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Angst beginnt mich aufzufressen

Eleni

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Ein Hallo in die Runde.
Ich sitze hier gerade und weiß nicht wohin mit mir.
Jeder Tag ist, im Moment, ein innerer Kampf.
Seit Ende 2019 bin ich Arbeit suchend, dann im Januar kam ein innerer Zusammenbruch.
Ich habe die letzten Jahre es immer wieder alleine geschafft mich zu sammeln,jetzt funktioniert es einfach nicht mehr.
In den letzten Jahren habe ich eine Aversion gegen meinen Beruf entwickelt. Es geht einfach nicht mehr.

2010 habe ich einen Ortswechsel vollzogen, nachdem mein Lebensgefährte verstorben ist.ich brauchte Familie.
Die letzten Jahre waren toll und ich dachte ich bin angekommen.

Jetzt merke ich, dass ich hier nicht wirklich Fuss gefasst habe und eine Freunde fehlen mir.

Zwar habe ich hier auch viele Menschen, aber es fehlt etwas.

Ich komme aus der Gastronomie und dieser Job kotzt mich nur noch an. Er hat mein Leben irgendwo in Bahnen gelenkt die mir jetzt nicht mehr reichen. Das ständige Arbeiten an Wochenenden und Feiertagen hat mir mein Privatleben geklaut. Wenn andere Feiern waren musste ich arbeiten. Als mein Lebensgefährte verstorben ist war ich arbeiten. Es war Weihnachten. Das erste was ich machte, als ich die Nachricht bekam war,dass ich meinen Chef angerufen habe,dass ich morgen nicht arbeiten kann. Wie krank.

Ich kann Menschenmassen nicht mehr ertragen und durch das ständige nie Zeit haben bin ich auch alleine.

Ich habe mir dann am Anfang des Jahres Hilfe in der Pharmazie gesucht. Ich konnte nicht mehr. Ich habe viel getrunken und hatte Panikattacken, kam nicht mehr aus dem Bett und es hat jeder Tag mir den Atem geraubt.

Ich rappelte mich auf und versuchte mich zu ordnen. Ich machte Mir Gedanken wie es weiter gehen soll.

Auf der Suche fasste ich den Entschluss eine Umschulung. Ich wälzte mich durchs Internet und. UND DA WAR ER!
Der neue Plan. Ich fand etwas worauf ich richtig Bock hätte und was ich auch mit über 60 noch machen kann.

Ich suchte mir eine Schule, weil dieser Beruf geht nur über eine schulische Ausbildung. Alles sollte klappen. Im April sollte es losgehen. Leider kam dann Corona und alles ging den Bach runter. Ich hatte mir alles so schön zurechtgelegt. Du machst die Ausbildung, gehst nebenbei arbeiten und dann gehst Du wieder zurück zu den alten Freunden und alles wird schön.

Der Kurs wurde abgesagt.

Ich suchte eine neue Schule. Im Gegensatz zu der anderen war dieser in Vollzeit. Tja. und da unterstützt jetzt die Agentur für Arbeit nicht mehr und das Jobcenter auch nicht.

Nur sitze ich hier und bin am Ende. Die versuchen mich natürlich wieder in die Gastro zu schicken. Nie war ich die letzten Jahre beim Arzt und das wird mir jetzt zum Verhängnis.

Ich habe mich oft mit Schmerzen zur Arbeit geschleppt, aber krank sein gilt nicht.

Nur sitze ich hier. Mein Kopf ist leer. Ich habe Angst. Ich will so nicht mehr. Mein Traum vom zurück ist im Eimer und ich sehe keine Zukunft. Ich trinke wieder zu viel und Schleife mich durch die Tage.

Kein Plan im Kopf. Selbst wenn ich wieder in die Gastro gehe, dann ist das nicht für ewig. Da hat man etwas im Kopf was und will für die Zukunft Sorgen und hat dann jemanden gegenüber der nur an das jetzt sieht.

Ja. Ich kann jetzt vielleicht noch einen Job finden, aber in 2,oder 3 Jahren wil mich keiner mehr und was ist dann?

In paar Jahren kann ich gar nicht mehr.

Ich bin verzweifelt und sehe nur LEERE vor mir.

25.07.2020 08:36 • x 3 #1


Verbrannt

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Hallo Eleni,

deine Schilderung bezüglich der Gastronomie kenne ich gut. Wir waren unter anderem 10 Jahre nebenberuflich selbstständig in der Gastronomie.
Auf die Beerdigung von der Oma meiner Frau konnte ich nicht gehen, da wir sonst zuviel Geld verloren hätten usw... Ich könnte die Liste beliebig weiter führen. Feiertage und Wochenende....was ist das ? Auch das kennen wir. Irgendwann haben wir alles verkauft und etwas Neues angefangen.
Aktuell sitze ich auch zwischen den Stühlen und es kommt noch einiges auf mich zu. Auch mir macht das Angst, jedoch kann ich so auch nicht mehr weitermachen. Es grenzt irgendwann doch alles an Selbstzerstörung ?

Das zuviel von allem nehmen ist natürlich eine Reaktion auf deinen Stress und die Verzweiflung, dass hast du ja bereits erkannt.
Aus deinem Beitrag lese ich aber auch dennoch etwas positives. Du hast bzw. hattest dich auf die Reise begeben damit es dir endlich besser geht.

Du kannst nichts für eine weltweite Pandemie. Hast du versucht mit dem Jobcenter zu sprechen ? Gibt es vielleicht eine Alternative ? Ein Kurs z.B. an einem anderen Ort ? Online.....eventuell in Zeiten der Pandemie.

Aus meiner Sicht solltest du einen Arzt aufsuchen und dich erstmal krank schreiben lassen um dir etwas Ruhe zu verschaffen. Du kannst es dem Arzt genauso schildern. Eventuell hast du ja auch etwas, was dich deinen Beruf in der Gastronomie nicht mehr ausführen lässt. Du hattest geschrieben, dass du Menschenansammlungen nicht mehr erträgst. Das du oft Schmerzen hattest.
Das kann dir aber nur ein Arzt sagen.

Wenn du mal die Kraft aufbringst und die genauen Umstände der Ablehnung durch die Arbeitsagentur schilderst, können hier vielleicht ein paar Spezis weiterhelfen.

25.07.2020 10:19 • x 2 #2


Eleni

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Ich wollte eine Umschulung in die Podologie machen. Ein Beruf in dem man mit Menschen zu tun hat,der immer gefragt ist, ich kann Menschen helfen und vor allem gibt er einigermaßen Sicherheit aich in vielen Jahren noch.
Ich habe bis zum Ministerium für Arbeit und Soziales mich vorgekämpft,aber bleibe auf einer Absage hängen,eben weil ich nie beim Arzt war und meine Krankenakte hübsch.

Da das eine schulische Ausbildung ist und in der Gastronomie Leute gesucht werden, ich also vermittelbar, wird das nix.

Als ich bei der Regionaldirektion anrief kamen dann so Worte wie"Naja Sie müssen auch sehen, dass nicht alle einen Job machen der ihm Spaß macht" Das reißt einen runter. Ich bekomme Schweißausbrüche, weil ich mit dem Rücken gegen die Wand stehe und man eine Knarre auf mich richtet.

Eigentlich bin ich ein Kämpfer, aber mein Akku ist jetzt leer. Seit Jahren ist mein Leben ein Kampf und ich habe es immer irgendwie geschafft. Das macht die ganze Sache gerade nicht einfacher. Ich renne immer mit einer Maske durch die Gegend und alle gehen immer davon aus, dass alles hübsch ist.

Ich lächle und pushe mich hoch um nicht zu zerbrechen, wenn mir mal die Tränen kommen entschuldige ich mich tausend mal. Ich Rede kaum mit jemandem und zerbreche aber innerlich.

Ich renne und renne und bin eigentlich so aus der Puste, dass ich mich eigentlich auf den Boden werfen will.

Ich hatte auch vor Jahren eine Therapie und bin danach in eine andere Stadt gezogen und es war auch gut, aber jetzt zieht es mich zurück, aber ich fühle mich wie eingesperrt, weil ich keine Möglichkeit sehe im Moment.

Ich mache zur Zeit ein Einzelcoching, weil es mir VIELLEICHT neue Möglichkeiten zeigt, so die Dame von der Agentur für Arbeit.

Eine Umschulung dürfte ich machen z.B. in die Altenpflege...Ich komme vor lachen nicht in den Schlaf...Mit 45...Eine Umschulung in die Altenpflege....lassen se mich kurz überlegen....Sie bezahlen mir eine Umschulung für Müll, aber nicht für etwas was Sinn macht? Aaahaaa.....

Es interessiert auch niemanden wenn man sagt wie es in einem aussieht und wie man leidet, Hauptsache weg...EGAL WIE...Machen Sie IHR Problem nicht zu unserem....

25.07.2020 10:53 • x 3 #3


Verbrannt

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Muss mich leider kurz fassen, bin mal wieder sehr spät dran....

Du hattest einen tollen Plan und hast dafür gekämpft. Das tut mir wirklich Leid, jedoch ist vielleicht noch nichts verloren.

Deine Krankenakte ist hübsch. Meine war es auch bis vor 8 Wochen. Du brauchst dringend eine Auszeit für dich. Du hast deinen Akku total tiefentladen.
Überlege dir einen Besuch beim Arzt und vielleicht dann ein ehrliches Gespräch mit der Sachbearbeiterin. Eventuell geht sie dann besser auf dich ein, wenn du ihr von deinem Arztbesuch und deinen Ängsten diesbezüglich berichtest.

Du hast so stark bis hierher gekämpft, jetzt ist es Zeit sich zu erholen und dann frisch gestärkt weiterzumachen.

Hier habe ich aber auch einen Satz von jemanden gelernt:

Auch Ratschläge sind Schläge.....deshalb ohne Gewähr. Es gibt aber noch einige Meinungen hier im Forum dazu, wünsche dir die Antwort hier zu finden oder zumindest einen guten Tipp.

Meine Frau stresst mich Muss jetzt leider los. Versuche wenigstens übers Wochenende etwas Ruhe zu finden oder etwas für dich zu tun. Es hilft.

25.07.2020 11:28 • x 2 #4


Verbrannt

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Ach, hier interessiert es sehr wohl Menschen wie es dir geht. Aber ich weiß was du damit meinst. Leider auch zu gut. Muss auch irgendwann zum Amt.... und ich bin jemand der sehr schnell mal bei Ungerechtigkeit oder nur der Empfindung eskaliert.....stehe da auch vor einem Problem und verdränge es gerne mal in die Schublade ganz unten...

25.07.2020 11:32 • x 2 #5


Ambivalentia

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Warum ist Altenpflege "Müll" für dich ?

25.07.2020 11:35 • x 2 #6


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Kate

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Zitat von Eleni:
Eine Umschulung in die Altenpflege....lassen se mich kurz überlegen....Sie bezahlen mir eine Umschulung für Müll, aber nicht für etwas was Sinn macht? Aaahaaa.....


Naja, eine recht unglückliche Aussage, da Altenpflege keinesfalls Müll ist, im Gegenteil, wertvoller gehts fast kaum. Zumal das ein Teil sein wird, auf den wirklich fast jeder angewiesen sein wird.
Aber ich verstehe durchaus was Du meinst.
LG Kate

25.07.2020 11:36 • x 3 #7


Eleni

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Zitat von Kate:

Naja, eine recht unglückliche Aussage, da Altenpflege keinesfalls Müll ist, im Gegenteil, wertvoller gehts fast kaum. Zumal das ein Teil sein wird, auf den wirklich fast jeder angewiesen sein wird.
Aber ich verstehe durchaus was Du meinst.
LG Kate



Nein sorry....Natürlich ist das ein toller Beruf,aber wenn man davon weg möchte ,kein Privatleben zu haben eine bekloppte Idee und vor allem...Wie lange macht man den Beruf. Ich bin jetzt 45, wenn ich fertig bin um die 48,oder 49...Die Idee ist Müll soetwas vorzuschlagen...und vielleicht sollte ich dazu schreiben,dass als ich aus der Schule kam ,wollte ich in die Altenpflege gehen, damals wollte ich das unbedingt.Ich war zu der Zeit zu jung, weil unter 18. Ich bat damals um Unterstützung ,da wollte mir keiner helfen. Jetzt wo ich fast selber dort einziehen kann da soll ich und vor allem darf dieser Beruf meine Notlösung sein....

25.07.2020 12:30 • x 3 #8


Verbrannt

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So, kann mich hier mal kurz bei den Mutter und Tochter Gesprächen freimachen...

Eine Frage zum Thema Altenpflege habe ich da auch noch. Ich habe übrigens auch großen Respekt vor dem Beruf. Wo wären wir sonst.

Aber es kann doch nun mal auch nicht jeder. Ich könnte es wirklich nicht. Echt nicht. Bei mir bleiben Bilder sehr lange im Kopf. Ich habe zwischenzeitlich kurz mit Behinderten in einer Einrichtung gearbeitet. Resultat: Ich habe über 20 Kilo abgenommen, da ich auf Grund mancher Bilder einfach nichts mehr essen konnte. Die Bilder sind heute noch da.....
Meine Schwiegermutter hat mit fast 60 Jahren noch den "Schein für die Betreuung von an Demenzerkrankten" gemacht. Sorry, ist natürlich nicht der fachliche Begriff, möchte sie aber gerade nicht fragen.

Fazit: Sie hat zwei Mal das Heim gewechselt, da sie ehr als Altenpflegerin eingesetzt wurde und das nun mal nicht konnte. Am Ende wurde sie davon noch kranker als sie eh war und hat alles hingeworfen. Die Realität sieht wohl anders als die Praxis aus ? Oder sie hatte einfach nur Pech in den Heimen ? Es war einfach viel zu wenig qualifiziertes Personal vorhanden.

Macht man vorher (vor Beginn einer Ausbildung) nicht wenigstens Test z.B. Fragen zu unappetitlichen Themen in dem Bereich usw. Abgesehen von der körperlichen Anstrengung ?

Würde mich wirklich mal interessieren.

Und mein ehrlicher Respekt an die Altenpflegerinnen und Pfleger hier !

25.07.2020 15:53 • #9


Ambivalentia

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Ja, die Arbeitsbedingungen sind oft tatsächlich "Müll" und das Image dieses Berufes ebenfalls.
Als Podologe siehst du allerdings auch nicht nur schöne Füße

Ich war auch ein Leben lang auf der Suche nach einer Arbeit, die meine Existenz sichern und für die ich belastbar sein würde, hab alles durch: ReHa, Arbeitserprobung, Berufsfindung, Arbeitslosigkeit (und die seltsamen Kurse beim AA), zwischendurch auch jahrelange Berufstätigkeiten, dann wieder Krankheit u.s.w.
Heute weiß ich, dass all das stark mit meiner Biografie zusammenhing und dem Mangel an Selbstbewusstsein und eigentlich mit der Suche nach Sinn und Daseinsberechtigung.

Ich denke, wer weiß, was er will und sich nicht von äußeren Bedingungen beherrschen lässt, findet einen Weg.
Insofern kann deine jetzige Situation auch eine Chance sein, deine besonderen Stärken zu entdecken und deinen Weg zu finden.

25.07.2020 17:27 • x 2 #10


Eleni

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Ich danke Euch für Eure Antworten. Es hilft ein wenig sich die Seele frei zu schreiben.
Es ist ein wenig müßig, fast bekloppt, dass man über die Jahre immer sein BESTES gibt und das nun ,als eine Art Strafe ,im Weg steht.

Natürlich weiß niemand die Geschichte von anderen Menschen, aber einfach einen Stempel auf die Stirn drücken finde ich...Ich weiß nicht wie ich es ausdrücken soll...Armselig?Nur weil ich immer brav war und nie wirklich Hilfe gesucht habe?
Ich denke hier kann ich etwas aus dem Nähkästchen plaudern. Bleibt ja unter uns ...

Ich habe wirklich schon so einiges hinter mir und möchte einfach mal zur Ruhe kommen.

Vor vielen Jahren fing das Drama an, als ich einen Mann kennengelernt habe der ein Restaurant hatte.lange Rede, gar kein Sinn...Es entpuppte sich als Alptraum. Leider merkte ich zu spät das falsche Spiel. Er hatte "leichte"technische Störungen, finanziell und vom Kopf her. Ich war so dumm und habe die Konzession für den Laden übernommen. Vorläufig ... Ich lache noch immer...

Das Ende vom Lied war, dass ich irgendwann mit blauen Flecken und ausgerenktem Kiefer da stand....

Ich hab gearbeitet wie ein Schwein und die Schulden wurden immer mehr... Irgendwann, viel zu spät schaffte ich den Absprung.

Ich trieb es soweit, dass der Laden dicht gemacht wurde, anders hätte ich es nicht geschafft.

Ich rappelte mich wieder auf und brachte alles wieder in die richtigen Bahnen, halbwegs.

Da der Mensch ja nicht gerade zum alleine sein geschaffen ist lernte ich irgendwann wieder jemanden kennen.
Zwei Jahre lief alles. Zwar kamen mir einige Dinge komisch vor, aber jeder hat ja so seine Vergangenheit.
Wir haben zusammen gearbeitet und auch privat lief alles super.
Irgendwann rutschte er ab. Er fing an zu trinken und auch Dro. zu nehmen und wurde immer merkwürdiger.
Wie auf der Flucht. Er suchte sich dann eine Arbeit in Hannover. Wieder lange Rede, gar kein Sinn.
Einses Tages meldete er sich nicht. Der Tag verging die Nacht verging. Nächsten Tag kam dann ein Anruf, dass der werte Herr im Knast saß... Ich wusste nicht wo. Ich wusste nicht warum. Nix... Ich durchlief eine Odyssee.
Naja...Er war illegal in Deutschland. EGAL warum. Ein halbes Jahr ging ich arbeiten wie ein Tier. Gastronomie lässt grüssen. Ausbeute hoch 10. Ich habe 14 Stunden gearbeitet immer 3 Wochen durch, damit ich dann 2 Tage am Stück frei hatte und ihn für zwei Stunden in Bayern besuchen konnte. Den Rest der Zeit sorgte ich dafür, dass er ausgewiesen wurde. Ich half ihm per Internet, telefonierte mit Behörden blabla....

Und immer wieder dieses arbeiten gehen und den Clown spielen.

Wir wollten dann zusammen , nachdem er wieder in der Heimat war, auswandern, alles war geplant.
Die Tickets bestellt und alles in Papier und Tüten. Dann kam Weihnachten 2008
Den ganzen Tag ging er nicht ans Telefon...
Bis am Abend das Telefon klingelte und seine Mutter mir erzählte, dass er verstorben ist.

Ich Kürze mal etwas ab....

Ich rief bei meinem Chef an, dass ich nächsten Tag nicht arbeiten konnte und die Welt drehte sich.
Es brauchte eine lange Zeit bis ich wieder Mensch war.
Ich war kurz davor mir den Stecker zu ziehen.
Ich machte eine Therapie und bin dann umgezogen.
Baute mir ein neues Leben auf. Jetzt hänge ich wieder da, weil ich kann einfach nicht mehr.
Ich stürzte mich in die Arbeit. War in den letzten 10 Jahren 2 Tage krank geschrieben ,wegen Magen Darm.
Bin immer arbeiten gewesen. Mit Ischias, einem gebrochenen Zeh, mit höllischen Rückenschmerzen, mit Armen die mir einschlafen, mit einem Bänderriss, weil umgeknickt. Immer wieder diese Träume und Bilder im Kopf.
Mit einer kaputten Seele und dem Traum auch mal etwas zu bekommen.
Immer bin ich für andere da gewesen und jetzt ist mein Akku leer und der Wein mein bester Freund.

Ich habe viel nachgedacht. Was ist Plan B? Was kann man denn schon machen, als gelernte Köchin, die nur ein Jahr als selbige gearbeitet hat und sonst nur Tellertaxi war. Was sind denn die Alternativen, ohne eine Umschulung?

Ich hoffe ich klinge nich wie so ne olle Trutsche die in Selbstmitleid verfallen ist. ICH WILL JETZT EINFACH MAL MACHEN WORAUF ICH!-LUST HABE...aber wieder stehen Mauern da und ich habe nicht mehr die Kraft sie abzureißen...

Die Zeit läuft mir davon und meine Depression ist in vollem Gange. Den ganzen Tag am lachen und wenn ich dann zu Hause sitze raubt es mir den Atem. Ich raufe mir die Haare und habe Panikattacken. Wenn ich vom Sofa hoch muss kriege ich Schweißausbrüche. Ich bekomme keine Luft und habe Angst. Ich bin alleine und kann hier nicht weg.Egal wie ich mich drehe und wende.

25.07.2020 19:57 • x 2 #11


Ambivalentia

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Zitat:
ICH WILL JETZT EINFACH MAL MACHEN WORAUF ICH!-LUST HABE...aber wieder stehen Mauern da und ich habe nicht mehr die Kraft sie abzureißen...

Vielleicht reicht die Kraft, um eine Tür zu finden, wenn du die Mauern akzeptierst?

26.07.2020 09:07 • x 1 #12


Eleni

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Zitat von Ambivalentia:
Vielleicht reicht die Kraft, um eine Tür zu finden, wenn du die Mauern akzeptierst?


Wenn ich die Mauern akzeptieren könnte, dann würde es mir ja nicht so bescheiden gehen

26.07.2020 13:29 • #13


Ambivalentia

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Genau...es liegt bei dir

26.07.2020 14:54 • #14


Eleni

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Zitat von Ambivalentia:
Genau...es liegt bei dir


Natürlich liegt alles, immer an einem selber.
Alles was einen Menschen ausmacht. Deshalb gibt es ja so viele "kaputte"Menschen.
Wir werden in eine Schublade gepresst, ob es uns passt, oder nicht und wenn alles so einfach wäre, dann bräuchten wir keine Psychologen und keine Pharmazie mehr und natürlich ist es immer einfacher sich seinem "Schicksal ergeben und sich wie ein Hamster im Laufrad zu verhalten und irgendwann ist man dann so "glücklich",dass man sich dann einen schönen Baum im Wald sucht.

26.07.2020 15:58 • x 3 #15


Annaleen

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Zitat von Ambivalentia:
Ich war auch ein Leben lang auf der Suche nach einer Arbeit, die meine Existenz sichern und für die ich belastbar sein würde, hab alles durch: ReHa, Arbeitserprobung, Berufsfindung, Arbeitslosigkeit (und die seltsamen Kurse beim AA), zwischendurch auch jahrelange Berufstätigkeiten, dann wieder Krankheit u.s.w.
Heute weiß ich, dass all das stark mit meiner Biografie zusammenhing und dem Mangel an Selbstbewusstsein und eigentlich mit der Suche nach Sinn und Daseinsberechtigung.

Liebe Ambivalentia,

hast du denn am Ende eine Tätigkeit für Dich gefunden mit der du zufrieden bist oder denkst du es ist im Grunde egal, was man arbeitet?
Ich mache demnächst eine berufliche Reha , hab eine passende Arbeit für mich noch nicht gefunden und hoffe, dass ich in diesem Leben dieses Ziel noch erreichen kann.
Lieben Gruß

27.07.2020 18:23 • x 1 #16


Verbrannt

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Bei der Frage und der Aussage schließe ich mich gerne an. Mir ist es nicht mehr egal bzw. es darf mir einfach nicht mehr egal sein. Wie ist das bei dir ?

27.07.2020 19:02 • x 2 #17

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