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Chronische Depressionen/rezidivierende Episode?

Highlight88
Hallo!

Ich bin neu hier und würde mir einen Rat wünschen oder ein paar Erfahrungswünsche. Es wird leider etwas länger.

Bei mir wurde 2009 eine Depression diagnostiziert mit totalem Zusammenbruch und Klinikaufenthalt. Seitdem nehme ich durchgängig Antidepressiva, da habe ich schon einiges durch. Danach war ich jahrelang in Therapie. Immer mal mit Unterbrechungen aber ca 10 Jahre insgesamt.

Ende 2021 hatte ich dann einen Burn-Out mit starken Depressionen und war 10 Wochen in der Klinik. Bin seitdem bis heute und auch noch für längere Zeit krankgeschrieben. Aktuell bin ich gerade wieder in der Klinik. Therapie ambulant zu Hause zwischendurch mache ich auch.

Meine Diagnose ist aktuell rezidivierende depressive Episode (mal mittelschwer, mal schwer).

Ich frage mich aber irgendwie ob das stimmt. Ich lese bei dieser Diagnose nämlich sehr häufig, dass die Personen zwischendurch gute Phasen haben und dann wieder schlechte. Ich würde eher behaupten ich habe mäßige, schlechte und beschissene Phasen. Aber nie gute.

Die Beschreibung einer chronischen Depression passt aber auch nicht wirklich… therapieresistente Depression? Ich bin einfach auf der Suche ob es noch irgendeine Behandlungsmöglichkeit gibt, die ich ausprobieren könnte.

Wie ist das bei euch? Ist das bei einigen Verläufen einfach „normal“ dass es immer schwer ist? Oder habt ihr, auch wenn die Depression immer wieder kommt, zwischendurch gute Phasen?

06.01.2023 00:50 • x 2 #1


Dys
Hallo Highlight,

bei mir ist es im Grunde auch so, ständig wiederkehrende mittelgradige und auch schwere Episoden die eigentlich nicht mehr durch richtige Hochs unterbrochen waren. Das wurde dann als Dysthymie diagnostiziert und wenn da dann ne Episode obendrauf kommt, nennt man dies Double Depression. Dysthymie wird zwar landläufig als eher leichte Depression klassifiziert, nur halt andauernd. Persönlich empfinde ich sie nicht als eine leichte, aber das ist wohl subjektiv. Fakt ist nur, es ist ein Dauerzustand. Therapieresistent muss es aber nicht sein, aber sie ist nicht einfach zu behandeln und nicht gerade das was sich Behandelnde wünschen, weils da mit Kurzzeittherapie und mal schnell ein paar SSRI nicht unbedingt erfolgreich abgearbeitet werden kann.

Leider habe ich keine Vorschläge, was Du an Behandlungen noch ausprobieren kannst. Ich glaube aber, mit einem Behandelnden der sich dieser Herausforderung stellt, ist eine Genesung möglich. Irgendwie nicht Aufgeben ist wohl das wichtigste. Habs bis jetzt auch so gehalten und wenns zu arg wird, bemühe ich eben eine Akutklinik.

Alles Gute
Dys

06.01.2023 05:32 • #2


A


Hallo Highlight88,

Chronische Depressionen/rezidivierende Episode?

x 3#3


Stromboli
Liebe/r Highlight
Erstmal herzlich willkommen, schön, dass du hier bist und dich mitteilst. Das ist schon mal ein mutiger Schritt.
Ich bin gegenüber Beschreibungen von sogenannt typischen Verläufen immer skeptisch. Bestenfalls nehmen sie denen, die sich darin wiederfinden, etwas Druck weg. Umgekehrt können sie noch mehr verunsichern, so wie bei dir, wenn du dich darin eben nicht findest. Tatsächlich sind nach meiner Erfahrung aber Krankheitsverläufe gerade im psychischen Bereich sehr individuell und von zahlreichen Faktoren abhängig. Was du erlebst, ist genau so normal wie jeder andere Verlauf auch. Bitte lass dich nicht irritieren, wenn du irgendwo etwas anderes liest.
Die Behandlungsmöglichkeiten sind eine andere Frage, und da stimme ich @Dys zu: Es gibt mit Sicherheit eine Chance, aber die erfordert bei so langjährigen und tief sitzenden Depressionen viel Zeit und Geduld. Ich habe das selber erlebt, als kurz nach 20 massive Ängste und in der Folge Depressionen in mein Leben eingebrochen sind. Heute bin ich 65 und es liegt ein sehr langer Therapieweg hinter mir. Die Ängste und Depressionen sind auch heute noch da, aber sehr abgeschwächt und sie schränken die Lebensqualität längst nicht mehr so ein. Bitte lies das jetzt auch nicht so, dass es 45 Jahre braucht dafür, ich hatte zwischendurch auch längere, fast beschwerdefreie Phasen. Ich möchte dir damit einfach sagen, es gibt Wege, aber wer dir schnelle Heilung verspricht, wird dich vermutlich enttäuschen. Achte unbedingt darauf, dass du eine gute Beziehung zum Therapeuten hast, dich dort wohl und ernst genommen fühlst, das ist das Wichtigste.
Und wegen der Medis mach dir nicht zu viele Gedanken. Wenn du keine gröberen Nebenwirkungen hast, nimm sie als Stütze an. Sie werden dein Problem nicht lösen, aber dir etwas Luft verschaffen, daran zu arbeiten.
Herzliche Grüsse, Stromboli

06.01.2023 08:16 • x 3 #3


A
@Highlight88
Hallo, Highlight88.
Rezidivierende D., stehts wiederkehrende,
begleiten mich seit 2000.
Leichte, mittlere, schwere und sehr schwere Episoden.
Ich weiß nie: wann, warum, wie lange, in welchem Ausmaß sie kommt.
Es ist stehts ein Überraschungspaket
Die letzte war eine lange, schwere.
9 Monate, viele Medikamente ausgetestet.
Mein Psychiater empfahl mir dann eine Ekt-Behandlung.
Ich ließ mich drauf ein.
Zur Zeit, in 6 Wochen Abständen, Erhaltungs -Ekt zur Prophylaxe.
Hatte im December eine minikleine D. von 14 Tagen und diese war leicht.
Alles Gute

06.01.2023 12:49 • #4


Highlight88
Vielen Dank schonmal für eure Antworten!

Ich hatte hier auch schon ein bisschen quer gelesen und da gibt es ja auch das Thema, dass angeblich Depressionen gut behandelbar sind. Das ist halt so ein Satz, der mich echt ärgerlich macht. Weil bei mir klappt das irgendwie nicht… Ich bemühe mich wirklich, lasse mich auf alles ein, habe verschiedene Therapieformen probiert, Medikamente etc. Ich greife irgendwo nach jedem Strohhalm doch irgendwie ist das nie stabil und nie von Dauer.

@Dys: so fühlt es sich bei mir eben auch an. Und irgendwie halte ich das auch so, einfach weitermachen und Hilfe holen. Aber ich muss auch sagen, dass mich die Aussicht, dass das immer so weiter geht, nicht gerade begeistert.

@Stromboli: ja, meine Medis helfen enorm und das stört mich auch absolut gar nicht, dass ich die nehme. Und wenn ich die bis an mein Lebensende nehme, alles kein Thema. Ich habe nur leider trotzdem so schlechte Phasen wo Sachen wie Aufstehen, Essen, Duschen etc unüberwindbare Hürden sind.

@anir: aber du kannst diese Episoden wirklich abgrenzen? Das eben kann ich so gar nicht. Ich könnte nicht sagen, da hatte ich 6 Monate ne Episode. Ich habe immer eine Episode. Manchmal leicht, manchmal schwer. Aber eben nie keine.
EKT habe ich jetzt auch gefunden und werde ich auf jeden Fall mal mit meinem Psychiater besprechen.

06.01.2023 16:27 • x 1 #5


Marylu
Hallo Highlight,
ich könnte dir noch eine Kethamin-Behandlung empfehlen. Ich habe sie letztes Jahr bekommen und es hat gut geholfen, allerdings nicht längerfristig. Es ist wohl sehr unterschiedlich, aber ohne große Nebenwirkungen, da es ja ein Narkotikum ist. Mein Arzt hat es als Nasenspray verabreicht und ich musste nur das Ketamin bezahlen. Du kannst dich ja Mal kundig machen, was in deiner Gegend möglich ist. LG.

06.01.2023 23:39 • #6


A
@Highlight88
Guten Morgen, Highlight88
Ja, ich kann die Episoden abgrenzen.
In: Da hatte ich eine D. .
Und in : Da hatte ich keine D. .
Es mit deinem Pychiater zu besprechen ist eine gute Sache.
Alles Gute dir.

07.01.2023 09:51 • #7


Dys
Zitat von Highlight88:
Vielen Dank schonmal für eure Antworten! Ich hatte hier auch schon ein bisschen quer gelesen und da gibt es ja auch das Thema, dass angeblich Depressionen gut behandelbar sind. Das ist halt so ein Satz, der mich echt ärgerlich macht. Weil bei mir klappt das irgendwie nicht… Ich bemühe mich wirklich, lasse mich ...

Hallo Highlight88,

ich kann das ärgerliche, dass Du da beschreibst gut nachempfinden, gerade weil Dysthymie (ich will Dir aber jetzt keine bescheinigen) eben etwas ist, bei dem sich keine Episoden durch beschwerdefreie Zeiten trennen lassen. Auch die ursprüngliche Annahme es sei nur eine leichte Depression, ja eher Melancholie, die ja sogar mal in gewissen Kreisen und Epochen als „Gesellschaftsfähig“ gesehen wurde und eben von einer düsterromantischen Veranlagung herrührt, kann ich für mich so nicht stehen lassen. Weil es eben schwer zu definieren ist, was leicht bedeutet. Vielleicht wird angenommen, wenn sich jemand immer noch nicht umgebracht hat oder es nicht ständig versucht, kann es ja nur was leichtes sein. Nach dem Motto, stell Dich nicht so an. Es mag auch sein das es üblicherweise so ist, dass etwas woran man sich gewöhnt hat, leichter zu ertragen ist und deshalb als „Leicht“ klassifiziert werden könnte. Aber ist das so?

Wohingegen Rezidiverend anscheinend ja schwerwiegender sein muss, weil es einen sprichwörtlichen Ausnahmezustand betrifft. Und rezidiverend trifft es ja nur dann, wenn dazwischen eben keine depressive Episode vorlag. Es kann nur etwas wiederkehren, wenn es mal weg war. Geh ich turnusmäßig zum Psychiater oder nur dann wenn es richtig Arg ist, dann nimmt dieser verständlicherweise an, das etwas wiederkehrte, sofern ich nicht explizit darauf hinweise, dass es nicht so ist, sondern der „normale“ Alltag.

Im Prinzip rächt es sich sogar dafür, dass man alle Kraft aufwändet, um eben in dieser dauerhaften Gefühlslage trotzdem nicht aufzugeben und nach Strohhalmen zu greifen und feststellen muss, dass behandelbar nicht mehr sagt, als das es behandelt werden könnte. Da kommen dann zusätzliche Zweifel und Schamgefühle auf, weshalb es ausgerechnet bei einem selbst nicht fruchtet und man andern Leuten Zeit und Geld verplempert weil man eben einfach wohl so ist wie man ist. Von der Frustration und sogar Selbsthass, weil man doch selbst Schuld sein muss, wenn nichts nachhaltig wirkt, ganz zu schweigen davon, dass andere das ja auch so sehen und manchmal sogar auch „Fachleute“ durchblicken lassen, dass sie es so sehen.

Das ganze ist aber etwas, was wirklich nur jemand ansatzweise Verstehen kann, der im Grunde alle Faktoren in Betracht zieht, die in das Leben des Patienten einfließen und dazu bräuchte es vor allem, die nötige Zeit, sich damit zu befassen. Die haben aber weder Psychiater noch Therapeuten aus den unterschiedlichen Gründen und andere Unterstützende können sowas aus wieder unterschiedlichen Gründen auch nicht leisten können oder vielleicht wollen sie es auch garnicht.

Bleibt am Ende nur radikale Akzeptanz. Ich lebe damit. Bestenfalls kann ich aber stolz sein, etwas für mich nicht Leichtes immernoch aushalten zu können und auch noch weitere Strohhalme greifen zu wollen, auch wenn die Zuversicht von mal zu mal schwindet.

07.01.2023 13:08 • x 2 #8


Dys
Zitat von Highlight88:
Ich bemühe mich wirklich, lasse mich auf alles ein,

Eines noch, dass ist die Rechtfertigung die jeder hören will und dann doch nicht glauben.
Ich bins mittlerweile Leid, mich noch so zu äußern. Oder es manchmal zu müssen, weil sonst erstrecht keine Hilfe zu erwarten ist. Dabei begebe ich mich ja nicht deshalb in Behandlung, nur weil gerade nichts gescheites im Fernsehen läuft und schlucke Pillen weil mir die Snacks ausgegangen sind.

07.01.2023 13:15 • x 1 #9


B
Hallo @Highlight88 ,

Zitat von Highlight88:
Episoden wirklich abgrenzen? Das eben kann ich so gar nicht. Ich könnte nicht sagen, da hatte ich 6 Monate ne Episode. Ich habe immer eine Episode. Manchmal leicht, manchmal schwer. Aber eben nie keine.
EKT habe ich jetzt auch gefunden und werde ich auf jeden Fall mal mit meinem Psychiater besprechen.


du sprichst mir damit aus der Seele - sowie einige andere hier auch. Ich fühle mich auch so, als hätte ich eine Dauer-Episode, mal mehr mal weniger stark. Das ist echt zum Kotzen - sorry für die Wortwahl, aber manchmal muss das Kind beim Namen genannt werden...
Zum EKT habe ich letzten Sommer mal einen Vortrag in einer Klinik gehört, das hat mich auch sehr neugierig gemacht.

Welche Medis nimmst du denn? Ich bin da, wie ich hier schon an mehreren Stellen geschrieben habe, eher etwas skeptisch, aber dennoch neugierig und nicht gänzlich abgeneigt, wieder Medis zu nehmen.

Was @Marylu sagt, finde ich auch interessant. Es geht für mich noch einen Schritt weiter, denn ich schaue mir gerade Dokus darüber an - nicht erschrecken - wie psychedelische Dro. wie LS.. u. a. bei Depr. helfen könnten, wenn man diese in eine Therapie einbindet - natürlich nicht einfach so konsumiert! Da ist gerade etwas auf Arte (oder 3sat?) in der Mediathek (hab ich noch nicht gesehen) und auf Netflix. In Deutschland wird das zu meinen Lebzeiten wohl kaum möglich sein, aber ich werde das mal weiter verfolgen.
Wie gesagt, bevor ich bombardiert werde mit kritischen Kommentaren, in den Studien ist die Rede davon, das Mittel aus professionellen Händen exakt dosiert zu bekommen und auf KEINEN FALL allein zu versuchen, denn das kann böse schief gehen. Auch spricht man von Mikrodosen, die keinen Rausch auslösen. Aber für beide Möglichkeiten gilt auch, man weiß vieles noch nicht genau und es laufen Studien...

So viel wollte ich eigentlich gar nicht dazu schreiben, aber es fiel mir grad so ein. Ich weiß aber auch nicht, ob ich diesen Schritt wirklich gehen würde. Da müsste ich noch einige Nächte drüber schlafen (oder zumindest versuchen zu schlafen, dabei bleibt es oft...)

Was hier auch gesagt wurde, absolutes Vertrauen zu den Therapeut*innen ist essenziell. Ich für meinen Teil arbeite gerade daran, Verhaltensmuster abzuschwächen, die mich enorm Kraft kosten, weil ich mich ständig unter Druck setze und andere Dinge mache, die mich erschöpfen... Verstanden habe ich das schon öfter in der Vergangenheit, aber ich beginne wirklich gerade damit, mir auch Notizen in der Sitzung zu machen, das hilft mir auch ungemein, das alles noch mal zu Hause zu rekapitulieren und sich in Erinnerung zurück zu rufen.
So hoffe ich, dass ich die teilweise ungesunden eingestampften Pfade in meinem Gehirn auch mal verlassen kann hin und wieder - was natürlich enorm schwer ist!

In diesem Sinne, hoffen wir, wir verlaufen uns nicht...

08.01.2023 10:17 • x 3 #10


J
Hallo Zusammen,
Ich bin neu hier und ehrlich gesagt sehr erleichtert, dass es anderen auch so geht wie mir. Ich leide seit meiner Schulzeit (knapp 20 Jahre) an rezidiveren Depressionen, die trotz Therapien und Medikamenten von Jahr zu Jahr schlimmer werden. Nachdem ich letztes Jahr 11 Wochen in der Reha war, war es etwas besser aber auch nicht wirklich gut. Jeder Tag ist ein Kampf, die Hoffnung jemals mit Leichtigkeit in einen Tag zu gehen schon lange verschwunden. Aktuell bin ich in einer schweren Episode und krank geschrieben, bin weiterhin in Therapie und nehme zwei Antidepressiva die außer der extremen Nebenwirkungen kaum Wirkung zeigen. Meine Psychiaterin hat mich jetzt an die Spezialambulanz für therapieressistente Depressionen der Uniklinik überwiesen. Die sollen mit mir über Alternativen Behandlungsmethoden (EKT, Ketamin, rTMS, Vagusnervstimulation) sprechen/beraten. Zu den Methoden habe ich mich schon so gut es geht informiert, allerdings finde ich kaum Erfahrungsberichte. Hat jemand von euch Erfahrungen mit einer der Methoden und könnte mir berichten? Den Termin habe ich in zwei Wochen und ich hoffe wirklich dass ich endlich etwas finde was mir hilft.
Liebe Grüße

08.01.2023 14:54 • #11


Highlight88
@Dys: Ich habe eigentlich sehr gute Therapeuten und Ärzte, die mir auch glauben und mich unterstützen. Aber ich habe das Gefühl, dass einem immer wieder gesagt wird, versuchen sie doch mal die oder das, DANN geht es besser. Durch Umzüge und Zeit im Ausland habe ich leider auch niemanden, der mich wirklich die gesamte Zeit begleitet sondern immer wieder neue Personen, wenn es mal wieder nicht auszuhalten war.

@bassmann: Irgendwie ist es erleichternd, dass andere Personen ähnliche Erfahrungen machen. Auch wenn es natürlich für uns persönlich noch genauso blöd ist...
Ich habe schon viele verschiedene Medis durchprobiert. Ehemals angefangen mit Cymbalta, dann Desvenlafaxin und aktuell Escitalopram (und Mirtazapin, aber das zum Schlafen, stimmungsaufhellend ist das bei mir nicht). Probiert habe ich auch Sertralin, Bupropion, Lithium, Trazodon... teils auch in Kombination. Ich bin ja mittlerweile bereit nahezu alles auszuprobieren. Aber irgendwie höre ich immer nur dieselben Ratschläge (Medis, Therapie, Klinik) aber die helfen ja nicht dauerhaft. Nach meinen Recherchen werden sehr viele dieser neueren Methoden von den Kassen nicht bezahlt.

@jule: Wie oben schon geschrieben. Nach meinen Recherchen wird Ketamin und TMS zb nicht von den Kassen übernommen. Bist du privat versichert oder hast du dazu sonst mehr Infos? Ich kann mir leider keine Behandlungen über mehrere tausend Euro leisten... In welche Uniklinik gehst du denn?

08.01.2023 20:02 • x 1 #12


Dys
Zitat von Highlight88:
Durch Umzüge und Zeit im Ausland habe ich leider auch niemanden, der mich wirklich die gesamte Zeit begleitet sondern immer wieder neue Personen, wenn es mal wieder nicht auszuhalten war.

Das kann ich gut nachempfinden und da sehe ich auch die Schwierigkeiten. Ich hatte eine tolle Therapeutin und mitten in der Therapie bekam sie ein Kind, was mich dazu zwang, die Therapie mit einer anderen Therapeutin fortzuführen. Also quasi alles auf Anfang. Als es bei der neuen dann anfing gut zu laufen, war mein Kontingent in dieser Therapieform erschöpft. Der Wechsel in einem andere Therapieform bedeutet aber auch, zumindest in der Regel, auch einen Therapeutenwechsel, da die wenigsten mehrere zugelassene Therapieformen praktizieren. Alternativ bliebe selbst zahlen, so man die Mittel dafür hat.
Dann hatte sich mein Psychiater, der mir auch oft gut geholfen hatte, entschieden wieder in einer Klinik zu arbeiten, die zudem in einem anderen Bundesland liegt. Also auch da musste ich Ersatz finden. Zum Glück hatte er sein Vorhaben frühzeitig angesprochen und ich hatte Glück, nahezu nahtlos eine neue Psychiaterin zu finden, die noch Kapazitäten hatte. Aber auch bei Ihr musste ich quasi wieder neu anfangen, meine Problematik zu erläutern.
Und bei Aufenthalten in unterschiedlichen Kliniken ist es ja auch nicht anders, dass irgendwie alles erstmal auf den Tisch muss, was einen bewegt oder belastet.
Nun habe ich zumindest eines gelernt. Ich komme bei neuen Behandlern relativ schnell auf den Punkt, was aber vielleicht auch nicht so gut ist, denke ich. Manchmal beschleicht mich dann das Gefühl, die würden denken, ich hätte mir alles präzise „ausgedacht“. Vor allem wenn ich den X-ten Vorschlag bezüglich eines Medikaments deswegen nicht annehme, weil ich weiß, dass es nicht half. Das machte es dann nicht leicht, wenn es dabei um SSRIs ging. Manche Ärzte sind auch ein wenig „eingefahren“ in der Wahl eines Medikaments und die Suche nach Alternativen kostet ja auch Zeit, die einige nicht erübrigen können.
Hinzu kommt aber auch, dass selbst meine Hausärztin, die mich ja am längsten behandelt, irgendwann auch nicht mehr den Nerv hatte, meine Psyche einzubeziehen, was sie anfänglich (vor vielen Jahren) schon tat. Mittlerweile verweist Sie halt auf die entsprechenden Fachärzte und ich verstehe das auch, denn auch Sie hat die Zeit nicht und bekommt sie nicht vergütet. Mein Fazit ist, hätte ich die Kohle um eine adäquate Behandlung für mich selbst zu finanzieren, in dem Umfang wie sie hilfreich wäre, könnte ich vielleicht die Selbsthilfe durch Hilfe anderer bereits erlangt haben. Da ich die aber nicht habe, muss ich halt mit dem klarkommen, was mir zugestanden wird. Jedes Ende oder Unterbrechen einer Behandlung, in die ich anfänglich Hoffnung gesteckt habe, führte leider bislang unweigerlich in einen Rückfall. Eine erträgliche Symptomatik war eigentlich mein größter Erfolg, für die ich ja auch dankbar war und bin, so ich sie erlebe.

09.01.2023 07:45 • #13


J
@Highlight88
Ich geh in die Uniklinik in Frankfurt die haben sowohl eine Spezial Ambulanz als auch eine extra Station für schwer behandelbar und therapieresistente Depressionen.
Meine Beraterin von der Krankenkasse konnte mir keine Auskunft geben ob es über die Gesundheitskarte abgerechnet werden kann meinte aber wenn nicht soll ich einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Sie können es dann auch als Einzelfall genehmigen. Die Behandlungen sind alle in den offiziellen Leitlinien zur Behandlung von Depressionen aufgeführt, da sollte es ja auch möglich sein sie anzuwenden… wenn das alles nicht klappt gibt es evtl auch noch Chancen in Versuchsreihen zu neuen Behandlungen zukommen .
Ich kann nach dem Termin gerne mal berichten wie es dort war und was übernommen wird.
Falls du nicht hier aus der Gegend kommst weiß ich zumindest von der Uniklinik Freiburg und der Charité in Berlin dass sie auch solche Stationen/Ambulanzen haben, vlt. könnte ein Termin in so einer Station helfen

09.01.2023 09:31 • #14


Dys
Hallo @Jule89, falls Du etwas weißt, wie das in der Uni Klinik Frankfurt abläuft, würde mich das interessieren. Es wäre die Klinik, bei der ich gegebenenfalls bezüglich dieser Behandlungsmethoden anfragen müsste. Soweit ich weiß, gibt es bei zugelassenen Verfahren in dafür zugelassenen Kliniken kein Problem mit einer Kostenübernahme. Bei stationärem Aufenthalt wäre halt der Eigenanteil von 10Euro am Tag für maximal 28 Tage fällig. Ich war schon mal teilstationär in dieser Uni Klinik und da wurde dieser nicht fällig. Also wenn Du magst, kannst Du ja mal Details berichten.

VG Dys

09.01.2023 11:20 • #15


blossom79
Hallo Leute,

ich hänge mich hier dezent mal dran….bin gefühlt seit 2 Jahren in einer depressiven Phase…

09.01.2023 12:12 • #16


A
@Jule89
Hallo Jule89.
Ich habe eine Ekt-Behandlung machen lassen.
Wenn du Fragen hast, kann ich sie dir gerne beantworten.
Alles Gute.

09.01.2023 14:15 • #17


EmptyLife
Möchte mich hier auch mal zu Wort melden.
Ich bin auch das, was psychologisch als depressiv bezeichnet wird - und das seit ich denken kann. Immer mehr oder weniger aus dem gleichen Hauptgrund, aber verschiedene Auslöser beeinflussen den Grad.
Leichte Phasen sind sehr selten. In diesen kann ich mich über einen längeren Zeitraum (ein paar Tage oder gar Wochen) zu Dingen aufraffen, die ich erledigen muss. Dazu zählt Haushalt und Termine machen.

Meist befinde ich mich in der mittelschweren Phase. Aufraffen fällt oft schwer, manchmal geht es für einen kurzen Augenblick oder bestimmte Aufgaben, die keinen Druck aufbauen.

Schwere Phasen treten immer auf, wenn etwas Belastendes oder Traumatisches in meinem Leben passiert ist (was leider sehr häufig der Fall ist) oder ich Dinge erledigen muss, die mit großem (Zeit-)Druck verbunden sind. Da fangen dann auch das Gedankenkreisen und die Einschlafprobleme an.
Auch ist die Jahreszeit ein Auslöser. Meist beginnt es ab November und hält bis Ende Januar / Anfang Februar. Der Wechsel zur mittelschweren Phase dauert dabei eine ganze Weile.

Da ich das schon mein Leben lang habe, arrangiere ich mich einfach damit. Mir geht es nur schlecht, sobald andere Menschen mich dazu zwingen wollen, das zu ändern.

09.01.2023 16:56 • #18


J
@Dys ich hab meinen Termin am 24. danach kann ich dir gerne schreiben und davon erzählen. Falls du schonmal schauen willst, kann ich dir auch gerne die links schicken

@anir das wäre toll
- wie viele Sitzungen hattest du
- hat es dir geholfen und wenn ja wann hast du Veränderungen festgestellt
- wie war der generelle Ablauf. Hast du die Behandlung gehabt während du in einer Klinik warst oder wurde das „unabhängig„ gemacht

@EmptyLife das arrangieren kann ich gut nachvollziehen nach meiner Reha war ich auch soweit dass ich gesagt habe ich will einfach nur die Tage überstehen und irgendwie zurecht kommen. Mir gibt der Termin in der Uniklinik wieder etwas Hoffnung dass ich vielleicht doch nicht die nächsten Jahrzehnte so weiter machen muss. Aber das kann und muss jeder für sich entscheiden und es ist auch denke ich nachvollziehbar dass man nach einer so langen Zeit auch einfach keine Kraft mehr hat um immer wieder zu kämpfen. Kein Mensch kann in dich hinein schauen nur du kannst entscheiden was für dich richtig ist und auch nur das zählt oder sollte zumindest zählen. Ich wünsche dir dass dein Umfeld dich unterstützt egal was ist.

09.01.2023 17:31 • x 2 #19


Highlight88
@jule: Erzähl gerne mal nach dem Termin was du erfahren hast! Frankfurt wäre bei der Auswahl die nächste Klinik. Sind zwar drei Stunden aber Freiburg und Berlin wäre noch weiter.

Jetzt schaue ich mal was hier in der Klinik noch passiert und dann muss ich irgendwann zur Reha… leider ist meine Wunschklinik zwar genehmigt worden, aber die haben keinen Platz für mich jetzt muss ich mal sehen wie es weitergeht.

09.01.2023 20:38 • #20


Dys
Hallo @Jule89,
Danke bezüglich des Angebotes mit dem Link. Ich habe auf der Seite der Uni nur etwas über die Schwerpunktstation gefunden und was sie anbieten, aber da ist jetzt nichts detaillierter beschrieben bezüglich des Ablaufs. Falls Du da andere Infos hast, schicke mir gerne den Link.

VG Dys

Ps. Ich schließe mich da gerne dem Wunsch von @Highlight88 an, darüber zu berichten wenn Du später deine Erfahrungen dann teilen magst.

10.01.2023 09:04 • #21


B
Zitat von Dys:
Ich komme bei neuen Behandlern relativ schnell auf den Punkt, was aber vielleicht auch nicht so gut ist, denke ich. Manchmal beschleicht mich dann das Gefühl, die würden denken, ich hätte mir alles präzise „ausgedacht“.

Dieses Gefühl habe ich auch oft, wenn ich irgendwo erklären muss, wie es mir geht. Ich habe auch aus beruflichen Gründen gelernt, zügig auf das Wesentliche zu kommen und mir vorher so gut wie möglich zurecht zu legen, was ich sagen will (mich nervt Rumgeschwafele mittlerweile total...). Da habe ich dann manchmal die gleiche Angst, wie du sie beschreibst. Das habe ich auch mal einer Therapeutin in einer Klinik gesagt, als es mir im letzten Frühjahr sehr schlecht ging. Sie hat mir da ein bisschen die Befürchtungen genommen - jedoch weiß ich leider nicht mehr, was sie genau gesagt hatte...

10.01.2023 10:35 • x 1 #22


S
Hallo zusammen,

ich habe seit ca. 17 Jahren Depressionen. 2016 wurde es so schlimm, dass ich Suizidgedanken hatte. Für alle im Raum Frankfurt: Zitat mein Psychiater: Wenn Sie noch jemand hinbekommt, dann die in Bad Soden. Dabei handelt es sich um das St. Valentinus-Hospital. Ich war sieben Wochen dort, mir wurden die Medikamente neu eingestellt und ich bekam EKT, da sonst nichts mehr geholfen hat. Die EKT hat mir geholfen.

Als ich wieder zu Hause war, dauerte es keine drei Monate und es ging mir wieder so schlecht wie vorher. Also zurück in die Klinik, wieder 7 Wochen Aufenthalt, EKT-Behandlung, diesmal mit Erhaltungs-EKTs, also erst zweiwöchtentlich bis hin zu alle fünf Wochen. Seit Januar 2018 (hey, das sind jetzt schon 5 Jahre!) bin ich EKT-frei und es geht mir den Umständen entsprechend gut.

Durch die Medikamente bin ich emotional gedämpft, was im Hinblick auf die Depression gut ist. Allerding sind auch meine positiven Gefühle gedämpft. Ich habe mittlerweile fast alle Interessen verloren und es kommt mir vor, also würde ich meine Tage einfach abhaken. Das finde ich sehr schade, zumal ich mittlerweile 48 Jahre alt bin und den Eindruck habe, ich habe meine besten Jahre an die Depression verloren.

Viele Grüße
Martina

10.01.2023 12:54 • x 2 #23


EmptyLife
@Jule89 Das stimmt, ich bin das ewige kämpfen definitiv leid. Ich will nicht mein restliches Leben lang immer nur an mir arbeiten müssen, sondern einfach nur sein. Deshalb bin ich schon länger an dem Punkt, wo ich sage, es bleibt alles, wie es ist und ich ändere nichts mehr. Vor allem ist Schluss damit etwas zu ändern, was die Gesellschaft an mir auszusetzen hat. Wenn ich etwas ändere, dann mache ich das, weil es für mich selbst möchte. Ich ordne mich nicht mehr den Beurteilungen anderer unter.

Zitat von Smatie:
Als ich wieder zu Hause war, dauerte es keine drei Monate und es ging mir wieder so schlecht wie vorher.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Depressionen eine natürliche Reaktion auf eine zunehmend schädliche Umwelt sind. Wie ein permanentes Warnsignal. Ein Ortswechsel ist dabei eher nur eine kurzfristige Lösung eines Problems, dessen Ursprung oft im Außen statt im Inneren liegt.

10.01.2023 13:35 • #24


Alexandra2
Ich bin bin kleinauf an depressiv, von schwer bis mittelschwer. All die begrenzten Psychotherapien hatten nur kurzfristig geholfen.
Erst mit der Therapie der Eingliederungshilfe geht es mir Stück für Stück besser. Die Ziele, die mit der Eingliederungshilfe festgelegt werden, betreffen das gesamte Leben. Ärzte, Freunde, einzelne Vorhaben etc. Die Eingliederungshilfe befähigt, mit der psychischen Behinderung umgehen zu lernen. Die attestierten Einschränkungen (Behinderung) betreffen ja das gesamte Leben. Zwei weitere Diagnosen steckten noch hinter der Depression. Inzwischen bin ich seit 6 Jahren durchgehend in Therapie, anfangs 3x wö inkl Notfall- Kontakten, jetzt noch 1xwö. Das in Verbindung mit Medikamenten hat geholfen, dass die Depression nur noch mittelschwer ist.
Ich wusste früher nichts von dieser Hilfe, ich fand das zufällig heraus. Aber es leuchtet ein: behinderte Menschen haben Anspruch auf Eingliederung in die Gesellschaft. Und für körperlich Behinderte gibt es ja auch Hilfen.
Anfangs war mir mulmig, mich selbst als behindert zu sehen. Aber ja, so ist es. Die Depression hindert mich daran, vor die Tür, auf andere zuzugehen, am gesellschaftlichen Leben, Freunde, Hobbies und und und. Inzwischen habe ich das Dauer-Kranksein meist akzeptiert, hadere nicht mehr so sehr, eben weil es Hilfe gibt.

10.01.2023 15:57 • x 2 #25


B
Zitat von EmptyLife:
Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Depressionen eine natürliche Reaktion auf eine zunehmend schädliche Umwelt sind. Wie ein permanentes Warnsignal. Ein Ortswechsel ist dabei eher nur eine kurzfristige Lösung eines Problems

Schwierige These... Denn so ist es offenbar auch mit Diabetes und noch schlimmerem wie Krebs, dennoch können diese Krankheiten behandelt, wenn auch nicht immer (komplett) geheilt werden. Das, was die Krankheit in dir auslöst, ist, genau, IN dir/uns. Was den Ortswechsel angeht, da stimme ich dir voll zu. Ich selbst war auch mal längere Zeit im Ausland und hatte dort die gleichen bescheuerten Probleme wie daheim... Da werden nun viele denken, klar, warum sollen die Probleme verschwinden..., aber man hofft und wünscht es sich. Ich weiß, hier war eine etwas andere Situation gemeint. Mir ging es während des Klinikaufenthalts (und kurz danach) im Sommer auch besser als jetzt...
Zitat von EmptyLife:
Wenn ich etwas ändere, dann mache ich das, weil es für mich selbst möchte.

Das hört sich sehr gesund an, das ist sicherlich ein guter Ansatz, der dir helfen wird.

11.01.2023 10:34 • x 1 #26


A
@Jule89

hallo Jule 89.
Ich hatte im August 2022 eine Ekt-Behandlung.
Nach der 3. ging es mir bißchen besser.
Insgesamt hatte ich 6 Behandlungen.
Ich war dazu 16 Tage in der Klinik.
Alle 2 Tage fand eine Behandlung statt.
Montags, mittwochs, freitags.
danach war ich wieder in meinem 1. Leben drin.
Das Leben ohne Depression.
Gehalten hat dies bis December 22.
dann hatte ich eine kleine, leichte D. von 14 Tagen. (Total unüblich bei mir, eine so kurze, kleine, leichte zu haben).
Sowas gibt es also auch, dachte ich mir und fand die mini-Auswirkungen dieser D. gut.
Sonst dauert die D., bei mir 6 oder 9 Monate, ist mittel, schwer oder sehr schwer.
Und im Januar 23, vor einigen Tagen, bekam ich wieder eine D. und was die alles so im Gepäck hat,
muß ich noch beobachten. (Ausmaß, Länge, Beeinträchtigungen).
Alles Gute

11.01.2023 14:02 • #27


EmptyLife
Zitat von Bassmann72:
Denn so ist es offenbar auch mit Diabetes und noch schlimmerem wie Krebs, dennoch können diese Krankheiten behandelt, wenn auch nicht immer (komplett) geheilt werden.

Das kann man nun wirklich nicht vergleichen.

Zitat von Bassmann72:
Das, was die Krankheit in dir auslöst, ist, genau, IN dir/uns.

Ich sehe es eben nicht als Krankheit. Depressionen sind für mich ein Schutzmechanismus der Psyche, um Schlimmeres zu verhindern. Es ist ein fester Teil von uns, wie alle anderen Emotionen auch. Diese sind ja auch nicht ständig da.
Das Gleiche gilt für angebliche Persönlichkeitsstörungen, aber das ist ein anderes Thema...

11.01.2023 14:10 • #28


A
@Jule89
Nochmals Hallo Jule89.
Der Ablauf von Ekt-Behandlung.
Stationäre Aufnahme. Coronatestung.
Am Tag der Ekt, die morgens stattfand, nüchtern sein.
Messungen: Gewicht, Größe, Blutdruck, Zucker, EKG, Blutabnahme.
Ein Zugang wird gelegt für die Kurznarkose von ca. 12 Minuten.
Während der Ekt, Überwachung von Blutdruck.
Ankleben von 4 kleinen Elektroden oder 6, am Kopf-Halsbereich.
Der Arzt testet, ohne Stromzufuhr, ob für die folgende Ekt alles gut vorbereitet ist,
indem er 2 große Elektroden an den Kopf hält und wieder wegnimmt.
Sauerstoffgabe, mehrmals tiefes Einatmen.
Dann bin ich weg durch die Narkose.
In dieser Zeit setzt der Arzt wieder die 2 Teile an meinen Kopf.
Stromzufuhr, 30 sec.
Krampfanfall wird ausgelöst.
Ich wache auf. Und die 1. Ekt ist vorüber. Habe nichts bemerkt währenddessen.
Hatte wenig Kopfschmerzen danach und starken Muskelkater und bekam beim 2.x , zur Narkose ein muskelentspannendes Medikament.
Konnte nach einer halben Std. aufstehen und am Klinikalltag teilnehmen.
Alles Gute für dich.

11.01.2023 15:07 • x 1 #29


A


Hallo Highlight88,

x 4#30


B
Zitat von EmptyLife:
Es ist ein fester Teil von uns, wie alle anderen Emotionen auch

Die Depression ist keine (einzelne) Emotion, sondern löst verschiedene aus wie Wut, Trauer, Angst usw. in einem Maß, das unser Leben beeinträchtigt. Meiner Erfahrung nach ist es ratsam und hilfreich, die D. als Krankheit zu betrachten, eben wie besagte andere Krankheiten. Das wurde mir (und den Gruppenmitgliedern, mit denen ich Therapie hatte) von vielen Therapeut*innen nahegelegt und es hat mir ein Stück weit geholfen.
Aber wenn dir deine Einstellung langfristig hilft, mit den Depressionen klarzukommen, spricht ja nichts dagegen - das meine ich ganz ehrlich und ohne Ironie.

11.01.2023 16:42 • x 1 #30

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