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Antidepressiva fördert Suizidgedanken

DeBri

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Hi Zusammen

habe eben einen Artikel über bestimmte Arten von Antidepressiva gefunden, die Suizidgedanken verstärken!

Denke das sollte man gelesen haben, auch wenn das vielleicht schon einigen bekannt sein dürfte:

http://www.netzeitung.de/wissenschaft/1493419.html

16.10.2009 10:03 • #1


sek

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Vorsicht bitte mit solchen pauschalen Informationen und keinesfalls in Panik verfallen !!!

Diese NW tritt meist (wenn sie überhaupt auftritt) am Anfang der Therapie z. B. bei antriebssteigernden Antidepressiva auf.
Der Grund dafür ist meines Wissens, daß meist vor der antidepressiven Wirkung des Antidepressiva, es erst zu einer Antriebssteigerung kommt.

LG

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18.10.2009 00:15 • x 1 #2


DeBri

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Ja, wollte niemand in Panik versetzen, sorry falls das passiert ist!

20.10.2009 09:59 • #3


Michael808

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Kann ich bestätigen! Bekam erst durch den Konsum von Mirtazapin konkrete Selbstmordgedanken und hatte sie auch noch, nachdem ich es ausgeschlichen habe.

EDIT: Sehe gerade, dass der Thread schon uralt ist. Ändert aber nichts an der Thematik, gilt heute noch.

04.12.2019 13:58 • #4


bones

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Naja, es kann natürlich wenn man Suizid Gedanken schon vor der Einnahme das verstärken. Auch kann es erst bei der Einnahme solch Gedanken auftreten. Aber es betrifft nicht alle. Ich selber hätte sie schon vor einer Einnahme eines Antidepressiva,die ich genommen hab. Aber sie würden net schlimmer. Weil es vorher schon so manifestiert war, dass ich freiwillig in die Klinik ging.

Du hast deine Erfahrung leider negativ erleben müssen. Aber deine Aussage ist ,meiner Meinung nach, sehr negativ gestellt was Antidepressiva betrifft. Und finde das man es nicht pauschal sagen kann,dass es schlecht ist. Es verunsichert nur für andere,die welche nehmen sollen/müssen, welch Gründe auch immer. Nur weil du schlechte Erfahrung gemacht hast, heisst es noch lang nicht, dass es anderen auch so ergehen muss.

04.12.2019 14:52 • #5


Michael808

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Zitat von bones:
Weil es vorher schon so manifestiert war, dass ich freiwillig in die Klinik ging.

Genau das ist mein Fazit aus der Erfahrung mit Antidepressiva: Wenn ich welche nehmen will, muss man mich streng beaufsichtigen, sonst gehe ich hops (viel hat nicht mehr gefehlt). Als ich meinem Therapeuten und einem Neurologen von den Gedanken berichtete, wollten mich beide sofort einliefern lassen. Wenn ich nicht ein Talent hätte, Leuten was vorzumachen, wäre ich in der Psychiatrie gelandet und höchstwahrscheinlich meinen Job los (wie eine ehemalige Kollegin). Daraus habe ich eine Lehre gezogen, das kannst mir glauben. Meinen Job habe ich heute noch.

Zitat:
deine Aussage ist ,meiner Meinung nach, sehr negativ gestellt was Antidepressiva betrifft
Das ist sie. Und ich meine eben: Zurecht.
Zitat:
Und finde das man es nicht pauschal sagen kann,dass es schlecht ist. In dem Post war Es verunsichert nur für andere,die welche nehmen sollen/müssen, welch Gründe auch immer. Nur weil du schlechte Erfahrung gemacht hast, heisst es noch lang nicht, dass es anderen auch so ergehen muss.

Es muss anderen nicht so ergehen, aber es kann. Ich könnte das, was du geschrieben hast, einfach meiner Erfahrung nach umformulieren und es würde trotzdem stimmen. Beispiel:
Zitat:
Und finde, dass man nicht pauschal sagen kann, dass Antidepressiva nicht schaden. In dem Post war er verunsichert nur für andere, die welche nehmen sollen/müssen, welch Gründe auch immer. Nur weil du gute Erfahrungen gemacht hast, heißt es noch lang nicht, dass es anderen auch so ergehen wird.


Du bist der Meinung, jemand sollte Antidepressiva versuchen, weil es ihm helfen könnte. Ich bin eben der Meinung, jemand sollte sich gut überlegen, ob er so etwas wirklich versuchen will, weil es mir definitiv geschadet und nicht genutzt hat. Mein Leben ist mir (heute wieder) viel Wert und hätte wegen diesem Zeug vorbei sein können oder ich hätte wegen Psychiatrie-Aufenthalt meinen Job verlieren können. Und unter den Folgeschäden der Einnahme leide ich heute noch. Das alles halte ich für inakzeptabel. Deswegen halte ich es für angemessen, vor diesem Zeug zu warnen.

Du hast eben deine Sicht und ich meine. Da gibt es kein Recht und Unrecht.

04.12.2019 15:40 • #6


bones

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Nun das ist ja auch dein gutes Recht. Sicherlich verstehe ich deine Denkweise. Mit guten Argumente.
Das Problem liegt einfach darin, dass sehr viele ,die Antidepressiva nehmen und zusätzlich Therapie machen, die aus der Depression raus geschafft haben, nicht Posten. Meist wird nur negatives berichtet. Das finde ich schade.

Ich war vor 5 Monaten so schwer depressiv,dass ich in die Klinik musste und habe seit gut 1monat die Depression so weit im Griff dass ich sagen kann.so kann ich leben. Das aber ging nur, weil ich zugelassen hab. Habe mein Antidepressiva genommen und andere Medikamente, was mich stabil machte und so auch erfolgreich Therapie machen konnte.

Ich habe Respekt vor dir,was du alles gemeistert hast. Nur will ich dort zeigen,dass du deine Denkweise vielleicht überdenken könntest. Das was du geschafft hast ohne Antidepressiva, hätte ich nicht geschafft. Muss ich dich loben.

04.12.2019 18:20 • #7


Michael808

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Zitat von bones:
Ich habe Respekt vor dir,was du alles gemeistert hast. Nur will ich dort zeigen,dass du deine Denkweise vielleicht überdenken könntest. Das was du geschafft hast ohne Antidepressiva, hätte ich nicht geschafft. Muss ich dich loben.

Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was richtig ist. Meine persönliche Denkweise in der Hinsicht kann ich aber leider nicht ändern. Ich will versuchen, dir ein wenig genauer zu erklären warum: Mich hat die Erfahrung mit Psychopharmaka gewissermaßen traumatisiert. Ich bin psychisch wieder gesund und würde so viele Dinge gerne tun, die mir wegen dieser Schei**e einfach körperlich zu anstrengend sind. Jetzt einfach mal auf den Weihnachtsmarkt gehen und ein, zwei Glühwein trinken. Geht nicht - ich kann nicht lange stehen. Weil meine Knie so weich sind, verliere ich irgendwann sogar das Gleichgewicht, wenn ich mich nicht irgendwo stütze. Alk. kann ich vergessen. Habe neulich nur eine halbe B. getrunken und es fühlte sich am nächsten Tag an, als ob es einige mehr gewesen wären. Sport: Ein bisschen Krafttraining, ein bisschen Ausdauersport. Einfach nur peinlich! Ich habe so abgebaut, seit ich dieses Zeug genommen hab. Früher, selbst mit Depression, konnte ich mich steigern und merkte den positiven Effekt des Sports. Bin 2 mal pro Woche in ordentlichem Tempo 2-3 Kilometer auf dem Elipsentrainer gelaufen. Inzwischen bekomme ich mit äußerster Mühe noch max. 1 km hin und bin dann völlig am Ende. Es fühlt sich auch für die Knie nicht gut an. Überhaupt kann ich mich nur eingeschränkt bewegen. Überall knackt und knirscht es. Ich hab das schon Untersuchen lassen: Keine Anzeichen von Arthrose, kein sonstiger Befund. Aber ich fühle mich eben, als ob ich kaputt gehen würde. Dann dauernd diese Zuckungen am ganzen Körper und immer wieder verkrampfe ich irgendwo so heftig, dass ich tagelang Schmerzen habe. Kieferschmerzen vom Kauen. Manchmal treten einfach plötzlich Sprachstörungen auf. Konnte neulich im Gespräch mit meinem neuen Chef wieder keine vernünftigen Sätze formulieren (überleg mal, wie peinlich sowas ist). Und ständig überall ziehende, stechende und dumpfe Schmerzen an irgendwelchen Körperstellen (die zum Glück immer nur ca. 30 sek. dauern). Schluckstörungen, Blähungen, Darmschmerzen. Und beim Essen nach wenigen Happen Schluckauf - alles ohne Befund. Und ich hatte nie bei psychischer Gesundheit so schlechten Schlaf, wie ich ihn seit Mirtazapin habe. In

Ich hoffe, es wurde deutlich, wie mich dieses Zeug plagt (noch ein halbes Jahr später). Das ist die frustrierende Erfahrung meines Lebens! Habe ich da nicht allen Grund, stinksauer zu sein? Wenn dieses Sche*** Zeug wenigstens einen vorübergehenden Nutzen gehabt hätte, wäre der Preis dafür schon hoch, aber das hatte es ja noch nicht mal. Ich könnte vor Wut toben.

Das ist meine Geschichte damit. Und angesichts der Tatsache, dass ich bereits 4, größtenteils schwere, depressive Episoden ohne Medikamente wieder loswurde, kann ich anderen nur raten, sich dem Risiko eines solchen Folgeschadens nicht auszusetzen. Es kann gut gehen, aber es kann so kommen wie bei mir. Ich hoffe, das möglichst vielen Leuten mit meiner Warnung ersparen zu können.

Übrigens haben alle psychotropen Substanzen noch einen nicht unerheblichen Nachteil: Man kann irgendwann eine Toleranz dagegen entwickeln. Ich hoffe für dich, dass dein Moclobemid nicht irgendwann seine Wirkung verliert. Denn was machst du dann? Hast ja schon einiges probiert, wie ich gelesen habe.

04.12.2019 19:52 • #8


bones

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Das verstehe ich sehr gut. Hast einen guten Grund sauer sein zu dürfen. Dein Körper hat davon Schaden bekommen. Die Erfahrung möchte keiner haben. Leider gibt es immer wieder Menschen, die Opfer davon werden. Gibt es denn nix,was man noch machen könnte mit dein Problem?

Nuja, bei mir ist halt so ,dass ich hoffe,dass ich mit moclobemid mein Antidepressiva stabil bleibe und dann langsam absetzen werde und guck ob es auch ohne funktioniert. Die Hoffnung besteht. Wenn nicht,dann muss ich halt das moclobemid langfristig einnehmen. Damit kann ich aber leben. Denn mein Leben ist wieder soweit so wie ich sie kenne bevor die Depression kam. Bin natürlich froh,dass es doch noch geklappt hat. Aber die Depression hat mich eins gelehrt, Nähmlich das Leben wert zu schätzen. Das tu ich mittlerweile. Es hat mich reifer gemacht,auch als Erwachsene Person.

Hoffe dir wird es bald besser gehen und kannst wieder dein Leben geniessen,wie du es dich so vorstellst.

04.12.2019 20:53 • #9


Michael808

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Zitat von bones:
Gibt es denn nix,was man noch machen könnte mit dein Problem?

Es ist kein Lösungsansatz bekannt, ich recherchiere schon seit Monaten. Das Problem ist auch, dass man von Ärzten mit der Sache allein gelassen wird. Die meisten leugnen, dass es von dem Medikament kommt und schieben die Beschwerden auf die Psyche (was ja bei mir nachweislich nicht der Fall ist). Manche sagen zwar, dass es sein kann, aber haben dann auch keinen Rat außer, dass man abwarten soll. Keiner kann einem sagen, wann das Theater vorbei ist. Und vor allem: Man verlernt, auf seinen Körper hören. Denn man weiß ja nie, welche Beschwerden Teil dieses Problems sind. Wenn jetzt unabhängig davon körperliche Probleme auftreten, denkt man, das kommt sowieso daher. Und man kann ja nicht ständig zum Arzt rennen - es droht die Fehldiagnose der Hypochondrie, womit einem wiederum eine psychische Störung angedichtet würde, die man nicht hat.

Zitat:
Nuja, bei mir ist halt so ,dass ich hoffe,dass ich mit moclobemid mein Antidepressiva stabil bleibe und dann langsam absetzen werde und guck ob es auch ohne funktioniert. Die Hoffnung besteht.

Die Hoffnung besteht auf jeden Fall! Man muss darauf gefasst, was auf einen zukommt und darf die Entzugserscheinungen nicht für ein psychisches Problem halten. Wenn du es mal absetzen wirst, mach es auf jeden Fall ganz vorsichtig: Am Besten nur alle 4 Wochen um 10% reduzieren. Damit hast du die beste Voraussetzung, dass der Entzug so mild wie möglich verläuft. Das beruht auf der Erfahrung zahlreicher geschädigter. Viele Ärzte halten das für unnötig. Aber wie oben schon gesagt, nehmen die meisten Ärzte dieses Problem eh nicht wirklich ernst.

05.12.2019 09:15 • x 1 #10

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