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Bipolare Störung mit Anpassungsstörung und Depression

elise01

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Hallo Community.

Ich bin schon sehr lange auf der Suche nach Kontakten, die einen nicht verurteilen. Ich wurde vor gut 5 Jahren mit einer bipolaren Störung, einer Anpassungsstörung und einer Depression diagnostiziert. Nach einem Aufenthalt in einer Therapeutischen Einrichtung, wurde es schlimmer.

In letzter Zeit geht es wieder steil bergab. Ich kann nicht mehr schlafen, ich kann nichts mehr essen. Mittlerweile habe ich 9 Kilo verloren und bin somit im Untergewicht. Ich habe keinen Ansprechpartner. Keiner versteht mich.

"das wird alles wieder" oder "du hast es eh so toll" sind leider Aussagen, die von engen Vertrauten kommen. Sie können mir nicht helfen, da sie es selbst nicht miterleben.

Ich hoffe, dass ich hiermit ein paar Kontakte knüpfen kann, die sich über alles austauschen wollen oder auch einfach mit jemandem ohne Vorurteile schreiben wollen.

Vielleicht kann man sich gegenseitig helfen und schafft das alles ohne Medikamente.

Mit freundlichen Grüßen,

Elise

16.12.2020 01:33 • x 2 #1


Robbe

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Liebe Elise,
es tut mir sehr leid, dass es dir nicht gut geht!
Du hast recht verstehen kann so eine Krankheit nur, wer selbst davon betroffen ist, für alle anderen ist es eine Überforderung. Sie sehen sich selbst, dass alles funktioniert wie es sein soll und können sich nicht vorstellen, nicht dass sie es nicht unbedingt wollen, aber sie können es einfach nicht.
Du bist noch so jung und leidest schon seit 5 Jahren daran, das ist echt bitter und tut mir sehr leid für dich!
Weisst du es ist gut, wenn man keine Medikamente nehmen muss, sicher, aber es gibt Krankheiten, da ist es eben besser man nimmt Medikamente, weil man dadurch hoffentlich Linderung nzw. Besserung erfährt. Nimmst du Medikamente und bist du in Therapie?
Es ist viel schwerer mit einer Erkrankung zu leben, wenn einen sein Umfeld nicht versteht. Ich wünsche dir von Herzen viele liebe Menschen, Freunde/innen die dich verstehen, die dich so annehmen wie du bist!
Alles Liebe, Robbe

16.12.2020 11:52 • x 3 #2



Hallo elise01,

Bipolare Störung mit Anpassungsstörung und Depression

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elise01

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Hallo Robbe,

das sind sehr liebe Worte, vielen Dank dafür!

Ja das ist nunmal so. Ich erwarte es auch von keinem in meinem Umfeld, dass sie mich verstehen. Ich habe es nur satt, in eine Schublade gesteckt zu werden. Ich habe bisher leider noch nie etwas positives gehört, als es mir schlecht ging. Man wird entweder mit dem Stempel "Aufmerksamkeit" oder "einfach depressiv" abgestempelt. Keiner will wissen, was im Kopf vorgeht. Manchmal würde es ja schon helfen, wenn jemand zuhört oder das Gedankenchaos ein bisschen sortieren hilft.

Ja, das stimmt, ich bin noch sehr jung. Ich wollte damals als ich in Therapie war, keine Tabletten nehmen, da ich 14/15 Jahre alt war und mir jeder eingeredet hat, es sei "nur die Pubertät". Ich habe das natürlich geglaubt. Die Therapie war der Horror. Mir ging es danach schlechter.
Derzeit bin ich nicht in Therapie, da es sehr schwer ist in meiner Umgebung jemand zu finden. Medikamente nehme ich, ja.
Ich finde es nur sehr traurig, dass ich Medikamente brauche, um normal denken zu können.

Das ist sehr lieb von dir. Danke! Ich wünsche dir alles Gute.
Liebe Grüße, Elise

16.12.2020 13:39 • x 1 #3


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Heideblümchen

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Zitat von elise01:
ich finde es nur sehr traurig, dass ich Medikamente brauche, um normal denken zu können.

Liebe @elise01 , so geht es fast allen hier. Und auch Tabletten-nehmen bedeutet nicht, schwach zu sein, sondern es ist ein Zeichen von Stärke, Unterstützung anzunehmen und "ja" dazu zu sagen! Es ist vielleicht schon hilfreich, dass du dich hier angemeldet hast und den Austausch und den Zuspruch bekommst, den du verdient hast und brauchst! Du bist nicht allein damit und wir haben fast alle die Erfahrung gemacht, dass wir etwas haben, was andere Menschen sich nicht vorstellen und deswegen damit nicht umgehen können. Ich schreibe bewusst nicht "normale" und "unnormale" Menschen, weil wir auch nicht unnormaler sind als andere, die halt dann andere "Macken" haben. Bitte lass dir beizeiten helfen, um den freien Fall abzufangen. Dein Hausarzt oder eine psychiatrische Ambulanz wären der erste, richtige Weg! Ich wünsche dir alles Gute. Den ersten Schritt hast du gemacht, indem du dich hier angemeldet hast! Willkommen!

16.12.2020 15:46 • x 2 #4


elise01

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So habe ich das ganz noch garnicht gesehen. Mir wird leider vom Umfeld eingeredet, dass es mir nicht schlecht geht und ich Medikamente nicht nehmen brauche. Dass ich es mir nur einbilde, dass es mir so geht, bekomme ich sogar von meinem engsten Umfeld zu hören. Sonst weiß es ja keiner. Ich kann nur sehr schwer vertrauen.

Das ermutigt mich sehr zu hören, dass ich einen großen Schritt gemacht habe. Danke. Das bedeutet mir sehr viel, da ich meine, alles falsch zu machen.
Ich habe leider in meiner Umgebung keine Möglichkeit auf eine ambulante Behandlung. Daher wäre eine Online-Therapie das richtige für mich. Aber für so etwas habe ich leider keine Ansprechpartner.

Ich wünsche dir ebenfalls alles Gute.

16.12.2020 15:55 • x 1 #5


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Mira13

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Hallo Elise,
Danke für deinen Bericht und herzlich Willkommen!
Ich wünsche dir alles Liebe, viel Kraft, Hoffnung und Zuversicht auf deinen Weg und hier im Forum wirst du auch Hilfe bekommen.
Das mit dem Umfeld ist bei mir auch so. Ich habe da auch Probleme, aber versuche mich an positive Kontakte zu wenden. Die mir gut tun und helfen. Da hab ich zum Glück ein paar. Ich kann verstehen, dass man oft nicht verstanden wird. aber von denen muss ich mich ein wenig distanzieren. Vielleicht wird es ja auch wieder anders. Manchmal entwickelt man sich mit seinem Umfeld weiter, manchmal aber auch nicht. Ich weiß noch, früher habe ich meinen Papa nie verstanden.
Er war so "muffelig", in sich gekehrt, launisch und nie für mich da. Nun lebt er nicht mehr seit 4 Jahren. Jetzt weiß ich, warum er so war...Weil ich auch depressiv bin, kann ich ihn verstehen. Er hatte Depressionen, die wurden aber von seinem Umfeld nicht wahrgenommen. Damals war ich noch nicht so stark depressiv. Aber ich weiß wie es ist, einen Menschen in seiner Art und Wesen misszuverstehen.
LG

16.12.2020 22:27 • x 1 #6


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Miss_Lizbeth

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Hey hey.
Das, Tut mir wirklich leid für dich.
Das Große Problem ist die, Leute wissen nicht mit, Den Krankheiten umzugehen, und, Da sie es nicht besser wissen, und weil wir noch so jung sind... Wir, Gesagt ach, Quatsch du bildest dir, Das ein... Oder, Das ist nur ein Phase.
Weil, Sie es selbst nie erlebt haben.
Oder, nicht wissen damit umzugehen.

Man, muss dann Distanz schaffen... Und, Versuchen seinen eigenen Weg zu finden. Zwischen, Zuneigung und Distanz...

Und, ich weiß wie schwer das ist ich, Erlebe es grade selbst... Aber, leider wird das in vielen Gesselschaften noch als "Tabu-" Thema angesehen einfach, Weil die Leute es, Selber nicht besser Wussten. Und, keine Äußerungen von sich geben wollte.

Wenn, Ich jetzt so auf Meine Familie Blicke denke ich oft daran Das, Meine Stiefmutter mit, der ich nicht das Beste Verhältnis habe ebenfalls Eine schwere Depression haben, könnte es scheint so.
Sie (60j.) würde, aber niemals diesen Gedanken in Betracht ziehen... Einfach, Weil es nicht in ihre Zeit passt. Sie, Sieht sich als Normal an und, Ich die quasi Genau das, Gleiche chema hat ausgenommen Borderline, Und die impulsverhaltenstörung die, Gleichen Muster vorweißt.

Genau, Wie Vater (64j.) durch seine Familie eine große Veranlagung zu narzissmus hat. Und, Er sehr stark in die richtig schwankt ....
Mit, Deutlichen singnalen... Aber, auch er sieht es als normal an...

Was, Ich eigentlich damit sagen möchte ist :Sobald, Man gesteht das man Psychische probleme/-Krankheiten hat, Wird man oft belächelt weil, es vorliegt... Aber, Wie viele Menschen habe es auch und wissen es nicht?

Mannchmal, Sollten wir aufhören diesen Menschen zu erklären... Und, Zu versuchen Leute, Zu finden die ein verstehen und Respektieren. Und, Das kann extrem schwer sein. Und, ist ein langer Weg... Aber, Er lohnt sich.

Und, auf kurz oder, Lang muss man konsequent sein... Und, Entscheidungen treffen die für die, Situation richtig sind...
Vielleicht, Werden irgendwann die, Menschen deines Umfeldes Die Fehler erkennen... Wenn, Sie es nicht tun. Dann, Ist es Zeit sich in neuen kreisen zu bewegen... Auch, Wenn das die härteste Entscheidung ist die, Man eigentlich nicht treffen will.

Lg, und alles Gute

Lizzie

16.12.2020 22:52 • x 1 #7


elise01

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Ich danke euch für eure lieben Worte. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich hier eine gewisse Hilfestellung bekommen werde. Ich finde es super, dass es dieses Forum gibt und kann es kaum erwarten mit anderen Betroffenen zu reden und sich austauschen zu können.

Das stimmt allerdings. Man muss das Umfeld wechseln, wenn es einem nicht gut tut. Menschen, die einen lieben, akzeptieren alles an einer Person. Wenn die Personen im engen Kreis keine Unterstützungen sind oder kein sicherer "Hafen", dann wird es Zeit, Personen zu finden, die diese Krankheit -oder wie ich es gerne nenne- Eigenschaft nicht nur akzeptieren, sondern sogar ein bisschen beiseite schaffen können.

Es würde ja schon reichen, wenn man nicht wie ein rohes Ei behandelt werden würde. Natürlich, wenn es mir schlecht geht, halte ich keine Kritik oder sonstiges aus. Aber diese allgemeine Vorsicht ist etwas, das zeigt, dass man anders gesehen wird von den Mitmenschen, nur weil man eine psychische Erkrankung hat.

Viele sehen es leider heutzutage als Witz an. Viele haben es vielleicht sogar selber und sagen deshalb, dass es normal ist, depressiv zu sein. Mein Vater will es nicht zugeben und sich auch nicht helfen lassen, wodurch es für mich schwer ist, mit ihm über so etwas zu reden, da er behauptet, ich bräuchte keine Hilfe und ich soll mich nicht so anstellen. Meine Mutter hingegen ist die einzige Person, die mir Halt gibt.

Das tut mir wirklich sehr leid @Mira13 wegen deinem Vater.
Wenn die Depression noch nicht voll da ist, versteht man Betroffene nicht. Aber nach und nach versteht man die Zusammenhänge und Gedankengänge dieser Personen. Ich danke dir für deine Offenheit und biete jedem ein offenes Ohr zum reden an.

Ich wünsche euch alles Gute und hoffe, dass ihr morgen einen wundervollen Tag habt.

17.12.2020 02:33 • x 3 #8


Hoffnungsloser7

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Jetzt wegen Corona ist doch eh nix mit sozialen Kontakten.

17.12.2020 02:50 • #9


Felidae

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@hoffnungsloser:
Dass heißt nicht, dass man sich nicht danach sehnt.

@elise
Ich finde es auch toll, dass du zu uns gefunden hast und schon das "von der Seele schreiben" ist eine große Entlastung und kann sehr helfen, wenn man ansonsten alles für sich behält, weil es vom Umfeld sowieso kein Verständnis gibt.

Die Tatsache, dass du Hilfe annehmen kannst- auch in Form von Medikamenten- zählt zu deinen Ressourcen und du solltest davon unbedingt gebrauch machen um mit deinen "Eigenschaften" wie du sie nennst leben zu lernen.

Ich wünsche dir viel Erfolg und hoffe wir lesen uns noch öfter.

17.12.2020 06:55 • x 1 #10


Hoffnungsloser7

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Zitat von Felidae:
@hoffnungsloser:
Dass heißt nicht, dass man sich nicht danach sehnt.

@elise
Ich finde es auch toll, dass du zu uns gefunden hast und schon das "von der Seele schreiben" ist eine große Entlastung und kann sehr helfen, wenn man ansonsten alles für sich behält, weil es vom Umfeld sowieso kein Verständnis gibt.

Die Tatsache, dass du Hilfe annehmen kannst- auch in Form von Medikamenten- zählt zu deinen Ressourcen und du solltest davon unbedingt gebrauch machen um mit deinen "Eigenschaften" wie du sie nennst leben zu lernen.

Ich wünsche dir viel Erfolg und hoffe wir lesen uns noch öfter.


Ich weiss schon, aber Leute treffen geht jetzt nunmal einfach nicht, nicht mal seinen Partner wenn man nicht zusammenlebt.

17.12.2020 08:51 • #11


Felidae

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Klar geht das, solange es nicht mehr als zwei Haushalte und 5Personen sind.

17.12.2020 09:12 • x 1 #12



Hallo elise01,

x 4#13


Hoffnungsloser7

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Zitat von Felidae:
Klar geht das, solange es nicht mehr als zwei Haushalte und 5Personen sind.


Das ist viel zu Riskant, du musst verstehen, dass ich wirklich panische Angst habe jetzt rauszugehen.

17.12.2020 09:20 • #13

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