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Bipolare Störung, Psychosen und dann ein Hund?

Uriel

Uriel

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Im Jahr 2002 sagte mir mein Psychiater: Das Beste für dich wäre ein Hund. Du musst dich um ihn kümmern, kommst mal aus deiner Bude raus und hast einen tollen Kameraden.

Seit Mai 2003 habe ich Hunde und es geht eigentlich recht gut. Durch die Medikamente kann ich mich auch während der Depression um meinen Hund kümmern.

Zur Zeit habe ich einen Junghund, der als Assistenzhund ausgebildet wird. Er soll mir helfen.
Aber auch ein nicht ausgebildeter Hund ist eine Hilfe. Er merkt, wenn es mir nicht gut geht und versucht mich aufzumuntern. Ich muss raus mit ihm. Ich muss daran denken ihm Futter zu geben und ich muss mit ihm Spielen.

Hunde haben mein Leben umgekrempelt und bereichert. Auch während der Depression komme ich gut mit meinem Gefährten klar. Es ist für Menschen mit Bipolarer Störung ein Versuch wert: kann ich mich um einen Hund kümmern. Gerade wenn man so wie ich, keine Familie, Bekannte oder Verwandte hat, dann ist ein Hund ein toller Weggefährte.

Vielleicht ist ein Hund der Schlüssel zum selbstbestimmten Leben, bei mir hat es geklappt. Die Verantwortung, die man dann hat ist schon enorm und anfangs hatte ich natürlich große Probleme. Inzwischen geht es sehr gut und mit meinem Assistenzhund ist das Leben leichter: Es klingelt im Kopf oder an der Tür? Mein Uri zeigt an, was so los ist. Auch das Telefon wird ordentlich angezeigt . auf der Straße ist er schon soweit, dass er mich vor merkwürdigen Leuten beschützt, indem er mit mir auf die andere Straßenseite geht, wenn so ein Merkwürden auf uns zukommt.

Teilweise bieten Tierheime Probewochen an mit Hund. Ich glaube bei vielen von uns wäre ein Hund eine tolle Beschäftigung. Man findet langsam iden Weg in ein normales Leben. Mir geht es jetzt gut, auch in der Depression und vielleicht brauche ich bald keine Medikamente mahr, sondern nur einen lieben Hund.

Ich wünsche euch allen eine tolle Woche und lasst euch nicht ärgern
LG Alex

23.05.2022 10:58 • x 6 #1


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Glitzerkeks

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@Uriel das klingt schön, was du da schreibst. Ich spüre durch deine Worte deine Liebe zu deinem Hund. Ich finde es klasse, dass er dir so viel Lebensfreude und Lebensqualität gibt.

23.05.2022 11:00 • x 1 #2



Hallo Uriel,

Bipolare Störung, Psychosen und dann ein Hund?

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ZeroOne

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Das ist toll, dass du in Hunden eine so großartige Bereicherung für deinen Alltag gefunden hast, @Uriel !

Ich kann voll und ganz bestätigen, was du schreibst und kann jedem nur empfehlen - der trotz seiner (psychischen) Erkrankungen genug Verantwortungsbewusstsein und die notwendigen Rahmenbedingungen für ein würdiges Hundeleben bieten kann - darüber nachzudenken, ob ein vierbeiniger Freund nicht einen positiven Einfluss auf das Leben und die Gesundheit haben könnte.

Meine Hündin ist jetzt 12 Jahre alt und ging mit mir zusammen durch dick und dünn. Und gerade in den schwierigsten Zeiten war immer Verlass auf sie - was man von vielen Menschen nicht behaupten kann.

Leider ist jetzt die Zeit, wo der Moment des Abschieds immer näher rückt.

23.05.2022 15:19 • x 4 #3


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bones

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auch ich kann bestätigen, dass hunde wirklich wne berreicherung sind. mein hund der freut sich immer so dermaßen wenn er mich sieht, folgt mir über all hin und merkt wenn es mir nicht so toll geht. kei ahnung , wie sowas wunderbares passieren kann. war bek mein eltern der hund genauso. die hatten nen dobermann rottweiler mischling. aber er hat mir eine art frieden innerlich geschenkt , war hin und weg wegen dem hund. hätt ihn am liebsten mitgeholt. war auch der einzig mit dem i kuscheln konnte, obwohl mehrere kolometer weit weg waren die ganz zeit. kam aber oft zu besuch.

ja hunde sind treue seele. und manchmal auch bessere menschenkenner als viele menschen.

23.05.2022 22:01 • x 1 #4


Uriel

Uriel

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Ich hatte schon immer ein tolles Verhältnis zu Tieren.
Mein Hund ist das Beste was mir passieren konnte. Schön, dass es auch andere psychisch Kranke gibt, die einen Hund aufgenommen haben.

Hunde sind sehr empfindlich für die seelischen Probleme ihres Halters. Uri rennt immer hinterher. Auch jetzt im Urlaub war er immer an meiner Seite und passt auf.

Ich bin davon überzeugt, dass mein Uri mir gerade in der Depression sehr hilft. Und mit meiner sozialen Phobie?
Uri warnt mich, wenn er einen Menschen nicht so mag. Er hat es sogar akzeptiert, dass ein Pfleger mein Auto gefahren ist. Das hat er noch nie akzeptiert, dass ein Fremder mein Auto fährt. Er hat immer Krawall gemacht. Für mich bedeutet das, dass Uri meinen Pfleger akzeptiert und nach dem gemeinsamen Urlaub wurde er in das Rudel integriert.

24.05.2022 05:25 • x 2 #5

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