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Angst vorm Alleinsein im Alter

Scamander

Scamander

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Hallo zusammen!
Ich weiß es ist noch Zeit bis meine Tochter auszieht, aber dennoch mache ich mir Gedanken wie mein Leben danach aussehen wird.
Ich habe keine Freunde und ich lebe von EU Rente.Das ich je noch einen Mann finde glaube ich einfach nicht und so denke ich oft, wie mein Leben aussehen wird, wenn mein Kind ausgezogen ist (in ca 5 Jahren). Ich werde nie viel Geld haben und habe Angst das ich in so einen schrecklichen Hochhaus lande. Gestern habe ich in so einen Teil (von der ganz runter gekommenen Sorte) einen Wasserkocher abgeholt und bin im Fahrstuhl einen Opa mit kaputten Zähnen und Hund im Fahrstuhl begegnet. Habe Angst das ich irgendwann als Oma in so einen abgeranzten Hochhaus mit 16,Stock wohne, mit kaputten Zähnen und Katzen. Auch jeden meine Lebensgeschichte erzähle, der nicht schnell genug weg laufen kann.
Anderseits denke ich, vielleicht ziehe ich in ein Mehrgenerationenhaus oder suche mir eine Miniwohnung in einen Stadtbezirk der halbwegs ansehnlich und erschwinglich ist.
Aber im Augenblick habe ich wieder Angst vor der Hochhausvariante.
Gruß Scamander

03.07.2020 18:52 • x 4 #1


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Kate

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Zitat von Scamander:
Anderseits denke ich, vielleicht ziehe ich in ein Mehrgenerationenhaus oder suche mir eine Miniwohnung in einen Stadtbezirk der halbwegs ansehnlich und erschwinglich ist.


Da hast Du doch einen sehr guten Plan. Daran und nur daran solltest Du festhalten. Schmück es in Deiner Vorstellung noch ein wenig aus. Du hast es selbst in der Hand.

LG Kate

03.07.2020 20:51 • x 5 #2


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Pessimist

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Hallo ...

darüber habe ich in letzter Zeit auch öfter nachgedacht. In den vergangen Jahren bin ich sehr gerne alleine. Wenn ich mal irgendwo eingeladen oder so bin kostet es mich ziemliche Überwindung dort auch wirklich hinzugehen.
Aber ich möchte es nicht übertreiben, sonst habe ich nämlich eines Tages wirklich niemanden mehr !

Ganz ehrlich, wenn ich so manche Stadtteile bei uns sehe ... oh Gott ! Vor allen Dingen ist unserer Stadt die 2. Clan-Hauptstadt sofort nach Berlin ! Folglich gibt es dort auch viel Kriminalität und Bandenkriege inzwischen. Das sind natürlich die preiswerteren Wohngegenden und da ich auch nicht viel Geld haben werde, habe ich auch etwas Bange dort einmal zu landen.

Du brauchst aber dringend 1 - 2 Menschen denen Du voll vertrauen kannst ! Wirklich ganz alleine ist Mist, muss auch nicht sein !
Zig Millionen leben heut zu Tage völlig alleine, man bekommt es halt nur nicht so mit ... aber es ist so.

Es gibt da eine interessante Website, die es eigentlich in ganz Deutschland geben müsste.
Bei uns heißt diese Seite "nebenan.de" bezieht sich also auf die nähere Umgebung und Nachbarschaft. Durch Zufall habe ich dort auch schon den einen oder anderen angetroffen. Auch neu hinzugezogene die nach neuen Bekanntschaften suchen.

Und ich garantiere Dir, Du bist bei weitem nicht alleine mit dem Problem ! Du brauchst ein kleines Netzwerk und vor allen Dingen brauchst Du eine Tätigkeit zum Kompensieren. Stelle Dir vor, Du seist in eine andere Stadt gezogen, weiter weg. Da müsstest Du ggfs. auch ganz von vorne anfangen. Es geht, vor allen Dingen mit Hilfe des Internets. Im Grunde hast Du auch schon den ersten Schritt hiermit unternommen.

Wie gesagt, ääääähhh geschrieben, guck mal nach "nebenan.de" oder ähnliche Seiten. Aber warte nicht zu lange damit, die Zeit rennt einem davon !

Beste Grüße

03.07.2020 21:16 • x 7 #3


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Pessimist

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03.07.2020 21:52 • x 1 #4


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Gelba

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Hallo Scamander,

kann Dich gut verstehen!
Bekomme EU_Rente.
Und jetzt ist bereits sowas wie nötige Gleitsichtbrille nicht drinnen.
Oder wegen arger Hüftschmerzen aufgrund Hüftdysplasie eine vom Orthopäden empfohlene Stoßwellentherapie (diese ist nur bei Fersensporn Kassenleistung).
Beides wär nötig und vieles mehr, ist aber mit EU-Rente nicht drin

Ich wohn in einem Block, weil der Wohnungsmarkt keine andere günstige Wohnung hergibt

Zum Wiedergesundwerden sind solche Umstände nicht geeignet.

Eine Frechheit ist, wenn Menschen so tun, als sei das freigewählt.
Diese sollten mal in der Situation (über) leben müssen mit nur Existenzminimum (wo nichtmal medizinisches gedeckt ist), dann würde ihnen mal die Augen aufgehen.

Ich kann Deine Zukunftsängste nur zu gut verstehen!

Lieber Gruß
Gelba

03.07.2020 23:23 • x 1 #5


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Kate

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Zitat von Pessimist:
Du brauchst ein kleines Netzwerk und vor allen Dingen brauchst Du eine Tätigkeit zum Kompensieren. Stelle Dir vor, Du seist in eine andere Stadt gezogen, weiter weg. Da müsstest Du ggfs. auch ganz von vorne anfangen. Es geht, vor allen Dingen mit Hilfe des Internets. Im Grunde hast Du auch schon den ersten Schritt hiermit unternommen.


Lieber Pessimist, das finde ich, ist ein sehr guter Ansatz. Es gibt immer eine Möglichkeit dem Alleinsein ein Stück weit zu entfliehen. Sich dabei alleine fühlen, ist was anderes, aber Alleinesein kann man ganz gut vermeiden.

LG Kate

04.07.2020 06:56 • x 3 #6


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Kate

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Liebe @scamander, vielleicht noch abschließend, mein Therapeut sagt immer; man kocht heute die Suppe, welche man später essen möchte. Heißt in etwa; tu heute was für Deine Zukunft. Lass es nicht erst soweit kommen, dass Du Dich zu Dingen gezwungen fühlst, die Du nicht magst. (Plattenbau)
Plane rechtzeitig Dein Alter (es kommt meist schneller als man denkt )
Vielleicht ist es auch schon an der Zeit sich eine hübsche kleine Wohnung zu suchen, sobald Deine Tochter ausgezogen ist. Auch gibt es so viele Unterhaltungsangebote für ältere Menschen, da ist sicherlich für jeden was dabei.

Es soll auch Wohngemeinschaften älterer Menschen geben, muss man allerdings mögen.

LG Kate

04.07.2020 09:22 • x 1 #7


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Resi

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Wie wäre es mit einer WG?
Es gibt sicherlich genug Leute, die auch allein sein werden.

05.07.2020 08:48 • x 2 #8


Scamander

Scamander

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Danke euch allen für die Antworten.....
Generell habe ich schon mit zwei Kids eine Zeitlang an der Armutsgrenze gelebt und kann mit wenig glücklich sein. Brauche nicht viel Luxus und freue mich eher an kleinen Dingen....
Allerdings bin ich auch von meiner Wohnsituation aktuell verwöhnt. Wir wohnen in einen Stadtteil mit geringer Kriminalitätsrate, Wald und Wasser drum herum, Altstadt mit vielen süßen Lädchen und Cafes um die Ecke....Die 4 Raumwohnung ist ein Glücksfall von der Miete her. Allerdings weiß ich nicht ob Fios Papa und ich hier wirklich zusammen wohnen bleiben wenn sie ausgezogen ist.
Er hat diese supereifersüchtige Freundin in der USA und die würde mich lieber besser heute als morgen aus der Wohnung haben. Problem ist nur das der Mietvertrag auf mich läuft.
Habe auch schon überlegt ein Zimmer zu vermieten wenn ich hier allein zurück bleibe. Das Zimmer ist riesig und mir reichen die zwei kleinen Zimmer... Keine Ahnung...
Anderseits und gerade jetzt wo eine Mimose im Vergleich zu mir aus Beton ist, sehe ich mich wieder in Marzahn mit einer Katze im Arm, die auch keiner mehr will....
Bei Nebenan de behagt mir nicht das ich mich mit kompletten Namen und Adresse eintragen muss...Es gibt auch einen Gesprächskreis für Singles. Sonst laufen meine Bemühungen Leute kennenzulernen leider ins Leere. Die meisten sind weg wenn sie hören das ich einer Borderlinerstörung habe. Die letzte Frau betonte mir zu sehr das sie im Gegensatz zu mir einen geisteswissenschaftlichen Studienabschluss hat und so solide ist. Klar, wer aus sieht wie eine Mischung aus Pippi Langstrumpf und Wendsday Addams kann nicht bodenständig sein.... Seufz

05.07.2020 10:15 • x 1 #9


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Resi

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Du, wieso erwähnst du das denn überhaupt?
Borderline ist doch nicht das Hauptmerkmal deiner Persönlichkeit.

Ich erzähl auch nicht jedem gleich, daß ich einen BO hatte und immer noch zu Depressionen neige, das erfahren wirklich nicht viele.
Mir hat kürzlich ein guter Freund nach zwei Jahren eröffnet, daß er positiv ist und Angst hatte, daß ich gehe, wenn ich es weiß- nein, tu ich nicht.

Würde ich jemand kennenlernen und der/diejenige würde mir relativ zügig sagen, daß er/sie Borderliner ist würde ich vermutlich auch erstmal vorsichtig zurückhaltend sein.
Laß den Menschen doch erstmal die Chance, den Menschen Scamander zu sehen und nicht die "Störung".

05.07.2020 11:16 • x 3 #10


Plexiglas

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Hallo Scamander,

genau solche Ängste habe ich auch. Es gibt keine konkrete Veranlassung , ich bin oft Tage und immer wiederkehrend darin gefangen. Einmal war ich bei einer Frau in einer Wohnung mit Einzelöfen wo man noch Öl reingießt... ich wußte gar nicht das es sowas noch gibt...Erstaunlicherweise war die Frau aber mit sich und ihrem Leben total im Reinen, absolut zufrieden und hat sich selbst als glücklich bezeichnet.
Daraufhin hatte ich wieder Schuldgefühle weil ich mich nicht einfach zufrieden und glücklich fühle.
Ich habe kaum Kontakte wo ich das Thema ansprechen könnte, würde es aber aus der Erfahrung raus nicht tun weil es niemand so recht versteht. Die meisten leben im hier und jetzt und denken nicht über Szenarien nach die da schlimmstenfalls kommen könnten.
Schön für sie.

Liebe Grüße
Plexiglas

16.07.2020 02:03 • x 1 #11


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Axel61

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Ich glaube es gibt mehr die sich davor fürchten, als man denkt. Ich kenne Einige und hatte selbst schon Panik deswegen. Man muss sich nur trauen es auszusprechen, und dann kommt es raus. Aber meißt erst dann, wenn sie konkret befürchten müssen, dass es auch mal so endet. Solange der Partner noch da ist interessiert der Rest nicht. Ein Freund von mir verbringt seine Freizeit nur mit Hund und seinem Vater. Der ist über 80. Denn der in 10 Jahren nicht mehr ist, dann bleibt nur noch der Hund. Ich glaube nicht, dass sich dann noch jemand von den früheren Freunden, die er jetzt vernachlässigt, noch interessieren wird. Man sollte da früh was überlegen. Ich werde vielleicht das Gehöft meiner Tante übernehmen, wenn Sie nicht mehr lebt und da ne WG aufmachen. Ne bessere Idee habe ich nicht. Meine Siefmutter mein, ich solle doch in die Stadt ziehen. Und was mache ich dann da? Kulturkreis? Ist in Zukunft echt ein großes Problem für die vielen Kinderlosen und verkrachten Familien.

16.07.2020 16:28 • x 2 #12


Plexiglas

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Hallo Axel,

genau diese beiden Lösungsansätze überdenke ich auch. Solche WGs sind eine gute Sache aber noch nicht wirklich so verbreitet. Die Stadt bietet zumindest die Möglichkeit vor der Haustür gleich im Leben zu sein und ein Årztenetz ist auch da. Andererseits ist der Stadtbus echt rücksichtlos für das tempo älterer Menschen. Wer weiß schon welche Entscheidung die richtige ist. Mit einem Freundeskreis wäre die Entscheidungsfindung leichter. Und diese gewachsenen Kreise sind nicht an einem neuen Zugang interessiert. Jedenfalls ist das meine Erfahrung. Letztlich muss eine Entscheidung aber auch noch praktisch umsetzbar sein. Heißt Angebot und Preis....
Liebe Grüße
Plexiglas

16.07.2020 21:52 • #13


Scamander

Scamander

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In Berlin gibt es ein paar Mehrgenerationen Wohnprojekte. Darüber habe ich auch schon nachgedacht.

17.07.2020 07:43 • #14

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