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ADHS und bipolare Störung / keine klare Diagnose

karstchristo

karstchristo

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Servus,
nach jahrelanger Therapie,Versuchen mit Medikamenten , Klinikaufenthalten etc. habe ich immer wieder verschiedene Diagnosen, aber keine deutliche Besserung.Hauptdiagnose der letzten Jahre Depressionen.Aber die werde ich nicht los.
Neueste Idee der letzten Klinik ist ADHS und bipolare Störung (hypomanisch). Meine Symptome sind(wiederkehrend): Traurigkeit, Vermeidungsstrategien, Antriebslosigkeit,Vergesslichkeit,Müdigkeit, Orientierungsprobleme, aggressive Schübe, Angst. Dann wieder normale, leicht euphorische Phasen. Von daher kann es stimmen.
Aber: jetzt sagt mir eine Ärztin ich hätte ein Paradoxon. das ich auf Psychopharmaka eben anders reagiere. Das wäre eine Erklärung für die Müdigkeit, insbesonderee tagsüber,Schweissausbrüche, Konzenztrations-und Gedächtnissstörungen etc.
Ich komme immer wieder in Phasen wo es mir ohne Medikamte gut geht. Dann wieder Einbrüche- die ich aber auch der Lebenssituation zuschreiben könnte. Jobverlust, Existenzprobleme, Beziehungsprobleme.
Seit Januar nehme ich Bupropion, seitdem bin ich klar im Kopf und guter Dinge. Oder ist es nur eine Phase?

Ich will endlich eine klare Diagnose. Hat jemand eine Idee?
Danke!

26.03.2020 13:46 • #1


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buddl1

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. wenn wir alle Ärzte wären,
währen wir dann auch klüger?
es gebe doch nur noch mehr Diagnosen,
mehr Streit darüber wer Recht, teilweise oder überhaupt falsch liegen würde.
genügt es denn nicht, dass du derzeit ein Medi für dich gefunden hast,
was offensichtlich dich klar und zufrieden wirken lässt?
muss denn immer alles auf das i-Tüpfelchen erklärt oder diagnostiziert werden?
fakt ist,
es hilft und selbst wenn es nur ein Placeboeffekt wäre,
es erfüllt seinen Sinn.

würde ich bei all dem was an Medis ich zu mir nehmen muss,
den Arzt bis in kleinste befragen, die Beipackzettel als Horrorszenario vorhalten.
was wäre wenn.
ich glaube mein Leben wäre nicht so annehmbar wie es heute ist,
egal ob dabei einiges meine Organe angreift, denn ohne diese,
wäre ich schon weg.
als Diabetiker Typ 1.
freue dich darüber, dass du nun dich anderen Dingen dich widmen kannst,
wieder Dinge gelassen und mit der notwendigen Motivation bewältigen kannst.
das Morgen holt uns alle wieder ein,
nur dass ist Gewiss.
buddl1,

26.03.2020 14:26 • x 1 #2



Hallo karstchristo,

ADHS und bipolare Störung / keine klare Diagnose

x 3#3


Frederick1

lieber carstchristo,

erstmal auch von mir ein ganz herzliches Willkommen hier im Forum. Ach ja, verschiedene Ärzte, verschiedene Diagnosen.

Das kenne ich auch. Und schuld an allem ist, das es mir an der Liebe zu mir selbst fehlt, alles anzunehmen was ich bin, was ich habe, meine Gegenwart, meine Vergangenheit, meine Zukunft, es kommt auf mich und meine Entscheidungen an, gerade auch bei der Ärztewahl. Das Allerwichtigste ist die Liebe, und da die Liebe zu mir selbst.

Mir persönlich hilft das am Besten, und es hilft mir immer wieder. Ich bin für mich und mein persönliches Leben verantwortlich, übernehme die Verantwortung für mein Leben, und was ich daraus mache.

Ja ich darf auch Fehler machen, weil nicht ein Mensch perfekt ist. Jeder Mensch macht Fehler. Aber ich darf mir immer wieder selbst mit mir versöhnen, mir selbst und meine Fehler vergeben.

Mein Wille, das was ich meine, was gut für mich ist, spielt da eine ganz entscheidende Rolle, ja ich will leben!

Und pausenlos müssen wir uns entscheiden. Pünktlich aufzustehn, nicht zu trödeln, nicht zu viel oder zu wenig zu essen,
Bewegung tut mir sehr gut, versuchen mich bei jedem Wetter aufzuraffen, für mich, aber auch Geduld und Liebe für mich zu haben. Mich von nichts und niemand abhängig zu machen, so gut es geht frei zu leben.

DU unser Leben ist ein ununterbrochener Prozess von Willensentscheidungen aus Liebe, aus Liebe zu mir selbst, meiner lieben Frau, meinen Kindern. Was ist der Sinn meines Lebens, wofür lebe ich. Und nach meinem Sinn, die Liebe zu mir selbst, da möchte ich leben.

Bei allen wichtigen Entscheidungen, meinen Lebenssinn leben zu wollen. Das was ich am tiefsten möchte. Natürlich gibt es da auch Rückschläge, es fehlt die Kraft, aber viele Menschen haben das schon gepackt, für sich in Liebe zu leben.

Das ist auch etwas eine sportliche Einstellung von mir. Vieles habe ich schon gepackt, weil ich nicht zu früh aufgegeben habe. Aber ich habe auch schon einiges vermasselt, weil ich falschen Idealen hinter her gerannt bin.

Wenn ich bewusst allem ausweiche, mich verweigere, mich zu arg treiben lasse, den Anforderungen meines Lebens keinen Eigenwillen entgegen setze.

Aber ich sollte wissen, wie denke, fühle, handle ich, was hat mich in meinem Leben geprägt, von was lasse ich mich prägen?

Was sind meine Lebensgrundüberzeugungen, für was und wieso lebe ich eigentlich?

Über was habe ich Vorurteile? Was sind meine Stärken und Schwächen.

Bei mir kam ein Punkt wo ich merkte, das ich nicht selbst lebe, sondern gelebt werde. Durch die Meinung anderer Meschen über mich, durch die ganzen Medien, Bücher, Zeitschriften, die einen reden und schreiben es so, andere wieder anders.

DU, da darfst DU deinen eigenen Weg finden. Gerade auch in deiner Beziehung zu deiner Frau und deinen Kindern.

Für mich ist und bleibt da auch für mich, Liebe und Annahme der beste Weg.

DU kannst aber nur so viel Liebe geben, wie du selbst hast, nicht mehr und nicht weniger.

Deine Liebe zu dir selbst, dein Umgang mit dir selbst, so gehst du auch mit dir und deinen Beziehungen um.

Da wünsche ich dir von Herzen, das du in eine tiefere Beziehung zu dir selbst kommen darfst, andere Menschen sollen und dürfen dir helfen, aber du darfst dich nicht von ihnen abhängig machen.


ganz viele liebe Grüße an dich,

Frederick

26.03.2020 19:34 • x 1 #3


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Dani82a

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Hallo Karsten,

finde mich in deinem Beitrag wieder.

Auch bei mir steht seit Jahren die Depression als Diagnose im Vordergrund.

Derzeit bin ich ohne Medikamente, wobei die Stimmung immer wieder schwankt.

Ich glaube, dass man sich mit der Zeit im Dschungel der Diagnosen verfangen kann.
Bis vor kurzem habe ich mich fast schon über meine Diagnosen definiert.
Das ist aber nicht richtig - und kann gefährlich werden.

Man neigt dazu sich extrem viel mit Diagnoseschlüsseln zu beschäftigen, weil man krampfhaft ein Label haben möchte. Damit man für sich klar und deutlich sagen kann: "Ich habe.".
Aber so leicht ist das leider im psychischen Bereich nicht.
Es ist nicht wie bei einem gebrochenen Bein - man kann weder genau sehen, was da los ist, noch wie lange es bis zur Heilung braucht.

Die Psyche ist sehr sehr komplex.

Im Grunde hat so ziemlich jeder Mensch, ob "normal" oder "krank" Facetten von psychischen Auffälligkeiten. Bei dem einen zeigen sich ganz konkrete Symptome, bei dem anderen nicht.
So kommt es auch vor, dass der eine klar und deutlich DIE eine Störung hat, während der andere keine klare Diagnose erhalten kann. Weil er viele Facetten von verschiedenen Störungen aufweist.

Man muss versuchen sich vom Label frei zu machen.
Ist sehr schwer und ich lerne das auch erst.
Es ist befreiend, wenn ich nicht mehr täglich mich frage: "Ist das jetzt gerade Bipolar?" oder "Was bedeutet dieser Kopfschmerz heute?".
Ich mache mir selbst weniger Angst.

Yoga, Meditation, gutes Essen (selbst kochen), lesen, Tagebuch etc. helfen mir mich nicht mehr so sehr mit der Diagnostik zu beschäftigen.

Wichtig ist, dass wir uns annehmen lernen, so wie wir sind.
Auch meine Depression kam irgendwann - und kommt seitdem immer wieder mal "zu Besuch".
Nervt, ist aber ein Teil von mir.

Ich versuche meine Tage so zu nehmen, wie sie sind. Mal besser, mal schlechter.
Medikamente können unsere Problematik nicht heilen - sie können uns nur unterstützen.

Habe keine Angst, ob das gerade wieder eine Phase ist oder nicht.
Damit feuerst du dich innerlich evtl nur an - und gerätst schneller wieder in eine negative Phase.
Versuche zu genießen, wenn du "frei" bist und deine Umgebung vollkommen wahrnehmen kannst; wenn du dich selbst spüren kannst und Freude an Menschen um dich herum hast.
Das ist viel wert und kann dir helfen in schlechteren Phasen an diese schönen Dinge zu denken.

Wir müssen lernen auf den Wellen zu reiten.
Wenn wir uns dagegen wehren, werden wir immer wieder ins Wasser fallen und panisch.

Ich kann dir keine Lösung anbieten, leider.
Aber vielleicht kann ich dir mit meinem Post ein wenig etwas Positives geben.

Viele Grüße!

27.03.2020 11:34 • #4

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