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Burn-Out wie lange dauert es?

sydney

sydney

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02.02.2009 23:01 • #1


Seesternchen

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Liebe Conny!

Wenn es dir nach dem Mittagsschläfchen wieder besser geht: was spricht denn dagegen es zu tun? Vielleicht braucht dein Körper einfach den Schlaf.

02.02.2009 23:08 • #2


Simon

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Hej Conny,

vielleicht verstehe ich ein wenig, was du mit dieser Müdigkeit meinst. Ich war auch völlig ausgebrannt, nachdem ich mich jahrelang überfordert hatte, kam der plötzliche Zusammenbruch, und ich bin eine paar Wochen gar nicht mehr hochgekommen. Ich hatte einfach eine Art mit mir selbst umzugehen, mit meinen Zielen, meinem Perfektionismus, der mich permanent überfordert hatte. Aber das ist an dieser Stelle ja gar nicht so wichtig.

Ich bin noch nicht wieder voll zurück in der Arbeitswelt, oft ist es einfach so, dass mich von jetzt auf gleich eine unglaubliche Müdigkeit und Leere erfasst, so dass ich mich am liebsten gleich ins Bett kuscheln würde. Da geht einfach nichts mehr. Wenn ich das dann wirklch tue - bei mir meist zwischen um 16-19 Uhr, schlafe ich sofort ein, und wache total gerädert 2-3 Stunden später wieder auf. Und danach ist meist die komplette Konzentrationsfähigkeit weg, und ich tagträume, oder kann maximal ein Buch zur Hand nehmen und lesen.

Was tun wir dagegen? :)

02.02.2009 23:32 • #3


sydney

sydney

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hallo seestern,

eigendlich sricht niechts gegen den mittagsschlaf.nur wann soll ich dann 8 stunden wieder arbeiten gehen koennen?

hallo simon,

darf ich fragen wie alt du bist?
man sagt doch,je aelter man ist,um so mehr bleibt von einem borb out zuureck.
und wann hast du es bekommen?

liebe gruesse conny

03.02.2009 19:52 • #4


sek

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Hallo sydney,

die erhöhte Konzentrationsschwäche sowie die emense "Müdigkeit" ist meiner Meinung ein Zeichen, daß du noch nicht ganz über den Berg bist.

Du schreibst, daß du keine Therapie mehr hast, da es dir sonst ausgezeichnet ergeht und du auch keine depressive Symptomatik mehr aufweist.
Vielleicht solltest du diese Erschöpfung und die Konzentrationsstörung dennoch einmal mit deinem Arzt durchsprechen.

Das die Symptomatik bzw. die Prognose des Burn out altersabhängig ist, habe ich so noch nicht gehört.

LG und einen schönen Abend

sek

03.02.2009 20:02 • #5


Cakes

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Ich möchte dich nicht demotivieren, aber "die Alte" bin ich selbst nach über 2 Jahren noch nicht wieder geworden. Und meine Psychologin sagt, dass das auch gut wäre - immerhin habe ich nicht umsonst den Burnout erlitten.

Mit meinem neuen Ich habe ich mich inzwischen arrangiert, auch, wenn es mir ab und an etwas im Weg steht. Ich bin nicht mehr so gesellig wie früher, bin lieber alleine oder mit meinen engsten Freunden zusammen, habe kein Interesse mehr, neue Leute kennenzulernen. Ich habe seit 2 Jahren kein Buch mehr gelesen, weil ich mich nicht konzentrieren kann und bin arbeitsunfähig geworden.

So langsam finde ich zu einer neuen, aktiveren Form zurück, auch wenn das nächtliche Schlafen ohne Hilfsmittel unmöglich ist. Noch immer tausend Gedanken, Unruhe, Sorgen, Herzrasen, etc.

Ich glaube, dass ein echtes Burnout-Syndrom nicht heilbar ist und man die Nachwehen immer spüren wird. Der Zusammenbruch ist so gravierend und so einschneidend und wirft den sonst so aktiven Menschen dermaßen zurück, dass einem auch zu einem späteren Zeitpunkt immer wieder diese plötzliche Leere vor die Augen schießt.

Persönlich erschüttert mich teilweise, wie sich meine Person verändert hat - aber die Akzeptanz dessen ist der erste Schritt, damit wirklich umgehen zu können.

04.03.2009 17:41 • #6


paula

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Hallo,

mir geht es ähnlich und 2 Sachen dazu haben sich bei mir eingeprägt, die Ärzte zu mir sagten:
- Nach einem Born Out wird man nie wieder 'die Alte' werden wie vorher, da man lernt, auf seinen
Körper zu hören.
- Meine Ärztin sagte neulich zu mir, als ich sie wegen der Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
angesprochen habe, dass das ein Zeichen des Körpers sein kann, um sich vor Überforderung zu schützen.
So versuche ich für mich zu akzeptieren, öfter müde zu sein als früher und die Konzentrationsstörungen
als 'normal' anzusehen.

LG Paula

06.03.2009 18:38 • #7


paula

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Zitat von Boernie:
Unter einem Jahr auf gleicher Stelle nicht mehr im alten sondern Standart Rahmen ist mir nicht bekannt.
Das ist der Beste mögliche Fall

Wie ist das gemeint?

06.03.2009 21:35 • #8


tinerl60

ja, das interessiert mich auch.
ich leide ja auch unter burn-out und würde gerne die ungefähre krankheitsdauer wissen.!!!
dass das von pat. zu pat. , von symptomen verschieden ist, ist mir schon klar. aber trotzdem, ich bin halt noch voll schlechtem gewissen, weil ich immer noch nicht viel besser beieinander bin
ich habe mich auch jahrelang überfordert, das weiß ich heute schon.
aber irgendwie meine ich, daß man doch soooo lange nicht krankgeschrieben sein kann. bzw. darf!!!! und dass das ein anzeichen ist, weiß ich auch!!!!

man müsste akzeptieren, daß die seele wie ein gebrochenes bein zu behandeln ist!!!!
nur ein gebrochenens bein ist sichtbar, und wäre mich viel liebeer, als den anderern denken zu lassen, na die sieht doch gut aus, die lacht doch, die will krank sein????

ihr wißt was ich meine, gell????

tinerl

08.04.2009 11:29 • #9


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Steffi

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Hallo paula,
hallo tinerl,

ich kann Eure Fragen nach der Dauer zwar nicht beantworten, denn das ist individuell sehr unterschiedlich. Es ist wie mit vielen anderen Krankheiten auch : der eine kommt schnell wieder auf die Beine, der andere langsamer, ganz wenige vielleicht auch gar nicht.

Ich glaube, unabhängig vom Krankheitsbild selbst und seinen unterschiedlichen Symptomen, spielt es eine große Rolle, wie gewillt, wie motiviert jemand ist, das ganze in den Griff zu bekommen. Womit ich nicht sagen will, dass es nur eine Frage des eigenen Willens ist !! Aber er spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Ich selbst war nie länger als 3 Monate krank. Und ich hatte mich zuvor auch Jahre lang verausgabt, ohne es zu merken. Als ich es merkte, ging wirklich gar nichts mehr. Meine Motivation, wieder arbeiten zu gehen, arbeiten zu wollen, resultierte allein daraus, dass ich meinen Beruf liebe und schnellstmöglich wieder einsatzfähig werden wollte. Mit Hilfe eines sehr gut wirkenden Antidepressivums, sehr viel moralischer Unterstützung zu Hause und vor allem mit Hilfe eines wirklich erstklassigen Psychologen ließ ich innerhalb von 3 Monaten das schlimmste hinter mir. Was damals noch vor mir lag, war die allmähliche Umsetzung neu gelernter Verhaltensweisen im täglichen Leben. Dieses neue Verhalten zeigte auch sofort seine (positive) Wirkung. Ich hatte sicher großes Glück.

Das schlechte Gewissen, das Du, tinerl, hast, hatte ich damals anfangs auch, bis mir klar wurde, dass ich es nicht nur wert bin, sondern mir selbst schuldete, mich und meine alarmierenden Symptome ernst zu nehmen. Niemand kann Dir Deine Gesundheit ersetzen, niemand dankt Dir, wenn Du Dich für ihn platt machst, Dich tot arbeitest, anhaltend über Deine Belastbarkeitsgrenze gehst. Es gibt keinen einzigen Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben. Ganz egal, ob man es sehen kann oder nicht : Du bist krank und Du wirst wieder gesund, nur braucht es eben seine Zeit. So wie auch ein Beinbruch seine Zeit braucht oder die langwierige Regeneration nach einer Operation.

Wenn Du zulässt, dass Deine Erkrankung in Frage gestellt wird (weil Du vielleicht zwischendurch auch mal lachen kannst), dann stellst Du Dich selbst in Frage.
Glaube an Dich und daran, dass Du Schritt für Schritt zurück in die Normalität finden wirst. Erwarte aber nicht, dass danach alles wieder so sein wird, wie früher. Das wäre schlimm. Dein Ziel muss es sein, Dein Leben besser zu gestalten, als es dies bis dahin war.

Liebe Grüße
Steffi

08.04.2009 20:35 • #10


Psyche

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Hallo Paula und Tinerl,

mal ganz ehrlich - die Alte wie vor dem Burnout in Sachen Belastbarkeit wird man eigentlich nicht wieder. Der Burnout hinterläßt gewissermaßen Narben die wieder aufbrechen können, wenn man in den alten Trott zurück fällt und sich maßlos auspowert. So wie ein Herzinfarktpatient sein Leben umstellen muß, so muß im Grunde auch ein Burnout Patient sein Leben umstellen. Der Burnout ist die Warnung, das man sich selbst fertig macht. Niemand ist perfekt, keiner hat übermenschliche Kräfte, jeder braucht Ruhezeiten und Pausen und wenn all das vernachlässigt wird geht was kaputt.

Wann es Euch besser gehen wird, daß ihr wieder normal leben könnt, das hängt wie Steffi schon sagte, davon ab, ob Ihr lernt zu akzeptieren, daß auch mal was ohne Euch gemacht werden kann, einfach mal liegen bleiben kann, niemand von Euch verlangen kann Euch zu verausgaben. Ihr seit nicht Superwoman und darum ist es auch ganz wichtig nicht wieder in den alten Trott rein zu rutschen.

LG
Petra

16.04.2009 09:03 • #11


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Steffi

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Hallo DIVA,

es ist schon verrückt, gell ? Da wünscht man sich nichts anderes, als wieder so zu werden, wie man vor dem BO war ... bis einem plötzlich bewusst wird, dass genau das nicht passieren darf. Ich selbst habe das damals als die eigentlich größte und wichtigste Erkenntnis für mich empfunden. Diese Erkenntnis war ein wahres Schlüsselerlebnis.

Du schreibst Du bist seit 9 Wochen krankgeschrieben. Wie hast Du diese letzten Wochen zu Hause verbracht ? Was hast Du bereits für Dich getan ? Hast Du auch "nein" sagen geübt ? Und wenn ja, wie hast Du es empfunden ?

Liebe Grüße
Steffi

20.05.2009 11:29 • #12


Jandi

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Hallo!

Ich hatte selbst Ende 2005 / Anfang 2006 einen Burn-Out, und die Ärzte sagten, dass ich wohl nicht mehr die "volle Leistungsfähigkeit" erhalten werde (ist natürlich schwierig zu sagen, wie die aussieht).
Lange habe ich mich gewehrt, Stunden zu reduzieren, dann habe ich mich dadurch durchgerungen, wenigstens auf 84 % der vollen Stundenzahl zu reduzieren.
Heute merke ich, dass das noch nicht genug war. Zur Zeit bin ich nach einem, wenn auch schwächeren, Burn-Out-Ausfall mit einer 2/3- Stundenzahl in Wiedereingliederung und ich merke, dass das in Bezug auf Arbeit wohl mein Level ist (fällt mir ganz schwer, das einzusehen). Ich überlege ernsthaft, ob ich nicht zum übernächsten Schuljahr (eher geht es nicht wegen der Antragfrist) auf 2/3 gehe.

Ob ich "die Alte" werden möchte, die zu allem "Ja" sagt und hier und da Pöstchen übernimmt, das glaube ich nicht. Ich habe mich in meinen jungen Jahren einfach so verausgabt, dass jetzt schon einfach Verschleiß da ist.
Das muss natürlich nicht bei jedem so sein. Aber ich habe schön öfter gehört, dass es unwahrscheinlich ist, wieder zum Alten zu gelangen. (Wie schon gesagt, ist das ja auch die Frage, ob das wünschenswert ist...)

Ich denke, das lässt sich nicht auf jeden übertragen, ich wollte nur aus eigenen Erfahrungen berichten.

Einen Spruch habe ich von unserem Vermieter der Ferienwohnung im letzten Urlaub mitgenommen:

"Lieber mit dem Fahrrad zum Baggersee als mit dem Porsche in die Firma..." Für mich konnte ich diesen Spruch gut annehmen, und den sage ich mir öfter, wenn ich wieder daran zweifel, ob ich noch mehr reduzieren soll...

Liebe Grüße,

Jandi.

25.05.2009 17:33 • #13


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Jo71

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16.04.2020 08:11 • x 2 #14


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Fisch611

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Hallo Jo,

ich denke das kann man nicht allgemein sagen wie lange ein Burnout dauert, die Literatur sagt ein paar Monate bis ein paar Jahre. Es kommt sicher auch darauf an wie schlimm es einen erwischt hat und wie gut man auf sich achtet und wie Behandlungen wirken.

Ich bin jetzt seit 9,5 Monaten raus aus dem Job. Ich konnte über Monate gar nichts, bin oft den ganzen Tag im Bett gelegen. Dann -mit Hilfe von Antidepressiva- ging es langsam bergauf, aber wirklich langsam mit Rückschlägen. Ich taste mich halt an meine Grenzen ran mit Hilfe von Psychotherapie. Meine Reha, die gestern beginnen sollte, ist auch abgesagt. Ab Mai beginne ich mit der Wiedereingliederung. Von "alter" Kraft bin ich auch noch sehr weit entfernt.

Spürst Du denn Verbesserungen? Was tut Dir gut?

LG

16.04.2020 16:33 • x 1 #15


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Jo71

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Danke für die Antwort!

So schlimm wie es vor 8 Monaten war, ist es nicht mehr aber kaum mache ich ein wenig zuviel, habe ich meine Rückschläge.
Es ist die ganze Situation schwierig. Ich habe einen schwerstkranken Vater um den ich mich vorher immer gekümmert habe und eine Mutter, die selbst mit der Situation übervordert ist.
Was mir guttut ist vor allem Ruhe, Meditation und meine Katze. Habe auch wieder mit Handarbeiten angefangen und ich lese recht gerne. Und natürlich meine Therapeutin. Wir machen die Gespräche jetzt telefonisch.
Aber dennoch habe ich immer wieder Angst, dass ich nicht mehr gesund werde.

16.04.2020 17:06 • x 3 #16


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maya60

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Hallo Jo und Willkommen im Forum! Ein Burnout hat sich oft schon sehr lange zuvor aufgebaut und in einem Beruf wie deinem sind Stressgrenzen zu beachten ja oft ein Witz bei der Personalmangelsituation. Und er ist bekannt für die Burnoutgefahr. Bevor es zum Burnout kam, haben wir meistens schon lange Warnsignale unseres Körpers ignoriert, bis wir so ausgebrannt waren, dass unser Körper mit einem Hammerschlag auf sich aufmerksam machte.

Deshalb dauert es oft auch länger, wieder gesund zu werden, um unsere Belastungsgrenzen überhaupt erstmal wieder kennenzulernen.
Wenn dein Wunsch jetzt viel Ruhe ist und du noch nicht sehr belastbar bist, dann lass dir bitte auch die Zeit, die du noch brauchst.

Liebe Grüße! maya

16.04.2020 22:06 • #17


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Jo71

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Vielen Dank für eure Antworten!

Ich habe meine Arbeit (und meine Patienten) geliebt. Die Umstände am Arbeitsplatz und einige Kollegen haben mich kaputtgemacht.
Auch die schwierige private Situation.

Ich weiß inzwischen dass es dauern wird aber Geduld ist ein großes Wort...

Schönes Wochenende und liebe Grüße!

18.04.2020 08:02 • #18


Norfri

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Hallo Jo..
ich glaube daran...alles wird gut, und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!
Ich hab mal gelesen, dass es wohl ähnlich lange dauert den Burnout hinter sich zu lassen, wie man gebraucht hat, rein zu kommen.
Ich habe bzw hatte einen Partner, bei dem ich bis heute nicht weiß was er hatte/ hat...und habe viele Bücher gelesen über Burnout, mit der Folge das ich völlig fertig bin und hilflos, machtlos....und alles was ich höre ist immer wieder, kümmere dich um dich selbst, mach was dir gut tut..du kannst ihm nicht helfen..bla bla, bla....( Was zum Teufel heißt das...ich hatte ein tolles Leben mit meinem Partner meiner besseren Hälfte...ich war zufrieden, hatte Job, Hobby Freunde und ihn..und jetzt ..Dank Corona gar nix mehr...und wenn ich koche, habe ich kein Plan was, da mich alles an ihn und unsere Urlaube erinnert).
Ich habe die Bücher gekauft und gelesen, ich bin zur Paartherapie, ich bin zur Psychologin ich bin zur Burnoutselbsthilfe gerannt, ich habe Ärzte angeschrieben....ich nehme jetzt Stimmungsaufheller...bin in einem Loch der Hilfslosigkeit und habe keine Ahnung wie es mit mir weitergeht.
Mit meinem Partner war ich 21 Jahre zusammen...er (unglücklicher?) Oberarzt..war immer sein Ziel und hatte für nichts anderes Ziele...Wir wohnen ( jetzt wohne nur noch ich seit Oktober in der Wohnung) immer noch in einer 2 Zimmerwohnung...er hatte keine Zeit?Lust? was auch immer für privates Zukunfstpläne.
Letztes Jahr ging es im August los...es fühle sich alles so falsch an, er weiß nicht, ob er mich noch Liebe..wir machen uns nicht glücklich...er muss rausfinden was er will...er will das ich glücklich bin, das schafft er nicht. Er hat keine kraft mehr zu kämpfen, es wird sich nie was ändern. Wir wären ein Urlaubsflirt, mehr nicht, wir funktionieren nur im Urlaub!
Er will aus der Klinik raus..will in eine Praxis in 3,5 Jahren sich einkaufen, braucht vorher noch einen neuen Facharzt...
Er ist dann im Oktober mit ein paar Jeans, Shirts ausgezogen...um sich zu finden..um sich über uns klar zu werden...Er hat sich teilweise Wochen nicht gemeldet, dann haben wir telefoniert, teilweise ist er dabei eingeschlafen, dann schrieb er sms wie ich Zeit hätte zum telefonieren, und meldete sich nicht, dann kam Tags drauf eine Entschuldigungs SMS..er wollte anrufen, hatte aber schon geschlafen. Als ich ihn mal gefragt habe ob ich ihn in seinem Zimmer mal besuchen dürfte, kam , NEIN...das wäre seine Rückzugshöle.Nicht mal seine Mutter kennt seine Adresse, bis heute!
Weihnachten haben wir bei seiner Mutter uns gesehen, er saß freiwillig den ganzen abend neben mir, hat geredet, hat mit ein Tag später bei der Steuererklärung geholfen und hat mit nach Silvester als ich in Urlaub gefahren bin....immer mal wieder geschrieben...fahr vorsichtig, hab spaß, wo bist du? ..bla bla bla
Am 1.1 hat er seinen neuen Fachartz angefangen..war ja sein Plan, dann wird alles besser...am 8.1. wollte er was abholen was ich ihm aus dem Urlaub mitgebracht habe..er wollte kommen, wenn ich da bin ( hab mich schon gefreut) hab ihn gefragt ob wir zusammen dann essen sollen...er meinte ja...als ich heimkam machte er gearde Salat..er sah mich an, sah mich immer wieder von oben bis unten an, sagte mir, was neu ist..das ich wieder abgenommen hätte, und er hätte wieder zugenommen(rannte auf auf die Waage, mit kompletten Klamotten und sagte, da, ich Wiege wieder 80 Kilo)
Dann haben wir gesessen, und dannn ging es wieder los. Wie ich mir die Zukunft vorstelle...er will nicht mehr. Es ist ihm völlig egal was ich für Ideen habe , er interesiert ihn nicht..es haben immer Gefühle gefehlt..wir machen uns nicht glücklich, es wird sich nie was ändern...und er blieb aber sitzen und ging nicht...ich habe ihn nch seinem neuem Job gefragt und er meinte...Was soll er erwarten, er kann nicht einen halben Tag abreiten wenn andere nen vollen Tag arbeiten, er hat bis 19.15. geschafft, ist dann Heim, hat geschlafen und istt dann zu mir( dann wurde mir wieder einiges klar...völlig überlastet..er hat ca 30 min geschlafen zwischen Job und mir..der Rest war ihn und her laufen, fahren, und normal braucht man ja noch Zeit zum einschlafen)
Als ich ihn dann wieder auf Burnout ansprach , und ich ihm Mails vorlaß, die ich von spezialisten bekommen habe, meinte er, ich hätte ihn als großes Frack dargestellt...er müsse jetzt gehen...ich fragte ihn, höre ich von dir wieder, er meinte natürlich und umarmte mich kurz.
dann hab ich 6 Wochen wieder nix gehört...und dann hat er immerhin mal die Post abgeholt..die kommt immer noch zu "uns"..und er holt sie im Durchschnitt so alle 5 Wochen ab. Vor 5 Wochen hat er angerufen..wir haben fast 3 Stunden telefoniert...nach1,5 Stunden meinte er es wäre toll mit mir zu reden, aber ich solle mir keine Hoffnung machen. Er kommt nicht mehr zurück..wir haben noch fast 1,5 Stunden weitertelefoniert ( nach 2 Stunden wirft eine O2 aus der Leitung..ich kannte das schon, er rief zurück und war etwas empört, warum ich auflege!?)
Tja ich komme nicht mehr an ihn ran, und hab keine Ahnnung was ich machen soll.
Er will nichts tun und geht voll gegen mich ...dazwischen kommen dann wieder komplimennte , ich sehe gut aus...bla bla bla..
Und trotzdem denke ich immer noch...alles wird gut...
Es gibt bestimmt Wege da rauszukommen...manchmal läuft man halt Sackgassen ..dann muß man länger gehen...ich warte auf ihn, bis er meine Straße wieder gefunden hat...
Und du wirst Deine Weg auch wieder finden und ihn gehen.
LG

24.04.2020 12:42 • #19


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Julie_Norden

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Hallo zusammen,

ja, ich bin nun auch schon im dritten Jahr des Burn-outs und schlage mich immer mit der Erschöpfung rum. Glücklicherweise hatte ich auch in der Hochzeit des Burn-outs nie Schwierigkeiten mit der Konzentration oder Antriebslosigkeit. Aber Rückzug und der Wunsch nach Ruhe und am liebsten täglich Mittagsschlaf, das ist bis heute. Mein Geist fühlt sich wie früher, will sportlich und aktiv sein, kreativ und voll am Leben teilhaben. Mein Körper sagt: nee, nee. Du fährst auf 50% und selbst da bist du immerzu müde.

Es tut gut zu lesen, dass das irgendwie normal zu sein scheint. Meine innere Stimme sagt mir auch klar: zieh aus der Großstadt weg, arbeite in einem anderen Beruf und lebe in der Natur. Solange ich der nicht folge, wird die bleiernde Müdigkeit glaube ich immerzu bei mir sein. Als Freund nicht als Dämon.

Wie ist das bei euch, fallt ihr auch immer auf irgnedwelche Hielsbringer rein und probiert alles mögliche aus? Von Intervallfasten zu Glutenfrei, Zuckerfrei oder Kohlenhydrate-reduziert. Hat alles nix gebracht bei mir

14.05.2020 19:32 • x 2 #20


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Fisch611

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Meine aktuelle Maßnahme: Ich ziehe um. Ich wohne in einem viel zu großen Haus mit Garten. Jetzt wird es deutlich kleiner und nur eine Terrasse. Kaum einer versteht es wie ich das "Paradies" verlassen kann. Ich hoffe, es lässt mir etwas mehr Alltagsenergie. Außerdem kann ich von dort aus mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und muss mich nicht mehr durch lange Staus quälen. Aber es werden noch mehr Dinge folgen müssen, um wieder zu Kräften zum Kommen. Eins nach dem anderen.

15.05.2020 12:16 • x 2 #21


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Julie_Norden

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Das klingt doch genau richtig, wenn die eine Terrasse dir reicht und du zudem Rad fahren kannst. Ich fahre auch grad mit dem Rad und mir tuts auch gut. Obwohl ich immer erschöpft bin, irgendwie sidn die Radtouren super.

15.05.2020 15:09 • #22


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Dani82a

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Ihr Lieben,
ich schlage mich nunmehr seit 9 Monaten erneut mit schwerer Depression und Burnout herum.
Habe, wie so viele, nicht auf den Körper gehört und bei der vorigen Krankschreibung mich von der Klinik mit Hamburger Modell wieder in die Arbeit gewagt. Viel zu früh.
Gute 9 Monate später knallte es ganz gewaltig und seitdem bin ich wieder im Krankenstand.
Habe nun eine Reha zugesagt bekommen. Dauert aber, bis ich die antreten kann. Und Aussteuerung so langsam in Sicht.
Da dachte ich mir: hey, du fühlst dich etwas besser. Frag doch mal den AG, ob du mit Hamburger Modell einsteigen kannst und dann in Reha gehen kannst, wenn der Termin irgendwann mal da ist.
Das war keine gute Idee.
Es hat geknallt.
Nun bleibe ich im Krankenstand und warte auf die Reha. Nebenher den ganzen Papierkram mit dem Arbeitsamt regeln.
Das stresst mich alles immens.
Habe wieder starke Nackenschmerzen, null Hunger, Kopfschmerzen, etc.
Werde dann in der Reha schauen, was die sagen, was für Optionen ich habe.
Der derzeitige Job geht wirklich nicht mehr, wie ich knall auf Fall feststellen muss.
Ich hoffe so sehr, dass ich irgendwann wieder die Kraft und auch die Nerven haben werde, arbeiten zu gehen.
Das dauert definitiv noch...

15.05.2020 17:56 • x 2 #23


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Anima

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@Dani82a
wenn der Burnout zuschlägt, dann zumeist richtig.

Du bist immer pflichtbewusst gewesen, wieviele Jahre hast Du gegen Dich selbst gelebt?

Ich stehe im Augenblick vor dem 3. Burnout. Ich schätze, nach den ersten beiden hatte ich immer noch nicht kapiert, dass ich viel mehr ändern sollte als nur den Arbeitgeber.

Meistens braucht man auch noch etwas Unterstützung aus dem privaten Bereich. Wenn das auch fehlt, ist es ein harter Kampf.

18.05.2020 22:27 • #24


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Julie_Norden

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Liebe @dani_82a,

ich kenne das so gut. Unsere Gesellschaft ist nunmal die Leistungs- und Spaßgesellschaft. Immer "on", immer "dabei". Ich habe mich immer wieder verleiten lassen, weil ich dachte ey, da geht doch noch was, ich will doch nicht auf dem Sofa versauern. Aber ja, bumms, der Burn-out hat mich immer wieder überwältigt.

Ich denke auch, es wäre gut, wenn du dich vom Druck lösen kannst, irgendwas sein oder tun zu müssen. Und es schaffst, für dich eine Verabredung zu machen. Ich bleibe zuhause, bis ich die Reha hatte und ich versuche diese Zeit nur für mich zu nutzen. Zum bsp. Und in der Reha - stress dich nicht. Ich war auch in einer, die waren auch lieb und nett aber die kennen auch nur Schema F. Wenn du happy bist, mit dem, was sie dir raten ist das super! Aber wenn nicht - hör auf dein Herz. Du bist ein Individuum und darfst für dich entscheiden.

Ich würde mich für dich freuen, wenn du etwas findest, was dir gut tut. Diese Zeit gerade ist so verrückt, da ist auf sich besinnen immer gut. Soweit das denn geht.

Liebe Grüße!

P.S. Vielleicht macht es dir Mut. Ich arbeite seit über 1,5 Jahren wieder und hab im Job eigentlich keine Probleme. Ich hab ordentlich an mir und meinem Leistungsdruck gearbeitet und es klappt ganz gut. Hoffnung gibts IMMER.

19.05.2020 07:39 • x 1 #25

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