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Angst vor Kündigungsgespräch

MoeKobayashi

MoeKobayashi

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Hallo zusammen,

ich bin in meinem aktuellen Job nicht glücklich, weil ich kaum etwas zu tun habe, mich extrem langweile und ich auch bei Nachfrage von Kollegen keine zusätzlichen Aufgaben bekomme. Verstehen tue ich das leider nicht, weil mein Kollege sehr viel zu tun hat, aber lieber zu Hause und am Wochenende weiterarbeitet, statt mir etwas abzugeben. An meinen Fähigkeiten kann es nicht liegen, da ich immer sehr gewissenhaft arbeite.
Wir sitzen coronabedingt zu zweit im Büro und sind beides sehr ruhige Menschen, deshalb führen wir auch nie Smalltalk oder sowas.
Ich bin leider durch fehlende Kontakte recht sozial inkompetent geworden, wenn man es so nennen mag. Ich traue mich nicht, zu anderen Kollegen ins Büro zu gehen (was aktuell auch nicht gern gesehen ist) und weiß mit meinem Kollegen auch keine Themen zu besprechen.
Das lässt mich alles nur noch depressiver und zurückgezogener werden und deshalb möchte ich meinen Job wechseln.
Ich habe da auch bereits eine neue Stelle in Aussicht, bei der ich definitiv mehr zu tun haben werde.

Nun weiß ich leider nicht, wie ich die Kündigung ansprechen soll.
Wie bereits erwähnt bin ich sehr ängstlich und unsicher, was Gespräche mit anderen betrifft. Gerade beim Chef ist das besonders schwer für mich.
Ich habe auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil die Firma wirklich super ist und alle Kollegen sehr nett sind, aber ich werde hier nicht glücklich. Ich bin knapp ein halbes Jahr angestellt und in dieser Zeit hatte ich nie genug zu tun.

Habt ihr vielleicht ein paar Ideen, wie ich die Kündigung am besten ansprechen kann? Soll ich per Mail/Anruf nach einem Termin fragen oder direkt zum Büro vom Chef gehen (ich weiß leider nicht mal genau, wo das ist. )?
Oder soll ich einfach die Kündigung in den Briefkasten werfen, wenn ich nächste Woche Urlaub habe?
Was kann ich tun, um weniger Angst vor dem Gespräch zu haben?

Danke für eure Hilfe!

15.04.2021 13:16 • #1


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mutmacher

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Herzlich willkommen erst mal hier im Forum.
Und dann gleich die Frage: Hast Du denn schon einen neuen Job in Aussicht ? Auf keinen Fall kündigen ohne neuen Job, aber das wirst Du wissen, oder ?

15.04.2021 13:27 • #2


Resi

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Zitat von MoeKobayashi:
Ich habe da auch bereits eine neue Stelle in Aussicht, bei der ich definitiv mehr zu tun haben werde.


Das ist schon mal gut.
Trotzdem würde ich an deiner Stelle zunächst mal das Gespräch mit dem Chef suchen und ihm die Situation schildern.
Was hast du zu verlieren?

15.04.2021 13:33 • #3


MoeKobayashi

MoeKobayashi

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Zitat von mutmacher:
Hast Du denn schon einen neuen Job in Aussicht ? Auf keinen Fall kündigen ohne neuen Job, aber das wirst Du wissen, oder ?

Ja, ich habe etwas in Aussicht. Ich habe am Montag ein Vorstellungsgespräch, bin aber optimistisch, dass das klappt.

Zitat von Resi:
Trotzdem würde ich an deiner Stelle zunächst mal das Gespräch mit dem Chef suchen und ihm die Situation Was hast du zu verlieren?

Mein Problem ist einfach, dass ich viel zu viel Angst davor habe, mit ihm zu sprechen...

15.04.2021 14:15 • #4


Resi

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Was kann denn passieren, was kann er dir tun?

15.04.2021 14:19 • #5


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mutmacher

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Natürlich kannst Du die Kündigung auch in den Briefkasten werfen und in den Urlaub rauschen.

15.04.2021 14:20 • #6


MoeKobayashi

MoeKobayashi

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Zitat von Resi:
Was kann denn passieren, was kann er dir tun?

Ich weiß, dass er mir nichts tun wird, trotzdem habe ich damit einfach sehr große Probleme

15.04.2021 14:39 • #7


Resi

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Okay, kann ich verstehen.

Dann wünsch ich dir jetzt erstmal viel Glück fürs Bewerbungsgespräch.
Danach sehen wir weiter

15.04.2021 14:45 • #8


MoeKobayashi

MoeKobayashi

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Zitat von Resi:
Okay, kann ich verstehen. Dann wünsch ich dir jetzt erstmal viel Glück fürs Bewerbungsgespräch. Danach sehen wir weiter

Dankeschön

15.04.2021 14:59 • #9


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Heideblümchen

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Guten Morgen, @MoeKobayashi und alle anderen,

schön, dass du da bist. Deine Kündigung solltest du natürlich erst einreichen, wenn du den anderen Job sicher hast. Und auch dann erst, wenn du nach dem Vorstellungsgespräch in Ruhe über den Wechsel nachgedacht und die Vor- und Nachteile gegeneinander aufgewogen hast. Das ist wichtig, damit du nicht was unüberlegtes tust.
Und erst, wenn du den Vertrag bei der "neuen" Firma in trockenen Tüchern hast (wenn alle Unterschriften auf dem Vertrag sind), würde ich (meine Meinung, aus Erfahrung) kündigen.
Egal, wie groß der Betrieb ist, in dem du aktuell arbeitest: eine Kündigung von Mitarbeitern ist "normal" und dein Chef wird dir sicher deswegen nicht persönlich böse sein. Vielleicht wird er aber auf dich zukommen und dich fragen, warum du nicht vorher um Unterstützung gebeten hast. Es wäre fair, dann zu sagen, dass du dich dort unterfordert fühlst. Wenn du dich in irgendeiner Form von ihm gedrängt oder verunsichert fühlst, kannst du ja auch sagen, dass du im Umgang mit Chef-Angestellten-Gesprächen so deine Probleme hast und er deine Kündigung bitte einfach akzeptieren soll.
Meine eigene Erfahrung ist, dass man in jüngeren Jahren oft Probleme damit hat, solche Gespräche zu führen. Je mehr Erfahrung im Beruf und je mehr Selbstbewusstsein man dadurch bekommt (und du schreibst ja selber, dass du sehr zuverlässig bist - Daumen hoch dafür!), desto leichter fallen einem Kündigungsgespräche. Es ist immer deine Entscheidung, warum du einen Job wechselst. Wenn dein noch-Chef dir sogar in einem Gespräch bessere Bedingungen und Konditionen anbietet, heißt das ja auch, dass er dich behalten möchte, weil du gut warst und bist. So ein Gespräch muss nicht (nur) dazu führen, dass du dich in die Enge getrieben fühlst. Und Konfrontationen gehören eben oft zum Leben dazu und können auch etwas gutes bewirken und dich stärken. Ich wünsche dir viel Glück, dass du die richtige Entscheidung für dich findest und du deine Pläne in einer sinnigen Reihenfolge umsetzt!

16.04.2021 11:00 • x 1 #10


MoeKobayashi

MoeKobayashi

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Erstmal dankeschön @Heideblümchen für die lieben und hilfreichen Worte
Mein Vorstellungsgespräch ist super gelaufen und nun fehlt nur noch das letzte okay vom Betriebsrat, damit ich starten kann. Das ist aber bloß eine Formalie.
Ich habe mich jetzt dazu entschlossen, meinen Chef per Mail über meine Kündigung zu informieren, da ich partout nicht weiß, wie ich es ihm telefonisch oder noch schlimmer persönlich sagen soll... Sicherlich werde ich morgen einen Anruf von ihm bekommen und auch das macht mir eine Menge Angst... Aber da muss ich wohl durch, ich komme ja leider nicht drum herum

22.04.2021 22:38 • x 2 #11


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Lost111

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@MoeKobayashi

Das hört sich doch total positiv an, gratuliere, gut gemacht!
Ich kann mir denken, dass dir die Kündigung nicht leicht fällt. Aber ich denke, dass du das auch noch schaffst. Nur Mut!
Mit einem Anruf deines Chefs musst du rechnen. Aber immerhin musst du ihm dabei nicht gegenüber sitzen. OK, das macht die Angst bei dir wahrscheinlich nicht wirklich geringer. Aber jetzt bist du soweit gekommen.
Ich wünsche dir, dass du positiv in die Zukunft sehen kannst.

LG Lost111

22.04.2021 22:46 • #12


MoeKobayashi

MoeKobayashi

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Vielen lieben Dank @Lost111 Deine Worte machen mir Mut. Ich hoffe, dass der Anruf gut laufen wird und mein Chef verständnisvoll reagiert. Und danach kann ich dann entspannen und mich auf den neuen Job freuen.

22.04.2021 22:54 • #13


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Fandango

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Ich sehe das anders als Du es schilderst.

Gemäß dem Fall, Du bist an Depression erkrankt, dann ist das Work-Life Balance der ideale Job für dich, den Du gerade machst. Wenn Du einen Workoholic Job antrittst, wirst Du verheizt. Du bist dann zwar ein paar Jahre so richtig beschäftigt und Depression ist ausgeblendet. Sowas endet meistens im Burnout. Jedem Burnout geht eine Depression voraus.

Sieh lieber zu was Du dir bei dem na sagen wir einfachen Job privat Gutes tuen kannst und hasse und versuche das Privatleben auf einen lebendigen Dampfer zu schaffen.

Mit dieser Idee, so richtig Malochen zu gehen, bist Du aus meiner Erfahrung aber sowas von auf dem falschen Dampfer im Privatleben. Wenn Du dabei verheizt wirst mit deiner Flucht in die Arbeit und steigst dann aus dem Verheizen aus, dann bricht deine Bude zusammen wie ein Kartenhaus.

Dann erst wird Dir mehr und mehr bewusst, wie gemein andere Menschen sein können, dich zu benutzen.

23.04.2021 03:57 • #14


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Kate

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Zitat von Fandango:
Jedem Burnout geht eine Depression voraus.

Das denke ich, ist genau andersrum. So eine Unterhaltung hatten wir erst. Ein Burnout mündet zumeist in einer Depression.

Auch sehe ich es anders, denn wenig Arbeit zu haben kann genau so krank machen wie zu viel Arbeit!

LG Kate

23.04.2021 06:57 • x 5 #15


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Heideblümchen

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Zitat von Kate:
Ein Burnout mündet zumeist in einer Depression.

Danke, @Kate, da schließe ich mich aus Erfahrung und auch nach Gesprächen mit anderen Betroffenen in meinem Umfeld an.

23.04.2021 09:49 • x 2 #16


MoeKobayashi

MoeKobayashi

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@Fandango Dann warst du wohl glücklicherweise noch nie in einem Job unterfordert. Es ist nicht so, dass ich aktuell nur 80-90% ausgelastet bin und in dem neuen Job 150% leisten muss. Aktuell schaffe ich es kaum den halben Tag effektiv mit Arbeit zu füllen. Ich weiß nicht, wie ich Stunde um Stunde herum bekommen soll, weil ich schlicht und ergreifend schon vor dem Mittag mit der kompletten Tagesarbeit fertig bin. Und das macht mich mehr krank, als wenn ich mal eine Überstunde machen muss. Ich bin ein Mensch, der gerne etwas leistet und konzentriert arbeitet, um am Ende des Tages ein gutes Ergebnis sehen zu können. Bei mir grenzt es aktuell aber eher schon an Boreout.

23.04.2021 10:17 • x 4 #17


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Fandango

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Na ich kann meine Erfahrung schildern. Ich wurde als Kind gefoltert und seelisch fertig gemacht von der Familie. Ich hatte die größten Schwierigkeiten in der Schule klar zu kommen, bin insgesamt dreimal sitzen geblieben. Ich wurde gehänselt, gemobbt, die Opferrolle.

Dann hatte ich einen Job, der mir unendlich viel Spaß gemacht hat, ich war mehr und mehr mein Chef. 7 "normale" Arbeitskollegen gingen aufgrund der Belastung und am Ende war ich der letzte, der übrig blieb.

Fünf von sieben Jahren ging es mir echt gut, ich hatte zwar viel Geld und ein Manager sagte zu mir, Frank, denk an dich, Du kannst das nicht schaffen.

Ich sagte, wieso packt ihr denn nicht mit an. Der ehemalige Chef sagte, Frank, ich sitze die Nummer hier für meine Familie auf einer Backe ab.

Die Division ging mit Glanz und Gloria den Bach runter und dann Ich.

27.04.2021 03:04 • #18


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Lost111

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@MoeKobayashi

Wie lief das Gespräch mit deinem Chef? Kannst du dich auf deinen neuen Job freuen?

LG Lost111

27.04.2021 23:29 • #19


MoeKobayashi

MoeKobayashi

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@Fandango Das tut mir leid zu hören. Ich verstehe was du meinst und natürlich ist es nicht gut, sich zu überarbeiten. Aber bei mir ist es wirklich starke Unterforderung und Langeweile. Ich möchte nur ein normales Pensum arbeiten. Nicht zu viel aber bitte auch nicht zu wenig.

@Lost111 Der Chef hat mich nicht angerufen und auch auf Arbeit nicht nachgefragt. Dafür war die Seniorchefin einen Tag in der Firma und hatte ein kurzes Gespräch mit mir. Sie findet es schade, dass ich gehe, aber das Gespräch ging mir erstaunlich leicht von der Hand und nun ist alles geklärt und ja, ich kann mich auf den neuen Job freuen. In zwei Wochen geht es schon los

28.04.2021 10:42 • #20


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Heideblümchen

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Guten Morgen, @MoeKobayashi (und alle anderen)
Dann gratuliere ich dir herzlich, dass du den Absprung geschafft hast und natürlich wünsche ich dir sehr, dass du in deinem neuen Job das findet, was dir bisher gefehlt hat und du glücklich wirst! Du kannst ja mal berichten, was noch so passiert (ist).

28.04.2021 11:32 • #21


MoeKobayashi

MoeKobayashi

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@Heideblümchen Vielen lieben Dank Ich werde auf jeden Fall mal ein Update geben!

Vor 5 Stunden • #22

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