haus, könnte neue Freunde bringen, könnte dich psychisch ein wenig stützen.

Leider kann ich im Moment nicht mehr schreiben. Aber fühl dich hier angenommen in deinem Leid.

23.09.2013 12:19 • #18


gabrielav

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Hallo Frank, ich bin nach allem was ich hier gelesen habe, der festen Überzeugung, dass du ein ganz wunderbarer Mensch sein musst. Besonders, weil es dir am Herzen liegt, viel und gutes für andere zu tun.
Dein Leidensweg gleicht dem meinen ziemlich korrekt. Ich bin inzwischen 50J und hatte immer ganz ähnliche Probleme wie du. Nachdem mein Mann ganz schrecklich an einem Hirntumor erkrankte, bin ich aus einem vorher schon desolaten Zustand völlig abgerutscht. AU-Arbeitslosigkeit, alles hatte ich schon fast ausgeschöpft. Dann habe ich eine BU-Rente beantragt und habe sie auch für 3Jahre bekommen. Ich muss sagen, obwohl ich verdammt wenig Geld habe, ist es mir das Wert, weil ich endlich mal zur Ruhe kommen kann und meinen chronisch kranken Magen mal wieder ins Gleichgewicht bringen konnte. Mit der Schlaferei ging es auch gehörig aufwärts und die furchtbaren Angstzustände, die vorwiegend mit der Arbeit verbunden waren, haben endlich nahezu aufgehört. Klar, ich kuschle mich auch immer noch in mein warmes Nest und habe kaum Lust Leute zu sehen. Aber wenigstens zu Hause geht es mir gut. Meine Familie hat mit alledem Probleme, weil meine Mutter an Brustkrebs erkrankte und eine auszehrende Therapie machen musste. In der Zeit konnte ich mich gar nicht bis wenig nur um sie kümmern. Dabei hätte sie dringend mal meine Hilfe gebraucht. Ich habe deswegen ein sehr schlechtes Gewissen und das zieht mich jetzt auch wieder runter. Na egal, das kommt dir sicher alles bekannt vor, aber alles in allem hat mir die Auszeit sehr geholfen, so dass ich jetzt über einen Minijob nachdenke. Keine Ahnung, was ich machen will oder kann, ich werde sicher das eine oder andere versuchen. Vielleicht hilft mir das wieder in einen festen Sattel. Der kleine Job, könnte so auch das Konto ausgleichen, man ist nicht so fest gebunden und kann ihn auch in Kürze wieder aufgeben, wenn es nicht läuft. Man kann sich mal ausprobieren, ohne sich Sorgen zu machen, ob es an die Existenz geht oder nicht, das ist doch das Hauptproblem. Auch muss man hier nicht der größte,beste oder sonst ein Star sein, man kann einfach mal von seinem Leistungsdruck (den man sich selber macht), und seinen viel zu hohen Anforderungen an sich selber mal runterkommen.
Meine Meinung? Ich bin für die BU-Rente, später mit Minijob. So kommt man vielleicht wieder in den Trott und kann sich nebenbei mal ganz um sich selber kümmern, lernen sich lieb zu haben, an einer lebendigen Austrahlung arbeiten und so wieder gesellschaftsfähig zu werden.
Deine Weg musst du selber finden, aber es ist wirklich hilfreich, ganz ohne Druck und Stress wieder zu sich zu kommen.
Liebe Grüße Gabriela

05.11.2013 01:11 • #19


Frankfragt

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Guten Tag,

nach langer Zeit melde ich mal wieder hier. Wie ihr vielleicht merkt, bin ich ich nicht so der fleißige Forumschreiber. Dennoch vielen Dank für eure Antworten. Ich lese öfter als ich schreibe. Dennoch ist hier zu schreiben einfacher als mit Menschen über die Krankheit zu reden, zumindest wenn sie sie nicht kenne.

Ich hatte im Sommer so ca. Juni bis Anfang August eine Aufwärtsphase. Leider ist danach (ohne konkreten Anlass) irgendwie wieder alles schlimmer geworden. Hauptproblem ist die Antriebsproblematik, bekomme Alltagsaufgaben nicht mehr bzw. kaum geregelt. Alles türmt sich zu Bergen und der erste Schritt fällt enorm schwer. Wenn ich es versuche, knicke ich sehr schnell ein. Mit zusätzlichen Medikamenten ist die Einschlafproblemtik weg, aber nicht das Aufwachen und die Träume. Werde manchmal wach mit enormen Herzrasen und neben hohem Puls komplett irre Blutdruckwerte.
Seit Juni habe ich auch erstmals in meinem Leben fast andauernd Tinnitus (fast täglich), oft Kopfschmerzen und ab und zu Schwindel, der mich einmal auch zur kurzen Ohnmacht gebracht hat. Alle Untersuchungen brachten nichts organisches zum Vorschein.

Meine Therapie läuft recht gut, obwohl anstrengend, geht es mir an den Tagen besser (zumindest gedanklich optimistischer).

Insgesamt drehe ich mich aber etwas im Kreis. Seitens des SMD der Krankenkasse wurde mir empfohlen, einen erneuten Klinikaufenthalt mit anschließender Tagesklinik in Erwägung zu ziehen. Das möchte ich noch abwarten und wenn es weiter nicht besser wird, in 3-4 Monaten ggf. so machen. Im Moment habe ich noch Sorgen um meine finanzielle Zukunft. Morgen endet meine Krankengeldzahlung.

Ich habe einen Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung gestellt. Morgen habe ich einen Termin bei einer ärztlichen Psychotherapeutin, die mich begutachten wird. Obwohl ich in der Tendenz zu meiner Lage insgesamt eigentlich ein "alles egal"-Gefühl oftmals habe, beunruhigt mich dieser Termin nun doch zunehmend von Tag zu Tag bzw. jetzt von Stunde zu Stunde. Es hängt schließlich ziemlich viel davon ab.

Kann mir von euch jemand schildern, was einen bei einer solchen Begutachtung erwartet? Mein Psychiater (der übrigens noch gar nicht gefragt wurde) meinte, ich solle mal mit zwei Stunden Dauer rechnen und alles erzählen von Anfang an und wie sich die Krankheit jetzt äußert.
Ich habe mit der Untersuchung ein Problem hinsichtlich der Punkte
    dass ich eigentlich überhaupt nicht gerne über meine Krankheit spreche
    dass ich wieder von Anfang an alles daher sagen muss
    gegenüber einer fremden Person
    ich selbst nicht weiß, weshalb es mir nicht langsam besser geht
    ich eigentlich dazu neige, alles zu verharmlosen also meine Probleme herunter rede
    ich nicht "jammern" möchte
    mir im Kopf vieles klar ist, was anders laufen müsste, ich es aber nicht umsetzen kann

Kann das jemand nachvollziehen? Ich weiß, ich muss dort hin, ich muss dort reden..... Aber was erwartet mich, insbesondere womit ich nicht rechne? Wenn ich klare Gedanken aufzeige, heißt das dann, dass ich so krank gar nicht sein kann? Was ist, wenn ich morgen gerade mal einen guten Tag habe? Verstellen möchte ich mich nicht, glaube das kann ich gar nicht...

Hat jemand eigene Erfahrungen gemacht oder Tipps für mich.

Das wäre echt nett.

Viele Grüße
Frank

28.11.2013 14:58 • #20


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Steffi

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Hallo Frank,

Zitat:
Ich habe mit der Untersuchung ein Problem hinsichtlich der Punkte

dass ich eigentlich überhaupt nicht gerne über meine Krankheit spreche
dass ich wieder von Anfang an alles daher sagen muss
gegenüber einer fremden Person
ich selbst nicht weiß, weshalb es mir nicht langsam besser geht
ich eigentlich dazu neige, alles zu verharmlosen also meine Probleme herunter rede
ich nicht "jammern" möchte
mir im Kopf vieles klar ist, was anders laufen müsste, ich es aber nicht umsetzen kann


In dieser Beschreibung finde ich mich zu 100% wieder. Mein Gutachtertermin liegt mehr als 2 Jahre zurück, und natürlich kann ich Dir berichten, wie es mir erging. Daraus kannst Du sicher keine Rückschlüsse ziehen, aber möglicherweise verschafft es Dir ein Bild, wie so etwas ablaufen kann.

Mein Termin dauerte 1,5 Stunden. Ich erschien in Begleitung. Begutachtet hat mich ein Professor für Psychiatrie der Uni Freiburg. Tatsächlich ließ er mich erzählen und führte mich bis in meine Kindheit, mein soziales Umfeld, Eltern, Verwandte usw. zurück. Für mich war das ein Erlebnis der besonderen Art. Ich glaube, zum allerersten Mal habe ich alles erzählt, was es zu erzählen gab und brach dabei mehrmals ein, weil es mehr war, als ich zu diesem Zeitpunkt verkraften konnte. Ich habe mir mein Leben vor Augen geführt und zum ersten mal wirklich verstanden, weshalb es mir schlecht gehen musste.

Du bekommst auf jeden Fall jede Menge Fragen gestellt. Meine Antworten führten dazu, dass der Gutachter mir nach einer halben Stunde erklärte, ich hätte eine bipolare Störung. Damit war die Sache eigentlich auch erledigt.

Deshalb : unterschätze nicht die Fähigkeiten eines psychiatrischen Gutachters. Auch Deine Gutachterin macht das ja sicher nicht zum ersten mal. Vertrau darauf, dass das, was Du erzählst, richtig eingeordnet werden wird.
Wenn Du Glück hast, erfährst Du abschließend, ob Dein Rentenantrag befürwortet wird oder nicht. In meinem Fall war es so. Das hat eine Menge Druck von mir genommen.

Ich wünsche dir viel Glück
Vielleicht berichtest Du uns, wie es gelaufen ist ?

28.11.2013 15:40 • #21


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Knoten

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Hallo Frank,

ich war bereits 3x bei einer solchen Untersuchung. Die ersten 2 Mal sind schon sehr lange her. Trotzdem läuft alles ziemlich gleich ab.

Du musst vor den Fragen keine Angst haben. Du kannst der Psychotherapeutin ruhig sagen, dass du dein Befinden anderen gegenüber "herunterspielst", weil du nicht Jammern möchtest. Dieses "nicht Jammern wollen/können" ist vermutlich anerzogen, wie so vieles, was uns im Grunde nicht gut tut.

Was ich zu jedem der Termine mitgenommen habe, war meine "Akte". Also alles was ich über meinen Krankheitswerdegang sammeln konnte. Ist aber nicht erforderlich.

Bei meinen ersten Gesprächen, vor ca. 12 Jahren, wurde mir nicht mitgeteilt, was in dem Gutachten stehen wird. Bei meinem letzten Gutachten habe ich es erfahren. Vielleicht durften die Ärzte damals noch keine Auskunft geben.

Viel Glück!

28.11.2013 18:48 • #22

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