Bin ich manisch-depressiv / sind das Symptome?

Ich habe schon lange Antworten auf meine Fragen gesucht, und durch die Situation, die ich momentan mit einer depressiv Erkrankten mir sehr nahestehenden Person erlebe, bin ich auf Informationen und Themen gestoßen, die mir zu denken geben.

Zuerst einmal: Meine Mutter litt an sehr starken Depressionen, Psychosen an Zyklothymie also sogenannte Schizoaffektive Schübe, Wahnvorstellungen, seit ihrem 16. Lebensjahr, hatte mehrere Suizidversuche hinter sich, sie verstarb im Oktober 2001. Ich habe das Gefühl seitdem diese starken Fixierungen auf Personen die ich "liebe" zu verspüren.

Schon sehr oft wurde mir bewusst, dass ich viele Symptome einer Depression aufweise, ich habe Zukunftsängste, Verlustängste in extrem hohem Maß und zerbreche jedes Mal an den wechselnden Situationen mit meiner Ex-Freundin. Dadurch, dass ich mich so ausgiebig in all diese Themen eingearbeitet habe ihr zuliebe, um sie zu verstehen, gefühlvoll zu behandeln, habe ich gemerkt, dass sehr vieles auf mich zutrifft. Ich habe bereits 2 Mal einen Selbstmord fast durchgeführt und habe schon von sehr erfahrenen Personen (Vater und Bekannte, die Schwester in einer Psychatrie ist) den Rat bekommen eine Therapie zu starten. Ich war schon einmal kurz davor mich selbst stationär einzuweisen, da für mich kein anderer Ausweg da war.

Grund für dieses Posting ist das heutige Verwundern über mein relativ gutes Befinden, obwohl die akute negative Situation die letzten Tage, Wochen, Monate sehr schwer für mich war, ich habe viel geweint, habe keine Zukunft mehr gesehen, ich wollte lieber tot sein als leben und ich bekam hysterische Weinanfälle. Und heute morgen wachte ich mit guter Laune und gutem Befinden auf, ging mit viel Elan zur Arbeit, hatte richtig Spaß dabei und lachte viel mit meiner Kollegin. Auch jetzt geht es mir echt gut, ich habe Lust später laufen zu gehen, meine Wohnung morgen zu putzen, Spaß zu haben. Dass meine Ex-Freundin mich heute "ignoriert" hat ist mir "egal". Es lässt mich nicht traurig werden. Es ist verwunderlich, vor 2 Tagen bin ich vor Weinen zusammen gebrochen, habe keine Luft mehr bekommen, wenn sie mir eine für mich negative Nachricht schickte.

Meine schlechten Phasen sind mir aufgefallen durch sehr merkwürdige Verhalten meinerseits, ich habe nur im Bett gelegen, konnte mich auf nichts mehr konzentrieren, bekam mich nicht hoch um die Wohnung aufzuräumen, zu saugen, und das obwohl ich es in meinen guten Phasen sehr gern tu. In meinen schlechten Phasen denke ich an den Tod, überlege wie ich einen Suizid bestenfalls begehe, will einfach nicht mehr leben, glaube nur eine stationäre Therapie kann mich vor dem Schlimmsten bewahren. Einen Tag später, wenn es etwas besser geht sind die Gedanken wie weg geblasen und es frage mich wie ich mich in dieser aussichtslosen Situation befinden konnte.

Diese intensiven Schwankungen habe ich schon seit der Trennung meiner Freundin, insgesamt nun seit knapp 8 Monaten, die Anfangszeit war besonders schlimm, ich war - wie gesagt - 2 x mit mir im Klaren meinem Leben ein Ende setzen zu wollen, gescheitert hatte es dann an meiner Mutlosigkeit und den zwischendurch guten Phasen, die ich dank Lorazepam erleben durfte (diese allerdings zähle ich nicht zu den manischen Phasen). Auch bei einer früheren Trennung vor knapp 3 Jahren erlebte ich Nervenzusammenbrüche, die mir aber erst heute bewusst geworden sind (wichtig zu erwähnen, ich wurde beide Male verlassen).

Ich hatte zwischendurch nach langem Kampf um meine Liebe eine gute Phase, da ich jemand neuen kennenlernte, es ging mir gut, ich war glücklich, doch plötzlich - von meiner Ex-Freundin "getrieben" - fiel ich wieder in dieses Loch und ich bemerkte, wie sehr ich sie noch liebe und dass ich sie zurück haben möchte. Der Rückschlag, dass sie nicht mehr mit mir zusammen sein kann (aber will) war sehr hart für mich, ich griff wieder zu den noch zum Glück übrig gebliebenem Tavor in Tablettenform und bekam bei Nachlassen der Wirkung wieder diese schlimmen Gedanken, dass mein Leben nie gut sein wird, dass ich nie glücklich werden kann und vor allem, dass ich all das was vorgefallen ist nicht verarbeiten kann.

Heute geht es mir gut, aber ich kenne mich und weiß, dass ich bald wieder in ein Loch fallen werde, wo ich am liebsten sofort alles beenden möchte. Sind diese Tatsachen ein mögliches Zeichen auf eine manisch-depressive Erkrankung oder spinne ich mir durch die ganzen Recherchen selbst etwas zusammen?

Ich hoffe auf baldige Antworten,
major

05.03.2010 15:55 • #1


Liebe Major,

wir können hier keine Diagnosen stellen, das kann nur ein Arzt. Und an den solltest du dich wenden.

Der Zustand ist für dich schwierig und unverständlich und nur kannst etwas dagegen tun. Da hilft es aber auch nicht, sich im Netz verrückt zu suchen, nur um den Weg zum Arzt nicht zu machen. Selbst- und Ferndiagnosen können dir nicht helfen.

05.03.2010 16:08 • #2


Hallo ,

danke für die Antwort, Diagnosen möchte ich keine, der Weg zum Arzt wird auch folgen, habe aber erst am 10. Mai einen Termin, ich wollte nur Erfahrungen von euch hören, die eventuell schonmal kleine Antworten geben können, auf die Fragen, die ich mir stelle.

Liebe Grüße,
major

05.03.2010 16:13 • #3




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