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Bin komplett allein und isoliert - Depression und keine Hilfe

Juisui

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Hallo ihr da

Ich stell mich kurz mal vor
Ich bin M/23 und wohne seit ein paar Jahren in Vorarlberg (Österreich)

Nun zu meinem problem.

Wie in der "bio" geschrieben wohne ich seit einiger zeit in Ö. Als ich vor 4 Jahren wegen einem Job hierher gezogen bin, kannte ich erstmal niemanden. doch dann lernte ich ein Mädchen kennen. Mit ihr war ich bis vor einer Woche zusammen. sie hatte keine gefühle mehr (hat mir aber die freundschaft angeboten) .

Jetzt zum eigentlichen problem. sie ist die einzige person die ich hier kenne. sie war alles was mich gehalten hat. mich motiviert hat. die einzige mit der ich über alles reden konnte

ich habe keine freunde. niemanden mit dem ich mal reden könnte. oder zeit verbringen könnte. wirklich keinen.

Mein selbstbewusstsein ist in der Beziehung irgenwie komplett verloren gegangen. früher war ich aufgeschlossen. hatte freunde und mir ging es einfach gut.

Seit ca 2 jahren leide ich durch mangelndes selbstbewusstsein, und durch ein paar andere geschehnisse (verlust der arbeit, eifersucht) an depressionen, selbstzweifeln und auch ab und zu an suizidgedanken (wieder. (hatte ich früher schonmal. hatte damals auch suizidversuche)). das alles hat natürlich auch zur trennung beigetragen.

Was würdet ihr machen wenn. ihr allein wärt? . komplett allein? Und euch einfach nicht traut fremde menschen anzusprechen? . wenn ihr angst vor zurückweisung habt?. euch immer noch mehr isoliert? . niemanden zum reden hättet?. niemanden der sieht wie es dir geht?.

Ich habe angst für immer alleine zu sein! Für immer in diesem loch zu sitzen. und mein leben nie wieder hin zu bekommen.

Achja, noch ein wichtiger punkt:
Ich bin derzeit in therapie. aber ihr könnt sicher verstehen dass die gespräche dort keine freundschaft ersetzen können.

09.04.2019 15:07 • x 2 #1


ohneFunktion

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Guten Abend!

Dass Du in Therapie bist, ist ja schon super und wird Dir langfristig auch helfen herauszufinden, woher Deine Selbstzweifel kommen etc. Und was Du tun kannst, um wieder Vertrauen in Dich zu gewinnen.

Ist es für Dich vorstellbar einen Kurs oder ähnliches zu besuchen?

Lg und schönen Abend

09.04.2019 17:54 • x 2 #2


ohneFunktion

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Ich finde es ja eigentlich schon ganz schön mutig, dass Du in ein anderes Land gezogen bist.

Kannst Du über die Arbeit auch keinen Anschluss finden?

09.04.2019 17:59 • x 2 #3


Juisui


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Das ist ja eins meiner Probleme. ich habe keine Arbeit. (außer ein Kleingewerbe in dem ich Schmuck produziere. aber derzeit nicht mehr verkaufe weil ich den Mut dazu verloren habe.) und so wie ich derzeit beieinander bin finde ich auch keine "normale" Arbeitsstelle.

Kurse werden mir in Massen angeboten (gewerblich). Bin aber gerade nicht mutig genug für sowas.

Wenn ich Zuhause bin, sag ich mir immer wieder: heute gehst du raus! Und machst was aus deinem Leben!
Und kaum bin ich draußen (wenn ich mal raus geh / ich isolier mich immer mehr). zieh ich nix durch. laufe planlos in der Gegend rum und schaue Menschen an die Glücklich sind.

Ja, es braucht Mut um in ein anderes Land zu ziehen. früher war ich für alles mutig. da konnte kommen was wollte. ich hab alles mitgemacht. aber heute? Heute bin ich zurückhaltend. habe keinen Mut mehr. für nix.

Die Beziehung hat mir glaub sau viel genommen. mich wahnsinnig eingeschränkt.
Hab den Kontakt zur außenwelt verloren.

Deshalb schreib ich hier. damit ich wenigstens mal mit irgend jemandem schreiben kann :/

09.04.2019 19:29 • x 1 #4


ohneFunktion

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Hallo nochmal!

Mit Kurs dachte ich eher an was hobby-mäßiges, nichts leistungsorientiertes. Malen oder trommeln, basteln. Natürlich auch um mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.
Wenn Du selbst Schmuck machst, liegt Dir das Kreative eh.
Ist nur so ein Gedanke.

Natürlich darf man nicht unterschätzen, was eine Depression mit einem macht. Sei nicht böse auf Dich, wenn das rausgehen nicht das bringt, was Du erwartest.

Es ist ja schon positiv, dass Du Dich trotzdem motivierst.

Schade, dass Dich Deine Beziehung von allem so entfernt hat. Das ist nicht schön.

Das wird wohl bestimmt auch Thema in der Therapie sein.
Mit der Zeit kannst Du es bestimmt schaffen in Minischritten bei Dir anzukommen. Und damit auch bei anderen Leuten. Das wünsche ich Dir!

Vergiss nie, dass die schlechten Zeiten vergehen und die guten wieder kommen.

09.04.2019 21:10 • x 1 #5


Juisui


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Danke für deine Antwort

Für solche Kurse finde ich einfach keine Motivation.

Doch ich bin böse auf mich. ich hasse mich dafür dass ich nichts mehr auf dir Reihe bekomme. gar nichts mehr.
Alles was ich mir vornehm. mach ich mir wieder kaputt, oder ziehe es eh nicht durch.

Die Therapie. ist so eine Geschichte für sich.
Psychotherapie.
Jede Woche eine Stunde reden.
Aber ich kann der Dame sagen was ich will. es bringt nix. sie schlägt nichtmal Lösungen vor. von einer Klinik und Tabletten rät sie mir ab.
Aber es tut trotzdem gut mal kurz mit jemandem zu reden

Und jetzt schreib bitte nicht dass ich die Therapie wechseln soll.
Das kann ich nicht. ich bin nirgends versichert. und hab somit keine ansprüche auf was besseres. und selbst zahlen. geht nicht. dazu fehlt mir das geld.

Ich weiß einfach nicht mehr was ich noch machen soll.

10.04.2019 21:26 • x 1 #6


ohneFunktion

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Hallo nochmal zu später Stunde!

Je nach Therapierichtung sprechen Therapeuten mehr oder weniger.
Wenn Du das Gefühl hast, die Stunden bringen Dir nichts, solltest Du das dringend ansprechen.

Warum rät Dir diese Therapeutin von Klinik bzw Medikamenten ab? Das finde ich jetzt - ohne die genauen Hintergründe zu kennen - etwas eigenartig.

Möglicherweise ist zur Stabilisierung doch ein Medikament hilfreich. Oder auch ein Klinikaufenthalt. Dort gibt es auch Sozialarbeiter, die Dich bezüglich Versicherung etc beraten können.

Was hast Du für ein Gefühl? Würdest Du eine stationäre Behandlung wollen?

Gibt es sonst Beratungsstellen in der Nähe an die Du Dich wenden kannst?

Das würde ich Dir wünschen!

10.04.2019 22:53 • x 1 #7


Juisui


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In dem Bundesland in dem ich wohne, gibt es nur eine Klinik für solche fälle. Und die ist alles andere als gut.
Meine Therapeutin kennt viele die dort hin gegangen sind, und ihnen wurde dort nicht geholfen. Bei einigen wurde es eher schlimmer, da sie keinen Kontakt nach außen mehr haben, und keine sinnvolle Unterstützung bekommen.

Von Medikamenten rät sie mir ab weil sie nicht möchte dass ich als "Versuchskaninchen" wie viele andere behandelt werde, und weil sie mich vor einer Abhängigkeit schützen möchte.

Ich denke ein Aufenthalt in einer guten Klinik würde mir sicher helfen. Dann wäre ich auch nicht so alleine.

Nein. leider gibt es keinen Beratungsstellen mehr an die ich mich wenden kann.
Ich habe auch schon meinen Hausarzt um Hilfe gebeten. er kann mir im Vertrauen nur raten, Abstand von den Einrichtungen hier zu Lande zu nehmen, und mein leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Geht aber sehr schwer, wenn man nichtmal weiß was mit einem los ist. und wenn man niemanden hat der für einen da ist.

Mittlerweile. wenn ich raus gehe. ziehe ich mir wieder eine "Maske" auf. damit keiner sieht wie es mir geht. aber sobald ich diese "Maske" ablege, oder zu hause die Türe zu mache. brech ich zusammen. weine wie ein Hund. und merke wie sinnlos alles ist.

Ich pack das nicht mehr!

11.04.2019 06:47 • x 1 #8


ohneFunktion

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Ich kann mir vorstellen, dass es momentan sehr viel Kraft kostet, wenn Du Dich so verstellen musst.

Aber, dass die Einrichtungen so verteufelt werden ist mir unverständlich. Wer sich mit Depressionen auskennt sollte wissen, dass der Rat es einfach so weiter zu versuchen einen nicht gesund macht.

Es gibt sonst bestimmt auch die Möglichkeit Dich in einem anderen Bundesland behandeln zu lassen.

Darf ich noch fragen, warum Du nicht versichert bist?

11.04.2019 07:16 • x 1 #9


ohneFunktion

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In Vorarlberg gibt es auch Beratungsstellen von "pro mente".
Dort werden Dir vielleicht noch weitere Möglichkeiten aufgezeigt.

Das wäre auf jeden Fall einen Versuch wert, oder?

11.04.2019 07:23 • x 1 #10


Juisui


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Theoretisch gäbe is die Möglichkeit dass ich in ein anderes Bundesland gehe und mich behandeln lasse.
Da ist aber wieder das Problem mit der Versicherung.

In meiner ehemaligen Beziehung war ich über meine Ex mitversichert. durch die Trennung ist das aber Geschichte.
Ich hab hier keinen Versicherungsanspruch weil:
-ich langzeit Arbeitslos bin (Selbständigkeitsversicherung kann ich mir nicht leisten)
-ich keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld habe (und somit nicht über das Amt versichert sein kann)
-mir eine private Versicherung einfach nicht leisten kann.

Da sieht man mal wie sehr sich die Leute hier um eine Besserung bemühen. ich hab auch kein Verständnis für das ganze. ich bräuchte dringend die Hilfe. aber ich bekomm sie einfach nicht!
Und das zerreißt mich noch mehr.
Das Gefühl zu wissen. dass man das selbst schaffen muss.weil keiner da ist. und das Gewissen dass man es alleine nicht schaffen kann. es zieht mich von Tag zu Tag immer noch weiter runter. und es sieht keiner.

Aber wer soll es denn auch sehen? Hab ja immer diese "Maske" auf. (kann ja auch nicht weinend und zerstört durch die Straßen laufen) . oder wenn ich mich isoliere.
Und keinen um mich habe, den es interressieren könnte.

Mein größter Wunsch wäre es. wenn mich jemand sieht. mich in den Arm nimmt. und sagt ich bin da für dich.
Aber das wird nie vorkommen.
Leider.
Ich bin mittlerweile so sehr am verzweifeln. ich weiß nicht für was ich noch kämpfen soll. an was ich mich noch halten soll.

Wenigstens gibt es dieses Forum. meine einzige Chance auf Kontakt.


Ich bin derzeit beim "IFS" die arbeiten mit "Pro Mente" zusammen. und da geht garnix vorwärts. das is ja mein Problem. ich hab ich die Einrichtungen einen Termin bei einem Psychater bekommen. IN 5 MONATEN. na danke. und ich bin schon in der Kriesenberatung. und trotzdem dauert das alles zu lang.

11.04.2019 07:44 • #11


Juisui


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Kleines Update:

Ich hatte heute einen Termin bei meiner Therapeutin. Sie hat mir eine DBT Gruppe vorgeschlagen (aber auch da habe ich lange Wartezeiten (2-3 Monate) .
Aber es wäre ein Anfang.

Sie hat mir auch so einiges über die Hilfseinrichtungen erzählt (sie ist bei sowas extrem ehrlich, und deswegen kann ich ihr vertrauen (eigentlich könnte sie dadurch ihren Job verlieren))

Sie meinte. sie hatte vor einiger Zeit eine Klientin die auf einer Brücke stand und Suizid begehen wollte. die Polizei hat sie abgehalten und in eine Klinik gefahren. Dort wurde das mädchen am gleichen Tag entlassen (bei akuter Suizidgefahr) und hat einen Termin für in 2 Monaten bekommen.
Das ist ja super oder? Wie krank können "Ärzte" sein? Wo leben wir bitte?

Nur mal so viel zu dem Thema Klinik und Unterstützung.

11.04.2019 13:54 • #12


ohneFunktion

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Zitat von Juisui:
Ich hatte heute einen Termin bei meiner Therapeutin. Sie hat mir eine DBT Gruppe vorgeschlagen (aber auch da habe ich lange Wartezeiten (2-3 Monate) .
Aber es wäre ein Anfang.


Das klingt ja zumindest schon mal nach einer kleinen positiven Wendung.

Und immerhin hast Du eine Therapeutin, der Du vertraust.

Ich weiß halt nicht was ich davon halten soll, dass die Klinik sooo schlecht sein soll, dass es sich nicht mal lohnt kurz hin zu schauen.

Aber schön klingt die Geschichte nicht.
Aber wenn die Therapeutin verantworten kann, Dich nicht dort hin zu vermitteln, dann wird sie sich hoffentlich gut um Dich kümmern. Dazu ist sie verpflichtet.
Alles andere wäre grob fahrlässig.

Was hält Dich davon am zurück in Deine Heimat zu gehen?

11.04.2019 16:37 • #13


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Du scheinst jedenfalls alles Dir mögliche in die Wege zu leiten und das ist gut!

11.04.2019 16:47 • #14


Juisui


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Ja sie kümmert sich so gut sie kann um mich. Stuft mich immer weiter hoch bei ihren Terminen. Daher auch jede woche einen Termin.
Ich bin auch am überlegen ob ich da nicht mal hin schauen soll. es wäre evtl wirklich gut für mich. aber anderseits. denk ich mir auch.warum hält mich eine Psychotherapeutin so sehr von dieser Klinik fern. Da muss was dran sein. nagut meine Ex hat mir davon auch abgeraten. sie war längere Zeit dort.

-Meine Mutter kann nicht so gut mit Gefühlen anderer umgehen. besonders nicht mit meinen.
Ich kann das mit mir irgendwie nicht vereinbaren wieder zurück zu gehen. weiß nicht warum. ich wills einfach nicht. in meiner "Heimat" ist auch schon zu viel passiert. viel zu viel.

Klar versuch ich alles! Ich hab schon suizidversuche hinter mir. und ich hab wieder die Gedanken. aber man lebt nur einmal! Und ich will erleben was morgen passiert. aber ich will einfach auch mal glücklich sein. wenigstens ein paar tage.

Aber mir fehlt einfach die Kraft. ich will! Aber irgendwas zieht mich immer weiter runter. klammert sich an mich. und zerstört mich.
Ich kann machen was ich will. es wird, und wird nicht besser.

11.04.2019 16:52 • #15




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