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Burnout oder Depression? Was habe ich?

B

Bonita
Mitglied

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Ich hab keine Ahnung, in welche Kategorie ich passe. Ich habe Ängste, fühl mich überfordert, bin richtiggehend erschöpft, leicht reizbar, habe Panikattacken, fühl mich hässlich und unfähig, bin vergesslich und schusselig, grüble viel, weine viel und fühl mich von meinem direkten Umfeld nicht gesehen, gehört und verstanden - also ein ziemlich bunter Strauß an Befindlichkeiten. Ich hatte 2017 bereits ein Burnout, fühl mich aber anders als ich es zu der Zeit in Erinnerung hatte. Damals hieß es ursprünglich „Anpassungsstörung“, dann „Burnout“ und letztendlich „generalisierte Angststörung“.
Mir ging es jahrelang wieder gut und seit ca. einem halben Jahr merke ich mehr und mehr Symptome, die ich inzwischen nicht mehr weglächeln oder ignorieren kann. Ich nehme bereits seit Jahren Medikamente und habe auf Rat meiner Ärztin (Neurologin/Psychiaterin) das Medikament gewechselt. Das ist noch nicht ganz passiert, weil ich Absetzsymptome habe - ich schleich die alten Tabletten aus, nehme aber bereits die neuen.
Meine „Baustellen“ sind
- ich bin pflegende Tochter meiner schwerkranken Mutter
- ich schmeiß mehr oder weniger den Haushalt meiner Eltern
- ich bin beruflich seit 1 1/2 Jahren Führungskraft (on top zu meiner „regulären“ Arbeit) und arbeite Teilzeit
- ich bin unglücklich in meiner Beziehung
- ich bin Perfektionist

Ohne überheblich wirken zu wollen, ich hielt mich mehr oder weniger immer für eine intelligente, selbstbewusste, attraktive Frau die ihr Leben im Griff hat und weiß, was sie will und wie sie es erreichen kann.
Und jetzt sind da plötzlich so viele Schwierigkeiten - ich kriege den Haushalt nicht mehr gebacken, hab Angst vor Menschen, fühl mich in meinem Körper nicht mehr wohl und vergesse, verschütte und verliere täglich Sachen. Ich kann zur Zeit oft nur ein Ding täglich planen - zB einkaufen gehen. Mir eine weitere Sache vorzunehmen überfordert mich . Ich fühl mich nicht mehr wie ich selbst und weiß nicht, wo und wie ich eine Besserung in Angriff nehmen könnte.
Hat jemand ähnliches erlebt und erfolgreich hinter sich gelassen? Ich glaube etwas Zuversicht täte mir gut

x 2 #1


5 Antworten ↓

Ziva
Viele der Symptome, die du nennst: Erschöpfung, Reizbarkeit, Grübeln, Vergesslichkeit, Panikattacken, treten oft gemeinsam auf und können sich überlappen (z. B. Burnout, Angststörung, Anpassungsstörung, depressive Phasen). Das heißt nicht, dass mit dir „etwas grundlegend falsch“ ist; es zeigt, dass dein System gerade überlastet ist und Hilfe braucht. Ich finde, man kann nicht immer nur das eine oder andere „haben“ oder „sein“ — es hat nichts mit Kategorien oder Schubladen zu tun. Menschen sind komplex, Symptome können sich mischen, verändern und unterschiedlich stark auftreten. Eine Diagnose ist wie ein Werkzeug, jedoch kein Etikett, wie an einem neuen Kleidungsstück, das dich vollständig definiert.

Viele Menschen haben Phasen wie deine erlebt und später wieder Stabilität gefunden. Oft mit einer Kombination aus ärztlicher Begleitung, Therapie, klaren Grenzen und kleinen, konsequenten Veränderungen im Alltag. Du bist nicht allein auf diesem Weg. Sei gut und nicht streng zu dir selbst, vertraue den kleinen Schritten, und glaube daran, dass Veränderung möglich ist.

Viele Grüße zu dir
Ziva*

x 3 #2


A


Hallo Bonita,

Burnout oder Depression? Was habe ich?

x 3#3


B
Vielen Dank Ziva,
du machst mir Mut und hast vermutlich recht damit, dass eine Mischung aus verschieden psychischen Themen und Erkrankungen vorliegt, die je nach Tagesform unterschiedlich in den Vordergrund- bzw. Hintergrund rücken. Ich hab halt bisschen die Idee, dass ich, wenn „das Kind einen Namen hat“ eine Lösung und somit einen Ausweg aus dieser Krise finde. Aktuell ist es ein riesiges Durcheinander verschiedener Themen, Überlegungen, Gedanken und nicht geklärten Konflikten und ich finde noch nicht den notwendigen ersten Schritt- aber ich versuche geduldig zu sein und vermutlich ist genau dafür eine Gesprächstherapie da. Ich hoffe ganz bald auf einen Therapieplatz

#3


FranzFranz
Zitat von Bonita:
Meine „Baustellen“ sind
- ich bin pflegende Tochter meiner schwerkranken Mutter
- ich schmeiß mehr oder weniger den Haushalt meiner Eltern
- ich bin beruflich seit 1 1/2 Jahren Führungskraft (on top zu meiner „regulären“ Arbeit) und arbeite Teilzeit
- ich bin unglücklich in meiner Beziehung
- ich bin Perfektionist

Bisschen viele Baustellen, kein Wunder, dass Geist und Körper rebellieren.

1 + 2 reichen mir schon.
3 + 4 war ich nie bzw. hatte ich nie eine signifikante Beziehung.
5 habe ich abgelegt.
1 + 2 schaffe ich gerade noch, an mehr ist keinesfalls zu denken (außer natürlich die eigenen Interessen auf Sparflamme, aber Leidenschaften sind keine Baustellen 😇 ).

Zitat von Bonita:
und weiß, was sie will und wie sie es erreichen kann.

Du machst vor allem, was andere wollen. Eigenes Wollen sehe ich in deiner Aufzählung nicht.

x 1 #4


B
Hallo FranzFranz,
ich denke, ich verstehe was du meinst: ich lebe und wurschtle viel für andere und nicht für mich selbst. Das kann ich nur bedingt zu meiner „das möchte ich ändern-Liste“ aufnehmen.
Den Entschluss, meine Mutter zu Hause zu pflegen haben mein Vater und ich vor ein paar Jahren gemeinsam getroffen, das hab ich also schon so entschieden, weil ich das wollte.
Den Job als Teamleitung habe im Grunde genommen auch ich zu verantworten - ich hab mich ja dafür beworben.
Die Situation in meiner Beziehung sieht da schon etwas anders aus - da ist noch viel Luft nach oben in punkto Selbstbestimmung und Selbstfürsorge.
Auch die Tochter-Rolle ggü. meines Vaters ist es Wert genauer betrachtet zu werden.
Und gegen meinen „inneren Monk“ komm ich nur sehr schwer an - aber eben genau die letzten drei Bereiche haben beim Drübernachdenken etwas Trauriges, Unzufriedenes in mir ausgelöst.
Ich schau da mal noch etwas genauer hin.
Vielen Dank für deine Antwort

#5


Dys
Im Grunde ist es relativ einfach. Wenn jemand überlastet ist, dann macht sich das bemerkbar. Das könnte der Anlass sein, die Belastung zu reduzieren, oder einen genügenden Ausgleich zu finden, der für Entspannung und Erholung sorgt, oder es wird ignoriert und dann dürfte eben irgendwann ein Zusammenbrechen die Reißleine sein, die der Körper/Geist dann zieht.

Alle Varianten sind nur von Interesse, wenn eine empfundene und erkannte Überlastung als solche akzeptiert wird und ebenso, dass man mit zunehmendem Alter auch insgesamt mehr oder weniger abbaut.

#6

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