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Antidepressiva absetzen - Schlafstörungen kommen zurück

Michi87

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Hallo zusammen,

ich habe bis vor kurzem Escitalopram 10 mg genommen, das jetzt in Rücksprache mit meinem Arzt für einige Wochen halbiert wurde um ein Ausschleichen zu probieren. Mir ging es in der letzten Zeit besser und deswegen wollte ich das probieren. An manchen Tagen habe ich es sogar ganz weggelassen, um zu sehen wie es mir ohne geht. Ich war sowieso der Meinung, dass mir das Medikament nicht hilft - zumindest was meine Stimmung betrifft.

Jetzt kommen auf einmal - nachdem ich monatelang unterbrechungsfrei geschlafen habe - wieder Durchschlafstörungen. Ich wache mitten in der Nacht grundlos auf und kann lange Zeit nicht mehr einschlafen. Kann es sein, dass das vom Absetzen kommt? Hat jemand ähnliche Erfahrungen damit gemacht?

Viele Grüße,
Michi

11.10.2021 11:07 • #1


Michael808

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Da ich selbst nie Escitalopram genommen habe, kann ich es dir zwar nicht beantworten, aber vielleicht hilft dir meine Methode, selbst die Antwort zu finden:

Als ich das Problem mit Mirtazapin hatte, wollte ich auch wissen, ob die Schlafstörung davon kommt oder die Depression zurückkommt. Ich habe dann immer mal wieder einen Online-Fragebogen zur Depression gemacht. Nun ist das natürlich keine sichere Diagnose. Aber es war tatsächlich so, dass ich dann darin immer nur die Frage zum Schlaf so beantworten musste, dass es auf Depression hinweist. Die anderen deuteten auf nicht-depressiv hin. Ich glaube, das hat mir schon insofern geholfen, dass ich die Problematik leichter hinnehmen konnte.

Der Arzt, der mir das M. verschrieben hatte, wollte keinen Zusammenhang mit dem Medikament sehen. Wie man das bewertet, sei mal jedem Leser selbst überlassen

Viele Grüße,
der andere Michi

11.10.2021 12:41 • x 1 #2



Hallo Michi87,

Antidepressiva absetzen - Schlafstörungen kommen zurück

x 3#3


Michi87

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Hat sich das mit den Schlafstörungen denn später gebessert?

11.10.2021 12:59 • #3


Michael808

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@Michi87 Ja, inzwischen ist der Schlaf wieder ganz okay. Manchmal habe ich noch sehr intensive Träume, aber insgesamt ist es akzeptabel. Hat leider fast ein halbes Jahr gedauert, seit ich nichts mehr genommen habe.

11.10.2021 13:12 • #4


Michi87

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Kleiner Nachtrag: Die Schlafstörungen könnten auch von L-Thyroxin kommen. Ich habe zusätzlich zu Escitalopram auch L-Thyroxin in geringer Dosis eingenommen, da meine Schilddrüsenwerte (TSH) erhöht waren. Genau genommen wurde mir abwechselnd immer mal wieder geraten L-Thyroxin zu nehmen und dann wieder es nicht zu nehmen (von unterschiedlichen Ärzten). In letzter Zeit habe ich es regelmäßig eingenommen. Da L-Thyroxin eine geringe therapeutische Breite hat, kann man es leicht falsch dosieren. Nebenwirkungen sind u.a. Schlaflosigkeit, Nervosität, Herzklopfen, starkes Wärmeempfinden. Tatsächlich bin ich mitten in der Nacht aufgewacht und meine Haut hat am ganzen Körper geglüht. Ich werde es daher vorerst nicht mehr nehmen. In einer Woche weiß ich dann mehr, da die Halbwertszeit wohl in etwa so lange ist.

15.10.2021 09:52 • #5


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bones

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Nun wenn du escitalopram genommen hast, dann kann es sehr wahrscheinlich sein, dass du am Anfang beim absetzen Probleme bekommst. Weil dein Schlaf haushalt durcheinander kommt. Das vergeht aber wieder.

Anders sieht es bei mirtazapin aus. Wer mirtazapin nimmt und es absetzen muss oder auch möchte, der wird definitiv mit schlafschwierigkeiten rechnen müssen. Auch hier ist der Tag-nachtrythmus im Körper wieder im Ungleichgewicht. Man muss quasi das schlafen neu erlernen.

Mit l-thyroxin ist es so dass es KANN aber nicht muss. Die Frage ist halt , dass man abwägen muss, was sinnvoller und vorallem wichtiger ist. Weiß du auch was passieren kann , wenn man nix dagegen macht? Und es kann gut sein, dass du gewisse Zusatzstoffe vom einen Hersteller nicht verträgst usw. da wird es mit Sicherheit ne Lösung finden.

15.10.2021 12:39 • x 1 #6


Michi87

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Zitat von bones:
Weiß du auch was passieren kann , wenn man nix dagegen macht?

Ja, wahrscheinlich nicht viel. Bei mir besteht (evtl.) eine subklinische Schilddrüsenunterfunktion, d.h. die Werte sind leicht erhöht bzw. schrammen gerade so an der Grenze (je nachdem welchen Referenzbereich man zu Grunde legt und wann man misst). Subklinisch, weil nicht unbedingt die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion im Vordergrund stehen. Jetzt kommt der eine Arzt und sagt: "Man behandelt keine Werte, daher nichts einnehmen". Der andere sagt: "SD-Werte müssen verbessert werden, damit man einen Anteil der SD-Funktion an der depressiven Symptomatik ausschließen kann."

15.10.2021 14:16 • #7


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bones

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Bei einer nur leicht erhöhten tsh wert, wird normal kein endokrinologe dich mit tbl behandeln. Das machen meist nur Hausärzte oder Ärzte für innere Medizin.

Ich zb hab auch eine schilddrüsenunterfunktion. Werde aber nicht behandelt, weil die Werte für sie noch ok ist, obwohl er erhöht ist. Ich selber habe mit Depression und Ängsten zu kämpfen, spielte aber keine Rolle.

15.10.2021 15:38 • x 1 #8


Bollefix

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Ich habe viele Jahre Venlafaxin 150mg genommen und dann blöderweise ausgeschlichen. Jetzt habe ich massive Schlafstörungen, weiß aber auch nicht, ob diese doch eine andere Ursache haben. Schleiche mein Medikament jetzt wieder ein und hoffe auf Besserung.

28.10.2021 07:57 • x 1 #9


Michael808

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Zitat von Bollefix:
Ich habe viele Jahre Venlafaxin 150mg genommen und dann blöderweise ausgeschlichen. Jetzt habe ich massive Schlafstörungen, weiß aber auch nicht, ob diese doch eine andere Ursache haben. Schleiche mein Medikament jetzt wieder ein und hoffe auf Besserung.

Ich wünsche dir gute Besserung! Bitte gib dann Bescheid, ob das hilft.

28.10.2021 11:47 • x 1 #10


Bollefix

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Danke Michael808!
Momentan spüre ich von der Stimmungsaufhellung noch nichts, habe aber starken Antrieb (Tag 17). Letzte Nacht wieder nicht geschlafen, aber die beiden Nächte davor. Immerhin.

28.10.2021 11:53 • #11


Michael808

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@Bollefix Okay, das hört sich schonmal nicht schlecht an. Vielleicht kommt auch die Stimmungsaufhellung noch. Viele Ärzte sagen ja, man brauche Geduld, bis sich eine Stimmungsaufhellung einstellt.

28.10.2021 12:06 • x 1 #12


Bollefix

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Hallo Michael808!
Heute zumindest ist sie da, die Stimmungsaufhellung! Ob es anhält? Ich glaube meine Schlafstörungen sind ein Symptom meiner Depression. Hoffentlich gehen die als nächstes! Pass bitte auf Dich auf, daß Du nicht wie ich unbemerkt in eine Depression rutschst.
Liebe Grüße, Bollefix

29.10.2021 16:09 • #13


Michael808

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Hallo Bollefix,
das hört sich doch gut an! Ich habe mit diesem Medikament keine Erfahrung und kann dir somit nicht prognostizieren, ob es anhalten wird. Aber das wirst du schon sehen (und hoffentlich berichten). Ich glaube, man rutscht immer unbemerkt in eine Depression rein. Mein Psychologe hat mir auch gesagt, dass ich damit rechnen sollte, dass ich das Problem wieder haben werde. Aber momentan geht es mir ganz gut. Ich bin zwar in Trauer über einen verstorbenen Freund, aber darüber bin ich mir bewusst und werte dass nicht als Rückfall.
LG
Michael

31.10.2021 18:00 • #14



Hallo Michi87,

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Bollefix

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Hallo Michael808,
das tut mir sehr leid mit Deinem Freund!
Liebe Grüße, Bollefix

01.11.2021 11:04 • x 1 #15

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