Amitriptylin Dauer - Dosierung hilft nicht

77Balea

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Hallo Leute, Seit 3 Jahren bin ich auf Amitriptylin. Am Anfang war auch alles gut, aber die letzten 6-9 Monate geht es wieder nur auf und ab und die Talfahrten werden wieder länger. Meine sehr aktiven Träume werden auch ständig mehr.
Jetzt hat mich meine Neurologin auch wieder auf Quetiapin gesetzt. Die hatte ich im November schon mal angefangen und die ersten 5 Wochen waren toll, aber ab Mitte Januar ließ die Wirkung nach. Eine Dosissteigerung brachte nichts. Eine Pause auch nicht. Jetzt bin ich auf 100mg und die Mundtrockenheit ist furchtbar. Wenn ich viel sprechen muss, muss ich auch ständig nen Schluck Wasser nehmen, aber sonst eigentlich auch.

Alles in allem bin ich müde, Therapiemüde. Ich weiß ich muss das mit meiner Neurologin besprechen. Ich hatte mit ihr auch mal über EKT geredet, aber sie wollte mich lieber in eine Tagesklinik schicken.

Das schöne Wetter hilft auch nicht, eher im Gegenteil.

Habt ihr Erfahrungen?

12.05.2015 06:43 • #1


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achtsamkeit

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Hallo Balea,
tja das ist nur verständlich, dass du momentan in einer Phase der Medikamentenverdrossenheit steckst. Aber das kannst du nur mit deiner Ärztin aushandeln welche Möglichkeiten es da vielleicht noch gibt.
Warum möchtest du nicht in die Tagesklinik? Wäre doch ein versuch wert, oder?
Hilft dir evtl. Kaugummi gegen die Mundtrockenheit?

Lg Achtsamkeit

12.05.2015 12:57 • #2


auferstehung

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Wenn Du, wie ich Deiner Kurzvorstellung entnehme, noch Vollzeit arbeiten kannst, geht es Dir noch viel zu gut für eine EKT. Ich habe sie 2012 bekommen (glücklicherweise mit Erfolg – jetzt bin ich wieder gesund), aber da war ich auch schon 1 1/2 Jahre völlig außer Gefecht und hatte mehrere Krankenhausaufenthalte sowie diverse Medikamentenversuche (einschließlich Lithium) hinter mir, die nichts gebracht hatten.

24.05.2015 15:04 • #3


Lou8888

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Hört sich traumhaft an, nach EKT gesund. Ich habe seit vielen Jahren immer wieder Episoden, habe lange nicht erkannt, dass man es Depression nennen muss, weil es durch viele Schicksalsschläge erklärbar war. Leider wurde ich schnell zum Pharma Versuchskaninchen, was ich auch nicht überblickt habe. Ob die Medikamente geholfen haben, könnte ich nicht beantworten. Mich quälten immer so üble Nebenwirkungen, dass ich vor 1/2 Jahr beschlossen habe die Odyssee zu beenden, komme was wolle. Ich quäle mich nun Tag für Tag, Sekunde für Sekunde durch Sinnlosigkeit und ein Lebensgefühl einer 90jährigen, bleischwer, müde über alles. Ich habe doch alles verstanden. Kenne die Methoden. Weiß meine Auslöser. Aber irgendwas ist stärker, will mich nicht ins Leben holen. Bin ich übertherapiert? Oder ist auf diesem Planeten einfach kein Sinn zu finden? Oder bin ich hochmütig Gottes Plan gegenüber? Ich verstehe ihn einfach nicht. Sehe nur Elend auf der Welt und keinen Sinn es zu verändern. Aber... ihr wollt ja kein Gejaule hören. Sorry. Aber vielleicht gibt es für Übertherapierte und Therapiemüde irgendwelche special tips? Wie kann ich wenigstens ein klein bisschen zu irgendeiner allgemeinen Zuversicht finden?

24.05.2015 18:42 • #4


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Katie

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Hallo Lou,

obwohl jedes Schicksal anders ist und jeder seine eigenen Schwerpunkte erkennen muss, die ihm helfen, einen möglichen Ausgleich in schweren Zeiten
überhaupt vorstellbar zu machen, möchte ich dir hier doch einen Beitrag verlinken, bei dem ich viele sehr gute Ansätze find, um in einer depressiven
Zeit - zumindest begleitend - etwas hilfreiches und unterstützendes für sich selbst tun zu können.
mein-weg-aus-der-depression-hoelle-eine-erfolgsgeschichte-t23153.html

Bedenke aber auch, dass gute Therapeuten wirklich gute Begleiter und Unterstützer sein können, damit man besser motiviert bleiben kann.
Deinen Gedanken an eine gut organisierte Selbsthilfegruppe halte ich grundsätzlich auch für sehr gut.
Allerdings komme ich aus NRW.

Liebe Grüße

25.05.2015 15:44 • #5


77Balea

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@auferstehung: ich war nie eine von denen die bei der Depression zu nix mehr fähig war. Ich schalte dann auf Automatik und funktioniere weiter. Zwischen dieser Automatik und dem finalen Schritt ist dann aber nicht mehr viel Platz. Aber muss ich es erst so weit kommen lassen? Meine Stimmungen und Gedanken ändern sich stündlich, also jetzt nicht in hochs und tiefs, aber in ich bin zu krank zum arbeiten und ich bin nicht krank genug um zu arbeiten. Wenn ich mich krank melde und es mir damit besser geht, kommt sofort das schlechte Gewissen das ich doch hätte arbeiten gehen können.
Es ist ein ständiger Kreislauf, den ich gerne mal durch brechen möchte.

@Lou8888: deine Gedanken kann ich gut nach vollziehen, über Sinn und Sinnlosigkeit. Ich frag mich auch oft warum ich in diesem Ameisenhaufen sein muss, ob ich wichtig bin für diesen Haufen, oder auch nicht. Ändern kann ich kleine Ameise ja doch nix. Aber so lange mein Mann noch da ist, werd ich wohl teil des Haufens bleiben.

26.05.2015 07:27 • #6


Lou8888

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Liebe Katie und Balea,

dankeschön!
Ja der Weg von Octavio ist ganz beachtlich, wundervoll aus eigener Kraft. Ich verstehe mein Problem selbst nicht, halte ich mich für (inzwischen) "studiert" genug, sprich ich kenne die Therapiepallette und wende sie an. Ich weiß dass meine "Schäden" gleich zu Lebensbeginn verursacht wurden, habe mich rausgearbeitet, immer wieder, aber dummerweise folgten ein Schicksalsschlag nach dem anderen, das Leben war schneller als ich. Auf dem Weg habe ich nie geschafft was ich schaffen wollte und mir tiefschwarze Sicht aufs Leben eingeprägt. Episode auf Episode. Ich versuche alles, Sport, übergesunde vegane Ernährung, habe eine gute Patchworkfamily, tolle Freunde, aber ich verliere sie immer mehr, ziehe mich immer weiter zurück. Ich kann die ganze Welt nicht mehr verstehen, die viele Reizüberflutung, Werbung, Mord und Totschlag und überall: höher schneller weiter glücklicher gesünder fitter schöner! Ich weiß ja, dass wir Ameisen den Flügelschlag, der die Welt verändert auslösen und meine Gedanken meine Taten mein Leben werden. Aber ich komme gegen so viel was ich wohl selbst in meinem Leben kaputt gemacht habe nicht mehr an. Deshalb die Frage: kann man übertherapiert sein? Was kann denn noch greifen, wenn alle Vernunft und Disziplin nur wieder in die nächste Kraftlosigkeit führt? Irgendein Bootcamp, das mir klar macht wie gut es mir eigentlich geht? Ich bin offensichtlich sehr undankbar. Und komme von meiner Grundenttäuschung dem Leben gegenüber nicht runter. Haue mir doch bitte einer einen Hammer auf den Kopf! Alle um mich rum lieben das Leben, nur ich finde es einfach nur anstrengend und elend und alles wiederholt sich. Ja ich kann eine Blume schnüffeln und sie wirklich als erstaunlich großartiges Gotteswerk bewundern. Aber das macht mich nicht dankbar oder lebenswillig. Hm. Ich weiß ich kann auch weniger schwarz sehen, im Moment sitz ich halt wieder im tiefen Morast, aber ich habe es noch nie aus der grundsätzlichen Sicht auf diese Erfindung Planet Erde und seine Menschen heraus gefunden. Ich saß schon als Kind auf dem Dach und fragte was soll das ganze Gezappel hier? Der Mensch ist eine grausame Spezies und keiner hat mich gefragt ob ich hier teilnehmen will. Ja ok, vielleicht will das keiner wissen. Hier will man ja Tips zur Besserung und keine Jammeretüden. Aber vielleicht versteht es ja jemand auch so wie ich und weiß wo das Wunder zu finden ist!? (Yoga, Meditation, Vitamin D3, Sport, medizinische Werte ok, Ernährung, X Therapien, inkl. Methoden Fam. Aufst usw.) Also sorry für das lange Texten. Falls jemand eine Selbsthilfegruppe in Berlin weiß!? Mit Betonung auf Hilfe ;)

26.05.2015 19:45 • #7


77Balea

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Ach Lou8888, unsere rosarote Brille ist einfach nicht mitgeliefert worden, bei unserer Geburt. Wir müssen alles pur erleben.
Ich höre seit Jahren kein Radio mehr, weil mich das ständige Gelabber und alle 30 min Nachrichten verrückt macht. Radio geht nur morgen als Radiowecker, der geht aber erst 4 min nach den Nachrichten an und im Halbschlaf krieg ich eh nicht viel mit. Ich hab meine 1000 Titel im iPhone und höre nur die. Ich höre auch nur Country, seit 18 Jahren jetzt. Die Songs sind wie gute Freunde, ohne Trigger. Wenn ein Lied mal doof wird, lösch ich es.
Mit TV schau ich meist nur einmal am Tag Nachrichten. Werbung vermeide ich auch. Entweder ich mach den Ton aus, oder stell um, gern auf Phönix den die haben keine Werbung.
Sport hab ich auch versucht, ohne Erfolg. Als Hobby hab ich vor ein paar Jahren mit dem Häkeln, Stricken und letztes Jahr mit nähen angefangen. Ich mach was Handwerkliches und habe hinterher auch was davon. Das liegt mir ganz gut. Aber an schlechten Tagen, habe ich dazu auch keine Lust. Ich muss dafür auch immer Motiviert sein, muss eine Idee haben. Ohne wirkliche Idee scheitere ich meistens.

Ich versteh Dich sehr gut. Als Kind hatte ich auch schon so Gedanken wie Du. Ich muss auch jeden Tag kämpfen mich nicht fallen zulassen.

Jetzt muss ich leider was arbeiten, hier sind noch 100 kleine Kleinigkeiten die ich machen muss.

27.05.2015 07:47 • #8


auferstehung

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Zitat von Lou8888:
Hört sich traumhaft an, nach EKT gesund.


Ich habe aber auch riesiges Glück gehabt, dass die EKT bei mir so gut angeschlagen hat. In der Klinik waren verschiedene Mitpatienten und Mitpatientinnen, die viel mehr EKT-Sitzungen hatten als ich und bei denen es trotzdem nicht geholfen hat. Ich war allerdings nach der EKT nicht schlagartig völlig gesund, sondern erst einmal in der Verfassung, dass ich mich wieder aus der Depression herauskämpfen konnte.

27.05.2015 11:52 • #9


Lou8888

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Hab ich heut bekommen...:)


Brief von Albert Einstein an seine Tochter -
Ende der 1980er Jahre übergab Albert Einsteins „verlorene Tochter“ Lieserl 1.400 Briefe ihres Vaters an die Hebrew University unter der Bedingung, diese frühestens 20 Jahre nach ihrem Tod zu veröffentlichen. Dies ist ein Auszug aus einem Brief:

Als ich die Relativitätstheorie vorschlug, verstanden mich nur sehr wenige und was ich Dir jetzt zeigen werde, um es der Menschheit zu übertragen, wird auch auf Missverständnisse und Vorurteile in der Welt stoßen.Ich bitte Dich dennoch, dass Du es die ganze Zeit, die notwendig ist, beschützt – Jahre, Jahrzehnte, bis die Gesellschaft fortgeschritten genug ist, um das was ich Dir als Nächstes erklären werde, zu akzeptieren.
Es gibt eine extrem starke Kraft, für die die Wissenschaft bisher noch keine formelle Erklärung gefunden hat. Es ist eine Kraft, die alle anderen beinhaltet und regelt und die sogar hinter jedem Phänomen ist, das im Universum tätig ist und noch nicht von uns identifiziert wurde. Diese universelle Kraft ist LIEBE.
Wenn die Wissenschaftler nach einer einheitlichen Theorie des Universums suchten, vergaßen sie die unsichtbare und mächtigste aller Kräfte.
Liebe ist Licht, da sie denjenigen, der sie gibt und empfängt, beleuchtet.Liebe ist Schwerkraft, weil sie einige Leute dazu bringt, sich zu anderen hingezogen zu fühlen. Liebe ist Macht, weil sie das Beste was wir haben, vermehrt und nicht zulässt, dass die Menschheit durch ihren blinden Egoismus ausgelöscht wird.Liebe zeigt und offenbart. Durch die Liebe lebt und stirbt man.Liebe ist Gott und Gott ist die Liebe
Diese Kraft erklärt alles und gibt dem Leben einen Sinn in Großbuchstaben.Dies ist die Variable, die wir zu lange ignoriert haben, vielleicht, weil wir vor der Liebe Angst haben, weil es die einzige Macht im Universum ist, die der Mensch nicht gelernt hat, nach seinem Willen zu steuern.
Um die Liebe sichtbar zu machen, habe ich einen einfachen Austausch in meiner berühmtesten Gleichung gemacht. Wenn wir anstelle von E = mc2 zu akzeptieren, die Energie akzeptieren, um die Welt durch Liebe zu heilen, kann man durch die Liebe multipliziert mal der Lichtgeschwindigkeit hoch Quadrat zu dem Schluss kommen, dass die Liebe die mächtigste Kraft ist, die es gibt, weil sie keine Grenzen hat.
Nach dem Scheitern der Menschheit in der Nutzung und Kontrolle der anderen Kräfte des Universums, die sich gegen uns gewendet haben, ist es unerlässlich, dass wir uns von einer anderen Art von Energie ernähren.Wenn wir wollen, dass unsere Art überleben soll, wenn wir einen Sinn im Leben finden wollen, wenn wir die Welt und alle fühlenden Wesen, die sie bewohnen, retten wollen, ist die Liebe die einzige und die letzte Antwort.
Vielleicht sind wir noch nicht bereit, eine Bombe der Liebe zu machen, ein Artefakt, das mächtig genug ist, den gesamten Hass, Selbstsucht und Gier, die den Planeten plagen, zu zerstören. Allerdings trägt jeder Einzelne in sich einen kleinen, aber leistungsstarken Generator der Liebe, deren Energie darauf wartet, befreit zu werden.
Wenn wir lernen, liebe Lieserl, diese universelle Energie zu geben und zu empfangen, werden wir herausfinden, dass die Liebe alles überwindet, alles transzendiert und alles kann, denn die Liebe ist die Quintessenz des Lebens.
Ich bedauere zutiefst, nicht in der Lage gewesen zu sein, um das auszudrücken, was mein Herz enthält, das leise mein ganzes Leben für Dich geschlagen hat.
Vielleicht ist es zu spät, mich zu entschuldigen, aber da die Zeit relativ ist, muss ich Dir sagen, dass ich Dich liebe und dass ich, dank Dir,bis zur letzten Antwort gekommen bin.
Dein Vater, Albert Einstein

28.05.2015 23:06 • #10


Lou8888

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ahhhhhh.... ich komme hier mit der Technik nicht klar... Ich hab jetzt 2 Antworten geschrieben und keine ist zu sehen? Balea und Auferstehung, habt ihr die Antworten jetzt irgendwie anders bekommen oder sind die futsch??? Grrrrrrr!!!!!!

28.05.2015 23:09 • #11


Lou8888

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*beep*!!!! Die scheinen weg zu sein, wenn ihr jetzt keine Nachrichten irgendwo findet... Ahhh... Schade, Mist, passt ja wieder voll rein. Schuldigung. Aber nochmal krieg ich die Gedankengänge jetzt nicht hin. Vielleicht tauchen sie ja doch noch auf!?

28.05.2015 23:13 • #12


77Balea

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Lou8888, dein Beitrag scheint dann doch verloren gegangen zu sein. Schade. Versuchs nochmal.

Albert Einstein und die Liebe. Ja das könnte die Rettung sein, aber diese wird leider nie so eintreffen. Man müsste die Menschheit maximal minimieren und neu aufbauen mit dem Konzept Liebe. Aber so lange einigen die rosarote Brille fehlt, einige immer nach mehr und Macht streben, wird die Menschheit sich selbst zerstören und diesen Planeten. Wir Ameisen können da wenig ausrichten. Wir können uns nur von allem schlechten versuchen abzuwenden und es nicht an uns heran lassen. Aber das ist in einer Großstadt nicht einfach, oder besser gesagt fast unmöglich.

Mein Traum ist ein Haus an einem See, nur Natur um mich herum, keine Nachbarn, aber schon mit Strom, Wasser und Internet. Einmal in der Woche fahr ich ins Dorf besorge Einkäufe und hole meine Post, dank Internet kann ich mir alles schicken lassen.

29.05.2015 07:44 • #13


auferstehung

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Wenn Du konkrete Fragen an mich hast, kannst Du ja auch gern eine PN schreiben – vielleicht klappt das besser.

02.06.2015 14:22 • #14

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