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Angst vorm Rausgehen

Psychogirl54321

Psychogirl54321

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Hallo. Hier bin ich wieder mit einem Text. Das nimmt auch kein Ende.
Also. Es ist gar nicht so lang her als ich mich von meinem Freund getrennt habe. Um ehrlich zu sein dachte ich es würde mir mehr weh tun. Aber in Gegenteil. Ich bin eher erleichtert darüber nicht mehr bei ihm sein zu müssen. Das zeigt wohl das ich gar nicht so viel empfunden habe für ihn glaub ich.
Jedenfalls ist es mir erst vor etwa 10 min aufgefallen. Reichlich spät.

Ich habe Angst rauszugehen.
Da ich oft daheim bin und selten die Wohnung verlasse fiel es mir wohl zu spät auf aber als ich grade mit meiner besten Freundin geschrieben habe(ja wir haben uns wieder vertragen) wurde es mir klar. Als sie meinte sie bräuchte ihren Regenschirm wieder den sie mir vor einer Weile geliehen hatte kam allein beim Gedanken die Wohnung zu verlassen Angst in mir. Ich hatte das schon vor kurzem mal bevor ich zu meinen ex Freund gefahren bin.

Die Tür öffnen macht mir schon Angst. Und selbst in der Wohnung verspüre ich an einem ort Verfolgungsängste. Wie das? In der Wohnung wo geschlossene Räume sind.
Es ist schlimm.
Ich muss nur die Badezimmertür offen lassen und mich mit rücken zu ihr drehen und schon denke ich jemand steht hinter mir.
Ich versuche schon verzweifelt eine Therapeutin zu finden nur bisher ohne Erfolg.

16.07.2020 00:13 • #1


Michi87

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Hallo Psychogirl,
geh zu deinem Hausarzt und sprich mit ihm darüber. Hausärzte sind eine sehr gute erste Anlaufstelle für psychische Krankheiten. Die können schonmal eine erste Einschätzung abgeben und dich ggf. weiterüberweisen. Außerdem bekommt man innerhalb von ein, zwei Tagen einen Termin. Danach gings mir immer wieder besser. Langfristig wäre wahrscheinlich eine Therapie sinnvoll, sobald du einen Platz bekommst.
Viele Grüße,
Michi

16.07.2020 08:41 • x 1 #2


Psychogirl54321

Psychogirl54321

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Danke. Sobald ich wieder raus kann mache ich das.

16.07.2020 11:06 • #3


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Irgendeine

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Was wäre, wenn deine Freundin (oder wer anders) dich ein paar mal begleiten würde?
Was ist mit Musik? Ich krieg draußen schnell akustische Reizüberflutung. Dagegegen hilft Musik (klingt paradox, aber da kommen die Geräusche nicht aus tausend verschiedenen Quellen).
Vielleicht probierst du mal, ob es Musik gibt, die dich von deiner Angst ablenken.
Oder ein Hörspiel.

Eine andere Möglichkeit wäre, sich mal hinzusetzen und aufzuschreiben, was dir wirklich realistisch passieren könnte, wenn du die Wohnung verlässt und was du gegen das jeweilige "Argument" tun könntest.
Diese Liste (oder wie auch immer du es gestalten möchtest) kannst du dir dann gut sichtbar irgendwo hinlegen.

"Dem Gespenst die Hand reichen, wenn es einen fürchten machen will!"

Ich habe mir ein großes Bild gemalt, mit dieser Aussage drauf.

Damit will ich deine Ängste nicht ins Lächerliche ziehen. Ich weiß nur aus Erfahrung, dass es manchmal hilft, sich Dinge rational vor Augen zu führen.

16.07.2020 11:46 • x 1 #4


Psychogirl54321

Psychogirl54321

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Ich bin dankbar für jegliche Art von Tipps. Naja mit Musik schaffe ich es z.b mit dem Bus zu fahren ohne vollkommen auszuticken. Nur geht das hierbei leider nicht. Habe es schon mit verschieden Genres probiert. Metal,Rock,Punk, Klassik usw.

Was genau meinst mit dem Geist?

16.07.2020 12:27 • #5


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Irgendeine

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Zitat von Psychogirl54321:
Was genau meinst mit dem Geist?

Da ist irgendwas irrationales, was dir solche Angst macht, du die Wohnung nicht verlassen kannst.
Denn wenn du mal drüber nachdenkst, gibt es keinen realistischen, rationalen Grund, warum du davor Angst haben müsstest. Also natürlich kann immer irgendwas passieren, aber ich denke, du weißt was ich sagen will.

Das meine ich mit "Gespenst". Ein Gespenst ist etwas irrationales, von dem man weiß, dass es eigentlich nicht real ist. Die Angst davor ist real, aber der Grund nicht.
Genauso ist es mit deiner Angst, die Wohnung zu verlassen. Die Angst davor ist absolut real, aber der Grund ist es nicht.

16.07.2020 12:36 • x 1 #6


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Kate

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Hallo Psychogirl,
Du bist letztens erst noch durch zwei Länder gereist, um einen fremden Mann kennenzulernen und dort 14 Tage zu bleiben. Das finde ich schon sehr mutig. Ich glaube Du hast genug Mut auch jetzt vor die Tür zu gehen. Oder was hat sich plötzlich geändert. Was für Situationen sind es denn, die Dich drinnen halten?

LG Kate

16.07.2020 15:06 • x 1 #7


Psychogirl54321

Psychogirl54321

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Ich weiß es nicht genau was los ist. Angst zu haben ohne zu wissen wovor man Angst hat ist kein gutes Gefühl.
Und mut hätte ich damals nicht. Ich war einfach nur dumm und naiv genug um zu glauben es wäre alles okay für mich.

Ich habe schon seit der Hauptschule Übung darin Dinge zu verdrängen.
Manchmal verdränge ich Menschen und Rede mir ein das Sie nicht so wichtig sind, so wie damals bei meiner Großmutter kurz bevor sie starb.
Und natürlich bin ich auch in der Lage meine eigenen Gefühle zu verdrängen und teilweise sogar zu löschen.
Ich weiß z.b garnicht mehr wie sich das angefühlt hat ihm zu sagen das ich ihn liebe. Ich bin mir sogar sicher dass das nur eine Lüge war als ich ihm sagte das ich ihn liebe. Eine Lüge an mich selbst.
Und jetzt hocke ich daheim, frage mich gerade was mein Problem ist und denke nach.

Abgesehen von der Tatsache was vor ein paar Tagen war und das was sonst Grad so los ist versteh ich einfach nicht warum das alles?
Wie konnte es soweit ausharten?

Damals bei der Beerdigung meiner Großmutter, der Frau die mich großgezogen hat, musste ich nicht einmal weinen. Ich saß nur da und fragte mich wann ich endlich wieder gehen kann.
Und das einzige wobei ich mich schuldig fühle ist das es mir bis heute quasi egal ist was damals geschah und ich nicht wirklich traurig war.
Ähnlich bei meinem ex Freund. Ich hab kein Stück um ihn geweint. Ich hab nur geweint weil ich denn Gedanken nicht ertragen konnte obdachlos zu sein.
So als wär unsere Beziehung gar nicht wirklich da gewesen.
Vielleicht bin ich ein schlechter Mensch wenn ich das jetzt sage aber: Ich bin wirklich froh und unglaublich dankbar dafür jetzt nicht bei ihm sein zu müssen.

Ich schätze mal das meine Angst vor dem rausgehen schon einen Anfangspunkt hat.
Nur weiß ich nicht wo der liegen soll.
Ich hatte früher auch schon Zeiten wo ich Panik verspürt habe rauszugehen. Schwer da den Überblick zu behalten. Besonders wenn man es all die Jahre verdrängt hat das man ein Problem hat.

16.07.2020 20:21 • #8

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