Zitat von Bonita: Aber nachdem ich bei 11 anderen Therapeuten gleich eine Absage bekam und mich ein weiterer auf die Warteliste gesetzt hat mit der Option auf nen Termin in 10-12 Monaten sitz ich die 3 Wochen mal ganz locker ab. Ich bin ehrlich erleichtert.
10-12 Monate für ein erstes Gespräch oder für eine Therapie?
Leider sind bei Wartezeiten für eine Therapie mittlerweile mit einem Jahr zu rechnen. Ich warte auch schon so lange und bin aber nun der Nächste, der dann eine bekommt. Mein Vorgespräch war ziemlich genau vor einem Jahr, aber ich war schon bei dieser Therapeutin und möchte auch wieder zu Ihr, von daher habe ich auch keine anderen Therapeuten mehr angefragt. Allerdings habe ich dieser Zeit eine TK besucht, was mir auch half.
Bis in die 2010er Jahre war es noch relativ einfach zeitnah eine Therapie zu bekommen. Und auch Wartezeiten für einen Klinikaufenthalt gab es so gut wie keine und auch das hat sich gewandelt und dürfte sich auch nicht mehr bessern.
Meine Wunschtherapeutin führt auch keine Warteliste mehr und selektiert schon bei den Vorgesprächen sehr genau, ob eine Therapie überhaupt zweckmäßig ist, was die Bereitschaft des Patienten an sich zu arbeiten angeht. Ich kenne sie ja schon lange, schon aus einer Zeit als sie in einer Klinik arbeitete und damals meine Bezugstherapeutin war. Später war sie in einer Praxis angestellt und führte ambulante Therapien durch unter anderem auch mit mir.
Mittlerweile arbeitet sie selbstständig. Beim Vorgespräch sagte sie mir, dass sie jetzt nur noch mit Patienten arbeitet, die erkennbar etwas an sich selbst auch verändern wollen und nicht nur darauf aus sind eine Rechtfertigung für ihre Erkrankung gegenüber einem Arbeitgeber oder einem Amt vorweisen zu können, aber sich in den Sitzungen herauskristallisiert hat, dass sie sich selbst überhaupt nicht auf das was sie nur selbst tun können, einlassen wollen. Und das sie lieber mit Patienten arbeitet, bei denen auch Fortschritte erkennbar sind und selbst wenn es perspektivisch betrachtet länger dauern könnte um eine Behandlung als erfolgreich ansehen zu können. Deshalb hat sie mittlerweile ein Klientel, dass oft „dicke Bretter zu bohren hat“ aber eben auch den uneingeschränkten Wunsch zu genesen, auch wenn es schwer und langwierig ist und bei denen sie Fortschritte dahingehend sieht, weil sie das anspornt ihr bestes zu geben um diesen Menschen zu helfen und weil es das ist, weswegen sie die Ausbildung zur Therapeutin gemacht hat.
Da wir uns ja über Jahre kennen und ein Vertrauen aufgebaut haben, hatten wir überhaupt darüber gesprochen und ich kann ihre Vorgehensweise absolut nachvollziehen. Sie ist jemand, die ihre Patienten nicht hängen lassen will und so habe ich sie bislang auch erlebt. Aber natürlich hat sie auch nur begrenzte Kapazitäten.
Eine Therapie bei ihr dauert auch in der Regel ein Jahr und auch mal länger, wenn sie dem MD vermitteln kann, das der Patient kontinuierlich Fortschritte macht, es aber eben mehr Zeit braucht. Sie wollte das auch bei mir beim letzten mal tun, aber ich dachte, es wäre gut, wenn ich versuche auch ohne Therapie klar zu kommen um zu erfahren ob und wie das klappt, weil es ja eben auch ohne Therapie gehen soll. Und eine Zeit lang funktionierte es ja auch.
Das ich dann doch wieder in einer Klinik landete, lag ja nicht an ihr oder der fehlenden Therapie, sondern an Umständen, die mich eben wieder dahin gebracht haben und die Klinik half mir auch sehr, aber eben nich nicht so nachhaltig, dass ich nicht noch weiter mit ihr an mir arbeiten sollte um zu verbessern woran ich immer noch an mir scheitere.
Natürlich würde ich lieber heute als morgen bei ihr mit der Therapie beginnen, aber ich erwarte von ihr auch nicht, dass sie zu meinen Gunsten jemand anderen quasi abservieren würde, denn das entspricht nicht ihrer Natur. Also ist meine Geduld gefragt mit der Zuversicht, dass es sich dahingehend mal auszahlen wird und ich wirklich alleine gut klar komme. Ihr Angebot, bei einer akuten Krise zu ihr kommen zu können, musst ich ja auch zu Glück nicht in Anspruch nehmen, weil ich seit Jahren ja nichts anderes versuche, als selbstwirksam mit einer Krise umzugehen zu können um sie zu überstehen. Es fehlt nur noch etwas um generell resilienter zu werden und daran will ich in einer weiteren Therapie arbeiten. Es wäre toll, wenns tatsächlich die letzte wäre, auf die ich mich einlasse.