Angst nichts zu schaffen und zu erreichen im Leben

Rufus

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Hallöchen zusammen, Ich bin neu hier und das ist mein erster richtiger Post, also verzeiht, wenn das alles etwas "unordentlich" ist. Ich bin 21 Jahre alt und Student (aber eher pro forma) Ich hatte als Kind eine Herz Op und leide unter den Folgen (nix bedrohliches, aber konstant), sowie Hochsensibilität, Tetrachromatie und bin generell immer anders gewesen. Ich bin als Junge, der sich für Kunst interessiert und nix mit Fußball und Gewalt anfangen kann, in der Schule eher nicht so gut angekommen... (Den Rest könnt ihr euch denken). Mein Abi hab ich geschafft, ohne was dafür zu tun, ich hatte ja andere Sorgen. Nun habe ich angefangen zu studieren und stehe der "Erwachsenenwelt" gegenüber. Tja was soll ich sagen, ich hab keine Ahnung, was ich machen soll, habe Angst nichts zu schaffen und habe immer wieder depressive Phasen. Ich würde diese zwar nicht als katastrophal, aber kontinuierlich beschreiben. Ich bin zwar begeisterungsfähig, halte aber nix durch, weil mir die Kraft fehlt. Durch meine Hochsensibilität und meinen Körper ist ein "normales" Interagieren mit der Welt super schwer. In letzter Zeit häng ich nur rum und lese oder hock vor dem verhassten Pc, ich mag diesen Zustand nicht, aber die Alternativen fehlen.

Lange Rede, Kurzer Sinn, ich danke euch schonmal für eure Aufmerksamkeit und freue mich auf ANregungen, Fragen, Kommentare und dergleichen mehr.

28.07.2017 23:12 • #1


notjustsad

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Hallo Rufus,

dieser Übergang von Schule zum "richtigen Leben" ist mir auch schwer gefallen! Erst total drauf gefreut, weil die Schule doof war und die andern meistens "cooler" als ich und manchmal auch fies waren - und dann hingen irgendwie viel mehr Sachen dran als ich vorher dachte, die mir zu knabbern gegeben haben.....

Darf ich fragen was du studierst? Als ich angefangen hab zu studieren habe ich leider den falschen Studiengang gewählt und nicht so viele Kommilitonen gefunden mit denen ich mich verstanden hab... wie ist das bei dir?

Warum denkst du, kannst du nicht "normal" mit der Welt interagieren?

Hast du mal versucht, einfach spazieren zu gehen? Ich kann mich zwar selber nie dazu aufraffen, aber weiß, dass es voll gut tut, wenn man es einfach tut. "Einfach tun" ist natürlich auch leicht gesagt

Liebe Grüße

29.07.2017 19:28 • #2



Hallo Rufus,

Angst nichts zu schaffen und zu erreichen im Leben

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Rufus

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Danke für deine Antwort. =)

Ich studiere Kunst und Religionswissenschaften auf Lehramt, das ist aber nix. Ich habe es nur wegen Kunst angefangen, aber die Auswahl hier ist nicht so wirklich groß... So wirklich werd ich mit dem Konzept des verschulten Studiums auch nicht warm, eigentlich garnicht, da fehlt die Kreativität.

Mit dem normalen Alltag hab ich Probleme, weil ich so oft kraftlos bin und mich Reize schnell überfordern. Ich bin nicht gerne dort, wo viele Menschen sind.

Ich laufe so ab und an meine 10-20 km ;)

Liebe Grüße

01.08.2017 14:09 • #3


Bordeli

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Hi Rufus!

Ich kann dir jetzt vermutlich auch keine gescheiten Tipps geben, kann dir aber mal aus eigener Erfahrung berichten. Ich habe (anno 1992) meine Ausbildung zum Elektrotechniker begonnen und war fast 15 Jahre im Beruf, bis es mit der Firma steil bergab ging. Dann habe ich gekündigt, war (ohne Sperre, weil es mehrere Monate Lohnrückstände gab) arbeitslos und bin erst mal zu meiner Freundin gezogen, die hunderte Kilometer weit weg wohnte. Ich habe meinen Job immer gehasst und war unglücklich damit. Dummerweise wurden schon damals in der Schule meine Stärken nicht erkannt und dementsprechend nicht gefördert. Stattdessen wurde nur an meinen Schwächen rumlaboriert, zumal ich damals sehr still und zurückhaltend war. Erst jetzt (mit über 40) ist mir klargeworden, dass ich etwas Kreatives machen möchte, weswegen ich ein Fernstudium zum Online-Redakteur mache, das ich mittlerweile fast abgeschlossen habe. Ob und was es mir bringt, werde ich dann sehen. Aber erst mal ist es ein erhebendes Gefühl, wenn man etwas lernt, das man auch wirklich will. Aktuell bin ich selbstständig und werde das wohl auch bleiben und mein Tätigkeitsfeld dann "einfach" erweitern. So sehen zumindest meine derzeitigen Ziele aus.

Meine Hochsensibilität habe ich erst im letzten Jahr entdeckt. Ich wusste schon immer, dass ich "anders" bin, konnte mir aber nie so wirklich einen Reim darauf machen, bis ich eben auf die Hochsensibilität gestoßen bin. Wobei ich denke, dass sich die meisten "Symptome" im Laufe der Zeit ein bisschen abgeschwächt haben. Aber ich will an dieser Stelle jetzt nicht im Detail darauf eingehen, weil das wohl zu lange dauern würde.

Wenn ich mal so indiskret fragen darf: Wie bestreitest du denn deinen Lebensunterhalt? Wohnst du noch bei deinen Eltern? Nimm es mir nicht übel, aber für mich klingt dein Leben nämlich sehr nach der berühmten "Komfortzone".

03.01.2018 08:14 • #4

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