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Bupropion statt Venlafaxin?

B

Blaubär11
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Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und brauche mal euren Rat:

Ich nehme seit einigen Monaten Venlafaxin 300mg, Mirtazapin 45mg und seit einigen Wochen Quetiapin 150mg. Mein Zustand ist allerdings relativ schlecht.

Falls ich kein Koffein zu mehr nehme, ist meine Stimmung im Keller. Antriebslosigkeit, fehlendes Interesse an der Umwelt, Freudlosigkeit, Gedankenkreisen, Teilnahmslosigkeit, Konzentrationsstörungen,. .

Falls ich morgens ein, zwei starke Kaffee trinke, sind alle Symptome weg. Ich hab Tatendrang, Interesse an meinem Umfeld, Mitteilungsbedürtigkeit, deutlich verbesserte Konzentration, Selbstvertrauen,.

Für mich als Laien deuten die Symptome auf einen Dopaminmangel hin. Wäre es daher sinnvoll, einen Umstieg von Venlafaxin auf beispielsweise Bupropion zu versuchen?

Wichtig ist noch zu wissen, dass ich aufgrund einer schnellen Verstoffwechselung bei Venlafaxin und Mirtazapin im unteren therapeutischen Bereich bin und das Venlafaxin somit möglicherweise ähnlich einem SSRI wirkt.

Schon einmal vielen Dank im Voraus.

Viele Grüße

Blaubär11

#1


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Irgendeine

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Zitat von Blaubär11:
Hallo M1ndfck (dein korrekter Name wurde zensiert;-))
ich nehme aktuell morgens:
Venlafaxin 225 mg
Elontril 300 mg

Und abends:
Quetiapin 100 mg
Quetiapin retard 50 mg
Mirtazapin 45 mg

Klingt nach ganz schön viel. Ist es auch. Aber bei mir ist es so, dass ich Antidepressiva immer in sehr hohen Dosierungen nehmen muss, um überhaupt etwas zu merken (Wirkung und Nebenwirkungen).
Hatte auch schon mal nur Mirtazapin 60 mg und hab den Wirkspiegel bestimmen lassen. War gerade an der unteren Grenze des therapeutischen Bereichs. Dasselbe hatte ich mit Venlafaxin 300 mg. Hab wohl die falschen Enzyme in der Leber.!?
Ich bin also kein Maßstab für andere, was die Dosierungen angeht.

Zu deiner Frage:
Es wirkt sich gut aus. Bin wach, konzentriert. Manchmal etwas unruhig. Möchte das Venlafaxin auch langsam runterdosieren. Stimmungsmäßig ist es ok. Morgens meistens noch relativ mies. Wird im Laufe des Tages meistens besser. Es gibt aber immer mal wieder schlechte Tage. Aber tiefe Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit hatte ich schon lange nicht mehr.
Ich hoffe die Wirkung lässt nicht nach.
Wann hat bei dir das Elontril begonnen seine Wirkung zu verlieren?
Nimmst du sonst noch etwas?

Viele Grüße
Blaubär


Hi, danke für deine Antwort.
Ich brauche bei Psychopharmaka auch ziemlich hohe Dosen. Vom Venla hab ich damals auch 300mg genommen.
Leider "toppe" ich deine Medikamentenanzahl noch.

Morgens:
Elontril 300mg
Propranolol 20mg
Primidon 125mg
Elvanse 30mg
Lamotrigin 100mg

Mittags:
Propranolol 20mg
Primidon 125mg

Abends:
Propranolol 20mg
Primidon 125mg
Lamotrigin 100mg
Neurocil 25mg

Nachts:
Mirtazapin 30mg

Vom Primidon, Propranolol und Lamotrigin hab ich bis vor kurzem noch das doppelte genommen, aber meine Ärztin versucht aktuell "aufzuräumen", wie sie es nennt. Mal kucken ob das funktioniert.
Das Lamotrigin hilft mir ganz gut gegen krasse Stimmungsschwankungen.
Wann genau das Elontril angefangen hat an Wirkung zu verlieren, kann ich gar nicht wirklich sagen. Ich habe lange Medikinet genommen und bin seit heute auf Elvanse umgestiegen.
Und was soll ich sagen, es ist genial. Ich war heute so wach, anwesend und konzentriert wie schon lange nicht mehr. Es war, als hätte ich nach langer Zeit mal meine Brille geputzt. Alles war so klar, ich bin nicht zwischendurch eingeschlafen und ich hatte Motivation. Meine motorische Unruhe war viel geringer, dafür hab ich mich aber zwischendurch kurzfristig ein bisschen wie auf Speed gefühlt. War aber aushaltbar.
Ich hoffe, dass das "Erlebnis" nicht einmalig war, sondern dass Elvanse jetzt endlich das ADHS-Medikament und Adjuvans ist, was mir hilft. Elvanse beeinflusst ja genau wie Elontril Dopamin und Noradrenalin. Serotonin scheint mein Gehirn ja nicht so wirklich zu reizen.

lg

28.08.2019 23:00 • x 3 #19


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A


Hallo Blaubär11,

Bupropion statt Venlafaxin?

x 3#3


Hoffnung21

Hoffnung21
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Hallo @Tori ,
ich nehme immer noch Bupropion und komme gut damit zurecht. Zwischenzeitlich hatte ich andere Antidepressiva, weil es allein nicht gereicht hat, aber mittlerweile bin ich wieder zurück bei 300 mg Bupropion. Dass du nicht müde wirst, das liegt vermutlich am Bupropion, in der ersten Zeit konnte ich überhaupt nicht schlafen, aber das hat sich mit der Zeit geregelt.
Du wolltest ja nur gute Geschichten hören, das kann ich dir liefern herz Mir geht es wieder ganz gut. Ich arbeite jetzt wieder seit einem Jahr fast ohne Arbeitsunfähigkeit. Allerdings mache ich immer noch die TMS-Behandlung und in der Zeit werde ich krankgeschrieben, dazu noch der alte Urlaubsanspruch aus der langen Arbeitsunfähigkeit vorher, das hat mir natürlich sehr geholfen. Es wird sich jetzt zeigen, wie ich nächstes Jahr mit dem "normalen" Urlaubsanspruch zurecht komme. Aber ich bin da ganz zuversichtlich. Ich brauche immer noch meine Pausen, darf mir nicht zuviel vornehmen, bzw. muss gut planen und organisieren, aber es geht mir wieder gut. Das hätte ich vor 2 Jahren nicht geglaubt, dass ich das jemals wieder sagen werde. Es ist nicht optimal, ich bin nicht stressresistent und kann nichts unter Zeitdruck arbeiten, aber es klappt ganz gut. Vielleicht kann ich ja auch irgendwann das Antidepressiva reduzieren, aber ich glaube, da spielt mein Arzt im Moment noch nicht mit lustig .
Ich wünsche dir alles Gute und allen anderen, die mich noch kennen ganz liebe Grüße
Hoffnung21

17.11.2022 21:46 • x 2 #34


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Alexandra2
Hallo Blaubär,
Ich habe den Wechsel von Venlafaxin, das seine Wirkung verlor, in einer Klinik vollzogen. Danach Bupropion150 mg und schnell aufdosiert und 300mg bekommen. Das reichte noch nicht, mit Lithium zusätzlich gehts bergauf. Quetiapin nahm ich nur b.B.
Das sind ja sehr individuelle Reaktionen und lassen sich nicht übertragen. Aber deutlich wurde, wie sehr Venlafaxin seine Wirkung verlor. Und das habe ich mehrfach gehört von anderen.
Was sagt Dein Arzt zum Wechsel?
Liebe Grüße
Alexandra

#2


B
Hallo Alexandra,
vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Was genau meinst du mit dem Verlust der Wirkung des Venlafaxin? Meinst du während der Umstellung zu Bupropion?

Und bist du zufrieden, dass du den Wechsel gemacht hast?

Mit meinem Arzt werde ich kommende Woche mal reden.
Viele Grüße

#3


Hoffnung21
Hallo Blaubär,
Interessanter Aspekt mit dem Kaffee und Dopamin, das ist mir neu. Hab ein bisschen gegoogelt. Ich kann nur sagen, ich hab auch wie Alexandra Elontril 300mg genommen, hab nach ein paar Monaten Lithium dazukombiniert, weil es nicht gereicht hat. Bin mittlerweile aber wieder umgestellt. Elontril hat sich bei mir v.a. auf die Stimmung ausgewirkt, auf den Antrieb eher weniger.
Liebe Grüße
Eis

#4


Alexandra2
Moin Blaubär,
Viele Antidepressiva verlieren im Laufe der Zeit ihre Wirkung. Das Venlaflaxin wurde im Laufe von 2 Jahren von 75 auf 275mg hochdosiert, mit nahezu derselben Wirkung.
Erst als das Venlaflaxin komplett abgesetzt war, bekam ich Elontril
Venlaflaxin wurde in 6 Wochen runterdosiert und abgesetzt, viel zu schnell, in einer Klinik, wegen der möglichen Verschlechterung. Die Nebenwirkungen waren krass, vor allem der Schwindel. 'Immer an der Wand lang', sonst wäre ich umgefallen.
Elontril wirkt bei mir ganz gut gegen Erschöpfung, Niedergeschlagenheit uam. Außerdem hilft es beim Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, verbessert zB. die Konzentration.
LG Alexandra

x 1 #5


Y
Hallo Blaubär,
nach mehreren Versuchen bin ich jetzt bei Elontril 300mg gelandet und kann Alexandras Erfahrungen bestätigen. Ich hatte kurzzeitig Lithium dazu, dass war nix für meine Nieren. Jetzt probiere ich grad Venlaflaxin 35mg dazu. Vertrage ich mittlerweile gut, muss beim nächsten Psychiatertermin noch etwas höher dosiert werden. Eine Wirkung ist nur gering spürbar.
Viele Grüsse

x 1 #6


B
Ich habe mal gelesen, dass ein zu viel an Serotonin einen Mangel an Dopamin hervorrufen kann. SSRIs Citalopram und Escitalopram) und Venlafaxin machen mich nur antriebalso. Und mit dem Koffein versuche ich das durch Medikamente verursachte Ungleichgewicht auszugleichen. Soweit meine Theorie. zwinkern
Morgen hab ich nen Termin. Mal sehen was meine Psychiaterin dazu sagt.

Viele Grüße

x 1 #7


bones
Mich würde interessieren, ob ein Wechsel von venla zu bupropion statt gefunden hat? Und was du gegen antriebsstörung gemacht hast? Hab damit Nähmlich im Moment zu kämpfen.

x 1 #8


Dakota
Bin auch von Venla zu Bupropion.

#9


bones
Ich hab gestern Nähmlich bei meiner noch-Ärztin darüber unterhalten wegen bupropion. Da venla ,so mein Eindruck, die wirkung nachlässt,was der Antrieb betrifft.sonst sehr zuverlässiges medikament. Hilft mir aus der Depression.
Da meine Ärztin sehr sehr vorsichtig ist,was Medikamente betrifft, und gerne lieber wartet eher was unternommen hat,konfrontierte ich sie damit. Stattdessen wurde venla erstmal erhöht. Und Hoff,dass dies meinen Antrieb etwas Schwung verschafft. Mein neuer Arzt bekomm ich erst in November zur gesicht.

Ist natürlich frustrierend zu erkennen,dass dennoch stabile 2 Monate,wieder die Depression sich bemerkbar macht und ich merke,dass ich noch sehr lange damit beschäftigt bin. Natürlich gibt es auch gute Tage,aber die schlechten sind klar vorn sind.
Bin mittlerweile schon 3monat krankgeschrieben wieder mal.da frag ich mich wirklich,auf was die Ärztin wartet. Ihr Antwort kenn ich,aber ich denke,es ist besser,man unternimmt bzw probiert mit Medikamente ,in der Zeit wo ich zu Hause bin ,aus.als wenn ich wieder schaffen geh.
Meine Therapeutin gibt sich wirklich die Mühe mit gesprächen,mir aus der depression raus zu holen. bin ich natürlich dankbar. Nur reicht das nicht aus ohne medikament.macht die Sache natürlich schwieriger.

Daher auch mein Gedanke ein Wechsel zu bupropion in Angriff zu nehmen bzw venla in Kombi mit bupropion in Betracht zu ziehen,sollte es nicht besser werden mit der Erhöhung von venla.

x 1 #10


B
Hallo Dakota,
wie lief denn bei dir die Umstellung?

@bones: Ich hab die Umstellung (noch) nicht geschafft. Ich hatte bei der Reduktion von Venlafaxin so meine Probleme. Im Moment nehme ich 225 mg Venlafaxin und 300mg bupropion und komme damit sehr gut zurecht. Brauche nicht mehr so viel Kaffee, kann mich konzentrieren. Antrieb und Stimmung sind ok. Langfristig möchte ich vom venlafaxin weg. Aber ich mach das gaaanz langsam.

Grüße
Blaubär

x 2 #11


Dakota
Hi @Blaubär11 Die Umstellung habe ich in der Klinik gemacht, das war auch gut so, denn der Arzt und ich hatten uns gemeinsam dafür entschieden, ganz schnell runter mit Venla und das hatte Konsequenzen (Absetzsyndrom).
Das Einschleichen von Bupropion war problemlos bei mir (klar, einige Wochen Nebenwirkungen, aber die nahm ich inkauf).

x 1 #12


Alexandra2
@dakota, wie hat sich das Absetzsyndrom gezeigt?

x 1 #13


B
Hi Dakota,
wie hat sich denn bei dir das Absetzsyndrom geäußert?
Und wie lange hat es gedauert bis du es überstanden hattest?
Viele Grüße
Blaubär

x 2 #14


A


Hallo Blaubär11,

x 4#15


Dakota
@Alexandra2 Eine Woche emotional total durch den Wind, ganz, ganz viel geweint und geschluchzt, konnte es nicht mehr stoppen. Muskelschmerzen und sehr heftige Sui***gedanken und -impulse.

x 1 #15

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