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Antidepressiva Einstellung und Arbeit?

Mimu35

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Hallo,
ich muss morgen zu meiner Hausärztin da ich mich in einer schwierigen Depression befinde. Natürlich werde ich auch versuchen einen zeitnahen Termin beim Facharzt zubekommen und einen Therapieplatz, aber das wird wohl noch dauern und so lange möchte und kann ich nicht warten.
Seit Dezember 2020 nehme ich Laif900 aber das bringt mich einfach nicht weiter, ich bin seit Monaten antriebslos, kraftlos, lustlos und einfach leer und müde.
Seit diesem Wochenende hat sich starke Traurigkeit und Schuldgefühle dazugesellt, ich habe erkannt das ich Hilfe und Unterstützung brauche und möchte!
Ich war bis Ende März 2021 insgesamt 15 Monate krankgeschrieben, und habe kommende Woche meinen 1.Arbeitstag
Bisher habe ich mich völlig gegen eine Antidepressiva Behandlung gesträubt weil ich durch meine Mutter und meinen Bruder sehe, das sie nicht mehr davon wegkommen. Nun ist aber der Punkt gekommen wo ich selber merke, es geht einfach nicht mehr ohne Antidepressiva und Therapie.

Nun stellt sich mir die Frage, wenn ich mit Antidepressiva beginne kann und darf ich dann zurück in den Beruf? (Altenpflegerin aber nur 2 Tage Woche und 8 Std.wöchentlich)
Wie ist es mit Nebenwirkungen?

Ich dachte zurück zur Arbeit wäre wichtig um wieder etwas Struktur im Alltag zubekommen. Wobei ich auch noch 2 Schulpflichtige Kinder habe, also bisschen Alltag gibt es schon noch.

Was ist eure Erfahrung?

14.03.2021 16:31 • #1


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Kate

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Zitat von Mimu35:
ich muss morgen zu meiner Hausärztin da ich mich in einer schwierigen Depression befinde.

Hi und willkommen im Forum, warst Du 15 Monate wegen Depressionen krankgeschrieben?
Liebe Grüße Kate

14.03.2021 16:35 • #2


Mimu35

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Hallo Kate,
ja die Diagnose auf der Arbeitsunfähigkeit war F32.9 G also Depressive Episode, dieses Tief habe ich schon lange und auch immer mal wieder, aber das Loch war die ganze Zeit noch nie soo tief wie seit dieser Woche.

14.03.2021 16:45 • #3


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Kate

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Was hast Du denn dann 15 Monate dagegen unternommen, wenn ich mal so salopp fragen darf?
Ein paar Tage vor Arbeitsbeginn nach 15 Monaten über eine Therapie nachzudenken ist ein bisschen spät oder?
Zitat:
Nun stellt sich mir die Frage, wenn ich mit Antidepressiva beginne kann und darf ich dann zurück in den Beruf? (Altenpflegerin aber nur 2 Tage Woche und 8 Std.wöchentlich)
Wie ist es mit Nebenwirkungen?


Na klar kann man das, gerade bei den paar Stunden sollte das möglich sein. Die Nebenwirkungen richten sich natürlich nach dem Medikament.

14.03.2021 16:48 • #4


Mimu35

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Ich war so lange krankgeschrieben weil ich laut meiner Ärztin total erschöpft bin, alleinerziehend mit 2 Kindern wovon einer ADHS hat,dazu homeschooling, 2019 hatte ich eine Scheidung, kranke Eltern (Mutter depressiv,angststörungen und Panikattacken, Leberzirrose - Vater hatte in den letzten 5 Jahren einen Herzinfarkt, und Blasenkrebs und Kehlkopfkrebs) ich selber habe vor 13 Jahren Zwillinge in der 25.Woche zur Welt gebracht die beide kurz nach der Geburt verstorben sind. Also schon sehr viele Schicksalsschläge aber ich habe immer funktioniert und wollte für alle Dasein und helfen... Therapien hab ich 2007 und 2017 kurzzeitig angefangen aber immer abgebrochen weil ich mich nie verstanden gefühlt habe und keine Tabletten nehmen wollte.

14.03.2021 16:51 • #5


Mimu35

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Seit letztem Jahr habe ich versucht einen Therapieplatz zubekommen und mich auf diverse Wartelisten setzen lassen, wo ich aber bis heute warte... Medikamente habe ich immer abgelehnt aus Angst vor Nebenwirkungen und Abhängigkeit. Im März dachte ich es geht jetzt und ich bin wieder in der Spur, habe die Arbeitsunfähigkeit auslaufen lassen und nun wird es jeden Tag schlimmer, ich hatte dieses Wochenende kinderfrei hab aber nur im Bett gelegen und nichts geschafft ausser ständig in Tränen auszubrechen und die Einsicht zubekommen, ich brauche Hilfe und auch um medikation werde ich nicht herum kommen..

14.03.2021 16:56 • #6


Michi87

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Zitat von Mimu35:
Nun stellt sich mir die Frage, wenn ich mit Antidepressiva beginne kann und darf ich dann zurück in den Beruf? (Altenpflegerin aber nur 2 Tage Woche und 8 Std.wöchentlich)

Du kannst damit beginnen sobald ein Facharzt dir das verschreibt. Auf die Arbeitsfähigkeit haben die Medikamente i.d.R. keinen Einfluss.

Zitat:
Wie ist es mit Nebenwirkungen?

Kommt auf das Medikament an. Die guten Nachrichten zuerst: die Medikamente machen nicht abhängig und Nebenwirkungen (falls vorhanden) bilden sich nach dem Absetzen wieder zurück, d.h. sie verursachen keine bleibenden Schäden. Die Nebenwirkungen sind sehr individuell. Es gibt wohl alles von "keine Nebenwirkungen" bis hin zu "die Nebenwirkungen sind schlimmer als die positive Wirkung". Wie findet man das heraus? Sowei ich das verstanden habe, geht das nur über Trial-and-Error, d.h. man probiert ein Medikament für einige Woche und schaut ob es hilft, welche Nebenwirkungen auftreten, etc. Wenn man damit nicht zurechtkommt, dann verschreibt dir der Arzt ein anderes Medikament.

Wichtig ist meiner Erfahrung nach, dass man realistisch an die Sache rangeht und sich von den Medikamenten nicht zu viel verspricht. Das sind keine Allheilmittel.

14.03.2021 17:00 • #7


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Kate

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Zitat von Mimu35:
Medikamente habe ich immer abgelehnt aus Angst vor Nebenwirkungen und Abhängigkeit.

Von Antidepressiva wird man meines Wissens nach nicht abhängig. Nebenwirkungen können aber anfangs schon dabei sein.

Was glaubst Du, warum Du Dich von den Therapeuten nicht verstanden gefühlt hast?

Das ist wirklich alles Mist was Du erlebt hast. Vielleicht werden die 8 Stunden Arbeit pro Woche gar nicht so schlimm wie Du sie Dir gerade vorstellst. Vielleicht liegt die Aussicht auf die Arbeit auch daran, dass Du Dich momentan nicht gut fühlst?

14.03.2021 17:00 • #8


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Hoffnung21

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Hallo @Mimu35
Du kannst die Antidepressiva jederzeit probieren, auch wenn du arbeitest. Es kann aber zu Nebenwirkungen kommen, die für einen Arbeitstag nicht optimal sind. So würde ich den Start nach deinen Arbeitstagen bzw. auf das Wochenende verlegen.

Ich hab mich auch lange gegen Antidepressiva gewehrt, aber solange wie du hätte ich das nicht ausgehalten. Ich war sehr froh, als ich endlich mein Antidepressiva gefunden hatte, mich wieder mehr freuen konnte, die Stimmung gut wurde und der Antrieb besser wurde. Im Nachhinein hätte mich mein damaliger Psychiater schon viel früher von einer Therapie überzeugen müssen.

Eine Abhängigkeit entwickelt man nicht auf Antidepressiva, wohl aber je nach Antidepressiva deutliche Absetzeffekte, die u.U. sehr unschön sein können. Dies hast du in deiner Familie ja schon beobachtet.

So wie du deinen Zustand beschreibst klingt es nicht wirklich arbeitsfähig. Drängt sich jemand, anzufangen oder willst du das selbst?

LG Eis

15.03.2021 07:26 • #9


bones

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Nun es wurde einiges beschrieben. Was ich aber noch ergänzen möchte ist mit deiner Angst wegen Nebenwirkungen und Abhängigkeit und weil du schriebst , dass du das an dein Mutter und Bruder siehst, wie denen es geht.

Es kommt natürlich drauf an, in wie weit deine Mutter und Bruder therapiert sind, dass man sagen kann, dass man ohne Medikamente leben kann. Wenn man nicht stabil ist und jetzt mit Angst zu kämpfen hat, versucht abzusetzen, dann kann das nicht funktionieren.

Auch was die Nebenwirkungen betrifft, die können und müssen nicht auftreten. Sollte das der Fall sein, dann vergeht das nach einer kurzen Zeit wieder. Auch hier ist es wichtig zu wissen, dass sollte es nicht weg gehen, sich nicht weiter zu quälen mit nw sondern direkt mit den Arzt zu reden. Antidepressiva machen nicht abhängig. Dennoch je nachdem wie lange man sie nimmt und welch Dosis man hat, ist es wichtig, langsam und sich richtig Zeit lassen mit dem ausschleichen. Damit Symptome vermieden werden können.niemals abrupt absetzen.

15.03.2021 09:33 • #10


Mimu35

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Danke für Eure Antworten, sie machen mir Mut! Seit vorgestern nehme ich Medikamente und bin auch wieder krankgeschrieben, Ende des Monats habe ich aber zum Glück schon einen Termin bei einer Psychiaterin/Psychotherapeutin bekommen.

17.03.2021 12:44 • x 2 #11


Mimu35

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Hat von euch jemand Escitalopram eingenommen? Mich wundert es das fast überall gegen Angst und Panikattacken steht, aber das habe ich zum Glück gar nicht sondern mich belastet am meisten diese starke Antriebslosigkeit (nur im Bett sein wollen, nix hôren, nix sehen) und diese stark gedrückte Stimmung und Traurigkeit. Einfach dieses Gefühl keine Kraft mehr zu haben und nix mehr zu schaffen...

17.03.2021 12:46 • x 1 #12


Michi87

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Zitat:
Hat von euch jemand Escitalopram eingenommen?

Ja, ich nehme das (10 mg). Bei mir hat sich dadurch gefühlt gar nichts geändert. Zumindest war das meine Meinung die letzten Monate lang. Es wirkt auf mich weder antriebssteigernd noch stimmungsaufhellend. Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass Panikattacken und Angst wohl unterschwellig ein Thema bei mir waren und in dieser Zeit zurückgegangen sind.

Zitat:
Mich wundert es das fast überall gegen Angst und Panikattacken steht, aber das habe ich zum Glück gar nicht sondern mich belastet am meisten diese starke Antriebslosigkeit (nur im Bett sein wollen, nix hôren, nix sehen) und diese stark gedrückte Stimmung und Traurigkeit. Einfach dieses Gefühl keine Kraft mehr zu haben und nix mehr zu schaffen...

Das kann aber damit zusammenhängen.

17.03.2021 13:03 • #13


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piccolina92

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@Mimu35 hallo liebe Mimu

Ich stecke gerade in der gleichen Lage wie du. Wie geht es dir inzwischen? Wirken die Medikamente? Arbeitest du wieder ?

Beste Grüsse

21.05.2021 09:06 • #14

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